Gimborn in alten Ansichten

Gimborn in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. A. Rothkopf
Gemeente
:   Gimborn
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6368-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gimborn in alten Ansichten'

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30 Später als Gartenwirtschaft mitVeranda unter dem anziehenden Namen 'Irn Rosengarten', war die Wirtschaft unter EK. Heedt ein Ausflugslokal geworden. Aus der hölzernen Veranda wurde später ein fester Anbau, der dann auch Geselligkeiten bei jedem Wetter erlaubte. Rosenhecken schmücken den Gartenteil des Lokals. Die gegenüberliegenden Abraumhalden alter Bergbautätigkeit überwucherten mit der Zeit; sie sind heute nur noch dem Eingeweihten erkennbar.

3 1 Wir wenden uns einem weiteren alten Höhenort in der Gemeinde Gimborn zu: Auf dem Bergrücken zwischen Leppe und Gelpe liegt Berghausen, einst ein wichtiger 'volkreicher Ort' - um 1800 der drittgrößte in der Herrschaft Gimborn-Neustadt. Hier wohnten die Besitzer undArbeiter der Hammerwerke des Leppetales, das durch Feuchtigkeit und Sonnenarmut zum Siedeln eher ungeeignet war. Etliche alte, großzügige Fachwerkbauten weisen auf die Blütezeit hin, die natürlich eng mit der Bedeutung der Eisenindustrie zusammenhing. Hier sehen wir in der Dorfmitte die alten, teilweise verschieferten Fachwerkhäuser Haus Ufer und die Gaststätte 'Bergischer Hof' um 1950.

32 IneinerChronikausWürden heißt es über die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts: 'Es gehören nach Berghausen folgende Hammerwerke: NordhelIer Hammer, Pickhardts-Hammer (Eigentümer Ernst Ufer), zwei Kuhlbacher Hämmer (Eigentümer]. C. Osberghaus und Söhne), zwei Höver-Hämmer (Eigentümer Heinrich und Rudolf Höver),]. Pickart-Hammer (Eigentümer W Wahlscheid, Solingen) ... In den Hämmern wird meist aufzwei Feuern gearbeitet, an jedem Feuer sind drei Arbeiter, Meister, Knecht und Lehrling ... meist werden landwirtschaftliche Geräte angefertigt.' Ferner ist von zwei Puddelwerken die Rede (Osberghaus und Kochenrath), wo das Roheisen zu schmiedbarem Stahl verfeinert wurde. Wie es im Nordheller Hammer aussah, der am Fuße

der 390 m hohen Nordhelle am linken Ufer der Leppe stand,

zeigt die Aufnahme. Der Schmied saß auf einem von der Decke hängenden Schemel vor dem Amboß und schmiedete mit dem niedersausenden Wasserhammer das glühende Eisenstück. Die mächtige Eichenwelle ist im Hintergrund sichtbar.

33 In Karlsthal wurden seit 1918 bei der Fa. Gebrüder Ahle ein Kaltwalzwerk, eine Drahtzieherei und eine Federnherstellung betrieben. Vorher war hier eine Kunstwollfabrik ansässig gewesen. Hier sehen wir in die Drahtzieherei: die großen Räder mit Treibriemen übertrugen die Wasserkraft der Leppe auf die Maschinen. Aber auch Elektromotoren fanden schon Verwendung.

34 Die Produzenten rühmten sich ihrer 'päzise gezogenen runden, flachen, vierkantig en und profilierten Eisen- und Stahldrähte '. Das Lager auf dem Hof gibt eine Vorstellung vom Umfang

der Produktion, die natürlich nicht im Oberbergischen verblieb, sondern zur Weiterverarbeitung in die Industrieorte an Rhein und Wupper abtransportiert wurde.

35 Oben im DorfBerghausen wohnte man, unten im Tal wurde gearbeitet. Von Hütte, Karlsthal, WilhelmsthaI, Kaiserau, Neuremscheid bis Rennbruch zogen sich die Industrieanlagen hin. Daß es anfangs noch ganz nach Kleinbetrieben in einem Tal zwischen Wald und Flur aussah, zeigt die alte lithographische Karte des Ortes Kaiserau mit der Ziegelei Schmidtseifer.Von links kommt aber auch schon die Leppebahn ins Bild und kündet vom beginnenden Aufschwung. (Karte nach 1897.)

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36 Aus den Wahlscheidschen Hämmern ging durch Pacht und späterenAnkauf 1896 das Stahlwerk Schmidt & Clemens hervor, das hier jetzt nach dem Gimborner Hammer ein weiteres Standbein gründete. Die ursprünglich getrennten Hämmer in Kaiserau wurden durch einen Mittelbau verbunden, später kamen immer neue Erweiterungen und Modernisierungen hinzu. Hier sehen wir dieses Hammerwerk und die Kranbahn im Stahlwerk von Schmidt & Clemens, 1929 aufgenommen anläßlich des 5 Ojährigen Gründungsjubiläums. Dieses bezog sich auf die Gründung der Stahlhandelsfirma 1879 in Frankfurt durch L. Schmidt und F.W Clemens, zwei Ründerother. Zur Feier sind auswärtige Gäste mit ihren Wagen angereist.

37 Das erste Markenzeichen des produzierten Stahls war eine Rose, ab 1920 wurde sie ersetzt durch das Wappen der alten Grafschaft Mark, zu der die Region an der Leppe im Mittelalter gehört hatte. 1941 gestaltete man die Werbung unter dem Firmennamen 'Märker Edelstahl' bei Schmidt & Clemens mit dem Bild eines Schmelzofens und wies auf die moderne Formgießerei, auf das Hammerwerk, das Preßwerk und die Päzisionszieherei hin.

38 Am Zusammenfluß von Leppe und Gelpe, wo beide Täler sich vereinigen, hart an der Grenze zur damaligen Nachbargemeinde Ründeroth, lag der Rennbrucher Hammer, hier auf dem Foto noch als 'Achsenfabrik und Gesenkschmiederei Fr. Zapp' firmierend. Der Gleisanschluß zur Kleinbahn ist schon vorhanden. 1900 lebte hier noch niemand, fûnf Ialire später stand das erste Wohnhaus. Es war eine typische Ansiedlung am Industriestandort, wie sie auch am neugegründeten Nachbarort Neuremscheid entstand.

39 An anderen Orten, wie an Ruhr und Sieg, erblühte die Eisenindustrie jedoch zu ganz anderen Dimensionen als im Oberbergischen. Als sie hier ihren Rang verlor, wurde Berghausen ein Zentrum des Oberbergischen Fremdenverkehrs. Dem Bemühen um die Attraktivität des Ortes

trug ein eigener Verschönerungsverein seit 1903 Rechnung. Der Düsseldorfer Industrielle ]agenberg (Papierverarbeitungsmaschinen) hatte den Ort für sich und seine ]agdgesellschaften entdeckt. Er ließ dort ein Forst-und Gästehaus sowie einen Musterhof betreiben. Zudem schenkte er dem Ort ein Gelände für einen eigenen Friedhof Hier sehen wir das davor stehende Kriegerdenkmal.

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