Gommern und Umgebung in alten Ansichten

Gommern und Umgebung in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Dreyer
Gemeente
:   Gommern und Umgebung
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5927-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gommern und Umgebung in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Angeregt dadurch, daß die erste Auflage von 'Gommern in alten Ansichten' in wenigen Monaten vergriffen war und eine zweite Auflage bereits erschien, ist es gerechtfertigt, eine Ergänzung dazu unter Einbeziehung umliegender Dörfer zu erarbeiten. Die in vielen Jahrzehnten entstandenen kulturellen und familiären Beziehungen wie auch die historisch gewachsenen und gegenwärtigen Urnlandfunktionen Gommerns sind die Legitimation für dieses Vorhaben. Das Arbeitsgebiet (Bild 1) umfaßt Teile der Landkreise Jerichower Land, Zerbst und Schönebeck.

Mit 'Gommern und Umgebung in alten Ansichten' wird versucht, anhand zeitgenössischer Bilder aus dem Zeitraum 1870-1930 und einer kurzen Beschreibung der historischen Entwicklung des Gebietes, einen kleinen Beitrag zur Geschichtsbewahrung zu leisten.

Den Bürgern, die leihweise relevantes Bildmaterial einschließlich wertvoller Informationen zur Verfügung stellten und damit die Zusammenstellung des vorliegenden Buches ermöglichten, wird hiermit herzlich gedankt.

Zur Geschichte

Das Arbeitsgebiet ist, wie die wissenschaftlichen Untersuchungen der zahlreichen archäologischen Bodenfunde ergaben, seit Jahrtausenden menschlicher Siedlungsraum. Günstige natürliche Voraussetzungen dazu waren sowohl die unmittelbare Grenzlage zur Auenlandschaft der Eibe als auch das Vorhandensein siedlungsfreundlicher Dünen mit vorgelagerten Sandflächen.

Die älteste, sicher nachgewiesene stationäre Besiedlung gehört zur Rössener Kultur, einer Periode im Übergang von der Älteren zur Mittleren Jungsteinzeit vor mehr als 2500 Jahren v.Chr. Sie ist durch Steinwerkzeuge und Gefäßscherben Z.B. vom Taubenberg bei Wahlitz belegt.

Während der Mittleren Jungsteinzeit drang die Megalithkultur aus dem Norden Europas bis in unser Gebiet vor und hinterließ zahlreiche Hünen- bzw. Großsteingräber, z.B. ehemals bei Dannigkow und Vehlitz.

Die folgenden Perioden der Jungsteinzeit (Steinkistengrab bei Menz) mit Übergang zur Bronzezeit (Tüllenbeil von Vogelsang), frühe Eisenzeit und römische Kaiserzeit sowie das frühe Mittelalter sind durch zahlreiche Funde belegt. Der spektakuläre Fund (1990) eines 'Fürstengrabes' aus der Zeit um 300 n. Chr. bei Gommern mit reichhaltigem und kostbarem Inventar gibt Auskunft über Lebensweise der Oberschicht im damaligen Germanien und über deren Beziehungen zum römischen Imperium.

Vor- und frühgeschichtliche Siedlungsplätze sind oft über Jahrhunderte von Menschen genutzt worden und in einigen Fällen, wenn man von unwesentlichen Verlagerungen absieht, Standorte von Dörfern der Gegenwart (z.B. Menz, Wahlitz, Dornburg) oder aber als mittelalterliche Wüstungen (Kanekop bei Wahlitz, Schild au nördlich Gommern) bekannt.

In frühgermanischer Zeit siedelten im Gebiet Mitteleibei Havel und damit auch im Raum Gommern die Sernnonen, eine mit den Hermunduren zu den Suebcn gehörende

Stamrnesgruppe der Germanen (Elbgermanen). Der römische Geschichtsschreiber und Chronist Tacitus beschreibt in seiner 'de origine et situ Germaniae' urn 98 n.Chr. die Semnonen und ihre Lebensgewohnheiten. Beziehungen der Semnonen zu den Hermunduren, die weiter südlich, überwiegend linkselbisch ihr Siedlungsgebiet hatten, sind durch den Fund eines silbernen hermundurischen Armreifens bei Erd- und Bauarbeiten um 1950 im Gelände des heutigen Industrieparkes Gommem belegt.

Etwa in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts drangen slawische Stämme in die von den Germanen während der Völkerwanderung verlassenen Landstriche vor. Der Slawenvorstoß kam an der EIbe zum Stehen. Die EIbe wurde zur Grenze zwischen germanischer (linkselbisch) und slawischer (rechtselbisch) Einflußsphäre. Um den Beginn des 9. Jahrhunderts haben die Slawen als Gegenmaßnahmen zu den immer häufiger werdenden Vorstößen Karls des Großen in ihr Siedlungsgebiet an der Grenze Befestigungsanlagen errichtet. Derartige Burgwälle befanden sich in Lostau, Biederitz, Pechau und auch in Gommem.

Die im 9., spätestens Anfang des 10. Jahrhunderts in den germanisch-karolingischen Herrschaftsbereich eingegliederte Grenzschutzanlage Gommern war sicherlich ein wesentlicher Ausgangspunkt für weitere Vorstöße nach Osten. In der Gründungsurkunde zum Bistum Brandenburg im Jahre 948 wird sie als 'civitas guntmiri' erstmalig urkundlich erwähnt. Als civitas (Burgwardshauptort) hatte guntmiri (Gommern) im zugeordneten Einflußgebiet umfangreiche

Aufgaben zu erfüllen. Mit dem Standortvorteil einer Befestigung bestanden die besseren Chancen bei der Einflußnahme auf die Entwicklung im Gebiet. Dies setzte sich in den folgenden Jahrhunderten fort: die Übertragung verwaltungstechnischer Aufgaben unter sächsischer Herrschaft (Gommern wurde 1134 sächsisch), die von einem Amtsschösserdurchzusetzen waren, Münzprägung (1621/22), bevorzugte Angebote unter Kurfürst Johann Georg (1656-1680) zwecks Ansiedlung von Handwerk, Handel und Gewerbe, wodurch 1668 die 'Georgstadt', die heutige Hagenstraße, entstand und das Privileg zur Abhaltung von Markten (1666), um die Stadt zum aktiven Mittelpunkt des Amtes Gommern zu entwickeln. Nicht unerwähnt sollte bleiben, daß Gommern seit Mitte 17. Jahrhundert ein Stadtsiegel hat. Es enthält das Gommerner Wappen und die Umschrift 'Gomern 1657'. Im 18. und 19. Jahrhundert expandierten in Gommern unter den gegebenen Voraussetzungen Handel, Dienstleistungen und verarbeitendes Gewerbe, überwiegend in enger Beziehung zu der in den umliegenden Dörfern betriebenen Landwirtschaft. Die Steinbruchsindustrie erlangte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gommerns Umgebung besondere Bedeutung.

1. Der Übersichtsplan der Umgebung Gommerns ist ein Ausschnitt einer Radwanderkarte (Stand vom Juli 1994), die von der Beschäftigungs-und Qualifizierungsgesellschaft mbB Gommern erarbeitet wurde. Die Verwendung der Karte erfolgt mit freundlicher Genehmigung des obengenannten Unternehmens.

2. Gommem. Dieser Kartengruß aus Gommern trägt einen Bahnpoststempel'Magdeburg-Zerbst-Leipzig 22. 7.02'. Die Fotos für die Ansichtskarte sind sicher 1901 angefertigt worden, denn am Eingang zum MoritzManheimer-Hospital sind noch die Girlanden vorhanden, die anläßlich der Einweihung dieses Hauses (28. Juni 19(1) angebracht wurden.

3. Gommern. 1912, bzw. kurz davor, kaufte der Gastwirt Fr. Knopf das Grundstück Markt 5 und hat hier zweifelstrei ab 1913 bis 1925 den Gasthof 'Zurn weissen Bären', der dann vorn Nachbesitzer Elsner weitergeführt wurde, betrieben. Eines der auf dem Hof dieses Grundstückes vcrhandenen Hintergebäude war an die Schuhfabrik Piatek & Urban vermietet, die hier zwölf Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigten.

4. Gommern. In die Straßenfront seines Wohnhauses Breite Straße 66ließ der Sattlermeister Wol ter 1883 ein neues Schaufenster einbauen und funktionierte gleichzeitig die bisherige 'Stube' zu einem größeren Laden um. 1913 wurde ein noch größeres vorgebautes Schaufenster eingesetzt (Bild), das heute noch erhalten ist. Mitte der dreißiger Jahre wurde das Wolter'sche Haus, einschließlich Hof- und Nebengebäude, in den Rathauskomplex einbezogen,

Gommern

Burgstraße 4

5. Gommern. Das Grundstück Burgstraße 4 (heute Rathenaustraße 4) war im 17. Jahrhundert im Besitz der Familie Alernann, deren Tochter Margarethe (geboren 1605) 1626 den Ratsherrn und späteren Bürgermeister von Magdeburg, Otto von Guericke, heiratete. 1859 war das 'Alemann'sche Gut' Eigentum des Rittergutsbesitzers Lücke. Vom nachfolgenden Inhaber Amtmann Jordan kaufte um 1880 die Familie Schröder das Grundstück ab. Die Schröders ließen 1890 auf der Hofseite des Wohnhauses ein geräumiges Treppenhaus anbauen. 1905 gab Richard Schröder ein neues Tor mit Torpfeiler an der Grundstückszufahrt in Auftrag. Das Bild mit der Familie Schröder wurde etwa 1910 aufgenommen. Heute sind in diesem Gebäude mehrere Dezernate der Stadtverwaltung untergebracht.

6. Gommern. 1904 wurde im Auftrag der Witwe Caroline Heber1ein der im Wohn- und Geschäftshaus Breite Straße 11 (heute Martin-Schwantes-Straße 11) vorhandene Laden vergrößert. 1911 (Bild) befand sich in diesem Geschäft die 'Special-Delikatess-Fischhandlung' der Margarethe Boesche. Außerdem unterhielt hier Fritz Boesche ein 'Photographisches Atelier' neben seiner Filiale in der Jakobstraße 14 in Magdeburg. Im Zusammenhang damit ist erwähnenswert, daß das Fotoatelier Boesche 1902 die Aufnahmen für die Abbildungen in einem Artikel der Frau Sophie von Boetticher über die Heilstätte Vogelsang herstellte. Das Haus wurde 1974 abgetragen und in die Baulücke das Eiscafé 'Guntrniri gebaut.

7. Gommern. Nachdem von der Kaufmannsfamilie Heberlein das Grundstück Breite Straße 57 erworben worden war. veranlaßte Herrman Heberlein (Sohn der Caroline Heberlein) 1927 den Einbau neuer vorgezogener Schaufenster in der Straßenfront des Wohn- und Geschäftshauses. Das Bild zeigt den Zustand vor diesem Umbau und ist somit in die Zeit vor 1927 zu datieren.

8. Gommem. 18631ieß Gustav Pfeiffer auf seinem Grundstück Breite Straße 7 vom Bauunternehmer W. Ruthe ein massives zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus bauen (Bild links). Das vorhandene alte Gebäude an der Straße und mehrere Hintergebäude wurden abgerissen. Nachdem sein Sohn W. Pfeiffer das links anschließende Nachbargrundstück Breite Straße 8 von Pfanne abgekauft hatte, wurde 1887 darauf ebenfalls ein neues Wohnhaus gebaut (Bild oben, linker Bildrand). 1905 kaufte der Spar- und Vorschußverein zu Gommern (spätere Bezeichnungen: ab 1. Oktober 1923 Bankverein Gommem. danach Volksbank. Gewerbebank, Bank für Handwerk und Gewerbe, heute Volks-und Raiffeisenbank) beide Grundstücke von Pfeiffers ab und veranlaßte den Umbau der Häuser. Irn Haus Nr. 7 entstanden im Erdgeschoß die Kassenräume, im Haus Nr. 8 ein neuer Laden und durch Aufstockung neue Wohnräume mit Giebelzimmer für den Pächter des Ladens. Das Haus Nr. 7 wurde 1938 nochmals völlig umgebaut (Bild oben, rechter Bildrand). Beide Häuser werden gegenwärtig von der Volks- und Raiffeisenbank genutzt.

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