Gnarrenburg in alten Ansichten

Gnarrenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Peter Werner
Gemeente
:   Gnarrenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5689-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gnarrenburg in alten Ansichten'

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39. Am Totensonntag des Jahres 1924 fand in Gnarrenburg unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft die Einweihung des Mahnmals zum Gedenken der Toten des Ersten Weltkrieges statt. 36 Männer aus der Gemeinde waren in diesem Krieg gefallen oder als vermißt gemeldet. Das Mahnmal wurde nach den Entwürfen eines Professors Siebern aus Hannover von dem Steinmetzmeister Krützfeld aus Bremervörde errichtet. Da die Gemeinde infolge der damaligen Wirtschaftskrise nicht in der Lage war, das Werk zu finanzieren, hatte der 55 Jahre vorher nach Amerika ausgewanderte Gnarrenburger Diedrich Garms die Kosten übernommen. So lautet dann auch die Hauptinschrift: 'Treue Heimatliebe schuf dieses Denkmal den im Weltkriege 1914 bis 1918 gefallenen Söhnen zum Gedächtnis.'

40. Dieses Foto zeigt Hermann Lamprecht. den ersten Alleininhaber der Gnarrenburger Glasfabrik 'Marienhütte'. Er war und ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Gemeinde. Der aus Pommern stammende Lamprecht wurde 1875 Direktor und sechs Jahre später, 1881, Eigentümer der Hütte. Um diese Zeit begarm ein wirtschaftlicher Aufschwung der Hohlglasfabrikation durch den Export nach England. Norwegen und Japan. Mit der Erfindung des sogenarmten Tropfenzählers auf Medizinflaschen konnte Hermann Lamprecht den Erfolg seiner Fabrik sogar noch steigern. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung, 1890/91, waren 233 Arbeitnehmer in der 'Marienhütte' beschäftigt. Zu Recht gilt Hermann Lamprecht auch heute noch als der 'Wohltäter Gnarrenburgs', dessen großzügiger finanzieller Unterstützung die Gemeinde. aber auch verschiedene Vereinigungen am Ort, viel zu verdanken haben, Er starb am 1. November 1909.

41. Eng mit dem Namen Hermann Lamprecht verbunden ist die Gnarrenburger Glasfabrik 'Marienhütte'. Doch der Gedanke, im Zuge der Moorkolonisierung den Mooranbauern durch die Errichtung einer Glasfabrik einen sicheren Absatzmarkt für ihren Torf zu erschließen, war bereits um 1828 geboren worden. Am 16. Januar 1847 wurde dann zum ersten Mal das Feuer in einem Schmelzofen der nach der Kronprinzessin Maria, der Gemahlin des letzten Königs von Hannover, Georg V., benarmten 'Marienhütte' entzündet. In der Fabrik wurde von rund zwanzig Beschäftigten zunächst Tafelglas hergestellt. 1859 erhielten die Produkte der 'Marienhütte' auf einer Gewerbeausstellung in Hannover erste Auszeichnungen.

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42. Diese Aufnahme, entstanden um 1903, zeigt den Verladehafen der Glasfabrik 'Marienhütte'. In den ersten Jahrzehnten war der Transport der fertigen Glasprodukte schwierig. Die Straßen waren unbefestigt und daher nicht selten für Fuhrwerke unpassierbar. So blieben zunächst die Moorkanäle als einzige Verkehrsverbindungen. Vorn Hauptwasserweg, dem Oste-Hamme-Kanal, führte ein damals gut ausgebauter Stichkanal zur 'Marienhütte', Auf ihm wurde das Brennmaterial Torf ebenso herangeschafft, wie die fertig verpackten Kisten mit Glaswaren auf Kähne verladen und nach Bremervörde gebracht wurden. Im dortigen Ostehafen wurden sie dann auf dem firmeneigenen Dampfer 'Bremervörde ' verstaut, um sie über Hamburg in alle Welt zu exportieren. Mit dem Bau der Eisenbahnverbindung Bremervörde-Gnarrenburg-Osterholz halte dann 1911 dieses mühselige Transportverfahren sein Ende.

43. Diese Aufnahme aus der Vogelperspektive, entstanden in den fünfziger Jahren, zeigt den zweiten in Gnarrenburg ansässigen Industriebetrieb, die Torfwerke Günther Meiners. Die ersten Anfänge einer hiesigen Torfindustrie gehen auf die Bemühungen des Glasfabrikanten Hermann Lamprecht zurück, der 1880 eine Torfpresse errichten ließ. Aus diesen Anfängen entwickelte sich die industrielle Torfnutzung weiter, und 1911 wurde die 'Gnarrenburger Torfwerke GmbH' gegründet. Acht Jahre später wurde der Betrieb von den 'Bremer Torfwerken' gekauft und in eine Aktiengesellschaft urngcwandelt. 1950 wurde Friedrich Meiners mit der Geschäftsführung beauftragt. Das Werk ist auf die Produktion hochwertigen Düngetorfs spezialisiert.

44. Trotz des Einsatzes von Maschinen ist auch der industrielle Torfabbau eine körperlich schwere Arbeit geblieben. Das zeigt dieses Foto aus den fünfziger Jahren. Von der zur Abtorfungvorgesehenen Fläche mußten zunächst Bäume und Sträucher entfernt werden, um einen reibungslosen Maschineneinsatz zu ermöglichen. Auf dem Foto werden gerade Wurzelstrünke mit Muskelkraft auf einen Haufen gezogen. In den ersten Jahrzehnten der Moorkolonisierung war der Torfstich von Hand eine der Hauptbeschäftigungen der Anbauer und oft zugleich ihre einzige Verdienstrnöglichkeit. Nach der sommerlichen Trocknung wurden damals die Torfsoden auf Kähne verladen, nach Bremen oder Brernervörde transportiert und dort als Brenntorf verkauft.

45. Scheinbar endlos dehnen sich in den Sommermonaten die exakt gestapelten Reihen der heutzutage von Spezialmaschinen ausgestochenen, etwas mehr als backsteingroßen Torfsoden. Allerdings spielt die Verwendung als Brennmaterial inzwischen so gut wie keine Rolle mehr. Die ausreichend trockenen Soden wurden und werden auch jetzt noch aufFeldbahnloren verladen, wie sie auf diesem Foto aus den fünfziger Jahren zu sehen sind. Eine winzige Diesellok zieht dann die ganze Ladung zum eigentlichen Verarbeitungswerk nach Gnarrenburg. Hier wird das Material schließlich für die verschiedensten landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Zwecke aufbereitet.

46. Was auf diesem Foto so aussieht wie die Rekonstruktion einer ägyptischen Pyramide, zeigt die Anlage einer Torfmiete als Wintervorrat. Seit je war der Torfstich, auch der industrielle, eine Saisonarbeit, die sich auf die Frühjahrs- bis Frühherbstmonate beschränken mußte. Um jedoch die internationale Nachfrage nach Düngetorf auch in den übrigen Zeiten des Jahres befriedigen zu können, wurde und wird ein Teil der gestochenen Torfsoden zu riesigen Mieten aufgeschichtet. Bis zu 120 000 m3 Torf werden dabei auf engem Raum gestapelt, wobei das fachmännische Aufbauen einer derartigen Torf-'Pyramide' zugleich Kunst und körperliche Schwerarbeit ist.

47. Diese liebevoll gezeichnete und kolorierte Ansichtskarte wurde im Juli 1900 aus Carolinensiel abgeschickt. Sie zeigt die beiden in Gnarrenburg und im Nachbarort Karlshöfen ansässigen Glasfabriken 'Marienhütte' und 'Carlshütte', die sich zeitweise nicht eben wenig Konkurrenz machten. Während die 'Marienhütte' im Oktober 1977 ihre Tore für immer schließen rnußte , ging aus der 'Carlshütte' die heutige Lampenhersteller-Firma 'Brilliant Leuchten AG' hervor, der zur Zeit größte Arbeitgeber in der Einheitsgemeinde Gnarrenburg. In der oberen Bildmitte sieht man das frühere 'Hotel Gruben', heute - nach Brand und Wiederaufbau - als 'Up'n Swutsch' eines der beliebtesten Gnarrenburger Lokale. Der frühere Besitzer Friedrich Gruben hatte ab 1921 neben seinen Pflichten als Gastwirt auch noch das Amt des Standesbeamten und des Schiedsmannes inne.

48. Eine Hauptschwierigkeit bei der Erschließung der hiesigen Moorgebiete war die außerordentlich schlechte Verkehrsverbindung. Die wenigen Straßen waren unbefestigt und bei Regenperioden für Fuhrwerke unpassierbar. Auch die zahlreichen Moorgräben und -kanäle konnten nur bedingt als Transportwege per Kahn benutzt werden, da sie im Winter häufig zufroren. Eine entschiedene Verbesserung dieser Situation brachte der Bau der Kleinbahnstrecke von Bremervörde über Gnarrenburg nach Osterholz, mit dem im Herbst 1907 begonnen wurde. Am 23. Juni 1909 war dann die erste Teilstrecke von Bremervörde nach Gnarrenburg fertiggestellt. Bei der Finanzierung dieses Unternehmens war der Gnarrenburger Glasfabrikant Hermann Lamprecht maßgeblich rnitbeteiligt. So überließ er der Gemeinde zum Bau des hier dargestellten Bahnhofs ein zinsloses Darlehen in Höhe von 50 000 Mark, das er außerdem testamentarisch in eine Schenkung umwandelte.

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