Gimborn in alten Ansichten

Gimborn in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. A. Rothkopf
Gemeente
:   Gimborn
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6368-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gimborn in alten Ansichten'

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20 Überall in der Gemeinde bildeten sich im 19. und in unserem Jahrhundert Vereine, die ein geselliges Leben pflegten mit speziellen Schwerpunkten wie Chorgesang, vaterländischer Kriegstradition, Ortsverschönerung, Tierversicherung auf Gegenseitigkeit, Feuerwehrwesen und Turnen. Wald-, Schützenund Dorffeste oder Kirmes waren Höhepunkte des dörflichen Gemeinschaftslebens. Traditionsreich war im katholischen Gimborn die Sebastianus-Schützenbruderschaft, die 1684 erstmals schriftlich erwähnt wird, 1847 wiederbegründet wurde und noch heute existiert. Eine jüngere Gründung war der 'Hubertus' Schützenverein in Hülsenbusch aus dem Jahre 195 1- hervorgegangen aus einem früheren Kriegerverein. Man traf sich in den Dorfgasthöfen wie dem Gasthof

R. Kleinjung - heute Schwarzenberger Hof, hier dargestellt auf einer Karte von 1913.

21 Der Kirche gegenüber in der Kehre lag die Gaststätte E. Köllges. Der Ausflugsbetrieb brachte es mit sich, daß hier wie dort eine Veranda angebaut werden mußte. So konnte man fast draußen sitzen und war doch noch gegen das oberbergische Regenwetter geschützt. Die Verlagerung des Betriebs von den Einheimischen auf die auswärtigen Gäste machte auch Werbung nötig mit Inseraten und Hinweisschildern. So wurden aus den Wirtschaften eben 'Sornmerfrischen' und Landgasthäuser, und der Name 'Unter den Linden' klang, wenn nicht nach Berliner Flair, so wenigstens nach der Gummersbacher Hauptstraße.

22 Fremdenverkehrswerbung aus der Gemeinde Gimbarn. Bei den Anzeigen von 1930 spielten offenbar auch Telefon- und Busverbindung eine Rolle - nicht so sehr die Werbung mit dem Komfort der Zimmer. Das Attraktivste sind aber der Wald, die gute Luft und die Ruhe - was offenbar in den Vorkriegsjahren die Menschen angesprochen hat.

Lindenhof

INHABER: EUGEN KÖLLGES

Hülsenbusch

Fernsprecher; NI'. 273 Amt Gummersbo.ch Kraftpost·Haltestelle: Gummersbach-Nochen

Altbekannte b ellébte Sommerfrische in der Oberbergischen Schweiz

Herrliche Lage - WaldsPl!Izlergänge

Schöne luflige Zimmer, Veranda, Garten und Hausbdd Angeneh:ne große und kl.ine Räume

für Gesellschaften und Vereine

Schwarzenberger Hof

Inh. Rudolf Kleinjung

Hülsenbusdi

Krettoost- Holtestelle - Telelon. Gum m e r s b e di Nr. 384

Aeltester bellebter Gasthof (seit 1161) fûr Sommerçäste und Wochenendler

la. Bedienung und Verpflegung

Gr o b e r Saal [ü r Ve r etne und Ge s e l ls di e lte n Perkett-Keçelbehn - Garage

Erholung, Ruhe, Rast und Lebensfreude finden Sie am besten in den Somnierfrischen der Gemeinde Gimborn, inmitten einer frischen, ruhigen und gesundheitspendenden Natur, ===== Hülsenbusch, Berghausen und Gimhorn mit ihrer waldreirnen Umgebung sind die "Perlen des oberhergischen Landes".

Gasthof

"Zum Schloß Gimborn u in Gimborn

Haltestelle der Kleinbahn EngelskirdJen-Marienheide Fernruf: Oeffentlidhe Fernspredhstelle Gimborn

Schönster .ausflugsort im Oberbergischen in herrlidher, waldreidJer Gegend.

Sommerfrische Kalkkuhl

HimDlerkusea, Post Kotthausea H a I tel t e IJ e: Kleinbahn Maritmheide-EngelskircheD

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R. Weber

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U nter- E rlinghagen

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23 Hier sehen wir die PoststeIle in Hülsenbusch im Haus Schmidtseifer. Auf dem Bruchsteinsockel ruht ein verschieferter Fachwerkbau, der ursprünglich vierachsig angelegt war mit einer schönen Treppe zur Mitteltüre. Dieses alte Privathaus teilte sich immer wieder in verschiedene Aufgaben, mal war es nebenbei Schulraum, dann wieder Geschäft. In dem Schuppen davor war bei Bedarf das Arrestlokal. Interessant ist die Postgeschichte der Gemeinde Gimborn: Am

1. Ianuar 1854 wurde eine Postkutschenroute von Gummersbach nach Hülsenbusch eingerichtet, die nun die tägliche Verbindung über Strombach und Lützinghausen sicherstellte. Natürlich gingen die meisten Menschen damals noch solche Strekken zu Fuß. Aber der Komfort war nicht aufzuhalten. 1912 gab es in der Gemeinde drei Postagenturen, sieben Posthilfsstellen und fünf öffentliche Fernsprecher.ln5 wurde eine Postbusverbindung zwischen Nochen und Gummersbach über Strombach und Hülsenbusch eingerichtet. Mit der Einführung der

Briefmarke im Königreich Preußen 1850 erhielt die Poststelle zu Hülsenbusch auch einen Vierring-Stempel zur Entwertung der Marken mit der Nummer 658. Dies sind heute seltene und gesuchte Raritäten. Seit 1870 gab es in Deutschland die Korrespondenzkarte, später Postkarte genannt, und von Gimborn aus wurde sie reichlich versandt. Die Briefverteilung bzw. der Versand

war zeitweise über Engelskirehen, mal über Gummersbach geregelt. Als die Gemeinde 1974 aufgelöst wurde, kamen neue postalische Schwierigkeiten hinzu; denn nun gab es einige Straßennamen in der vergrößerten Gemeinde Gummersbach doppelt. Hier mußten also neue Namen gefunden werden, zum Beispiel für die Talstraße zwischen Wegescheid und Nieder-

gelpe. Dort besann man sich für den neuen Straßennamen auf die Partnergemeinde Gimborns:

Wervershoof in den Niederlanden.

24 Aus dem Treppenhaus des Schlosses stammt noch das alte Hoheitszeichen von der Gimborner Landesgrenze mit der Überschrift: 'Hochfürstliches Schwarzenberg. Territorium', darunter das gleiche in Französisch. In diesem Jahrhundert gab sich dann die Gemeinde ein eigenes Wappen: Eine Quellnymphe gießt die Quelle des Gimbaches aus einem Krug, darüber das älteste GimbornerWappen, drei silberne Schnallen aufblauem Grund. Am Schloß wird das Wappen ebenfalls nicht von einer Nixe gehalten, sondern von einem armlosen Männlein mit spitzem Hut in blau-weiß gestreiftem Wams. Dieses ist auch als Helmzier in das Schwarzenbergische Wappen eingegangen.

25 Wir wenden uns einem weiteren alten Ort der Gemeinde Gimborn zu mit einer Aufnahme aus demjahre 1893. Sie zeigt das uralte Lützinghausen, das 1287 zum ersten Male genannt wird. Dieser Ort hat den Charakter einer Siedlung in der Quellmulde bewahrt, und man könnte meinen, die Zeit sei dort stehengeblieben. Der idyllische Eindruck wird noch verstärkt, wenn man dort zwischen den bergischen Fachwerkhäusern der einstigen Ackersleute den alten Adelssitz aus Bruchsteinen mit seinen Wetterfahnen hervorragen sieht. Eigentlich war der jetzige Bau ein freies Gut, erbaut von der Familie Omphal, die auch in Gummersbach reich begütert war. Seine Fundamente aber sind älter. Hier soll die frühere Burg gestanden haben, die ein alter Gerichtssitz war - im Oberbergischen ist es üblich, solche alten festen Häuser noch immer 'Burg' zu nennen,

auch wenn sie keine Zinnen tra-

gen.

26 Die 'Burg' kam in bürgerliche Hände, wurde geteilt, blieb aber ein repräsentativer Wohnsitz. Das Haus ist siebenachsig aufgebaut. Das Allianzwappen über dem Portal verweist auf den adeligen Bauherrn Theodor Caspar von Omphal und seine Gattin, die sich Freiherren zu Lützinghausen nannten und mit dem Bau 1 733 begannen. Es gab in der Umgebung mehrere Pulvermühlen, mit Wasserkraft getrieben, ein nicht ungefährliches Gewerbe, wie die große Explosion eines Pulverlagers bei Birnbaum im Iahre 1885 beweist. Damals wurden im weiten Umkreis

17 000 Fensterscheiben und viele Dächer zerstört. Die alte Burg von Lützinghausen erhielt danach einen Maueranker, der das Obergeschoß bis heute zusammenhält. Die Aufnahme zeigt das Haus um 1910 auf einer Kartenserie 'Bergische Schlösser, Burgen und Ruinen'.

27 Auf dieser Aufnahme aus dem Jahre 1935 haben sich die Bewohner der 'Burg' vor dem Portal versammelt. Im holzverkleideten Giebel befindet sich eine Türe und darüber ein Galgen, um die Vorräte von Feld und Garten auf den geräumigen Speicher hochziehen zu können, wie es auch an vielen oberbergischen Bauernhäusern zu beobachten ist.

28 Auch dieser kleine Ort Lützinghausen besaß eine 'Schenkwirtschaft' im Hause Nr. 1. An der Verbindungsstraße Gummersbach- Hülsenbusch gelegen, bot sie im Nebenerwerb eine Einnahmequelle von den vorbeifahrenden Fuhrleuten, gewerbetreibenden Fußgängern oder den auf die Postkutsche Wartenden.1869 hatte der dort lebende SchneiderW Brüning die Konzession dafür beantragt, da er 'alle Tage von fremden durchreisenden Personen, welche Wasser trinken und die Pfeife anzünden, belästigt werde .. .' Die Wirtschaft war aber auch ein Treffpunkt für das gesellige Leben der Dorfbewohner. Hier konnte man nach Herzenslust den Polterabend feiern, wie die Aufnahme von 1928 mit dem großen Blechhaufen beweist.

29 Natürlich konnte man den Polterabend auch, wie Generationen vorher, auf dem elterlichen Hof feiern, wie diese Aufnahme von 1927 aus Lützinghausen zeigt. Die Verbindungen innerhalb der Dorfgemeinschaft lagen nahe, da sich die Familien alle gut kannten und die]ugend schon gemeinsam aufgewachsen war. Familienfeste waren dann auch zugleich Dorffeste.

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