Glücksburg in alten Ansichten Band 2

Glücksburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Friedrich Schlütter
Gemeente
:   Glücksburg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6505-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Glücksburg in alten Ansichten Band 2'

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59 Diese kolorierte Postkarte von Quellental wurde zwar 1909 geschrieben, sie muß aber fotografiert worden sein in den ersten [ahren nach 1900, denn um 1909 sah es hier schon ganz anders aus. Wenn auch der eigentliche Fremdenverkehr in Glücksburg 1872 beginnt, so war der Naherholungsverkehr, wie man diesen Zweig des Tourismus heute nennt, viel früher in Quellental zu spüren. Die erste schriftliche Kenntnis haben wir aus dem [ahre 1809, als der schwedische Leutnant am Hofe F.e. von Schleppegrell im Flensburger Wochenblatt ein Gedicht veröffentlichte, das mit folgenden vier Zeilen schließt: 'Glücksburgs Quelle / findet stets gesund. / Kein Besucher dieser Stelle / reise nach Pyrmont.' Mit der Quelle ist die Adelheidsquelle gemeint, benannt nach der

Prinzessin Adelheid, deren Lieblingsausflugsort Quellental war. Es entwickelte sich in Quellental ein reges Leben. Der Gastwirt Peter Stallknecht baut ein festes Haus mitTanzsaal, zwei heizbaren Stuben, Küche, Keller, Lauben mit Bänken und Tischen und einen Schießstand. 1 81 7 lädt er zum ersten Scheibenschießen ein. Es folgen viele Lustbarkeiten, sogar Aufführungen von Schauspieltruppen. Die Witwe Stallknecht verpachtet an Fritz Döll, der arn 1 S. August 1830 zur großen Eröffnung seines Hauses einlädt. Das DampfschiffDania' bringt viele Gäste aus Flensburg, die abends ein großartiges Feuerwerk erleben. 1837 wird ein eigener Bootssteg gebaut und eine Kegelbahn, 1839 wird der erste Badekarren aufgestellt. Aber nach einigen guten [ahren folgen harte Zei-

ten. 1843 wird die Sommerwirtschaft Quellental zum Verkauf angeboten. Es findet sich aber kein Käufer und das Haus wird abgebrochen.

Tische und Bänke unter den Bäumen bleiben zwar erhalten, aber die Bewirtschaftung fehlt.

60 Erst 1909 erfolgt der Neubau des Hauses. Die Adelheidquelle wird eingefaßt. Ein sauberes, ansprechendes Ausflugsziel war wieder erstanden. Foto von 1909.

61 Die Reichsgründung hatte in ganz Deutschland für Aufbruchstimmung gesorgt. Die gute wirtschaftliche Entwicklung in Flensburg und Umgebung zeigte Wirkung, zudem war Flensburg Garnisonstadt geworden. Bürger mit Weitblick, aus Glücksburg und Flensburg, gründeten die Aktiengesellschaft des Ostseebades Glücksburg, kurz Ostseebadgesellschaft genannt. Man beschloß den Bau des ersten Curhauses. Am 6. Mai 1872 war die Grundsteinlegung durch Herzog Carl und am 30. Juni 1872 folgte das große Fest der Einweihung. Die Aktionäre hatten mit ihrem Pächter Siegmund Satz (1843-1929) einRiesenglück. Dieser tüchtige Gastronom schaffte es, den Strand von Sandwig zu einem Fremdenverkehrsort zu machen. Bis zu dieser Zeit war Sandwig ein Dorf für

wenige Fischer und Kleinbauern. Das bescheidene erste Curhaus (links auf dem Foto) war wirklich klein. Ein größeres Zimmer war EmpfangssaIon, sechs Gästezimmer befanden sich im ersten Stock. Als Fest-und Speisesaal diente ein Zelt, das links vom Haus aufgestellt wurde. Eine Erweiterung des Hauses war

schon sehr schnell erforderlich.Am 12.Juni 1873 wurde das erweiterte Hotel, jetzt 'Strandhotel' genannt, eröffnet; ein Gebäude mit zwei Obergeschossen. Es hatte 27 Zimmer mit Balkons. Ein Saal, ein Badehaus und 28 Badekarren waren ein gutes Angebot für die Gäste. Am 18. Juni 1875 war ein weiterer Ausbau

beendet, nun hatte man siebzig Zimmer für die Gäste bereit, dazu einige Salons und den Saal. Man zählte 350 Gäste pro Iahr. Auf dem Foto von 1873 befindet sich in der Mitte der Erweiterungsbau, rechts am Wasser das Badehaus. Der Anlegesteg wirkte sehr behelfsmäßig.

62 Im Iahre 1882 bautSiegmund Satz in eigener Regie rechts neben dem Strandhotel sein Logirhaus, das er schon 1883 und 1886 erweitert. 1893 bekommt das Logirhaus ein eigenes Restaurant. Das Foto ist aus dem [ahre 1886 und zeigt beide Hotels, im Vordergrund die beiden Badeanstalten, selbstverständlich für Damen und Herren getrennt.

63 Das Strandhotel 1912 mit dem stabil gebauten Anleger für die Fördeschiffe, die ja schon seit 1869 Glücksburg anliefen. Links ist der Fahrkartenschalter, rechts die Gepäckabfertigung, in der Mitte des Steges wird auf einer Lore das Gepäck befördert.

64 Siegmund Satz, drei [ahre vor seinem Tode aufgenommen, mit seiner Enkeltochter Karin auf demArm.

6S Am 20.August 1912 bricht eine Katastrophe herein. Innerhalb von drei Stunden, von 19 bis 22 Uhr, vernichtet ein Brand das Strandhotel. War es Brandstiftung durch einen kurz zuvor entlassenen Kellner oder ein technischer Defekt (Kurzschluß) der zum Feuer führte? Man weiß es bis heute nicht genau. Da dem Kellner nichts bewiesen werden konnte, bleibt die Vermutung eines technisches Defektes als Brandursache. Foto: Die Brandnacht.

66 Ein Gast aus Kiel macht einige Fotos, die er geschickt montierte und als Postkarte seinem Freund nach Kiel sandte mit einem ausführlichen Bericht des Augenzeugen über den Brand.

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67 Im Iahre 1877 baut ein Herr Marquardsen auf einem höher gelegenen Gelände in Sandwig, wo früher eine Mühle und eine Försterei standen, ein Hotel. Er nannte es 'Bolk-vue'. In derTat hatte man von dort einen weiten Blick über Wald und Wasser, vor allem von dem Mühlenstumpf aus, den Marquardsen als Pavillon ausbaute. Eine Musikmuschel in der Gartenanlage ergänzte das Angebot für die Gäste. 1879 hatte der Hotelier durch einen Ausbau achtzig Gästebetten für seine Gäste bereit. Bis 1925 blieb das Haus als Hotel genutzt, wurde dann katholisches Kinderheim. In der NS-Zeit wurde der Orden enteignet, das Haus war für die [ahre bis 1945 BDM-Kurhaus. Den

Besitzern wieder zugeführt (nach Lazarettnutzung im Krieg) wurde es, mehrfach ergänzt, wieder Kinderheim bis 1990. Nach einer Übergangszeit als Lager for Bosnien-Flüchtlinge steht das

Haus jetzt leer, vermutlich wird es irgendwann abgerissen. Das Foto von 1900 zeigt oben links das Hotelgebäude, rechts oben den Pavillon und unten links die Musikmuschel.

68 Im [ahre 1875 baute der ehemalige Leibkoch des herzoglichen Hauses Friedrich Carl Emil Göttling das Hotel 'Fernslcht' . Er führte ein gutes Restaurant mit Konditorei und vermietete einige Gästezimmer. Nach dem Verkauf 1878 hatte das Haus in zwölf [ahren vier Besitzer; heute wird es von der Familie Reich als Hotel garni geführt.

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