Güntersleben in alten Ansichten

Güntersleben in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Josef Ziegler
Gemeente
:   Güntersleben
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5617-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Güntersleben in alten Ansichten'

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26. Seit etwa 1920 verzichteten die nachkommenen jüngeren Frauen zunehmend auf die örtliche Tracht und orientierten sich in ihrer Kleidung an der Mode, die sie bei der städtischen Bevölkerung beobachten konnten.

Das Bild zeigt die Eheleute Kaspar und Katharina Ziegler bei ihrer Heirat im Jahre 1921. Sie waren eines der letzten Brautpaare , bei denen die Braut in der schmucken Festtagstracht vor den Traualtar trat.

In den folgenden Jahrzehnten waren es mehr und mehr nur noch die älteren Frauen, die sich weiterhin in der dörflichen Tracht kleideten. Im Januar 1991 starb mit Barbara Kuhn die letzte Frau, die bis dahin noch Tracht getragen harte.

27. Wie bei der Kleidung mit der Tracht und bei der Sprache mit dem Dialekt entwickelte das Dorf auch im Brauchtum sein Eigenleben und formte damit sein eigenes Gesicht. Örtliches Brauchtum gab den Menschen im Dorf Orientierung und förderte das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Auf dem Bild wird ein Hochzeitszug, der gerade von der Kirche kommt, von Jugendlichen 'gehemmt'. Eine Barrikade wurde über die Straße gebaut - meist genügte auch ein starkes Seil - und versperrte dem Brautpaar und den Hochzeitsgästen den weiteren Weg. Das Hindernis wurde erst beseitigt, wenn der Bräutigam eine Handvoll Kleingeld ausgeworfen hatte, von dem jeder möglichst viel zu erhaschen suchte. Das Hemmen wurde auf dem Weg des Zuges meist mehrfach wiederholt. Seitdem die Brautleute mit dem Auto zur Trauung fahren, ist es mit dem Hemmen vorbei. Allenfalls an der Kirchentreppe können Kinder darauf hoffen, daß der Bräutigam einige Münzen für sie bereithält und auswirft.

28. Die Jahre vor und nach der Jahrhundertwende waren auch in Güntersleben die Zeit der Vereinsgründungen. Um 1920 gab es hier mehr als ein Dutzend Vereine mit jeweils unterschiedlicher Zielsetzung. Sie alle bestehen jedoch nicht mehr oder sind in Nachfolgeorganisationen aufgegangen.

Die früheste Vereinsgründung war wohl der 1874 ins Leben gerufene Kampfgenossenverein. Er entstand in der Folge des Krieges von 1870/71, an dem 29 junge Männer aus Güntersleben als Soldaten teilnahmen und alle wieder unversehrt heimkehrten.

1903 ließ der Verein an der Kirche ein Denkmal für die Teilnehmer dieses Krieges aufstellen. Von ihm ist heute nur noch die Schrifttafel erhalten, die in die hintere Begrenzungsmauer des Kirchplatzes zur Friedhofsstraße eingemauert ist.

1922 stellte der Verein eine größere Spende zur Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Ersten Weltkrieges zur Verfügung. Vor diesem gerade errichteten Denkmal am Aufgang zur Kirche stellten sich 1924 die Ehrenjungfrauen zum 50. Stiftungsfest dem Fotografen.

Heute ist das Denkmal weiter nach oben unmittelbar an die Fassade des Alten Rathauses versetzt.

29. Die Turnerbewegung hatte um 1900 auch in Güntersleben Fuß gefaßt. Nach vorangehenden erfolglosen Versuchen und unter durchaus kritischer Beobachtung von mancher Seite wurde 1905 die Turngemeinde gegründet.

Der neugegründete Verein hatte keinen einfachen Start. Erst 1913 gelang es, von der Gemeinde einen Platz am damals noch bestehenden See in der Gramschatzer Straße zu erhalten, der zu einem Turngarten hergerichtet wurde.

Das Bild aus dem Jahr 1923 zeigt die Turnriege am selbstgebauten Reek im Turngarten. Auf der Reekstange sitzen, von links: Michael Stark, Kar! Warmuth und Valentin Krämer. Unter der Reckstange steht Georg Schäfer. Vor ihm knien und sitzen, von links: Georg Breunig, Eustach Geißler, Willi Jäger, Eberhard Issing und Wilhelm Issing.

1935 wurde die Turngemeinde wie alle anderen Vereine auf Anordnung der Behörden aufgelöst. Nach dem Krieg formierte man sich im Zusammengehen mit dem 1928 ins Leben gerufenen Fußballverein neu und gründete 1947 gemeinsam den Turn- und Sportverein.

30. Im Jahre 1923 wurde der Radsportverein 'Concordia' gegründet. Der Verein, der sogleich beachtliches Interesse fand, beteiligte sich an Wanderfahrten und Radrennen.

Am 6. Juni 1926 war der Verein soweit gediehen, daß er sein erstes Radrennen ausrichten konnte. Bei dieser Gelegenheit entstand die vorliegende Aufnahme. Ganz rechts im Bild ist der spätere Bürgermeister Maternus Werner zu sehen.

1935 mußte sich der Verein auf behördliche Anordnung auflösen. Der Vereinsgedanke lebte jedoch fort und führte dazu, daß die Concordia 1952 wieder ins Leben gerufen wurde.

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