Gifhorn in alten Ansichten Band 2, 800 Jahre: 1196/97-1996/97

Gifhorn in alten Ansichten Band 2, 800 Jahre: 1196/97-1996/97

Auteur
:   Ulrich Tietje
Gemeente
:   Gifhorn in alten Ansichten
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6397-2
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gifhorn in alten Ansichten Band 2, 800 Jahre: 1196/97-1996/97'

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80 Dieses Gifhorner Posthaus des ehemaligen Postverwalters Renneberg wurde 1783 errichtet und 1906 vom späteren Eigentümer, dem Bäckermeister Grull, abgerissen. Auf demselben Platz lieB er 1907 ein mehrgeschossiges Wohnhaus mit Bäckerei errichten. Heute befindet sich in diesem Haus Steinweg 6 das SchloBcafé und die Bäckereifiliale von Helmut Leifert.

81 Im Hinterhof Steinweg 6 befindet sich die alte Scheune mit großer überdachter Ladeluke für das Einfahren von Waren und Futtermitteln. Bis vor etwa drei Generationen war es noch an vielen alten Fachwerkhäusern üblich, mit einer Ladelukenrolle die Lagerware in die Stockwerke zu transportieren. Das 'Hófer lIaus' am Steinweg 2 besitzt heute noch im Giebel diese LaderolIe.

82 Das 1570 erbaute Handels- und Kaufhaus, im aufwendigen Fachwerkbaustil errichtet, ist mit seinen unteren Stielknaggen und Fächerrosetten typisch für die damalige Zeit. Auffällig bei dieser Bauart ist das jeweilige Vorkragen eines jeden Geschosses. (Diese Bauart ist arn Knochenhauer Amtshaus in Hildesheim überaus stark ausgeprägt.) Die ehemals vorhandene Ladeluke über dem zweiten Geschoß - im Bereich über der Seilrolle - ist durch ein zweiflügeliges Fenster mit darunter ausge-

mauertem Ziegelfeld längst ersetzt worden. Daher fehlt in diesem Feld der Fachwerkriegel. Die Dachdeckung bestand um die Jahrhundertwende in der Regel aus handgezogenen Braunschweiger KrempziegeIn. Die erkennbaren Stützknaggen unter dem durchschießenden Deckengebälk sind noch im Urzustand erhalten und auf dem zweiten Foto deutlich sichtbar. Die Dachdeckung wurde später durch neue Tonziegel ersetzt.

83 Der 'Krieger-Verein zu Gifhoru' überreichte Herrn 'Veteran Schöner' ein Diplom und ernannte ihn zum EhrenMitglied. Dieses Diplom ist am 27. April 1872 ausgestellt worden und vom Vorstand Katenhusen unterzeichnet. Der Verein ließ diese Urkunde in der H. Schulze'schen Buchdruckerei in Gifhom herstellen.

84 Zu dem Diplom als Ehrenmitglied gehörte noch eine Erinnerungsmedaille am rot-weißen Bande. Die Inschrift lautet: 'Fûr treuen Dienst im Kriege.' Die Rückseite ziert eine Krone; darunter befinden sich die Insignien mit der [ahreszahl 1841. Seitlich im Rand der Medaille ist der Name 'Schoener' eingraviert. Bei der Auszeichnung handelt es sich um die

'Kriegsdenkmünze für 18081 81 5, Mecklenburg -Schwerin, 1841 gestiftet: 30.4.1841. Stifter: Großherzog Paul Friedrich.' Veteran Schöner nahm an derVölkerschlacht bei Leipzig 1813 teil. Georg Ludwig Schöner ließ sich als 79jähriger fotografieren. Er wurde 1795 in Gifhorn geboren und starb 79jährig.

85 Als kolorierte Postkarte stellte die Lichtdruckfirma Knackstedt aus Hamburg den westlichen Straßenzug der Hauptstraße dar. Die große Handschwengelpumpe steht vor der Kornbrennerei Casselmann. Der Blick geht bis zum Marktplatz und der St.-Nicolai-Kirche. Auf der östlichen Seite sehen wir den Gasthof Carl Müller mit derToreinfahrt für die FeldschlößchenNiederlage, die Schloßapotheke, den 'Hamburger Hof' , das Kavalierhaus und das Amtsrichterhaus. Ein Gifhorner Freund sandte diese Postkarte am S. Oktober 1910 an den Pionier Steib in der S. Eisenbahnkomp., Reg. III, Hanau am Main.

86 Vor etwa neunzig [ahren befand sich auf dem Marktplatz neben dem Brunnen auch die erste Litfaßsäule mit originellem Dachaufbau. Die auf der Postkarte sichtbaren Häuser Prilop, Zeitungsdruckerei, Artler, Berggreen und auch die dahinterliegenden Häuser mußten dem neuen Rathaus weichen, das

1984 seine Einweihung und Übernahme erfuhr.

Gifnorn - Marktplatz

87 Diese Ansichtskarte zeigt das Herzstück der damaligen Hauptstraße vor etwa neunzig [ahren. Die Fahrbahn für Ackerwagen, Karren und Kutsehen setzte man in Großpflastersteinen, die beiden Seitenabstellflächen für Märkte und übernachtblei bende Gefährte in Klein-, Rund- und Mittelpflaster. Die Gehwege wurden mit großflächigen Sandsteinplatten ausgelegt. Die Häuser auf der Ostseite beginnen rechts mit dem Anschnitt der Superintendentur, daneben das Sup.-Witwenhaus (Sup. Deicke) mit ausgestellten Markisen als Sonnenschutz für Fenster und Schaukasten, Schlachterei Niemes, Klempnerei Wendt, Ph. Reuter, Gasthof Schwerdtfeger, Apotheke

Scherk (Didier) , Gasthof Brandes, Kavalierhaus, Amtsrichterhaus, Nicolaikirche, querstehend die ehemalige Zeitung und Druckerei.

88 Der FotografHermann Dänzer bezeichnete das Haus auf dieser Postkarte als 'Stadthans'. Bereits 1914 beanstandete die Revision des Sparkassenverbandes die zu engen und unzulänglichen Kassenund Geschäftsräume im Stadtkassengebäude der Rathausstraße. Der Gifhorner Rat beschloß im letzten Inflationsjahr 1923, mit dem neuen Bau des sogenannten Stadthauses zu beginnen. Dieses Haus sollte das dritte Rathaus in Gifhorn werden, in dem die Verwaltung und Stadtsparkasse nebst einigen Wohnungen für Bedienstete Raummöglichkeit fanden. An der Ostseite der späteren Hindenburgstraße kaufte die Stadt 1923 die Häuser der Färberfamilie

Frantz und des Leinewebers Heller auf, ließ das von Heller abreißen und baute nach den Plänen von Baumeister Albert Paul, Gifhorn, in den [ahren von 1923 bis 1925 das neue

Stadthaus. In späteren [ahren wurde der Haupteingang rechts zur Mitte verlegt. Das Anwesen des Färbermeisters Frantz verkaufte die Stadt auf Abbruch an den Landwirt

F. Severin in Clausmoor. 1 984 erfolgte der letzte Umzug der Stadtverwaltung in das neuerstellte Rathaus am Marktplatz.

89 Weit über die Grenzen Gifhorns hinaus war es bekannt, daß viele Gifhorner Bürger sich die 'Milchkuh des kleinen Mannes' hielten. Die weiße und auch die rehbraune Milchziege lieferte pro Milchtier täglich etwa 1,5 bis zwei Liter fettreiche und gesunde Milch zum Trinken, Buttern und zur Käseherstellung. Zudem war das Fleisch der jungen Osterlämmer sehr begehrt und gefragt. In einem Sonderband berichtete Theo Bosse aus Adenbüttel im [ahre 1995 über unsere Ziegen im Gifhorner Raum. Vor dem Holzplankentorweg des Hausgrundstücks 'Irn Freitagsmoor 26' stellen sich die gut genährte Milchziege 'Berta' mit vollem Euter und der Schüler Jürgen Zukalski dem Fotografen.

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