Gnarrenburg in alten Ansichten

Gnarrenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Werner
Gemeente
:   Gnarrenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5689-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gnarrenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

In diesem Bildband soll an die Geschichte und die Veränderung erinnert werden, die das ehemalige Dorf Gnarrenburg in den letzten rund einhundert Jahren erfahren hat.

Der Ort liegt im Zentrum eines Dreiecks, das von der unteren Weser, der Unterelbe und der Nordseeküste begrenzt wird. Im Zuge der Niedersächsischen Kommunalreformen der siebziger Jahre wurde Gnarrenburg zum Mittelpunkt einer gleichnamigen Einheitsgemeinde, die seinerzeit aus zwölf ehemals selbständigen Gemeinden gebildet wurde, von denen auch einige in diesem Bildband in alten Darstellungen zu sehen sind.

Das Landschaftsbild der Einheitsgemeinde wird zum einen geprägt durch Hochmoorgebiete, deren Kultivierung erst vor rund zweihundert Jahren in Angriff genommen wurde. Unter der Leitung des damaligen 'Königlichen Moor-Kommissars' Jürgen Christian Findorff (1720-1792) wurden die bis dahin

völlig unzugänglichen Gebiete des Teufelsmoores bei Worpswede und des Gnarrenburger Moores in mühevoller Arbeit nach und nach entwässert und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Das Sprichwort 'Des Ersten Tod, des Zweiten Not, des Dritten Brot' , das in dieser Gegend landläufig ist, beschreibt prägnant die Schwierigkeiten der ersten MoorAnbauer, die frühestens in der dritten Generation darauf hoffen durften, von ihrer Landwirtschaft leidlich leben zu können. Heute sind diese Mühen allerdings längst zur Historie geworden. Die gepflegten Bauernhöfe hier zeigen durchaus bescheidenen Wohlstand an. Weite Teile des Gnarrenburger Moores wurden mittlerweile unter Naturschutz gestellt und bieten dem Erholungssuchenden Ruhe und Entspannung auf schönen Spaziergängen durch Wald, Moor und Heide.

Die ältesten Ansiedlungen der Einheitsgemeinde Gnarrenburg finden sich jedoch auf einer anderen

Landschaftsform, den sandigen Höhen der Geest. Auch der Ort Gnarrenburg entstand nach 1802 auf einem Geestrücken. Sehr viel weiter in der Vergangenheit angesiedelt ist die Entstehung des Ortsnamens 'Gnarrenburg', der auf eine hier im 13. Jahrhundert angelegte Burg zurückgeführt wird. Abgeleitet aus dem Keltischen soll der Name soviel heißen wie 'Bergburg' .

Neben der Landwirtschaft spielten in Gnarrenburg selbst vor allem der Handel und das Handwerk, später auch die Industrie, eine traditionell große Rolle. Die 1790 eingeweihte Kirche führte regelmäßig die Einwohner der umliegenden Moor-Ansiedlungen hierher, wo sie sich in verschiedenen Kolonialwarenhandlungen mit den Gütern ihres bescheidenen Bedarfs eindeckten, die sie selbst nicht herstellen konnten. Die 1846 gegründete Glasfabrik 'Marienhütte' erlangte unter ihrem späteren Alleininhaber Hermann Lamprecht eine überragende Bedeutung

als größter Arbeitgeber in der Region. Insbesondere die pharmazeutischen Tropfengläser , die Hermann Lamprecht hatte patentieren lassen, trugen den Namen 'Gnarrenburg' bis nach Asien und Australien. Neben den ebenfalls in Gnarrenburg seit Jahrzehnten ansässigen Torfwerken und einer Lampenfabrik im Nachbarort Karlshöfen spielen in der Gemeinde mittelständische Handwerksbetriebe, oft seit Generationen im Familienbesitz, für die hiesige Wirtschaft eine erhebliche Rolle. Die günstige Lage zu traditionellen Feriengebieten wie Nordseeküste oder Lüneburger Heide, aber auch zu den Hansestädten Bremen und Hamburg, machen Gnarrenburg und seine Umgebung außerdem für den Fremdenverkehr attraktiv, der hier von Jahr zu Jahr mehr an Bedeutung gewinnt.

1. Das Hünengrab im Gnarrenburger Forst 'Eichholz' legt auch heute noch Zeugnis ab von der uralten Besiedlungsgeschichte der norddeutschen Geestgebiete. Weit über tausend derartiger Großsteingräber fanden sich in dieser Region. Die meisten wurden allerdings irn Laufe der Jahrhunderte zerstört, da man die oft gewaltigen Findlingsblöcke für die Fundamentierung beim Hausbau sehr gut verwenden konnte. Auch zahlreiche Grabhügel aus der jüngeren Steinzeit weisen auf eine kontinuierliche Besiedlung hin. 1885 wurde im südwestlichen Randbereich von Gnarrenburg ein Urnenfriedhof entdeckt, auf dem auf einer Fläche von rund 2 500 Quadratmetern etwa achtzig Urnen aufgefunden wurden. Dieses Urnenfeld befand sich im Bereich der irn 13. Jahrhundert erbauten 'Gnarrenburg'.

2. Diese alte Luftaufnahme zeigt den Ortskern von Gnarrenburg. Vor der Häuserreihe in der rechten Bildhälfte verläuft, fast gänzlich von hohen Bäumen überschattet, die Hauptstraße des Ortes, die Hindenburgstraße. Beinahe im Zentrum sieht man Dach und Turm der Pauluskirche. Weiter im Vordergrund schaut das langgestreckte Dach des ehemaligen Organisten- und Schulhauses durch die Kronen der zahlreichen Bäume, die früher einmal ein viel bewundertes Wahrzeichen Gnarrenburgs waren. Die meisten Bäume mußten nach und nach im Zuge verschiedener Baumaßnahmen weichen, so auch die schöne Eichen- und Buchengruppe in der unteren Bildmitte. Dort finden sich heute die Gebäude der Haupt- und Realschule.

3. Mit den Darstellungen auf den folgenden Seiten soll zu einer kleinen 'Zeitreise' , zu einem Spaziergang durch Alt-Gnarrenburg, eingeladen werden. Ausgangspunkt ist die südwestliche Dorfgrenze, etwa dort, wo die Hindenburgstraße als Kreisstraße nach Zeven den Oste-Hamme- Kanal quert. Wer zu Beginn dieses J ahrhunderts von hier aus Gnarrenburg erreichte, konnte schon von weitem das hohe Gebäude der ehemaligen Gulauschen Windmühle ausmachen, deren Flügel sich noch lange Jahrzehnte drehten. Der erste Besitzer verkaufte die Mühle später an den Müller Blanken aus dem Nachbarort Kuhstedt. Im Jahre 1968 erwarb die heutige Raiffeisen-Warengenossenschaft die Mühlengebäude, um dort zunächst ein Düngemittellager und eine Getreidetrocknungsanlage, später auch Verwaltungs- und Lagerräume einzurichten.

4. Daß Gnarrenburg von jeher Handels- und Handwerkzentrum für die umliegenden Dörfer war, zeigt sich auch darin, daß das erste Anwesen auf der von der Mühle aus gesehen linken Seite der damaligen Hauptstraße das Wohn- und Geschäftshaus der Schlachterei Topp war. Der Betrieb wurde 1903 gegründet. Aus kleinen Anfängen brachte der erste Inhaber, Wilhelm Topp, das Geschäft zu schöner Blüte. Als um 1909 dieses Foto entstand, war bereits das Eishaus gebaut, durch das es möglich geworden war, an jedern Weehentag Fleisch zu verkaufen. Ohne diese Kühlrnöglichkeit war dies nur einmal je Woche, am Freitag, der Fall, da das Fleisch nicht aufbewahrt werden konnte. Der Betrieb, nunmehr in der dritten Generation im Familienbesitz, bietet nach mehreren Umbauten und Erweiterungen die gesamte Angebotspalette einer hochmodernen Schlachterei.

5. Weiter entlang der Hindenburgstraße in Richtung Ortsmitte sieht man zur Linken Wohnhaus, Werkstatt und Laden des Schuhmachermeisters Friedrich Pils. Das Handwerk des Schuhmachers war früher hier sehr notwendig, dader feuchte Boden der Moordörfer festes Schuhwerk verlangte. So fanden in Gnarrenburg bis 1933 schon vier Schuhmacherbetriebe ihr gutes Ein- und Auskommen. Das Schuhgeschäft Friedrich Pils wurde 1901 gegründet und ist damit der älteste Betrieb dieser Art am Ort. Neben der Maß- und Flickarbeit wurde auch schon bald ein Ladengeschaft mit fertigen Schuhen und Zubehörteilen unterhalten. Die Fertigwaren wurden damals von verschiedenen größeren Schuhfabriken bezogen.

6. Der Spaziergang durch Alt-Gnarrenburg führt dann weiter zum Nachbarhaus des Schuhmachermeisters Pils. Bereits 1860 hatte sich dort der Zimmermeister Steeneek mit einer Werkstatt niedergelassen. Sie ist bis heute die einzige Zimmerei in Gnarrenburg geblieben und wird nun in der fünften Generation von dem Bauingenieur Karsten Steeneek geleitet. Die ursprünglich reine Zimmerei wurde 1925 noch durch eine Sägerei ergänzt. Schon der erste Nachfolger des Gründers hatte vollständige Häuser bauen lassen. Diese Entwieklung ergab sich aus der Tatsache, daB die Zimmerei einen wichtigen Teil des Hausbaus bildete. Außerdem herrschte in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts in Gnarrenburg ein ausgesprochener Mangel an Maurern.

7. Diese Aufnahme aus dem Sommer 1928 zeigt einige Mitarbeiter der Zimmerei Steeneek vor der 1925 errichteten Sägerei. Bereits in den dreißiger Jahren wurde der Gesamtbetrieb im wesentlichen maschinell ausgeführt. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren sechzehn bis zwanzig Mitarbeiter einschließlich der Lehrlinge im Geschäft tätig. Heute arbeiten hier zwölf Zimmerleute. Seit jeher war die Firma bekannt für ihre gute Lehrlingsausbildung und hat diesen Ruf auch bis heute beibehalten. Häufig war die Firma Steeneek mit der Ausführung öffentlicher Gebäude beauftragt. So wurden von ihr auch zahlreiche Schulgebäude in Gnarrenburg und in den umliegenden Ortschaften errichtet.

8. Der Spaziergang entlang der Hindenburgstraße führt nun weiter zum Geschäftshaus von Hinrich Müller. Gegründet im Jahre 1901, mangelte es im ursprünglichen Haus Nr. 31 bald an Platz, so daß Kaufmann Hinrieh Müller die Gelegenheit nutzte, das heutige Geschäftsgebäude zu erwerben. Von jeher bestand der Hauptabsatz in Textilwaren. Daneben nahm aber auch die Lebensmittelabteilung sowie der Verkauf von Eisenwaren, Porzellan und anderen Haushaltsgegenständen einen großen Raum ein. Doch sind diese Zeiten der 'Gernischtwarenhandlung' inzwischen längst Vergangenheit. Heute hat sich das Textilhaus Müller völlig auf Damenkonfektion spezialisiert. Das Foto zeigt das Wohn- und Geschäftshaus um 1930.

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