Güntersleben in alten Ansichten

Güntersleben in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Josef Ziegler
Gemeente
:   Güntersleben
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5617-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Güntersleben in alten Ansichten'

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Pfarrkirche: Inneres

11. Spätestens im Laufe des 19. Jahrhunderts waren zur früher einzigen Gemeindeschenke weitere private Gasthäuser hinzugekommen. Sie alle hatten eine wichtige Funktion als Treffpunkt für die Dorfbevölkerung - außerhalb der seltenen Tanzvergnügungen allerdings nur für die Männer.

In der Aufnahme vom Frühjahr 1903 ist das frühere Gasthaus 'Zur Krone' in der heutigen Rimparer Straße zu sehen. Christian Warmuth, der aus Oberleinach kam, hatte das Gebäude im Jahre 1892 erworben. Er ließ in den folgenden Jahren ein Schlachthaus dazubauen und betrieb in dem stattlichen Bau mit dem beliebten Wirtschaftsgarten nunmehr ein Gasthaus mit Metzgerei.

Bis 1954 blieb die Gaststätte im Besitz der Familie und wurde dann unter neuer Führung noch bis 1961 weitergeführt. Nach einem Umbau wird heute nur noch die Metzgerei mit einem Ladengeschäft betrieben. Auf dem Bild mit Familienangehörigen des Besitzers, Bediensteten und Gästen ist eine Szene festgehalten, wie gerade zwei jüdische Händler mit ihrer Kutsche am Wirtshaus Station machen. Es sind der Viehhändler Hirsch Schwab und sein Bruder, der Stoffhändler Simon Schwab, die wie andere jüdische Händler regelmäßig ins Dorf kamen, um ihre Geschäfte abzuwickeln.

12. Bis kurz vor der Jahrhundertwende erfolgte die postalische Versorgung Günterslebens von den Nachbargemeinden aus. Die zuständige Postexpedition war zunächst in Retzbach, seit 1861 dann in Rimpar, ab 1870 in Thüngersheim und von 1878 anschließlich in Veitshöchheim.

Nachdem bereits 1863 der erste Briefkasten in Güntersleben aufgestellt worden war, bekam das Dorf 1899 endlich auch eine eigene Poststelle. Ein Jahr darauf wurde diese noch um eine Telegrafenanstalt mit Telefon erweitert.

Die Postagentur wurde dem damaligen Bürgermeister Kaspar Keupp übertragen. Er übernahm auch den Zustelldienst. Die Postdienststelle wurde in seinem Wohnhaus in der Ortsmitte eingerichtet. Heute befindet sich dort ein Kraftfahrzeugbetrieb mit Tankstelle.

Im Jahre 1905 übergab Bürgermeister Keupp die Postagentur an seinen Sohn, den Landwirt und Kaufmann Franz Keupp. Das Bild zeigt ihn mit Angehörigen vor dem vom Vater übernommenen Anwesen. Bis zu seinem 71. Lebensjahr im Jahr 1946 war Franz Keupp der Posthalter. Dann folgte ihm seine Tochter Elfriede nach, bevor 1951 Nikolaus Keupp als letzter Günterslebener Posthalter die Poststelle übernahm und bis 1973 in seinem Anwesen in der Thüngersheimer Straße führte.

13. Mit der Postagentur wurde im Jahre 1900 auch ein Poststall im Anwesen von Kaspar Keupp eingerichtet. Zweimal täglich verkehrte die Karriolpost fortan zwischen Güntersleben und Veitshöchheim. Es war die erste regelmäßige Verkehrsverbindung aus dem Dorf zu einer Nachbargemeinde und damit auch zur nächstgelegenen Bahnstation. Mit Unterbrechungen bestand die Karriolpostverbindung bis 1929. Dann wurde die Postbeförderung dem Kraftomnibusunternehmen von Maternus Werner übertragen.

Das Bild zeigt den Postillon Michael Sebold im Jahre 1915 vor dem 'Gebrennten Hölzle' auf dem Rückweg von Veitshöchheirn nach Güntersleben. Es ist die Stelle, wo sich heute der Waldfriedhof von Veitshöchheim befindet.

14. In die Stadt nach Würzburg zu gehen, bedeutete früher für die meisten, einen gut zweistündigen Fußmarsch auf sich zu nehmen. Mit dem 1. Februar 1927 war das anders. Zu diesem Zeitpunkt erlangte der spätere Bürgermeister Maternus Werner die erste Linienkonzession zur Personenbeförderung von Güntersleben nach Würzburg. Zusammen mit seinem Firmenteilhaber Ludwig Kuhn hatte er schon vorher einen Lieferwagen mit festem Dach und einer Seitenverkleidung aus Leinenstoff erworben und fuhr jetzt täglich nach Würzburg und zurück.

Auf dem Bild ist das Fahrzeug anläßlich einer Sonderfahrt mit Mitgliedern des Radsportvereins zu sehen. Am Steuer sitzt Ludwig Kuhn, vor dem Führerhaus hat sich Maternus Werner aufgestellt.

Nach dem erfolgreichen Beginn kauften die beiden Unternehmer noch im Dezember des Jahres 1926 einen geschlossenen Omnibus, der für die Fahrgäste schon etwas mehr Komfort bot.

Seit 1939 führte Ludwig Kuhn den Ornnibusbetrieb alleine weiter. Nach dem Krieg eröffnete Georg Knorz ein zweites privates Unternehmen, das seit 1946 ebenfalls die Strecke Güntersleben-Würzburg bediente. Im Jahre 1967 übernahm dann die Würzburger Straßenbahn die Linie nach Würzburg zunächst teilweise, später in vollem Umfang.

15. Die Auswanderungsbewegung, die im letzten Jahrhundert in Deutschland einsetzte, machte sich auch in Güntersleben bemerkbar. So dürften zwischen 1890 und 1925 etwa dreißig Ortsbewohner nach Amerika ausgewandert sein. In erster Linie war es wohl die Erwartung besserer wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse, die als Motiv dahinter stand.

Auf dem Bild nimmt Katharina Kuhn von einer Landauer Kutsche Abschied von ihren Angehörigen. Sie verließ Güntersleben am 22. Mai 1922, um in Amerika den ebenfalls von hier stammenden Remigius Herbst zu heiraten, der bereits 1905 ausgewandert war.

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