Glandorf in alten Ansichten

Glandorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Glandorf
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1877-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Glandorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Glandorf ist die südlichste Gemeinde Niedersachsens. Hufeisenförmig umgeben westfälische Dörfer das 60 Quadratkilometer große Kirchspiel mit 5 500 Einwohnern. Es liegt auf den sandigen Erhebungen zwischen dem Teutoburger Wald und der münsterisohen Bucht. Am 1. Mai 1981 wurde die seit neun Jahren bestehende Ehe zwischen Bad Laer und Glandorf im gegenseitigen Einverständnis vom Landtag in Hannover geschieden. Das seit Jahrtausenden gewachsene Bauerndorf paßte nicht zu dem anders gearteten Kurort.

1977 fand der Bauer Mennemann unweit der Glane auf dem Laudieck eine 6000 Jahre alte, viel benutzte Geröllkeule als ältestes Zeichen der Anwesenheit von Menschen in unserem Heimatdorf. Die Großsteingräber in Hilter, Laer und Lienen, sowie das wahrscheinliche Steingrab auf dem Eckeloh in Laudieck und mehrere Funde von Felsgesteinbellen sprechen dafür, daß in der jüngeren Steinzeit schon eine seßhafte, bäuerliche Bevölkerung hier anwesend war.

Die Entdeckung von Germanendörfern an den Ufern der Ems in Warendorf und Sassenberg aus dem 8. beziehungsweise 4. Jahrhundert lassen vermuten, daß es brukterische Ansiedlungen auch in Glandorf gegeben hat, da die zu solchen Dörfern gehörenden Urnenfriedhöfe auch hier gefunden wurden. Wir dürfen die brukterischen Siedlungen nicht im Bereich des jetzigen Kirchdorfes suchen, sondern auf terassenförmigen Erhebungen in der Nähe der Bever, des Salz- und

Süßbaches und der Glane. In Schierloh könnte ein solches Germanendorf, bestehend aus 10 bis 20 Holzhäusern gewesen sein, aber auch auf dem Schwalenberg und Dornenberg in Glandorf oder auf dem Laudieck an der Glane. Tonscherben führten in Warendorf und Sassenberg zur Entdeckung der Germanendörfer .

Durch Völkerwanderung und Stammeskriege dürfte es zu einer Verschmelzung der brukterischen Ureinwohner mit den Sachsen gekommen sein. Zur Zeit der Christianisierung im 8. und 9. Jahrhundert gab es rund um die Glandorfer Hochebene mehrere Ursiedlungen mit fünf bis sieben Bauernhöfen, die in lockerer Nachbarschaft zusammenlagen. Die Namen dieser kleinen Bauerndörfer waren Schierloh, Speckelbure, Aulje, Uörfehrden, Laudieck und Miäsk. Die jetzigen Bauerschaftsnamen dürften nach Einführung der Schrift und einer geordneten Verwaltung aufgekommen sein. Die Bauerschaft Schwege und die rückwärtigen Gebiete von Sudendorf', Westendorf, Averfehrden und Laudieck wurden erst um die Jahrtausendwende erschlossen. Dann kam die Landnahmezeit mit einer immer dichter werdenden Besiedlung und der ständischen Zergliederung des Volkes zum Nachteile der Bauern. Im 15. Jahrhundert war die Verteilung des Landes im Wesentlichen abgeschlossen. 257 bäuerliche Betriebe von recht unterschiedlicher Größe lagen zerstreut über das ganze Kirchspiel.

Die Ortsanlage Glandorfs ist sächsisch, denn alle Wege führen sternförmig zu dem zentral gelegenen Tie. Seit 1200 entstand das Kirchdorf Glandorf mit der Niederlassung von Handwerkern und Händlern. Kirche, Kirchhof und Kirchhofsburg mit Kirchhöfern wurden zum zweiten zentralen Mittelpunkt der Gemeinde. Das gegenseitige Schutzbedürfnis führte zu einer engen Bebauung rund um die Kirche und an den sternenförmig ins Dorf einmündenden Straßen. Diese historische Entstehung von Straßen, Gebäuden und Plätzen ist in Glandorf auch heute noch erkennbar. Um dieses Altdorf haben sich seit 1950 an der Peripherie die neueren Wohnsiedlungen gruppiert. Neben dem Kirchturm markiert die alte Windmühle als Wahrzeichen die Silhouette Glandorfs. Die wenigen Industriebetriebe verteilen sich weit über den ganzen Glandorfer Raum und sind daher nicht prägend für das Ortsbild geworden.

Der Verlag 'Europäische Bibliothek' in Zaltbommel in den Niederlanden hat es sich zur Aufgabe gemacht, in einer grofsaufgelegten Buchreihe die Straßen, Plätze und Gebäude, sowie das Gemeinschaftsleben unserer Vorfahren aus der Zeit von 1870 bis 1930, wie es sich auf alten Postkarten und Bildern darstellt, der Nachwelt zu erhalten. Die Nachbardörfer und -städte sind in dieser europäischen Buchreihe schon vertreten. Das Buch 'Glandorf in alten Ansichten' schließt eine Lücke.

Möge es Ihnen Freude bereiten, die gute alte Zeit der Großeltern und deren Bescheidenheit mit unserer Komfortzeit in vergleichende Betrachtung zu ziehen. Die Älteren werden sagen: 'Ja, so war das damals!' Die Jüngeren werden erstaunt sein über die Schlichtheit der Aufnahmen aus Dorf und Bauerschaften. Das Leben war härter und die Menschen waren bescheidener.

Zunächst sehen Sie Abbildungen des Dorfes und seiner Straßenzüge. Alte Geschäftshäuser und Handwerksbetriebe stellen sich vor. Dann gehen wir hinaus in die Bauerschaften und betrachten Bauernhöfe von außen und innen, Speicher und Einfahrten. Es folgen Gruppenaufnahmen alter Schulklassen und dörflicher Gemeinschaften. Sie werden manche Erinnerungen auffrischen. Landschaftsaufnahmen von alten Wegen und Gewässern zeigen, wie schön und idyllisch es im alten Glandorf war. Viel Schönes aus der Vergangenheit ist verlorengegangen und mancher wird, wenn er dies Buch aus der Hand legt, mit einer gewissen Wehmut sagen: 'Ja, ja, so war das damals!' Mancher wird aber auch merken, daß es an der Zeit ist, den Ausverkauf historischer Gebäude zu stoppen und die alte Schlichtheit, Einfachheit und Schönheit des gewachsenen Bauerndorfes zu bewahren.

Allen Spendern von Postkarten und Bildern sage ich herzlichen Dank.

Glandorf.

1. Diese Fotomontagepostkarte wurde vom Kaufmann und Maler Julius Landwehr, einem Glandorfer Original, in Auftrag gegeben. Anna Narendorf erhielt sie am 9. August 1916 von ihrer Freundin Elisabeth zugeschickt. Unter allen Postkarten weit und breit ist sie ein ausgesprochenes Kuriosum, Mitten durch Glandorf verläuft die 'Napoleonstraße'. Westlich davon erblicken wir die Windmühle und die rauchenden Schornsteine der Sägemühle Philipskötter und der Brennerei Jostes. Östlich der Hauptstraße erstrahlen die Gebäude am Tie und die St-Johannlskirche, Nicht ganz so hell bieten sich das Kaufhaus Biedendieck und das Haus Buller dar, das im vorigen Jahrhundert von der bekarmten Familie Brücher erbaut worden war. Über den ganzen Hintergrund verläuft der sich lang hinstreckende Teutoburger Wald.

2. Wir sehen hier einen nicht ganz gelungenen Vorläufer der Montagepostkarte. Die Ränder der gläsernen Fotoplatten sind zu erkennen. Die Häuser am Tie sind topographisch falsch eingeordnet. Am linken Bildrand sehen wir die Dorfpumpe, rechts fehlt die Windmühle. Der Hintergrund löst sich in Dunst auf. Diese Fotomontage fand sich bei der Familie Bültemeyer auf dem Laudieck. Jetzt besitzt sie Frau Maria Schmidt-Hendker, die sie einrahmen ließ. Sollte der Julius beide Bilder gemacht haben? Wahrscheinlich.

3. Kurz nach 19ÛO kam diese Karte als kolorierte Postkarte in den Handel. Sie stellt die am häufigsten abgebildete Ansicht von Glandorf dar. Lehrer Bernhard Beckmann malte nach ihr den Theatervcrhang im Saale Herbermarm. Man sieht, wie eng sich die Häuser um die Kirche gruppieren. Mehrere Dächer sind an einer oder beiden Seiten abgewalmt, ein typisohes Zeichen Glandorfer Bauweise. Alle Dächer waren mit roten Ziegeln gedeckt. Alle Häuser waren als Fachwerkhäuser errichtet. Einige waren außen verputzt, wie es leider nach 1900 Mode wurde. Insgesamt strahlte die Buntpostkarte die Harmonie eines idyllischen Bauerndorfes aus.

4. Dieser 'Gruss aus Glandorf' stellt vermutlich die älteste Ansichtskarte Glandorfs dar. Mit künstlerischern Geschick wurde sie um 1890 entworfen, gezeichnet und koloriert. Im oberen Teil erstreckt sich das Kirchdorf mit den vielen Fachwerkhäusern, dem rauchenden Schornstein von Philipskötter, der damals auch den Strom für Glandorf erzeugte, und der niedrigen, langen Seilerei der Familie Hälker. Unter mit Resetten verzierten Bögen befindet sich der Tie mit Kirche. Ein vornehmes Paar, zwei Radfahrer und drei weitere Personen lustwandeln auf dem Tie, der fälschlicherweise als Marktplatz bezeichnet wird. Unter einem Spruchband mit dem 'Gruss aus Glandorf' ist als Postarnt die ehemalige Lohgerberei des Eduard Jostes wiedergegeben, Das Bild strahlt eine geruhsame Beschaulichkeit aus, um die wir unsere Großeltern so sehr beneiden,

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OIandorf i. Hannover

5. Der Tie (Thie, plattdeutsch Tigge) war der Versamrnlungsplatz der Bewohner. Hier war der Brunnen, an dem sich die Frauen morgens trafen, hier stand in einer Ecke auch der Schandpfahl. Typisch für den germanischen Tie war die Bepflanzung mit Linden, die wir auf diesem Bild um die Jahrhundertwende noch sehen. Up'n Tigge fanden auch die kleine und die große Kirmes alljährlich statt, Vor Everwin tönte das große Karussel mit perlenbesetzten Vorhängen und leuchtenden Bildern der Fürsten und Könige. Zwischen Buxel und Everwin stand das kleine Karussel. Es mußte gesohoben werden; dreimal schieben gab eine Freifahrt. Wahrsagerin, Elektrisiermaschine, Hau den Lukas, der billige Jakob und das Leiden Christi bei bengalischer Beleuchtung, das waren die grofsen Vergnügen der Jugend vor 80 Jahren.

6. Oben rechts sehen wir den Thieplatz von Süden her. Wir können einen Bliek in das 'Strätken' werfen, den Zufahrtsweg von Averfehrden und erkennen die enge und winkelige Bauweise im Ortskern. Auch vor Muddings und Everwins standen Linden. Die Tanksäule an der Ecke des Erpenbeckschen Hauses deutet auf das Vorhandensein von Automobilen hin. Die Mädchenschule mit Linden und Fahnenmast wurde 1822 erbaut und blieb in Betrieb, bis sie vor dem Zweiten Weltkrieg an die landwirtschaftliche Berufsschule abgegeben wurde. Das kleine Bild der Glandorfer Kirche sehen wir auf der nächsten Seite in Großformat.

7. Die erste Glandorfer Kapelle stand wahrscheinlich auf der Urlage (Aulje) in Westendorf. Der Kaplan von Laer las dort jeden Sonntag die heilige Messe. Nach 1272 wurde am jetzigen Standort ein größeres Gotteshaus errichtet, 1556 konnten die Bewohner mit eigenen Mitteln eine neue Kirche bauen. Am 5. Mai 1635 wurden Gotteshaus und Dorf von den Senweden niedergebrannt. Die Kirche wurde notdurftig repariert, 1665 warf ein furchtbarer Sturm das Dach auf das Géwölbe, Da es aus Armut nicht erneuert werden konnte, zog man hölzerne Querbalken unter das Dach. 1820 wurde die Glandorfer Kirche durch einen südlichen Erweiterungsbau und eine gänzliche Erneuerung auf die heutige Größe gebracht.

8. Die Postkarte mit dem Inneren der Hallenkirche stammt aus der Zeit nach dern Ersten Weltkrieg. Allerheiligen 1820 hatte man die umgebaute Kirche wieder in Gebrauch genommen. Nur der Hochaltar war vorhanden. 500 Taler hatte man für das Holz und 500 Taler für den Anstrich bezahlt. Unter Dechant Hülster (1823-1867) kamen die Chorfenster, die Seitenaltäre und der von Tüshaus aus Münster gemalte Kreuzweg hinzu. Dechant Landwehr (1867-1870) vermittelte die Schenkung des romanischen Kreuzes mit den Reliquien der Märtyrer Urban und Leopold durch den Bauern Fentker an die Glandorfer Kirche. Fentker hatte sie aus dem Nachlaß der Dominikaner Kirche in Osnabrück gekauft. 1921 ließ Pastor Köster die Kirche neu ausmalen und die großen Ölbilder auf dem Chore aufhängen. Seither hat sich in der St.-Johanneskirche zu Glandorfvieles zum Vorteil geändert.

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