Gommern und Umgebung zu Großvaters Zeiten

Gommern und Umgebung zu Großvaters Zeiten

Auteur
:   Dieter Dreyer
Gemeente
:   Gommern und Umgebung
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6477-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gommern und Umgebung zu Großvaters Zeiten'

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Einleitung

'Gornrnern und Umgebung zu Großvaters Zetten' ist aus heutiger Sicht nur ein kleiner Zeitabschnitt in der einige tausend Iahre dauernden Entwicklung unseres Gebietes.

Der Grund, den bereits erschienenen Büchern 'Gommern in alten Ansichten' und 'Gomrnern und Umgebung in alten Ansichten' ein drittes Buch folgen zu lassen, ist das Jubiläum 'I aso [ahre urkundliche Ersterwähnung von Gommern und Pechau' im lahre 1998.

Material und Informationen zur Erarbeitung des vorliegenden Buches wurden von vielen Bürgerinnen und Bürgern aus Gommern und den umliegenden Orten zur Verfügung gestellt. Da es sich um Bildrnaterial und Auskünfte aus einer schon 'fast vergessenen Zeit' handelt, waren die Reeherehen oft schwierig, und ohne die Hilfe vor allem älterer Leute, die sich noch an manche Begebenheiten erinnern konnten, wäre das Buch nicht zustande gekommen. Ihnen allen dafür herzlichen Dank!

Unter Bezugnahme auf die Einleitungen beiderVorgängerbücher, in denen sowohl die geologisch-geographische Situation als auch die Besiedlungsgeschichte unseres Gebietes beschrieben wurden, ist das 1 aSO-Jahr-Jubiläum Anlaß dafûr, mittels ausgewählter Daten die Geschichte und Entwicklung Gommerns in diesem Zeitraum dem Buch voranzustellen.

948 in der Urkunde zur Gründung des Bistums Brandenburg wurde Gommern als 'civitas guntmiri' erstmalig urkundlich genannt.

965 Gommern kam durch Schenkung Otto I. in den Besitz des Moritzklosters Magdeburg.

983 durch den großen Slawenaufstand wurden Macht und Einfluß der Bistümer Brandenburg und Havelberg vernichtet, der slawische Herrschaftsbereich reichte bis an die Elbe.

1017 Kaiser Heinrich Ir. beorderte sein Heer zum Sammelplatz

bei Leirzkau zu einem Kriegszug gegen die Slawen.

1269 kauften die sächsischen Herzöge Albrecht Ir. und Iohann die Burggrafschaft Magdeburg und wurden damit Herren von Gommern, Ranies, Elbenau und Gottau.

1307 und 1311 war Hermann von Wederde Lehnsmann auf Burg Gommern.

1530 Reformationsjahr für Gommern.

1554 die beiden Ämter Gommern und Elbenau wurden als Amt Gommern vereinigt. Gommern wurde Sitz derVerwaltung (Amtsschösser).

1578/79 Neubau des Gommerner Schlosses unter Einbeziehung von Teilen der alten Wasserburg.

1607 Pest in Gommern. Vom 8. Juli bis 17. Dezember waren 100 Tote zu bestarten. Der Amtsschösser durfte zu seiner persönlichen Sicherheit nach Elbenau übersiedeln.

1621/22 Münzprägung in Gommern.

1626 WallensteinsTruppen plünderten Gommern.

1631/32 Soldaten des Generals von Pappenheim und des Grafen von Mansfeld plünderten und verwüsteten erneut Gommern.

1636 schwedische Soldaten verursachten große Schäden im Schloß. 1653 wurde die Errichtung einer neuen Badestube im Ort genehmigt.

1657 seitdem existiert ein Stadtsiegel (Petschaft) mit dem Wappenbild: 'Schräglinksbalken zwischen zwei sechsstrahligen Sternen' und der Umschrift 'Gornern 1657'.

1666 Kurfürst Iohann Georg erteilte Gommern das Recht zur Durchführung von Wochen- und Iahrmàrkten.

1668 Gemäß Erlaß von Kurfürst [ohann Georg entstand die sogenannte St.-Georg-Stadt, die heutige Hagenstraße.

1669 Bildung der Stadtbrauberechtigten.

1698 am 21. Mai wurde eine Gemeindeordnung und am

21. Juni eine Feuerordnung beschlossen,

1714 auf dem Turm der evangelischen Kirche wurde eine Wetterfahne mit dem Stadtwappen und der Iahreszahl 1714 angebracht. 1731 die Hagenstraße wurde gepflastert.

1734 Neubau des Rathauses an der Stelle des 1731 abgebrannten Gemeindehauses.

1782 Dr. Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie, praktizierte bis 1 785 in Gommern.

1808 dasAmt Gommern wurde vom sächsischen Kurfürst an Napoleon abgetreten, der es dem neu geschaffenen Königreich Westfalen eingliederte.

1813 im Ergebnis der Befreiungskriege wurde Gommern preußisch und gehörte ab 1815 zur Provinz Sachsen im Königreich Preußen. 1853 im Schloß wurde eine Gefangenenanstalt eingerichtet.

1863 am 6. August wurde aufInitiative des Kaufmannes FM. Nesemann ein 'Spar- und Vorschußvereln' als Genossenschaft gegründet. Er hatte das Ziel Geldmittel zu erschwinglichen Zinsen für Handwerker und kleine Gewerbetreibende verfügbar zu haben.

1867 Gommern erhielt eine 'Straßenbeleuchtung mittels Laternen'. 1874 Gommern wurde an die Eisenbahnstrecke Magdeburg-ZerbstDessau angeschlossen, der Bahnhof am 1. Juli für den Verkehr freigegeben.

1887 durch FM. Nesemann wurde eine 'Produktivgesellschaft' gegründet, mit der Autgabe karge Landwirtschaftsflächen durchAnbau von Obstbäumen und Beerensträuchern ertragreicher zu machen. Das Obst sollte in einer daneben zu errichtenden Konservenfabrik verarbeitet werden. Durch den Tod von Nesemann (18. Februar 1889) geriet das Unternehmen ins Stocken, die bereits angekauften und bepflanzten Ländereien (Galgenfeld) wurden verpachtet.

1890 wurde die Gommem-Pretziener Kleinbahn (Transportbahn für den in den Steinbrüchen abgebauten Quarzit) in Betneb genommen. 1890 Produktionsbeginn in der Zuckerfabrik. Die erste Rûbenkarnpagne begann Mitte Dezember. 1945/46 wurde die Fabrik als Reparationsleistung demontiert und teilweise gesprengt.

1892 vom 8. bis 10. Oktober fand die 'I. jerichow'sche Kreisausstellung' in Gommern statt, an der sich etwa zweihundertAussteller

aus vielen Teilen Deutschlands beteiligten.

1894 wurde die neue Schule in der Gartenstraße ihrer Bestimmung übergeben. Seit September 1991 ist sie das Gymnasium Gommerns. 1896/97 Umbau und Renovierung der evangelischen Kirche.

1898 waren in der Umgebung Gommerns 21 Steinbrüche in Betrieb. 1899 Eröffnung der Frauen-Lungenheilstätte in Vogelsang.

1899 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Gommern.

1903 am 9. Juli feierliche Einweihung der neu erbauten katholischen Kirche.

1903 Inbetriebnahme der Kleinbabnstrecke der KJ I Loburg-LeitzkauGommern.

1929 am 30. Juni wurde eine öffentliche Badeanstalt, das jahnSchwimmbad, eingeweiht.

1948 1000- jahr-Feier anläßlich der urkundlichen Ersterwähnung Gommerns.

1952 Beginn des Aufbaues der Betriebe der Erdöl- und Erdgasindustrie der DDR, die hier bis 1990 bestanden und dann entweder marktwirtschaftlich umstrukturiert oder geschlossen wurden.

1963 die Ehle wird reguliert und erhält teilweise ein neues Bett als Hochwasserschutzmaßnahme für Gommern. Häufige Überschwemmungenrichteten zum Beispiel 1595,1622, 1795, 1828, 1871-um nur einige zu nennen - große Schäden an.

1972 Gründung des Gemeindeverbandes Gommern, dem neben Gommern die Gemeinden Dannigkow, Karith/Pöthen, Gübs, Menz, Wahlitz, Vehlitz und Wallwitz angehörten. 1990 aufgelöst.

1983 Eröffnung des Kulturhistorischen Kabinetts als Ersatz eines Stadr- und Gemeindeverbandsmuseums, das bis 1990 bestand. 1990/91 Entwicklung des Industrieparkes Gommern am Standort der ehemaligen volkseigenen Erdöl-Erdgasbetriebe.

1 Umgebung Gommern

In der Übersichtskarte sind die in der näheren Umgebung Gommerns liegenden Orte eingetragen. Mit wenigen Ausnahmen sind sie im vorliegenden Buch rnit 'alten Ansichten' enthalten. Die Zeichenarbeiten für diese Karte haben freundlicherweise Mitarbeiterinnen der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mbH Gommern erledigt.

2 Gommern

Die Karte aus der Zeit vor 1896/97 dokumentiert die lückenlose Bebauung der ehemals Breitestraße, heute Martin-Schwantes-Straße. Diese relativ sichere zeitliche Einordnung der Ansichtskarte ist möglich, da der Gemeindesaalanbau am alten pfarrhaus noch nicht stand. Das in der linken Bildhälfte im Hintergrund über seine Nachbarhäuser hinausragende Gebäude gehörte zur Brauerei Döring, die bis etwa 1925 Getränke produzierte.

Totalansicht

3 Gommern

Der Marktplatz "var stets zentraler Punkt und wurde dementsprechend seitens der Kommune gestaltet. 1858 ist auf der gesamten Fläche eine Kiesdecke aufgebracht und sind zahlreiche Lindenbäume gepflanzt worden. Am 2. September 1876 wurde unmittelbar gegenüber dem Rathaus ein Kriegerdenkmal zu Ehren gefallener aus Gommem stammender Soldaten der Kriege 1866 und

1 87017 1 eingeweiht. Um dieses Vorhaben zu realisieren, hatte sich 1874 ein Komitee gebildet, das die erforderlichen Geldmittel

(Spenden, Zuschuß der Stadt) beschaffte. Das Denkmal wurde Ende September/ Anfang Oktober 1948 von einer Sturmböe umgestürzt und dadurch völlig zerstört. 1897 pflanzte der Gärtner

Krause 24 Kastanienbäume arn Marktplatz.

4 Gommern

Gommerns Breitestraße (die Ansichtskarte produzierte Hugo Mestchen, Gommern) war schon um die Iahrhundertwende eine typische Geschäftsstraße. Fast in jedem Haus befand sich ein Laden oder eine Werkstatt. Sowohl die Fahrbahn als auch die Gehwege waren mit Quarzitpflaster, das in den Steinbrüchen der Umgebung gewonnen wurde, befestigt.

Gommem. ßrcllestr:aße.

5 Gommern

Ergänzend zuAbbildung 4, in der der Abschnitt Breitestraße Richtung Markt dargestellt ist, zeigt diese Karte von 1 9 1 7 (Poststempel) des Verlages

G. Nöllenburg. Gommem. einen Straßenabschnitt mit Blickrichtung katholische Kirche. Am rechten Bildrand das markante Hotel 'Zum Kronprinz' , in dem durch Paul Fuchert etwa 1 91 0 das erste Kino Gommerns eingerichtet wurde.

GOMMERN - Breitestratle

6 Gommem

An der Magdeburger Straße, Ecke Breitestraße wurde am 20. jannar 1784 ein neuer Friedhof eingeweiht; der alte Kirchhof an der evangelischen Kirche wurde seitdem nicht mehr für Bestattungen

genutzt. 1858 erhielt der ~

neue Friedhof eine moderne 2i Einfriedung, die auf diesem I

Bild zu sehen ist. Mitte der 'I

zwanziger jahre wurde sie aus verkehrstechnischen Gründen abgerissen. Das Foto ist im Zeitraurn zwischen 1903 -

die katholische Kirche war

bereits erbaut - und etwa

1925 entstanden.

7 Gommern

Die Leder- und Schubwarenhandlung des Wilhelm Herrndorf in der ehemals Breitestraße 25 auf einem Foto von 1902/03. Das Gebäude wurde 1869 an der Stelle eines älteren, nicht mehr brauchbaren Fachwerkhauses erbaut. Herrndorf betrieb neben dem Verkauf auch die Herstellung eines umfangreichen Sortiments an Lederartikeln wie Taschen, Schulranzen, Handschuhe, aber vor allem Damen- und Herrenschuhe. Das Geschäft existierte bis 1932. Danach sind die Geschäftsräume für Wohnzwecke umgebaut worden; Ladeneingang und Schaufensterbereich sind bei-

spielsweise jetzt das Wohnzimrner der Urenkelin des Wilhelm Herrndorf. Die Freitreppe vor dem Haus wurde erst 1 957 abgerissen.

8 Gommern

Der innere wie auch äußere Zustand der evangelischen Kirche erforderte gegen Ende des vorigen [ahrhunderts grundlegende Sanierungsund Erhaltungsmaßnahmen. Den Beschluß dazu faßte man 1894 und entschied sich gegen einen Kirchenneubau. Am 19. August 1896 wurde in einer Sitzung der kirchlichen Gemeindeorgane der für die geplanten Arbeiten erforderliche Betrag von 15 000 Mark bewilligt. Ein staatlicher Zuschuß van 5 000 Mark war zugesichert. Die Eingänge an der Südseite und der Ostgiebel wurden neu gestaltet, eine Apsis angebaut und das Innere der Kirche modernisiert. Vor Beginn der Außenarbeiten wurde 1897 das alte Aussehen der Kirche mit diesem Foto festgehalten.

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