Goch in alten Ansichten

Goch in alten Ansichten

Auteur
:   Hans-Joachim Koepp
Gemeente
:   Goch
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6469-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Goch in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

49 Als 191 0 die Schenkwirtschaft Neu-Slavanien mit SO Morgen Land van Karl Derksen an der Hülmer Straße gebaut wurde, gingen die Gocher gerne hierhin, um die beliebten Schinkenschnitt ehen zu essen. Als gedienter Ulan war Derksen Reitlehrer des Reitervereins AsperdenKessel und gab Unterricht auf Warmblütern. In landwirtschaftlichen Kreisen war der Hof auch als pferdedeckstation für Kaltblüter bekannt. Das Pferd Xamius von Karl Derksen wurde 1937 in Hamburg Deutscher SiegerZuchthengst. Neu-Slavanien ging aus dem Gut Slavanien van Wilhelm van Motzfeld hervor, das um 1700 durch Kultivierungsmaßnahmen von Heideland und Trockenlegung des Sumpfgebietes der Nuth auf einer Fläche von

300 Morgen entstanden ist. Durch Vererbung kam Slavani en in den Besitz von ]ulius van Haeften, Landrat van Kleve, der im Gocher Kastell wohnte. Nach Vergrößerung von Slavanien auf 406 hollän-

disehe Morgen wurden Hof und Kastell 18 S 7 zu einem landtagsfähigen Rittergut erhoben. Das Gut Slavanien ging an die Familie Derksen. Im Wege der Erbteilung entstand Neu-Slavanien.

Schenk.wirtschaft Neu-Slavanien b. Gom

fles. Karl Derksen ? fernrullZ0 . Affj.

Privat. Eleschälstation ~

....,

~.

SO 'Unser Fritz' wurde allgemein der Springturm in der Niers-Badeanstalt van [acob Kattelans an der Voßheider Straße 106 bezeichnet, da der aus starken Balken erbaute Turm mit Sprungbrettern von 1 mund 3 m Höhe 1909 vom Fabrikanten Fritz Sternefeld gestiftet wurde. Diese Niers-Badeanstalt war aber nicht die erste in Goch. Zuvor hat es bereits von 1890 bis 1908 eine öffentliche Badeanstalt am Mühlendamm gegeben, wo Damen und Herren getrennt voneinander zu bestimmten Zeiten in Einzelzellen oder im großen Schwimmbassin dem nassen Vergnügen nachgehen konnten. Zu den Zeiten, wo das von außen vollkommen abgeschottete und für Neugierige nicht einsehbare Freibad ausschließlich von den Damen

benutzt wurde, gab es auch ausdrücklich eine weibliche Aufsicht. Die Kattelans-Badeanstalt mußte infolge der Niersverschmutzung Anfang der dreißiger [ahre geschlossen werden. [acob Kattelans,

der vorher als Konditor eine Bäckerei an der Herzogenstraße gehabt hatte, führte neben dem Freibad auch das Restaurant Zur Gocher Badeanstalt, wo Gartenkonzerte stattfanden.

51 Ein Blick zur [ahrhundertwende vom Gocher Berg an der Kalkarer Straße auf die Niersniederung und die Silhouette von Goch. Der Gocher Berg, ein beliebtes Ausflugsziel, ist ein Relikt der Eiszeit. Bis hierhin kamen die Gletscher aus dem Norden und schufen eine etwa 30 Meter hohe Stauchmoräne. An seinem Fuß schlängelte sich die fischreiche Niers, bevor sie um 1930 vom Niersverband begradigt wurde, nach Goch. Die Fischrechte wurden von der Stadt 1896 auf zwei Strecken für jeweils zwölf]ahre verpachtet. Das Recht auf den Fischfang für die obere Niersstrecke erwarb der Zigarrenfabrikant Egon [ansscn. Mit acht weiteren Fischern stellte er Aalen, Plötzen, Rotaugen, Brachsen, Hechten, Schleien, Karpfen

und Barsehen in dem damals noch klaren Wasser nach. Besonders an den Schleusen war der Aalfang sehr ergiebig. Der Gocher Niersaai war bekannt und begehrt. Mit Hilfe der Eisenbahn gelangte

er frisch auf die Speisekarten renommierter Hotels in Berlino Die zunehmende Industrialisierung verschmutzte das Wasser und vernichtete bis 1933 den Fischbestand.

52 An der Straße nach Kalkar direkt am Gocher Berg lag in unmittelbarer Nähe der Niers die Wirtschaft Loerangel. Hier gingen die Fuhrleute ebenso gerne wie die Spaziergänger ein und aus. Fast 250 [ahre lang schenkte man hier das Bier über den Tresen aus. Auf der Anhöhe gegenüber stand das Gocher Gericht, der Galgen. Der Name Loerangel wird wohl eine Flurbezeichnung gewesen sein und könnte mit dem Galgen in Zusammenhang stehen. Es war die Ecke (Angel), von der aus es etwas Außerordentli ches zu schauen (loeren) gab, nämlich das schaurige Spektakel einer Hinrichtung! Die Wirtschaft Loerangel war sowohl pferdewechselstelle und Vorspanndienst für die Postkutschen als auch Poststelle in einem eigenem

Amtszimmer für den Postbezirk Loerangel. Zur [ahrhundertwende war es üblich, sonntags arn Gocher Berg Pötte auszugraben. Mit Pötte sind vorgeschichtliche Bestattungsurnen gemeint, die hier

reichlich gefunden wurden. So mancher Pötte-Buddler wird sich seinen Durst mit dem hier bis 1940 selbstgebrauten Bier gestillt haben.

S3 Vor 1880hatJohannRadmacher diese Schenkwirtschaft auf dem Gocher Berg an der Klever Straße bei Pfalzdorf gebaut und mit dem wohlklingenden Namen Villa Mozart versehen. 1884 übernahm Iohann Wellmann das Lokal und führte es bis etwa 1914. Nach der Übernahme der Villa Mozart durch Anton Terörde nannte sich das Ausflugslokal zuerst Berglust. Der Wirt wurde allgemein wegen der Lage am Gocher Berg Bergwirt gerufen. Die prächtige Baumallee an der Klever Straße in Richtung Goch, die auf der Abbildung zu sehen ist, wurde um 1914 gefällt. Um 1920 taufteAnton Terörde das Restaurant in Anlehnung seines Vornamens aufTön am Berg um. 1930 ging das Lokal vom Vater auf den Sohn Franz über. Nach

Zerstörung und Wiederaufbau wurde das Lokal schnell wieder Treffpunkt für ganz Goch und Umgebung. Nachmittags kamen die Familien mit Kindern zum Kaffee und abends die Tanzlustigen.

Bekannt sind die Ausstellungen der Tierzuchtvereine im Saal. Berüchtigt waren die Karnevalsfeiern, wo man von der Kneipe per Rutsche ruckzuck direkt in den Keller in die Sektbar rutschen konnte!

S4 Pfalzdorf hat sich erst durch den Zuzug protestantischer pfälzer zu einer Ortschaft entwickelt, obwohl vorher bereits niederrheinische Katholiken die Randgebiete der Gocher Heide kultivierten. Die Niederrheiner waren offenbar, wie es bereits die französischen Besatzer 1803 beschrieben haben, 'recht träge'. So haben es die Katholiken, obwohl sie länger ansässig und auch immer in der Überzahl waren, erst

181 1 zu einer eigenen Kirche im Ort gebracht. Vorher gehörten die Gläubigen der Mutterpfarre St. - Maria-Magdalena in Goch an.Von 1802 bis 1808 nahmen die katholischen Pfalzdorfer den langen sonntäglichen Weg zum ehemaligen Kloster Graefenthal auf sich, um dort ihren Gottesdienst abzuhalten. Dann

entstand aus dem Abbruchmaterial der 1794 gebauten Klosterkirche die St.-MartinusKirche in Pfalzdorf Der barocke Altar und anderes Inventar stammten ebenfalls aus Graefenthal. Das Kirchen-

schiffwurde 1972/73 durch einen Neubau ersetzt. Nur den alten Turm ließ man stehen. Der Kirchgang endet seit eh und je mit einem Frühschoppen im Gasthaus.

@)r:lISS o us :f?t:a-fzdor.f.

Jtc~lalll'ari'll1 Th . .l)Url<SCII

I'alil. Ivirche

SS Eine der f1ächenmäßig größten Gemeinden im Regierungsbezirk Düsseldorf war Pfalzdorf. Der Ort setzte sich aus den Bereichen Dorf, Bahn, Tal und Landwehr mit ehemals fünfKirchen zusammen. Mittelpunkt des evangelischen Teils ist die Westkirche, die als Saalkirche 1 775 von der reformierten Gemeinde fertiggestellt und

1 847 nach dem Vorbild der Friedenskirche in Potsdam umgebaut worden ist. Der Ort wurde 1 741 von pfälzischen Emigranten, die ursprünglich nach Amerika auswandern wollten, auf der damals noch weitgehend unbesiedelten Gocher Heide gegründet. Die Emigranten hatten den Ruf, aus Wüste blühende Äcker schaffen zu können. Das ist den Kolonisten auch in dem heute noch landwirtschaftlich

geprägten Ort gel

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek