Gommern in alten Ansichten

Gommern in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Dreyer
Gemeente
:   Gommern
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5476-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gommern in alten Ansichten'

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9. Die heutige Martin-Schwantes-Straße hieß früher Breite Straße. 'Breite Straße' war in hiesiger Gegend gleichbedeutend mit Haupt- und Geschäftsstraße, also wichtigster Straße einer Stadt. Dem entsprach die Breite Straße Gommerns vollkommen; neben zahlreichen, um die Jahrhundertwende entstandenen repräsentativen Wohn- und Geschäftsgebäuden, waren auch in den älteren Häusern fast überall kleine Läden und Handwerkerräume vorhanden. Das Bild von 1904 (Poststempel von 1908) belegt dies, wie auch die folgenden Aufnahmen. In dem am rechten Bildrand als Restauration von Hermann Tietz gekennzeichneten Gebäude bietet jetzt die Rats-Apotheke ihre Leistungen an. Markant hebt sich im Straßenbild auf der rechten Seite Café Baumann mit der sich anschließenden alten Apotheke , heute Schloß-Apotheke, ein Barockbau des 18. Jahrhunderts, mit dem davorstehenden Kastanienbaum heraus.

JO. Die Breite Straße diente oft auch für Umzüge als Repräsentation des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt. Ein Beispiel ist der Schützenumzug von 1930. Ein Gommeraner Schützenverein existierte bereits 1709, denn zu dieser Zeit wird vom sächsischen Kurfürsten eine finanzielle Unterstützung erbeten, die jedoch als 'jährliches Gnadengeld' erst 1715 gewährt wurde. 1741 erhielt der Schützenverein vom Kurfürsten eine aus dem Dresdner Zeughaus stammende Fahne übereignet. Von 1927 ist noch eine Plakette vom Einweihungsschießen der Jungschützenabteilung vorhanden.

11. Im Wohn- und Geschäftshaus Breite Straße 2 harten die beiden Firmen Nesemann und Schwantes ihre Laden- und Werkstatträume. Eugen Nesemann übernahm 1889 die Firma von seinem Vater F.M. Nesemann und gab unter anderem weiter die 1880 von l.F. Müller gegründete 'Zeitung für Gommern und Umgebung' heraus, die sein Vater bereits 1882 von Müller übernommen hatte. Der Betrieb arbeitete rentabel und Nesemann ließ 1890 auf dem Hofe ein neues Druckereigebäude errichten, das 1896 um eine weitere Etage aufgestockt wurde. 1913 ist zusätzlich ein großes Seitengebäude angefügt worden. Hermann Schwantes kam 1906 mit seiner Familie nach Gommern und betrieb anfangs sein Uhrmacherhandwerk im Nesemannschen Grundstück. Später kaufte er das links angrenzende Wohnhaus, Breite Straße 3, von C. Mentzei und zog mit seiner Frau Anna sowie den Kindern Martin, Siegfried, Annelotte und Peter um.

12. Das Haus Breite Straße 3 war für viele Jahre Wohnung und Geschäftshaus der Familie Schwantes. Das Familienfoto vor dem Haus entstand bevor H. Schwantes 1911 das Schaufenster umbauen und im Inneren des Hauses einige Veränderungen vornehmen ließ. Martin, der älteste der vier Kinder. wurde am 5. Februar 1945 als Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime in Brandenburg hingerichtet. Daran erinnert heute eine Gedenktafel an diesem Haus.

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13. Der 'Conditor und Bäckerrneister C. Baumann' läßt 1898 auf dem Grundstück Breite Straße 5 nach Abbruch des alten (ehemals Harlandchen) Wohnhauses ein neues Wohn - und Geschäftshaus mil Laden, Café sowie Backofen durch W. Struhk errichten.

14. Das Haus Breite Straße 6, mit der heutigen Schloß-Apotheke , stammt, wie auch Rathaus und einige andere Gebäude, aus der Bauperiode Anfang bis Mitte 18. Jahrhundert. Die Baustilmerkmale sind in ihren Grundzügen erhalten, leider ist die barocke Außentreppe vor dem Haus nicht mehr vorhanden. 1986 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt. Inwieweit zwischen diesem Gebäude und dem durch Kurfürst Friedrich August von Sachsen am 17. November 1742 an Gottfried Pritsch erteilten Apotheken-Privilegium gegen 'drey Thaler' Erbzins, zahlbar alle Jahre zu Michaelis, eine unmittelbare Verbindung besteht, bedarf noch einer Klärung. Das Bild zeigt das Gebäude gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Am rechten Bildrand ist noch eine kleine Bäckerei zu sehcn, an deren Stelle 1898 Café Baumann (Bild 13) entsteht.

15. Das Wohnhaus Breite Straße 9 (unser Bild) wurde 1936 vom Schmiedemeister A. Urban gekauft und abgerissen. An seiner Stelle läßt er einen seinem Haus Breite Straße 10 in der Fassade angepaßtcn Neubau errichten.

16. Der Hotelier Heinrich Fritze, Inhaber des Hotels 'Kronprinz', Breite Straße 12, beantragte 1909 geringfügige Umbauarbeiten in seinem Haus. Durch Abbruch einer Zwischenwand sollte ein größerer Gastraum geschaffen werden. 1910 wollte der neue Eigentürner, Pa ui Fuckert, einen Kino-Salon einrichten und bat um Genehmigung zur Aufstellung eines 'Kinomatographen-Apparates'. Dieses Unternehmen scheint nicht das erwartete wirtschaftliche Ergebnis gebracht zu haben. 1921 beantragen die Besitzer Rinne & Co den Einbau zweier Läden im Vorderhaus unter Einbeziehung eines hinteren Seitengebäudes. Der linke Laden ist heute von außen nicht mehr zu erkennen, im rechts liegenden Geschäft bestand seit 1924 eine Filiale von Thams & Garfs, die 1933 vom bisherigen Filialleiter Adolf Stolz übernommen und selbständig weitergeführt wurde.

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17. Adolf Stolz und Frau vor seinern Geschäft und die Mitteilung der Geschäftsübernahme der Filiale von Thams & Garfs.

18. Am Beispiel der Veränderungen im Wohn- und Geschäftshaus Breite Straße 14 ist die gewerbliche Entwicklung in einer deutschen Kleinstadt im Zeitabschnitt 19.120. Jahrhundert gut nachweisbar. 1888 beantragte der Klempner Carl Sens auf dem Grundstück Breite Straße 14 (Vorbesitzer Kuphal) zwischen den Nachbarn Schlosser Schnetter (rechts) und Sattlermeister Rummel (links) ein Haus mit Werkstatt und Wohnung zu errichten. Der Ban erfolgte projektgemäß, doch bald zeigte sich, daß man nicht für die Zukunft geplant hatte.

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