Gommern in alten Ansichten

Gommern in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Dreyer
Gemeente
:   Gommern
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5476-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gommern in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Gommern heute

Gommern ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt (Landkreis Burg) und hat gegenwärtig etwa 6 900 Einwohner. Sie wird von dem Flüßchen Ehle durenzogen. Die Höhe über NN berrägt 52 m (Kirchplatz). Gommern liegt irn Verflechtungsbereich der Landeshauptstadt Magdeburg und ist durch die Eisenbahnstrecke Magdeburg-Dessau-Leipzig und die beiden Bundesstraßen B 184 und B 246 a verkehrsmäßig gut erschlossen. Die Stadt ist Schulstandort mit Gymnasium, Sekundar- und Grundschule. Nach der derzeitigen Denkrnalliste stehen in Gommern dreizehn Einzelobjekte bzw. Gebäudeensembles unter Schutz. Als Besonderheiten sind die ehernalige Wasserburg und das technische Denkmal 'Kleinbahnlokomotive' auf dern Bahnhofsvorplatz hervorzuheben.

Gommern ist Standort eines Industrieparks mit derzeit über vierzig verschiedenen Unternehmen, an dessen Stelle von 1952 bis 1989 ausschließlich Betriebe der ostdeutschen Erdöl-Erdgas-Industrie ihren Hauptsitz hatten. Das Firmenkataster Gommerns enthält zur Zeit mehr als zweihundert Anschriften von Betrieben, Dienstleistungseinrichtungen, Geschäften, Versichcrungsagenturen und Beratungsbüros, Die medizinische Betreuung wird von acht Ärzten, vier Zahnärzten und zwei Apotheken gesichert. Zwei Tierärzte haben hier ihre Praxis. Von überregionaler Bedeutung sind die Kliniken des Bezirkskrankenhauses Magdeburg im

Ortsteil Vogelsang. .

Unmittelbar im Süden grenzt an die Stadt das Landschaftsschutzgebiet 'Mittlere Eibe'. Ausgedehnte Kiefernwälder, Dünen und Steinbruchseen bieten vorzügliche Erholungsmöglichkeiten.

Geschichie Gommerns

Das Gebiet um Gommern war wechselweise Siedlungsraurn

von Germanen und Slawen. Eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung ist durch Bodenfunde bis zurück in die Jungsteinzeit belegt. Gommern wurde erstrnalig irn Jahre 948 in der Urkunde zur Gründung des Bistums Brandenburg unter dem Namen 'civitas guntmiri' genannt. Als 1269 die sächsischen Herzöge die Burggrafschaft Magdeburg übernahrnen , kam Gommern unter sächsische Herrschaft. Es entstand das Amt Gommern, das bis 1808 - ab 1554 gemeinsarn mit dem angrenzenden Amt Elbenau - eine sächsische Exklave bildete. 1808 wurde Gommern dem Königreich Westfalen eingegliedert und nach dern Wierier Kongreß (1815) Preußen zugeordnet, dem es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges angehörte.

Die Erwähnung Gommerns 948 in einer Urkunde des Kaisers Otto 1. weist darauf hin, daß der Ort schon zu dieser Zeit eine gewisse Bedeutung harte. Ob nun bedingt durch seine rechtselbische , rnöglicherweisc strategisch wichtige Lage im damals slawischen Siedlungsraurn, oder als Kreuzungspunkt wichtiger Straßen, bleibt offen.

'Gornrnern in alten Ansichten' kann nur eine unvollständige, aber für geschichtlich interessierte Bürger und Besucher Gomrnerns trotzdem informative Zusamrnenstellung von Bild und Text über Gommern im Zeitraum etwa von 1870 bis 1930 (mit Ausnahrnen) sein. Es wird ein kleiner Ausschnitt aus der Vergangenheit einer über tausendjährigen mitteldeutschen Kleinstadt vorgcstellt, um zu verdeutlichen, welche Veränderungen - bezogen auf die Gegenwart - eintratcn, was bis in unsere Zeit erhalten blieb und wert genug ist, bewahrt und geschützt zu werden. Ein solohes Vorhaben ist keine nostalgische Schwärmerei, sondern der Versuch, einen Teil der Geschichte Gommerris vor dem Vergessenwerden zu retten. Das zwingt naturgcrnäß dazu, bei den Betrachtungen der Details, sowohl die Verbindung zur früheren als auch zur nachfolgenden Entwicklung, im Bedarts-

Iall sogar bis zur Gegenwart, herzustellen. Eine definierte Entwicklungsperiode ist immer Ausdruck der 'Zeit davor' und Grundlage für die 'Zeit danach'.

Die 'alten Ansichten' vermitteln die Verhältnisse in Gommem in einer Zeit allgemeiner Wirtschaftsaktivität in Deutschland. Der Handel entwickelte sich zusehends, neue Unternehmen entstanden oder vorhandene Betriebe expandierten. die Bevölkerung nahm zu. Gommern hatte 1897 (Meyersche Chronik) unter anderem folgende hervorzuhebende Unternehmen: Döring & Rückert, Getreide-, Kohlen- und Düngemittelgeschäft; Michaelis, Dampf- und Mahlmühle; Rathge, Mahl- und Schneidemühle; W. Döring, Vieh-Großhandel; C. Döring, Dampfbrauerei; Volkholz, Stärkefabrik; Krieger & Stunz, Pantoffelfabrik mit Filialen in Halle und Brandenburg; Nesemann & Fritsche, Papierwarenfabrik; Aktien-Zuckerfabrik; und einen Spar- und Vorschußverein.

Gommem hatte zu dieser Zeit ein Königliches Amtsgericht mit Strafgefängnis, Bahnhof', Postarnt, Rathaus, eine Kirche und drei Schulhäuser. Für 1891 registrierte E. Nesemann im 'Geschäftshandbuch' in Gommern: 20 Versicherungsagenturen, 10 Bäckereien, 4 Dachdeckermeister, 5 Bauunternehmer , 7 Konfektionsgeschäfte, 4 Fleischbeschauer, 7 Fleischereien, 13 Fuhrwerksbetriebe, 4 Gärtnereien, 5 Gasthöfe, 3 Hotels, 4 Restaurants, 17 Schneiderinnen, 14 Schneider, 4 Leineweber. 21 Materialwarenhandlungen, 4 Porzellanhandlungen, 6 Samenhandlungen, 3 Sattler, 4 Schmiede , 11 Schuhrnacherrneister, 4 Tischler , zwei Uhrmacher und ('1) 2 Böttcher.

Ergänzend zu nennen sind die in der näheren Umgebung Gommerns betriebenen Quarzitsteinbrüche mit ihrer großen Beschäftigtenzahl (1899 waren in 14 Steinbrüchen etwa 1 000 Arbeiter tätig). Diese Vielfalt und Anzahl von Betrieben, Geschäften und Dienstleistungseinrichtungen

waren für eine Kleinstadt mit weniger als 5 000 Einwohnern (1895 hatte Gommern 4 804 Einwohner) ein recht beachtliches Wirtschaftspotential und die Grundlage für die angehende und spätere infrastrukturelle Entwicklung der Stadt. Äußerer Ausdruck der stürmischen Entwicklung des Unternehmertums und des erreichten Wohlstandes sowie der geschäftlichen Stabilität in Gommern sind unter anderem die um die lahrhundertwende gebauten repräsentativen Wohn- und Geschäftshäuser, besonders in der Breiten Straße, der Salzstraße und Burgstraße (heute Rathenaustraße). Zusätzlich wurden durch Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen und Modernisierungen in vorhandener Altbausubstanz zahlreiche Gewerbeflächen, insbesondere in der Hagenstraße, Salzstraße und Brauhausstraße geschaffen.

Das gesellschaftlichc Leben der Stadt basierte in der Zeit um die Jahrhundertwende auf einer aktiven Vereinstätigkeit. Von Nesemann wurden insgesamt 24 Vereine unterschiedlichen Genres genannt. Auch sie werden, soweit möglich, mittels Bildern in den 'Alten Ansichten' dokumentiert. Vorliegendes Büchlein zusammenzustellen war nur rnöglich, da im Stadtarchiv vorhandene zeitgenössische Originalfotos für eine Reproduktion genutzt werden konmen und von Bürgern Gommerns, auch von früher hier wohnenden, aus Privatbesitz relevantes Bildmaterial leihweise zur Verfügung gestellt wurde. Ihnen allen wird an dieser Stelle herzlich gedankt.

E. raute, Burg

1. Obwohl der Zweite Weltkrieg erst drei Jahre vorbei war, und in dieser sogenannten Nachkriegszeit die Menschen sich vor allem um Essen und Kleidung bemühten, hatten der Lebenswille und Optimismus der Gommernschen Bürger die Kraft, eine "Tausendjahrfeier' (18.-25. September 1948) auszurichten. Des Tatbestandes, daß Gommern im Jahre 948 als 'civitas guntmiri' in der Gründungsurkunde des Bistums Brandenburg mit Siegel und Unterschrift von Kaiser Otto I. erstmalig erwähnt wurde, sollte , wenn auch rnit bescheidenen Mitteln, gedacht werden. Schriftstücke aus der Zeit der Vorbereitung zu diesem Fest belegen, daß die umliegenden Gemeinden Kartoffeln und Getreide beisteuerten. Die Schule organisierte einen Festumzug und mit der Herausgabe einer Sonderpostkarte wurde auf das Ereignis aufmerksam gemacht. Als Eintrittslegitimation zum Festplatz berechtigte eine aus einfacher Pappe geprägte Festplakette mit der Aufschrift der beiden relevanten Jahreszahlen.

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2. Gommerner Mundart - nach mündlicher Information von Frau Dorothea Kreidel, Schwester des Herrn Walter Jordan, sind Reime und Bild nach einer wahren Begebenheit entstanden. Die Frage des W. Jordan und die folgende Antwort sind authentisch. Sie wurden von ihm später in Reime gefaßt und mit dem Scherenschnitt von Fr. Struhk als originelle Postkarte herausgegeben.

3. Diese von der Firma H. Schuricht, Gommern, produzierte Karte mit dem Titel 'Gommern - An der Ehle' (Rückseite) und der recht werbewirksamen textlichen Aufforderung auf der Vorderseite regt uns heute zum Schmunzeln an. Zu damaliger Zeit - die Mode der Dame und des Herrn belegt die zeitliche Einordnung - war es sicherlich eine nicht alltägliche Ansichtskarte. Interessant ist, daß damals die Ehie im Bereich der Mühlenteichwiesen, wie eindeutig anhand der Kriegerschen Villa mit ehemaliger Schuhfabrik und Bergfried des Schlosses irn Hintergrund erkennbar ist, eine Kahnpartie crmöglichte. Heute fließt hier nur noch die wenig Wasser führende Alte Ehle als Folge der späteren Umverlegung der Ehle irn Rahmen von Hochwasserschutzmaßnahmen.

4. Eine Luftaufnahme aus dern Jahre 1930 (Peschkow, Berlin), im Mittelpunkt die evangelische Kirche, zeigt die noch lückenlose Bebauung der damaligen Breiten Straße, heute Martin-Schwantes-Straße. Am rechten Bildrand die Döringsche Brauerei, am oberen Bildrand der neue Friedhof und die Döringsche Arbeiterunterkunft auf dem 'Kellerberg' , jetzt nur noch als Name für das daneben entstandene Wohngebiet überliefert.

5. Am 12. Februar 1666 erteilte der sächsische Kurfürst Johann Georg Il. an Gommern die 'Concession' Weehen- und Jahrmärkte abzuhalten, begründet damit, daß sonst 'die an diesem Orthe wohnenden Handwergsleute' die benachbarten Märkte nicht besuchen dürfen. Zur Anlage des Marktes diente die große Freifläche innerhalb des Ortes, unmittelbar vor dem Gemeindehaus. Der Platz wurde im vorigen Jahrhundert mit dem ortstypischen Quarzit gepflastert. In der Mitte stand bis Ende September/Anfang Oktober 1948 das Denkmal für den Sieg 1870/71. Das Denkmal war, um es vor Beschädigungen zu schützen, vor der Tausendjahrfeier mit Holz umkleidet worden. Während eines Sturmes, der kurz nach der Feier über Gommern hinwegraste, erfaßte eine starke Böe das Denkmal samt Verkleidung und stürzte es um, wodurch es völlig zerstört wurde. Herr Gustav Hartwig war Augenzeuge dieses Vorganges.

Dep Marktplatzin ûommem

6. Die Siegessäule auf dem Markt, das Rathaus und der Bliek in die ehemalige Breite Straße waren das Motiv für eine Tuschezeichnung der Grafikerin Marianne Rusche (geboren 1878 in Magdeburg, gestorben 1959 in Magdeburg).

7. Bis etwa Ende der dreißiger Jahre fanden nach Aussagen älterer Bürger Gommerns, regelmäßig Wochen- und Jahrmärkte in dieser Größenordnung auf dem Marktplatz statt. Das BiJd entstammt der von Lehrer Hoppe hinterlassenen Schwarz-Weiß-Dia-Samrnlung. die er in den zwanziger und dreißiger Jahren zusammenstellte.

8. Die aus dem Jahre 1906 stammende Aufnahme zeigt das 1734 an der Stelle des abgebrannten Rats- und Gemeindehauses erbaute Rathaus in seinem Aussehen vor den Umbauarbeiten im zwanzigsten Jahrhundert. Im Rathaus waren in der unteren Etage die Verwaltungsräume, die obere Etage diente als Wohnung für den Bürgermeister. In der Gruppe vor dem Rathaus steht rechts vorn der damalige Bürgerrneister Henning. Bereits zu dieser Zeit hatte Gommern durchgehend mit Pflaster befestigte Fahrdämme und Fußwege. Pflastermaterial war selbstverständlich Gommerns Quarzit.

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