Gifhorn in alten Ansichten Band 2, 800 Jahre: 1196/97-1996/97

Gifhorn in alten Ansichten Band 2, 800 Jahre: 1196/97-1996/97

Auteur
:   Ulrich Tietje
Gemeente
:   Gifhorn in alten Ansichten
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6397-2
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gifhorn in alten Ansichten Band 2, 800 Jahre: 1196/97-1996/97'

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10 Der Gifhorner Fotograf Hermann Dänzer stellt sich auf diesem Postkartenfoto als 'Lufischiffer' H. Dänzer, L.B. Nachr. Comp. Reinickendorf - Berlin vor. Diesen Feldpostgruß sandte er am 6. November 1915 von B.-Reinickendorf 3 an seinen Nachbarn und Freund Willi Höltge in derTorstraße. Es ist anzunehmen, daß der Luftschiffer Dänzer - so jedenfalls lautet sein Titel als Soldat - aus den Luftballonen und Zeppelinen,

die im Kriegseinsatz stationiert waren, Aufnahmen aus der Luft fertigte. Diese wurden sofort vor Ort entwickelt.

1 1 In einem Ausschnitt aus dem Merianstich sind das 'Celler Tor' auf der Ise- Torbrücke und in Bildmitte die St.-Georgs-Kapelle von 1383 mit dem alten Friedhof dargestellt. Davor liegt der Weinberg. Beachtenswert sind die breite Aufwallung als Eisbrecher vor dem Zollhaus sowie die Sicherungszäune und Schutzmauern.

12 Hinter dem Staketen-Lattenzaun mit der Eingangspforte und dem Doppeltor mit beidseitigem 'Radabweiser' an den Torpfostenenden befand sich die im Merianstich von 1650 nach einer Zeichnung von Konrad Buno dargestellte Friedhofskapelle von 1383. Leider mußte sie vor über dreißig [ahren einem Bürowohnhaus und einer Friedhofsgärtnerei weichen. Beim Abriß dieser histori -

sc hen Kapelle entdeckte man am Südwestteil eine Gruft mit Gebeinen in verfallenen Särgen. Bis zum Abriß dieser zum Teil in Holzfachwerk erbauten Kapelle zählte sie zum ältesten Gebäude der Stadt. Die in der Vorderfassade erkennbaren Halbrundbogen-

fenster, Tür und Durchfahrt entdeckt man heute noch an mehreren Gebäuden im Stadtkern Gifhorns.

13 Hier sehen wir die evangelische St.-Nicolai-Kirche im träumerischen Blickfeld zwischen Kastanien und Weiden vom Schloß aus. Wo vor über siebzig [ahren diese Roggenstiegen auf abgemähten Feldern östlich der Kirche standen, pulsiert heute der Autoverkehr auf der ConradAdenauer-Straße. In dem Haus mit Erkerfenster vor dem Kirchturm wohnte der Kirchenküster Heinrich Möhrs. Ein Staketenzaun trennt das Kornfeld vom Schloßpark.

14 Ein Kornfeld befand sich früher westlich der katholi-

sc hen St.-Bernward-Kirche und dem pfarrhaus. links im Hintergrund schaut der evangelische Nicolaikirchturm herüber. Heute befindet sich im Gesamtbereich des großen Kornfeldes der neue evangelisch-lutherische Friedhof. Auch diese Postkarte ist vor über siebzig [ahren erstellt worden.

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15 Diese Ansichtskarte von der damaligen Lindenallee wurde im Verlag des Fotografen Carl Dänzer aus der Torstraße koloriert erstellt. Eine fröhliche Zecherrunde sandte diese Karte am 2. Juni 1913 nach Hannover. Unter den Unterschriften befanden sich die Namen von OUo und Willy Schwenke, Aug. Heering und Hermann Breustedt. Aus dem Firmenstempel dieser Karte - Hotel und Restaurant Deutsches Haus Gifhom. Bes. M. Bergling - ist zu schließen, daß sie von dort geschrieben und geschickt wurde. Am Ende der Lindenallee ist das Brückengeländer der Ise an derTorstraße erkennbar. Links im Foto erhebt sich derTurm der St. - Nicolai -Kirche; dane-

ben befindet sich die Dachdeckerei Grete. Rechts neben der Straße verläuft ein pfad für Zugtiere und Ackerwagen. Der Straßenbelag besteht aus Kleinpflaster. 1798 ließ man diese Post-, Heer- und Han-

deIsstraße mit Linden bepflanzen. 1952 wurden die Linden gefällt.

1 6 Dieses Postkartenfoto vom Gifhorner jüdischen Gemeindefriedhof läßt auf den Vorderseiten der Grabsteine die Inschriften in hebräischen Lettern erkennen. Als zusätzliche Zierde für den Grabstein bevorzugte man, Efeu- und Eichenblätterranken oder einen Olivenzweig mit Früchten, dazu entsprechende Initialen, in den Kopf des Steines einzumeißeln. Auf dem Friedhof sind heute noch 31 Grabsteine erkennbar, zum Teil auch als liegende Bodenplatte. Diese Ruhestätte liegt an einem Seitenweg der Celler Straße, und sie befindet sich bis heute noch in einem naturbelassenen, gepflegten Zustand im Schatten großer knorriger Eichen und Buschwerk.

1 7 Beide Aufnahmen zeigen die Ruhestätte des Ehepaares Menke. Die Inschriften auf den Steinen sind zur Grabseite hin in hebräischen Lettern von Hand eingemeißelt. In die Grabsteine gemeißelt und auf den Gräbern gepflanzt entdeckt man Efeugerank.

Zum Teil sind die Inschriften über den Verstorbenen auf der Rückseite des Grabsteines in deutscher Schrift und verschiedener Schreibweise verfaßt. Die erste Beisetzung auf dem neu angelegten jüdischen Friedhof war sehr wahrscheinlich die der Betty

Menke, geborene Kugelmann. Auf dem Grabstein steht: 'Hier ruht Frau Betty Menke, geb. Kugelmann. Geboren in Lemförde am 15. Juli 1803. Gestorben in Gifhorn am

1. [anuar 1854.' Ihr Ehemann Jonas Menke, ein Commercien-Commissair - so ist die

Berufsbezeichnung auf seinem Grabstein zu lesen wird für die Beisetzung seiner Frau den Grund und Boden für den kleinen Friedhof gekauft haben. Er selbst verstarb 74jährig am 8.April1869.

1 8 Sehr aufwendig und mit großer Hingabe und Liebe ließen die jüdischen Angehörigen die Grabmale für ihre verstorbenen Kinder errichten, auch wenn sie erst ein Alter von nicht einmal 6 Monaten erreicht hatten. Auf beiden Fotos sind die Inschriften auf beiden schmal gehaltenen Kindergrabsteinen heute noch in sehr gut lesbarem Zustand. Den Stein des Kindes Richard Menke, geboren am S. November 1860, gestorben am 13. April 1861, ziert über der Inschrift noch ein Olivenblätterzweig mit zwei Früchten. Die obere Form des Steines schließt mit einem symbolisch nachempfundenen Tempeldach der Antike ab. Das Schriftfeld ist oben beidseitig mit je einem Herzen als Abschluß der eingemeißelten Umlaufkehle versehen. Es ist anzunehmen, daß die beiden Herzen als

Zeichen der Liebe gelten sollen. Die gesamte Schriftplatte mit dem darüber dargestellten Blätterzweig wurde tief aus dem Grabstein herausgearbeitet.

19 In der abgebildeten Urkunde vom S. September 1714 ist das Apothekerprivileg für David Attaler, Gifhom, von König Georg Ludewig 1. von England und Kurfürsten von Hannover besiegelt worden. Die Urkunde ist in der alten deutschen Schrift verfaßt worden. Lediglich die für bedeutend gehaltenen Worte ließ man damals in den heute geschriebenen lateinischen Lettern hervorheben. In einer historischen Rückblende von Dr. Fritz Brüggemann wird auf Funde von typischen Apothekertiegeln und -gefäßen hingewiesen, die aus den Anfängen des 16. Iahrhunderts stammen sollen. Beim Umbau des alten Radiogeschäftes der Familie RentschIer im Cardenap fand man eine Anzahl dieser Gefäße. So ist anzunehmen, daß sich an diesem Ort bereits die erste 'Schloßapo theke' befand.

Heute wissen wir auch, daß etwa 100 m nördlich die Gifhomer Burg seit Ende des 13. Jahrhunderts bis 1519 stand.

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