Gimborn in alten Ansichten

Gimborn in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. A. Rothkopf
Gemeente
:   Gimborn
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6368-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gimborn in alten Ansichten'

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9 Das Foto um 1912 zeigt uns dieses Gebäude aus der Mitte des vorigen Bildes näher. Jetzt heißt es noch einfach 'Gasthof zum Schloß Gimbarn' . Pächter ist A. Badde. Man wirbt aber auch schon auf der Postkarte mit dem Superlativ: 'Schónster Ausflugsort des Oberbergischen Laudes'. Dieser Bau hat sicher früher auch zu den umgebenden Wirtschaftsgebäuden des Schlosses gehört.

Sein Fachwerkgiebel- damals noch verschiefert - blickt zum Schloß. Eine seitliche Remise, wo abgestellte Kutschen zu erkennen sind, wurde später zum Saal umgebaut, der nun mit dem Gastraum zusammenhing. Vor dem Haus konnte man auf einer Bank ausruhen.

aus dem Oberbergischen Lande

Schloß 61mborn

6asthof zum Schloß 6lmborn, Inh. Arnold Badde

100ffenbar floriert der Fremdenverkehr, wie man aus dieser Karte entnehmen kann. Vor dem Gasthof ist ein Gästegarten entstanden. Gedeckte Tische im Schatten laden ein, aufKlappstühlen Platz zu nehmen - vielleicht zu Bergischen Waffeln oder einer Kaffetafel. Die Remise ist umgebaut, denn Kutschen sind aus der Mode gekommen. In den dreißiger Jahren kommt der Gast in das einsame, waldigeTal schon mit dem Auto.

11 Weiter abwärts am Gimbach sehen wir die alte herrschaftliche Mühle. Zwar hat sie noch das alte Mühlrad hinter dem Haus, und in einem Rohr wird die Wasserkraft zugeleitet. Der hohe Schornstein am Anbau weist aber auf eine neue Funktion hin: Hier hat sich ein Bäcker eingerichtet. Auch dieses Handwerk hat hier inzwischen aufgegeben, die Ortsbewohner mit frischen Backwaren zu versorgen. Heute ist das Haus mit weißem Anstrich herausgeputzt. Nur eine Erinnerung an die alte Tradition ist geblieben: Ein Mühlstein ist vor dem Haus eingemauert. Die alten Teiche, die einst der Fischzucht dienten und nun der Zierde, haben auch nicht mehr die frühere Funktion als Wasserspei cher für die Räder der KornmühIe oder des Hammers. Nur zwei von ihnen sind noch erhalten. In der Tradition der alten Werke folgte eine Sägemühle am Gim-

bach. Heute arbeitet der dortige holzverarbeitende Betrieb auch nicht mehr mitWasserkraft, sondern längst mit Strom. Das in Wäldern versteckte Gimbom ist als Dorf nicht größer geworden. Die Einwohnerzahllag vor zweihundert Jahren bei 45, heute liegt sie bei 32 Personen. Die Ro-

mantik des vielbesuchten Tales liegt seit jeher in dem Eindruck der stehengebliebenen Zeit.

12 Die Situation an der Einmündung von Gimbach und Leppe verdeutlicht die alte topographische Karte von 192 7. Hier ist neben dem Sägewerk auch noch der Eisenhammer eingezeichnet, der schon in der Karte von 1609 zu sehen war. Eine Pulvermühle aus der Zeit Wallmodens ist nach einer Explosion ebenso verschwunden wie eine Eisenhütte. Der alte Gimborner Eisenhammer ist abgerissen worden. Aus den Tälern und den umliegenden Höfen laufen die Wege beim Gimborner Schloß zusammen. Ein alter, noch heute unbefestigter Kirchweg führte die katholischen Einwohner aus ]edinghagen über den bewaldeten Bergrücken nicht nur zur Meßfeier hierher.

13 Zur Illustration des verschwundenen Gimborner Eisenhammers müssen wir ein weiteres Bild bemühen. Ihn zeigt ein Aquarell von Lippmann (1931) aus dem Werksarchiv der Firma Schmidt & Clemens. 1884 pachtete ihn die 1879 gegründete Stahlhandelsfirma vom Reichsfreiherrn E. F. von Fürstenberg und legte so den Grundstein ihrer Produktion im Leppetal. Das oberschlägige Wasserrad wurde vom Gimbach angetrieben, das die Eichenholzwelle mit den angeschlossenen Fallhämmern in Bewegung setzte.

14 Das Foto von 1909 zeigt uns nun den neuen Verwaltungssitz der Gemeinde Gimbarn, der nicht mehr am alten Fürstenschloß in Gimbarn, sondern in dem verkehrsgünstiger gelegenen Ort Hülsenbusch lag. Dieser hatte schon zuvor eine zentrale Stellung behauptet durch seine evangelische Kirche, Handwerker, Gasthäuser und Geschäfte. Der Ruf der dortigen Ärzte Johann Kleinjung und dreier Generationen Drs. Wüste hatte einen guten Klang über die Gemeinde hinaus. Weit über die Landesgrenzen bekannt wurde der Hülsenbuseher Dr. Johann Heinrich Wiefel zusammen mit dem Gummersbacher Dr. Ludwig Winckel durch die Wiederbegründung des modernen Kaiserschnitts. Alles, was zu einer preußischen Gemeinde gehörte:

Bürgermeister und Bürgermeisteramt, Gemeindediener, Arrestlokal, Volksschule, Lehrer, Spar-

kasse und Postamt waren am Ort vorhanden. Fünfzehn Bürgermeister standen ihr nacheinander vor, bis der letzte von ihnen, Herbert Driever, 1975 in den Rat der Stadt Gummersbach übernommen wurde. Hier sehen wir das alte Bürgermeisteramt und haben einen Blick über die Dä-

eher, begrenzt vom alten Hospitallinks bis zum Kirchturm rechts, gesehen von der noch unbefestigten Straße, die von Gummersbach kommt.

15 Um die evangelische Kirche windet sich die Straße heute wie einst. Der Friedhof ist hier verschwunden, aber die Linden um die Kirche sind alte Zeitzeugen. Ein Brand hatte die alte Kapelle 1765 vernichtet, und nur die beiden hohen Linden haben das Unglück überstanden. Hülsenbusch und seine Kirche waren das Zentrum der evangelischen Bevölkerung im Gelpetal. Die einstige Kapelle 'auf dem Hülsenbusch' war eine Unterpfarre der alten evangelischen Gemeinde Gummersbach, bis sie sich 1820 völlig selbständig machen konnte. Ihre Tradition geht zurück bis auf eine Urkunde von 1190 - wo es um kirchliche Abgaben der Nebenkapelle in Gelippe an das St.-Severin-Stift in Köln geht-, was 1990 zu einer 800-JahrFeier Anlaß gab. Kirche und Dorf erlitten großen Schaden, aber man nahm einen Wiederaufbau in Angriff, der 177 2 abgeschlos-

sen war. Die äußerlich schlichte Kirche erhielt nun eine Innenausstattung im Rokokostil. Der schiefergedeckte Turmhelm mit seinen ovalen Schallöchern überragt alle Dächer des Ortskerns, die einst alle mit Stroh gedeckt waren. Die namengebenden Büsche der Hülsen, das heißt der

Stechpalmen (Ilex), finden sich auch heute noch in Dorf und Flur.

16 Im Inneren sehen wir ein 'Prinzipalstûck' einheimischer Künstler, das Altartisch, Predigtstuhl und Orgel an der Stirnseite harmonisch verbindet. Es ist typisch für den bergischen Protestantismus. Die Fassung des Holzwerks richtete sich jeweils nach dem Zeitgeschmack und dem Geldbeutel der Gemeinde, mal war sie streng in Grau-Weiß, mal bunt, Marmor und Gold nachahmend gehalten. Hier wurde noch mit Kohleöfen geheizt.

17 Die heutige Ausstattung der evangelischen Kirche ist das Ergebnis der letzten Renovierung von 1964. Sie hat manche frühere Einbauten verschwinden lassen - auch die alten Kanonenöfen. Nur wenige Bruchstücke alter Grabsteine (1674) aus dem alten Kirchhof, der einst die Kirche unmittelbar umgab, konnten gerettet werden; sie sind im Inneren angebracht.

18 Mit der Säkularisation 1806 war ein denkwürdiges Institut des Gimborner Landes untergegangen, das Schwarzenbergische Hospital. Wir sehen es auf diesem Foto von etwa 1900. Es war ein Alterssitz für fünf alte Menschen. Sie erhielten über die Stiftung nicht nur eine Wohnung, sondern auch Unterhalt und Brennholz, und nicht zuletzt geistlichen Beistand durch das Kloster Marienheide. Ursprünglich waren die Gebäude 1633 unter Adam von Schwarzenberg, dem Stifter, entlang der Kirchhofsmauer errichtet worden. Wegen des erwähnten Brandes steht heute nichts mehr von diesen Gebäuden. Der dreiflügelige Neubau aus dem Jahre 1765, umgehend von der Schwarzenbergischen Herrschaft in geringer Entfernung von dem alten Standort in Bruchstein wieder aufgebaut, zeigt mit Glockentürmchen und Mansarddach sein

Alter an. Umgebaut und verändert durch die Nutzung als Privathaus und Bauernhof, steht er noch heute etwas versteckt auf dem Sporn, der das Gelpetal weit überblickt. Auch der genannte Arzt Dr.]. H. Wiefel hatte dort gewohnt. Im Volksmund heißt das Hospital heute auch Otto-Ge-

bühr-Haus, da der bekannte Schauspieler und Darsteller des 'Alten Fritz' hier oft bei seinen Verwandten, die das Haus erworben hatten, seine Ferien verbrachte. Von dort führte der Kirchweg ins Gelpetal nach Kalkkuhl, wo das evangelische Pfarrgut und die erste Schule standen.

19 Noch heute umgeben einige alte Häuser die Kirche an der Südseite halbkreisförmig. Sie können auf den Fundamenten der ersten abgebrannten Hospitalhäuser ruhen. Nur durch einen Engpaß kann man bis heute auf den Kirchhof gelangen. Diesen zeigt das Foto von etwa 1920 noch mit einer unbefestigten Straße. Unter der heutigen Straße haben Bauarbeiter einen Brunnen entdeckt, der zum ersten Hospital gehörte, nun aber wieder zugedeckt ist.

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