Gnarrenburg in alten Ansichten

Gnarrenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Werner
Gemeente
:   Gnarrenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5689-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Gnarrenburg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29. Weiter entlang der Hindenburgstraße in Richtung Ortsausgang nach Kuhstedt befindet sich auch heute noch das inzwischen stillgelegte Betriebs- und Verwaltungsgebäude der Molkerei Gnarrenburg. Das von dem Ziegeleibesitzer und Zimmermeister Hinrich Oerding auf eigene Rechnung gebaute Anwesen war bis 1927 in Privatbesitz. Danach wurde die Molkerei für 24 000 RM von der Spar- und Darlehenskasse käuflich erworben. Mit einem Mitgliederbestand von einhundert Genossen wurde darm 1928 die Melkereigenossenschaft Gnarrenburg ins Leben gerufen.

30. Auf dieser um 1925 entstandenen Fotografie blickt man entlang der Hindenburgstraße, damals noch 'Chaussee' genannt, in Richtung Ortsmitte. Rechts sieht man die Betriebs- und Verwaltungsgebäude der ehemaligen Meierei und späteren 'Molkereigenossenschaft Gnarrenburg'. 1974 wurde hier noch ein Ladengeschäft eingerichtet, in dem sämtliche Molkereiprodukte, aber auch andere Lebensmittel angeboten wurden. Inzwischen hat die Genossenschaft ihren Gnarrenburger Molkereibetrieb eingestellt. Als 'Milchliefergenossenschaft' hat sie sich der Firma 'Nordrnilch' in Zeven angeschlossen.

31. Diese beiden herbstlich kahlen Fotografien entstanden um 1913. Oben sieht man den 1906 errichteten 'Schützenhof'. Dank der finanziellen Unterstützung des damaligen Schützenmeisters Hermann Lamprecht, Besitzer der Glasfabrik 'Marienhütte', war es der 1856 gegründeten 'Schützengesellschaft Marienhütte', heute 'Schützengesellschaft zu Gnarrenburg' gelungen, das in seiner Grundstruktur noch gut erhaltene Gebäude zu errichten. Außer zu den verschicdensten Bällen diente (und dient) der große Saal als Veranstaltungsort vielfältigster Anlässe. Während des Ersten Weltkrieges hatte der damalige Gnarrenburger Frauenverein hier sogar ein kornplettes, allerdings zum Glück nicht beanspruchtes Lazarett eingerichtet. Auch die damalige Kaufmannschaft Grabau an der heutigen Hermann-Lamprecht-Straße gegenüber der Schule ist noch erhalten. In ihr ist ein moderner Reinigungsbetrieb untergebracht.

Inh. Gastwirt Meyer Gruss aus Gnarrenburg

32. Neben Handel, Handwerk und Industrie spielte in Gnarrenburg von jeher natürlich auch die Landwirtschaft eine große Rolle. Dieses um 1900 entstandene Foto zeigt die Hofstelle des Landwirts Ehrichs, deren Kargheit einen Eindruck vermittelt von der Schwere der bäuerlichen Arbeit in vergangenen Tagen. Das strohgedeckte, niedersächsische Bauernhaus umfaßte, wie auch auf dem Bild zu sehen, einen hinteren Wohntrakt für den Landwirt, seine Familie und das Gesinde, während der vordere Teil, die Diele, als Stall diente. Auf dem geräumigen Dachboden wurde das Winterfutter ,Heu und Stroh, gelagert. Häufig gehörten zum Hofgrundstück noch eine Obstwiese und ein Gemüsegarten für den eigenen Bedarf.

33. Auf Höhe der Haupt- und Realschule mündet mit der heutigen Hermann-Lamprecht-Straße eine zweite Gnarrenburger 'Hauptstraße' in die zentrale Ortsdurchfahrt. Der frühere Name 'Hüttenstraße' deutet darauf hin, daß sie ein Verbindungsweg zur Glastabrik 'Marienhütte' war. Etwa im mittleren Abschnitt der Hermann-Lamprecht-Straße befindet sich, vom Ortskern her gesehen auf der linken Seite, die Schlachterei Tschackert. Der Betrieb wurde 1846 von einem Schlachter Holzkamp gegründet, der allerdings später das Geschäft an Diedrich Tiet jen verkaufte. 1938 wurde der Betrieb von Schlachterrneister Franz Tschackert übernommen. Schon 1925 war ein Kühlhaus gebaut worden, so daß von da an täglich Fleisch verkauft werden konnte. Die aufs modernste eingerichtete Schlachterei ist weiterhin im Familienbesitz und wird heute betrieben von Schlachtermeister Hermann Tschackert.

34. Ursprünglich in der Hermann-Lamprecht-Straße angesiedelt war auch das Papier- und Tabakwarengeschäft von Hermann Böttjer. Später konnte an der Hindenburgstraße gegenüber der Post eine kleine, aber viel besuchte Filiale eingerichtet werden. Schon vor einigen Jahren hatte Hermann Böttjer die Geschäftsführung an seine Tochter Brigitte und deren Ehemann Johannes Niedenführ übergeben. Das Ehepaar Niedenführ verlagerte vor einiger Zeit die Filiale in größere Geschäftsräume in der Wulff-Passage im Ortskern. Schon vorher harten sie das ursprüngliche Angebot um ein gutgehendes Reisebüro erweitert.

35. Nach Flucht und Vertreibung aus ihren östlichen Heimatländern hatten nach dem Zweiten Weltkrieg viele Flüchtlinge in Gnarrenburg ein neues Zuhause gefunden. Lange Jahre konnten sie aufgrund des Wohnraummangels nur notdürftig untergebracht werden. Im Zuge des nach der Währungsreform am 20. Juni 1948 einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwungs konnte die Gemeinde Gnarrenburg Anfang der sechziger Jahre eine große Fläche am Nordrand der Kerngemeinde als Bauland ausweisen. Hier entstand dann Anfang bis Mitte der sechziger Jahre eine ansehnliche Einfamilienhaus-Siedlung, Weniger ansehnlich war damals aber ihre 'Hauptverkehrsader' , die zum Nachbarort Brillit führende WaIdstraße. Der hier abgebildete Ford Taunus dürfte beim Befahren der Waldstraße auf eine harte Probe gestellt worden sein.

36. Schon am 12. Juni 1938 hatte Gnarrenburg eine in weitem Umkreis einmalige Sport- und Freizeitattraktion bekommen: der Oste-Hamme-Kanal war im Ortsteil Barkhausen, auf Höhe des Anwesens Tschackert, zu einem gerne besuchten Freibad ausgebaut worden. Im Verlaufe der Kriegs- und Nachkriegsjahre verfiel die Anlage jedoch mehr und mehr. Mit Beginn des Wirtschaftsaufschwungs Ende der fünfziger Jahre wurde dann wieder der Wunsch nach einem Freibad wach. Doch stellte es sich bald heraus, daß eine Renovierung des alten Bades aus verschiedenen Gründen nicht möglich war. So entschloß sich die Gemeinde zu einem Neubau, der im Juni 1964 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Dieses neue 'Waldbad', damals für einen Kostenaufwand von rund einer halben Million Mark erstellt, gilt auch heute noch als eine der schönsten Anlagen ihrer Art im Kreis.

37. Schon zu Beginn seiner Arbeiten zur Kolonisierung des Gnarrenburger Moores hatte der damalige königlichhannoversche Moorkommissar Jürgen-Christian Findorff den Bau einer Kirche in Gnarrenburg vorgesehen. Nachdem 1784 der Grundstein dazu auf dem höchsten Punkt des hiesigen Geestrückens gelegt worden war, konnte bereits zwei Jahre später der Rohbau fertiggestellt werden. Zeitgleich wurden auch das erste Pfarrhaus sowie Küsterhaus mit Schulstube errichtet. Am 28. September 1790 fand dann die feierliche Einweihung der Gnarrenburger Pauluskirche statt, die, zunächst noch ohne Turm, 6 228 Taler gekostet hatte. Der Spruch 'Gloria in desertis Deo' ('Ehre sei Gott in der Einöde'), eingemeißelt über der Haupttür, spiegelt die Mühseligkeit und Abgeschiedenheit des Lebens der Mooranbauer wider.

38. Als der erste Gnarrenburger Pastor, Johann Hinrich Kuhlemann, 1790 sein Amt antrat, war die Kirche gerade eben fertiggestellt worden. Doch für einen Baupreis von 6 228 Talern konnte man sie zunächst nur mit dem Notdürftigsten ausstatten. Allerdings faßte sie damals bereits 1 200 Sitzplätze, denn ihr Planer Jürgen Christian Findorff hatte sie für 400 Familien berechnet. 55 Familien aus den Nachbarorten weigerten sich [edoch, nach Gnarrenburg eingepfarrt zu werden. Daher war die Kirche zunächst zu groß. Die Einrichtung dagegen war umso karger: die Bänke waren noch roh, und der Fußboden bestand aus Sand. Wie das Foto aus den frühen sechziger Jahren zeigt, ist das Kircheninnere im Laufe der Jahrzehnte sehr verschönert worden, und zeigt bereits weitgehend das heutige Aussehen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek