Goch in alten Ansichten

Goch in alten Ansichten

Auteur
:   Hans-Joachim Koepp
Gemeente
:   Goch
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6469-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Goch in alten Ansichten'

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9 Breit und gemächlich gleitet die Niers an Goch vorbei. Diese Ansicht aus der [ahrhundertwende zeigt die Nierspartie vor dem Steintor. Anfang des 19. Iahrhunderts verkaufte die Stadt das vor dem Steintor stehende Torwärter- und Torschreiberhaus. Aus den beiden Häusern entstanden die ersten Wohn- und Geschäftshäuser der Vorstadt. Hinter den zwei Bogen der Brücke der Bahnhofstraße stand das Wohnhaus des Schuhfabrikanten Van Ooyen, wo sich heute die Volksbank befindet. In dem Wohnhaus auf der linken Seite hat jetzt die Deutsche Bank ihren Sitz. Dahinter erheben sich die spitzen Türmchen des Steintores über den Bäumen. Aus dem vorderen Niersbereich, wo früher die pferde zur

Tränke geführt wurden, entstand nach der Niersbegradigung der Schwanenteich. Arbeitslose Fürsorgeempfänger gestalteten die wasserhaltige Anlage in sogenannten Notstandsarbeiten um und

schütteten einen Uferdamm auf, um die Niers von der Teichanlage abzugrenzen. Nur die kleine Insel, die hier auf dem Foto zu sehen ist, blieb erhalten und steht heute im Schwanenteich.

Çoch

10 Mitten in der Stadt, wo sich Niers und Stadtgraben teilen, Trauerweiden und grünes Strauchwerk das Flußufer säumen, steht die jüngste und einzig erhaltene Wassermühle der Stadt. Sie dient als idylli sches Motiv Malern und Fotografen. Weil hier ein Wasserstau war und das Wasser durch das Wehr sauste, nannte der Volksmund die alte Holzbrücke Susbrücke (sausen) und daran angelehnt das Gebäude Susmühle. Die Kornmühle wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts als Backsteinbau errichtet. Zum Ende des letzten Jahrhunderts wurde die Wassermühle zusätzlich mit Dampfkraftantrieb ausgerüstet. Die hölzerne Brücke ersetzte man 1919 durch eine Steinbrücke. Nachdem die Niers vom Reichsarbeitsdienst 1932

begradigt wurde, verlief das Wasser des Niersbettes tiefer und erreichte nicht mehr das Wasserrad, das auf der Abbildung von hell verputztem Mauerwerk verdeckt wird. Der Wasserstau und damit auch das Wasserrauschen verschwanden durch die Niersbegradigung. Die Susmühle ist heute zu Wohneinheiten ausgebaut worden und steht unter Denkmalschutz.

1 1 Ein Blick von der Bahnhofstraße auf das Steintor im [ahre 1908. Das Steintor ist heute noch das Wahrzeichen der Stadt Goch. Im Mittelalter hatte derTorwärter abends das Tor des Steintors zu verriegeln. Das Tor ließ sich bei einem Angriff von der Pechnase im dritten Stockwerk verteidigen, indem den Angreifern heißes Pech auf die Köpfe gegossen wurde, dann hatte man eben Pech gehabt! Davor ist auf dem Foto eine schmale Niersbrücke zu erkennen. Später wurde der Wassergraben kanalisiert, so daß heute davon nichts mehr zu sehen ist. Im Mittelalter bot eine Zugbrücke zusätzliche Sicherheit. Rechts im Vordergrund ist das Restaurant Zum Bierstall zu sehen. In diesem weiträumigen Gasthaus mit

dem 800 Gäste fassenden Stadttorsaal fanden Bälle, Versammlungen und Feiern statt. Beliebt waren die Theaterveranstaltungen des Bühnenvolksbundes und die Feiern der Gocher Karnevalsgesell-

schaft. Die Gastronomie wurde von Franz Terörde und zuletzt Hermann André geführt. Vor der Zerstörung 1945 war hier auch das Kasino der Firma Jurgens & Prinzen.

12 Die ehemalige Kuhstraße führte durch das Steintor aus der Stadt heraus in Richtung Gocher Heide. Das Steintor, das nach einem datierten Balken 1352 erbaut sein könnte, war das erste Stadttor aus Stein und ist als einziges von ehemals vier Toren übrig geblieben. Die anderen Tore wurden zwischen 1818 und 1828 abgerissen, weil sie baufällig waren und für die weitere Stadtentwicklung ein Hindernis darstellten. Nur das Steintor erfüllte noch einen Zweck. Hier wohnte der Ortspolizist. Die Ausnüchterungszelle sowie das Gefängnis waren ebenfalls in der Torburg untergebracht. Die Stadt hatte damals kein Geld für ein neues Gefängnis. So blieb das Steintor erhalten. Von 1937 bis 1944 wurde das Tor von

der Hitler-Jugend genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die meisten abgebildeten Häuser zerstört waren, führte man die Straße links um das Steintor herum. Die kleine Torschänke links vor dem

Steintor wurde von Hans Beemelmans, später van Wilhelm Vinck, betrieben und fand damals reichen Zuspruch, weil hier das billigste Bier in der Stadt ausgeschenkt wurde.

13 Die recht kleine Steinstraße liegt zentral zwischen Marktplatz und Steintor und zog viele Geschäfte an. Das Foto aus dem [ahre 1921

zeigt rechts das Haus Brembt und das Uhrmachergeschäft Slickers. Hinter dem Peerensträßchen folgten die Einhorn-Apotheke und das Haus des Arztes Dr. Füchte, das bereits 1563 den Beinamen Magd von Maastricht hatte. Kaum zu erkennen ist die dahinterliegende Wirtschaft Zum Kirschbaum, wo für die damalige Jugend die einzige Möglichkeit bestand, sonntags ein Tänzchen zu machen, es sei denn, es war Adventsoder Fastenzeit! Der Fotograf schaute direkt über das Kopfsteinpflaster auf die Drogerie Sichler an der Ecke Herzogenstraße / Kuhstraße. Auf der

linken Seite der Steinstraße, wo ein Mädchen Dreirad fáhrt, sind die Auslagen des Porzellangeschäftes Derks zu sehen. Dahinter folgten die Drogerie Hünnekens und das Foto-Atelier Heselmann. Im

HausTristam befand sich Kaiser's Kaffee und in den beiden letzten Häusern war die Buchdruckerei und Buchhandlung Hegemann. Sämtliche Häuser fielen dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

14 Das Gebäude von 1598 war lange Zeit vom Juristen und Notar Dr. Heinrich Lax und zuletzt vom Notar Franz Schüller bewohnt worden, bevor es die Tochter Anna 1888 der katholischen Kirche zur Einrichtung einer Kleinkinder-Bewahranstalt stiftete. Das daraufhin genannte Anna-Stift leiteten die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung. 'Waisen und verwahrloste Mädchen' erhielten hier eine fromme Erziehung. Die Mädchen mußten ständig in der hauseigenen Kapelle, im Ess- und Schlafsaal beten. Das Foto aus der Zeit um 1920 zeigt den Innenhof des AnnaStiftes. Zu der Zeit waren etwa fünfzehn Mädchen im Waisenhaus untergebracht. Es gab einen großen Schlafsaal, wo eine Nonne in einer Seitenni-

sehe mitübernachtete. Die Mädchen trugen als Kennzeichen eine Kappenmütze. Nach Kriegszerstörung und provisorischer Wiederherstellung zog das Anna-Stift 1960 zusammen mit dem Knaben-

Waisenhaus, das 1865 von Josefine Fonck gestiftet wurde, in das ehemalige Hotel Janssen-Rademaker zur Klever Straße. Seit 1964 wird die Erziehung durch weltliches Personal geleistet.

1 5 Auf dieser Postkarte aus der Jahrhundertwende ist ein kleines Stück der Steinstraße in Blickrichtung Markt zu sehen. Ganz vorne rechts ragt ein Teil der Schaufensteranlage derVölckerschen Buchhandlung ins Bild. Der Verlag Völcker druckte 1848 die erste Zeitung im Kreis Kleve. Später hieß die Tageszeitung Niederrheinisches Volksblatt, Gocher Zeitung, die bis zur Bombennacht am 7. Februar 1945, als auch die Druckerei zerstört wurde, erschien. Dann folgt das Haus des Arztes Dr. Mosterts. Der Sohn Carl, der in diesem Haus am 28. Oktober 1874 das Licht der Welt erblickte, wurde später 1. Generalpräses des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands. Carl Mosterts, ein Priester und

Organisator der Jugend, starb überraschend am 25. August 1926 in der Schweiz. Die Stadt Goch hat nach ihm eine Straße und 1929 das katholische Jugendheim am Markt benannt. Sein Geburtshaus

wurde später von dem Schreiner Flaswinkel bewohnt. Anschließend folgen das Haus Zu den fünf Ringen, das Van den Bosch-Haus und die Gebäude der evangelischen Gemeinde am Markt.

Verlag Völcker'sche Buchhandlung, Goch

16 Das Haus Zu den Fünf Ringen, das zwischen dem Van den Bosch-Haus und Mosterts-Haus an der Steinstraße liegt, gehört zweifellos zu den bekanntesten und interessantesten historischen Bauten des Niederrheins. Der prächtige spätgotische Backsteinbau wurde um 1500 erbaut. Das Patrizierhaus hat einen zinnenbesetzten Treppengiebel mit begleitenden achtseitigen Eckwarten. 1828 befand sich in den Kellerräumen eine Weingroßhandlung. Um 1850 übernahmen die Gebrüder Peter und Anton Otten das Haus und brauten in dem Hinterhof Bier. Das Haus hieß fortan Otten'sche Brauerei zu den fünfRingen. Später ging das Haus an Tei

den Brauer (Theodor [anssen). Die Nachkommen sind heute noch im Besitz des Hauses. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Haus durch den Kirchenarchitekten Renard aus Köln restauriert. Der Zweite Weltkrieg beschädigte 1945 das Gebäude erheblich. Nur die Außenfassade blieb einigermaßen erhalten. Drei [ahre nach Kriegsende wurde das denk-

1 7 Der ehemals von Linden umgebene Marktplatz ist das Herzstück der Stadt. Früher stand hier die Gerichtslinde, unter der das einfache Gericht abgehalten und, in Sichtweite des Prangers am Kirchhof, Recht gesprochen wurde. Der Marktplatz liegt nicht nur mitten in der Stadt, wo sieben Straßen einmünden, hier pulsiert auch heute noch das Leben. Zumindest trifft sich hier Jan und alle Mann, wenn Markttag oder Flachsmarkt ist. Von großer Bedeutung war früher auch der Schweinemarkt, der dienstags neben dem Gemüsemarkt vor der evangelischen Kirche stattfand. Die Bauern brachten ihre jungen Ferkel hierher, die nach lautstarkem Handeln per

Handschlag den Besitzer wechselten. Auf der Abbildung von 1892 sind in der Mitte des Platzes der Fünf1ampen-Gaskandelaber und dahinter eine Gebäudezeile zu

Gäßchen zur Brückenstraße erweitert und das Eckhaus am Markt mußte der neuen Straße weichen.

sehen. Links davon erkennt man das schmale 1 SO m lange Garnsträßchen, wo sich am Ende, dem sogenannten Hörsken, die Angler an der Niers trafen. 1897 wurde das

18 An der Nord-Ostseite des Marktes steht die evangelische Kirche, die bereits 1 358 als Gasthaus Zum heiligen Geist erwähnt wird. 1697 tauschte die reformierte Gemeinde mit der Stadt das Buycker-Haus am Markt gegen dieses Gebäude und baute es zur Kirche aus. Dem schlichten Backsteinbau wurde 1889 eine barocke Stuckfassade vorgesetzt, wie es auf der Abbildung aus der Zeit um 1930 zu sehen ist. Im Zuge der Umgestaltung des Marktplatzes wurde der Giebel der Kirche mit 12 000 handgestrichenen Ziegelsteinen im großem Klosterformat wieder auf den Ursprungszustand zurückversetzt. Links davon

ist das pfarrhaus und auf der

rechten Seite das evangelische Waisenhaus zu sehen. Die Kirchengemeinde entwickelte sich 1570 aus einer heimlichen Glaubensgemeinschaft von reformierten Flüchtlingen, die der brutalen Katholisierungswelle der Spanier unter Herzog Alba in den Niederlanden und aus dem heutigen Belgien entkommen waren. Als das Gocher Gebiet dem reformierten Kurfürsten

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