Gifhorn in alten Ansichten Band 1

Gifhorn in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. U. Roshop und Ulrich Tietje
Gemeente
:   Gifhorn
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2130-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gifhorn in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Stadt Gifhorn entwickelte sich seit dem Mittelalter als Straßensiedlung am alten Lüneburger Heerund Handelsweg nach Braunschweig, wo die Kaufund Fuhrleute einen verhältnismäßig trockenen Übergang im feuchten, moorigen Aller-Urstromtal fanden, denn hier engt ein Moränenrücken von Norden und eine langgestreckte Dünenkette von Süden die ehemals unwegsame, breite Bruchniederung so weit ein, daß an dieser Stelle eine Überquerung für den Fernverkehr zwischen den norddeutschen Häfen sowie der Salzstadt Lüneburg mit dem dicht besiedelten Mittelund Süddeutschland möglich war. Diese sogenannte Salzstraße kreuzte in Gifhorn die alte Kornstraße, auf der das Getreide aus der Magdeburger Börde zum Allerhafen Celle gebracht wurde, von wo man es auf kleinen Schiffen nach Bremen weitertransportierte. Beide alten Handelswege wurden später zusätzlich als Poststraßen eingerichtet, so daß Gifhorn bis ins Eisenbahnzeitalter der Neuzeit ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war. Als Rastplatz für die durchreisenden Kauf- und Fuhrleute sowie für die Postillione blieb Gifhorn jahrhundertelang ein bevorzugter

Unterkunfts- und Verpflegungsort, der von vielen Ackerbürgern, Krügern, Fischern, Fleischern, Bäckern und anderen Handwerkern bewohnt war. Zum Fernverkehr kam der Nahverkehr mit den Bewohnern der Umgebung hinzu. Dadurch erlangte Gifhorn schon im Mittelalter eine beachtliche wirtschaftliche Bedeutung, so daß der Welfenherzog Johann von Lüneburg dem Ort im Jahre 1275 das Marktrecht verleihen konnte.

Zur Sicherung des wichtigen Aller- und Iseübergangs wurde Gifhorn zunächst um 1000 nach Christus durch eine Wasserburg, sodann irn 13. Jahrhundert durch eine Steinburg und im 16. Jahrhundert durch ein bedeutendes Schloß geschützt, in dem der Welfenherzog Franz in der Zeit von 1539 bis 1549 residierte. Bereits im Jahre 1370 galt Gifhom als Stadt, war allerdings im rechtlichen Sinne keine echte Stadt, weil es noch keine selbständige Verwaltung und keine Stadtmauern besaß, wohl aber eine leichte Befestigungsanlage mit Gräben, Palisadenzäunen und Knickwällen. Am I. Oktober 1852 erhielt Gifhorn dann die vollgültigen Stadtrechte.

Das Stadtbild erfuhr im Laufe seiner langen Geschichte durch Kriege und Feuersbrünste starke Veränderungen, aber das Renaissance-Schloß mit seiner künstlerisch bedeutsamen Schloßkapelle, die barocke St.-Nicolaikirche mit ihrem prachtvollen Kanzelaltar und der wertvollen Orgel sowie eine Reihe baugeschichtlich bemerkenswerter Bauten mit hübschen Holzschnitzereien sind bis heute erhalten geblieben, wobei vor allem das Kavalierhaus von 1540, das alte Rathaus von 1562 und das Höfersche Kauf- und Handelshaus von 1570 hervorzuheben sind.

Bis in die Gegenwart hat Gifhorn als ehemaliger Arntssitz und heutige Kreisstadt eine überörtliche Zentralfunktion ausgeübt und ist als adrninistrativer, juristischer, wirtschaftlicher, kultureller und schulischer Mittelpunktort für das gesamte Kreisgebiet von beachtlicher Bedeutung.

Der Zweite Weltkrieg hat eine tiefgreifende Umstrukturierung der Stadt bewirkt. Das Einströmen einer ungewöhnlich großen Zahl von Vertriebenen und Flüchtlingen aus dem deutschen Osten hat die Stadt vor schwierige Wohnungs- und Beschäftigungspro-

bleme gestellt, die mit bemerkenswertem Erfolg gemeistert worden sind. Ganz neue Stadtteile mit Wohnbauten, Industrieanlagen, Gewerbebetrieben, mit Kirchen, Schulen, Sportstätten sowie mit kulturellen und sozialen Einrichtungen sind dabei entstanden, auch ein vorbildlich ausgestattetes Kreiskrankenhaus. Die Bevö!kerungszahl ist dadurch sprunghaft gestiegen, und zwar von 5 500 im Jahre 1939 auf 26 500 im Jahre 1974. Nach der Eingliederung der Nachbardörfer Gamsen, Kästorf, Neubokel, Wilsche und Winkel am 1. März 1974 besitzt die Stadt heute (1981) 35 680 Einwohner. Da die eingemeindeten Dörfer jetzt Ortsteile der Stadt Gifhom sind, haben sie hier bei der Bildauswahl Berücksichtigung gefunden.

Gifhorn mit seinen Ortsteilen zeichnet sich als Südtor zur Lüneburger Heide durch eine reizvolle Landschaft mit Seen, Wanderwegen, Natur- und Landschaftsschutzgebieten aus und ist zu einem vielbesuchten Fremdenverkehrsort geworden.

1. Diesen Gruß aus Gifhom sandte am 30. November 1899 ein Gifhomer an ein 'Fräulein Marie 1. Wohlgeboren - in Hannover'. Die Karte ist von stadtgeschichtlicher Bedeutung, weil sie wertvolle Einzelbilder von Straßen und Gebäuden der Stadt darstellt, Alle Bilder - bis auf eins - erscheinen in diesem Bildband noch als Sonderaufnahmen. Nur das Eingangsportal des neuen Kirchhofs soll hier erwähnt werden. Dieser neue Friedhof wurde im Jahre 1891 am Wilscher Weg angelegt und ist heute noch die Begräbnisstätte der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Gifhorn.

2. Diese Aufnahme von 1912 stellt das alte Gifhorner Rathaus aus dem Jahre 1562 dar. Von hier aus wurde jahrhundertelang Stadtgeschichte gemacht. 1843 verkaufte die Stadt dieses Gebäude für 3 660 Taler an einen Gifhomer Bürger, der dort den RatsweinkeIler betrieb. Als solcher besteht er noch heute. Bemerkenswert an diesem alten Rathausbau ist die Schnitzornamentik an Schwellen, Balken und Füllhölzern, wobei dem Snittger (Schnitzer) die Darstellung der Handwerksberufe der alten Gilden und des springenden Löwen, auf einem Horn stehend, als Gifhorner Stadtwappen treffend gelungen ist.

3. Nach der Gifhorner Städteordnung vorn 16. Oktober 1852 konnten Neubürger das Bürgerrecht erwerben. Sie benötigten dazu die Genehmigung durch die städtischen Kollegien. Sie hatten ein Bürgergewinngeld von 17 Talern zu entrichten (später 20 Taler = 60 Mark) und mußten folgenden Bürgereid leisten: leh schwöre zu Gott, dem Allmächtigen und Allwissenden, daß ich als Biirger zu Gifhom die mir nach der Verfassung und Städteordnung obliegenden Pflichten gewissenhaft erfûllen und den vorgesetzten Behörden, namentlich dem Magistrat Gehorsam leisten will, so wahr mir Gott helfe und sein heiliges Wort. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde diese Ordnung aufgehoben.

4. Ein schönes Giebelfachwerkhaus stellt dieses Gebäude dar, das unter dem Namen 'Höfersches Haus' bekannt ist. Es wurde 1570 erbaut und erweckt durch seine Architektur und Schnitzornamentik besonderes Interesse. Das Bild, das um 1890 entstanden ist, zeigt noch den ältesten uns bekarmten Zustand. Auf den Charakter des Hauses als ehemaliges Handelshans weist die am Giebel vorhandene Seilrolle der Winde hin, mit der man die Waren zur Lagerung auf den Dachboden hinaufziehen konnte. Vor dem Eingang steht der damalige Eigentümer, Georg Ludwig Meyer, mit zwei Nachbarn. Er betrieb ein Manufakturwarengeschäft und einen regen Handel mit Schafwolle.

5. Dieses Bild von 1905 zeigt den Mittelpunkt der Altstadt Gifhom mit dem Steinweg (vorn), dem Marktplatz (rechts), der Celler Torstraße (links) und dem Cardenap (im Hintergrund). Rechts lag die Schlachterei Prilop, dahinter die Tischlerei Teipel und das Pastorenhaus. Diese Häuser sind heute verschwunden. Dort ist seit 1963 der Marktplatz vergrößert und die Möbelhalle der Firma Könecke und Söhne errichtet worden. Links liegen beiderseits der Torstraße das Höfersche Haus und das alte Rathans. In der Fortsetzung der linken Straßenfront sind noch schwach einige alte Giebeltachwerkhäuser zu erkennen, die neuerdings renoviert oder durch neue ersetzt sind, die sich aber in ihrer Architektur der alten Häuserzeile vortrefflich anpassen.

6. Diese Aufnahme von 1910 gibt uns eine Vorstellung vom Marktplatz, wie er zu jener Zeit aussah. Er wurde in diesem Umfange erst nach 1845 ausgebaut. Es befanden sich dort (von links nach rechts) die Geschäftshäuser des Schlachtermeisters Prilop, des Schuhmachermeisters Hormann (später Kimme'sches Haus), des Kaufmanns Artler, des Böttchermeisters Berggreen und des Schuhmachermeisters Möhle. Bei der Umgestaltung des Marktplatzes 1963 hat man die Bürgerhäuser beseitigt. Seit 1899 wurde der Platz schon durch eine Gaslaterne beleuchtet. In der Mitte stand der Marktbrunnen, den Senator Hermann Schulze der Stadt 1904 gestiftet hatte. Damals fuhr der Brieftrager mit dieser Postkarre seine Pakete zu den Empfängern.

7. Diese Aufnahme vom 1. Juni 1904 stellt die damalige Feier zur Einweihung des Marktbrunnens auf dem mit Blumen und Girlanden geschmückten Marktplatz dar. Der Stifter des Brunnens, Senator Hermann Schulze, steht barhäuptig auf einem Podest und übergibt in einer Ansprache den Brunnen an die Stadt, die durch Bürgermeister Müller vertreten ist. Eine Menge Bürger hat sich versammelt, um an diesem Fest teilzunehmen. Im Hintergrund erkennen wir die Geschäftshäuser des Kaufmanns Artier (links) und des Böttchermeisters Berggreen (rechts). Diese Gebäude sind bei der Umgestaltung des Marktplatzes 1963 abgebrochen worden.

8. Diese Aufnahme von 1921 zeigt folgende bemerkenswerte Gebäude am Steinweg (von rechts nach links): Da war zunächst der 'Hamburger Hof' von Franz Brandes. Dieser Gasthof wurde von vielen Gästen aus nah und fern besucht. Wir sehen, acht Herren haben sich dort zum Mittagessen eingefunden. Es folgt das berühmte Kavalierhaus, das wegen seiner Baugeschichte mit einem eigenen Bild bedacht werden soll. Beim nächsten Haus erblicken wir den Vordergiebel des Langen Jammers, in dem bis 1885 der Amtsschreiber und dann der Amtsrichter wohnten. Seit 1966 befinden sich dort Diensträume der Kreisverwaltung. Den Abschluß bildet die St.-Nicolaikirche, die von 1733 bis 1744 im barocken Stil errichtet wurde.

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