Goch in alten Ansichten

Goch in alten Ansichten

Auteur
:   Hans-Joachim Koepp
Gemeente
:   Goch
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6469-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Goch in alten Ansichten'

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19 Über die große Freitreppe, die von steinernen Löwen mit dem Gocher und preußischen Wappen flankiert war, gelangte man in das Rathaus an der Ecke Voßstraße / Frauenstraße. In der Frauenstraße befanden sich zwei weitere Hauseingänge für die Stadtsparkasse und Stadtkasse. Der klassizistische Bau aus demjahre 1846 wurde 1945 zerstört. An dieser Stelle stand bereits von 1699 bis 1 845 der erste Rathausbau. An der gegenüberliegenden Seite befand sich etwas vorgezogen direkt am Marktplatz das Restaurant Zur goldenen Sonne von Heinrich Hoolmans. Renommierte Vereine wie der Gocher Schützenverein 1862 und der Männer-

Gesang-Verein 1896 hatten hier ihr Stammlokal. Bekannter war dieses Haus aber durch die Fruchtbörse geworden, die in einem Saal jeden Dienstag abgehalten wurde. Dann kamen bis zu zweihun-

dert Landwirte und Fruchthändler vom unteren Niederrhein zum Handeln angereist. Die Börse war für den hervorragenden Kleesamen, den man in dem Haus kaufen konnte, berühmt. Kamen zu

viele Händler, wurden die Geschäfte auf den Bürgersteig und Marktplatz verlegt.

Gom Frauenstraße und Rathaus

20 Genau an der gegenüberliegenden Seite des Marktes an der Steinstraße steht ein weiterer klassizistischer Bau. Kaufmann van den Bosch baute hier drei kleinere Häuser 1 77 2 bis 1 77 5 zu einem Gebäude aus. Nachdem die Ära der Kaufmannsfamilie erloschen war, lebten nur noch zwei unverheiratet gebliebene Töchter unter dem Dach des Hauses, während im Erdgeschoß die Städtische Sparkasse und in den darüberliegenden Geschossen 1937 das Heimatmuseum in großzügigen Räumen untergebracht waren. Nach Zerstörung und Wiederaufbau des Gebäudes zog die Stadtverwaltung in den repräsentativen Bau. Die Häuserzeile rechts auf der Abbildung stellt die Ost -Südseite des Marktplatzes dar. Den Abschluß zur

Voßstraße bildete die Gaststätte Zu den drei Kronen, die damals von Otto Kümmel betrieben wurde. Zu dieser Gaststätte, die früher auch Postkutschenstation war, gehörten im HinterhofStal-

lungen, worin die Bauern der Umgebung, wenn sie in Goch zur Kirche gingen, die pferde aus den Chaisen spannen und unterstellen konnten. Der Krieg zerstörte alle diese Gebäude.

21 Die Grußkarte aus der Zeit um 1900 zeigt die Frauenstraße vom ehemaligen Frauentor in Blickrichtung Markt. Am Ende der Straße ist das Van den Bosch-Haus am Marktplatz zu sehen. Die Frauenstraße hieß früher Liebfrauenstraße, weil in einer Nische an der Außenseite des sich hier bis 1828 befindlichen Frauentores ein Muttergottesbild aufgestellt war. An der linken Seite hinter dem ersten Gebäude führt die Straße Hinter der Mauer zu einem historischen Teilstück der von etwa 1 350 stammenden Stadtmauer. In dem Eckhaus hinter der Straße befand sich von 1887 bis etwa 192 0 die Gewerbebank. Ziemlich weit vorne, fast am Anfang der Straße, befindet sich links das Geburtshaus eines berühmten Sohnes unserer

Stadt, Pater Arnold Ianssen (5. November 1837 - 15.Januar 1909). Als Begründer der Steyler Missionsgesellschaft wurde Arnold Janssen 1975, hundertjahre nach der Gründung, in Rom selig gespro-

chen. Rechts im Vordergrund stehen Meister und Geselle der Bäckerei Poell vor dem Geschäft.

Gruss aus Godl

Frauenstrasse

22 Die Ansicht der SüdWestseite des Marktplatzes bis in die MühlenstraBe um 1900 zeigt vorne links die 1825 gegründete Gaststätte Hoolmanns, die zum Hotel und Restaurant erweitert wurde. Daran folgt die Löwenapotheke Besselmann, das Haus Nagelschmitz, wo später der Dentist Claus arbeitete, die pferdeschlächterei JanBen, später Ripkens, die Metzgerei van Acken und zuletzt das Erkerhaus Bongaerts. Dieses Haus war ein spätgotisches Gebäude mit einem wundervollen Renaissanceerker, dessen Schönheit 1941 nach Entfernung des Verputzes und Restaurierung erst richtig zur Geltung kam. Der Erker aus dem [ahre 1 552 war aus Back-, Sand- undTuffsteinen errichtet worden. Dann folgt

die MühlenstraBe, an deren Blickende der Giebel des Schlüpers-Hauses zu sehen ist. Kommerzienrat Schlüpers war einer der markantesten Persönlichkeiten und Ehrenbürger der Stadt. Er gründete

im Hinterhof die erste mechanische Weberfabrik. All das hat der Krieg zerstört! Rechts an der Ecke zum Markt ist die Bäckerei Lendemans zu sehen, wo auch heute noch gebacken wird.

23 Blick über die Dächer der Stadt auf die katholische pfarrkirche St.-Maria-Magdalena mit dem Hauptportal. Im Kirchenboden ist ein spätromanischer Vorgängerbau aus dem 12. [ahrhundert nachgewiesen worden. Der heutige dreischiffige Backsteinbau stammt aus der Zeit vom 14. bis 16. Jahrhundert. Religiöse Streitigkeiten um 1600 sorgten dafür, daß die Kirche gleichzeitig von den Protestanten mitbenutzt wurde. Weil die Stadt um 1599 'voll Ketzereien' war, zogen viele katholische Bürger nach Geldern. Der Streit um die Kanzel war damals vermutlich allsonntägliches Ereignis und endete erst 1621 zugunsten der Katholiken. Der mittelalterliche Wohlstand in der Stadt sorgte dafür, daß bis zu

1 7 Altäre in dieser Kirche gestanden haben, die erst durch den Bildersturm im [ahre 1625 durch die Soldaten des Gouverneurs van Nijmegen reduziert worden sind. 1945 erlitt das Kirchen-

schiff schwere Schäden. 14 von 22 Gewölbefeldern wurden durch die Sprengung eines pfeilers in der Kirche zerstört. Das Gotteshaus wurde bis 1959 in der alten Form wiederhergestellt.

6ruf; aus 6ocb.

Kath. Kirche.

24 Jahrhundertelang diente der Kirchhof der St.-MariaMagdalena - Kirche als Friedhof für die Toten der Stadt. Hier wurden zeitweise auch Reformierte und Lutheraner beerdigt. Die Bestattungsfläche war für die Zahl der Einwohner recht dürftig, so daß die Gebeine der Toten nach relativ kurzer Zeit in die Karner auf die Nordseite des Kirchhofes verlegt werden mußten. Im 17. [ahrhundert war der Kirchhof an den Zugängen durch Kirchenroster geschützt, damit die in der Stadt freilaufenden Kühe und Schweine das Gräberfeld nicht als Weide mißbrauchen konnten. Erst in der französischen Zeit wurde der Friedhof aus der Innenstadt verlegt. Die letzte Bestattung fand hier 1820 statt. Von dem alten Friedhof ist heute nur noch

das als Unterbau für das große Kruzifix dienende Grabdenkmal van Rütger van den Bosch erhalten. Als 1945 Goch evakuiert und die Kirche verschlossen war, hielten die wenigen verbliebenen

Gemeindemitglieder hier ihre Sturmandacht. An dem Eckhaus hinter dem Kreuz, Schreibwarengeschäft Hegemann, befand sich eine Madonna als Heiligenfigur.

r.rlle am Klrchpl.lz.

25 Blick vom 67 m hohen Kirchturm der St.-Maria-Magdalena-Kirche über die Wiesenstraße und Feldstraße in Richtung Industriegebiet im Norden der Stadt. Im Hintergrund ist der Gocher Berg zu erahnen. Das Foto zeigt die sich in der Zeit von 1880 bis 1930 entwickelte Industrie mit den damals für Goch besonders wichtigen Margarinewerken [urgens & Prinzen, die Ölwerke und die Gaswerke an der Klever Straße sowie die Bahnhofsgebäude. Die Margarinewerke, oder wie die Gocher zu sagen pflegten, Op de Botter, beschäftigten mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer der Stadt und hatten mehrere Gleisanschlüsse zur Eisenbahn. Die Gocher Ölmühle und Raffinerie der Gebr. van den Bosch wurde 1878

gegründet und brachte es auf eine Belegschaft von 310 Personen. Mittig im Foto sind die ersten Anlagen der Lederfabrik und Gerberei josef Moll zu erkennen, die überwiegend Kriegsprodukte her-

stellte und daher im Krieg mit bis zu 500 Beschäftigten florierte. Neben dieser Firma befand sich die Gocher Molkereigenossenschaft. Sämtli che Betriebe existieren nicht mehr.

26 Aus einer Luke des Kirchturms der St. Maria Magdalena entstand um 1890 das Foto vom Wilhelm-AntonHospital und der Mühlenstraße. Die Erben des 1843 verstorbenen Bürgermeisters und Kaufmanns Wilhelm Anton van den Bosch verschenkten 1849 das Gelände des früheren Tertiarinnenklosters mit sämtlichen Gebäuden zur Einrichtung eines katholischen Krankenhauses. Durch weitere Schenkungen konnten die Gebäude mit der Zeit für den Zweck eines Krankenhauses umgebaut werden. Dabei unterließ man es, die Klosterkirche, die mittig am unteren Bildrand zu sehen ist, wiederherzurichten. Westlich des Hauptf1ügels

des Krankenhauses an der Mühlenstraße lag vor dem Gesellenhaus die alte Mädchenschule, die auch vom Realprogymnasium bis 1909 mitbenutzt wurde. Dieses Grundstück schenkte die

Stadt dem Krankenhaus, wo nach Abbruch der Schule im [ahre 1910 das Marienhaus (die Isolierstation) errichtet wurde. 1968 wurden fast alle Gebäude des Komplexes zugunsten eines Kranken-

hausneubaus am Ortsrand abgebrochen und die Fläche zu einem Parkplatz umgestaltet.

27 Die Abbildung zeigt den alten Haupteingang des Wilhelm-Anton-Hospitals am Kirchplatz der St.-Maria-Magdalena-Kirche, wie er vor 1912 aussah. Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. [ahrhunderts die Bevölkerung der Stadt Goch erheblich zugenommen hatte, mußte auch das Krankenhaus vergrößert werden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der hier gezeigte Teil des WilhelmAnton-Hospitals neu erbaut. Nach dem schweren Brand 191 2 ist das Haus beim Wiederaufbau aufgestockt und der Eingang verbreitert worden. 1928 wurde das Dachgeschoß ausgebaut, um neue Krankenzimmer für die Wöchnerinnen zu schaffen.

An den Hauptbau lehnt sich rechts der älteste Teil des Krankenhauses, das ehemalige Gebäude des Klosters St.Johannis. Hier war bereits 1358 ein Beginenkonvent untergebracht. Der Flügel stammt laut Maueranker aus dem [ahre 1651. An der Gebäudeseite zum Pfarrgarten hin ist eine alte Sonnenuhr angebracht. Das Haus wurde an der Niersseite auf der alten Stadtbefestigung errichtet. In

28 Zum Wilhelm-AntonHospital an der Mühlenstraße gehörte auch eine Krankenhauskapelle. Sie lag hinter der langen Mauer an der Mühlenstraße zwischen Isolierhaus und Leichenhalle. Eine Spende der Brüder Franz und JosefLax im Iahre 1898 finanzierte den Bau der Kapelle, die am 21. Oktober 1899 eingeweiht wurde. Als 1912 bei einer schweren Brandkatastrophe in der Innenstadt ein Schadensfeuer von der Firma c.F. Beck auf das Wilhelm-Anton-Hospital übersprang, brannten Dachstuhl und Glockenstuhl aus und stürzten zusammen. Die wertvollen Glasfenster zersprangen. Nur die Umfassungsmauern blieben stehen. Gerettet wurden lediglich die wertvollsten Gegenstände

und der AItaraufsatz der Kapelle. Auch der Hauptf1ügel des Krankenhauses brannte nieder. 1914 waren Krankenhaus und Kapelle wieder aufgebaut. In der Krankenhauskapelle fanden auch See-

lenämter und der Schülergottesdienst des Gymnasiums statt. Auf dem Foto ist die Kapelle, vermutlich aus Anlaß einerTrauung, festlich ausgeschmückt.

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