Gommern und Umgebung zu Großvaters Zeiten

Gommern und Umgebung zu Großvaters Zeiten

Auteur
:   Dieter Dreyer
Gemeente
:   Gommern und Umgebung
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6477-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gommern und Umgebung zu Großvaters Zeiten'

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59 Pretzien

Nur dem Pfarrerehepaar Meußling aus Plötzky ist es zu verdanken, daß die Kirche nicht dem völligen Verfall preisgegeben wurde, sondern daß man sie, wenn auch unter großen Mühen, erhalten har. Bei umfangreichen Reparaturen und Renovierungen sind von der Restauraterm Frau Meußhng an den Wänden, unter mehreren Parbanstriehen verborgen, romanische Malereien (vonl220-1230 und 1300) entdeckt worden, deren völlige Freilegung und Sicherung 1973 begann und vier [ahre dauerte. Alle jüngeren Einbauten der Kirche wie Emporen, Kanzel u.s.w. wurden entfernt, die romani-

sehen Fensteröffnungen wieder hergestellt, so daß sich heute die Kirche in ihrer schlichten originalen Schonheit darbietet und mit Recht als ein Kleinod an der Straße der Romanik gilt.

Die anderen Teilbilder der Ansichtskarte von etwa ·1 9 1 8 zeigen den Gasthof' Alter Krug', der heute noch existiert; eine große Sprengung in einem Steinbruch, in dem seit seiner Stillegung der

sogenannte Tiefensee entstand; und der Steinhafen, der im Volksmund 'Wilde Zieke' heißt.

60 Pretzien

Das Pretziener Wehr, eine europaweit bekannte technische Meisterleistung im Bereich der Hochwasserschutzanlagen für den Raum Magdeburg, wurde 18711875 für 4,4 Millionen Mark gebaut. Das aus neun Iochen bestehende Wehr (Gesarntlänge: 162,8 m) wird geöffnet, sobald die oberhalb liegenden Überflutungsflächen, Pretziener Nachtweide und Dornburger Niederung, kein Wasser rnehr aufnehmen können; ihre Kapazität beträgt etwa 6 Millionen m'. Das Hochwasser fließt dann kontrolliert durch den Elbeumflutkanal (zwischen 1868 und 1880 angelegt) ab, bis es

bei Lostau wieder die Elbe erreicht. Das Wehr wurde seit 1876 bisher 63 mal geöffnet.

Verlag TOD N ?? cm:uw &. Fritsche, Gommun

61 Pretzien

Seit über einhundert [ahren existiert die Bau- und Möbeltischlerei Rustenbeek in Pretzien. Sie wird gegenwärtig in vierter Generation von Olaf Rustenbeck geführt. 1888 gründete Wilhelm Rustenbeck das Unternehmen. Das Bild zeigt ihn mit seinen Kindern 1 895. Zu dieser Zeit stellte er neben den herkömmlichen Tischlereiprodukten als Besonderheit lederummantelte Holzkolben für Schiffspumpen her. Seine 'Kundschaft' waren die vielen Frachtschiffe, die irn Pretziener Steinhafen den aus den nahegelegenen Steinbrüchen stammenden Quarzit abtransportierten und die zu ihrer

Betriebsfáhigkeit stets Pumpenkolben brauchten.

62 Pretzien

Die Preiwillige Feuerwehr Pretzien, gegründet 1901, hier Mitte der zwanziger Iahre fotografiert in voller Mannschaftsstärke und technischer Ausstattung vor dem Gasthof'Zum deutschen Kaiser', dem heutigen Hotel 'Am Park'.

63 Pretzien

Zu Ehren des 'Eisernen KanzIers' haben die Bürger Pretziens am I7.November 1928, demjahr des 3o.Todestages des Reichskanzlers von Bismarck, auf dem Kaiserplatz ein aus Findlingen bestehendes Denkmal unterTeilnahme zahlreicher Vereine eingeweiht. Hier stand bereits die Bismarck-Eiche, ein Geschenk des Kanzlers an Pretzien, die auch heute noch steht und zu einem prächtigem Baum herangewachsen ist. Das Denkmal wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zerstórt. Der große Findling und die Gedenktafel sind verschollen, die kleineren Findlinge kamen beim Bau des jetzigen

Spielplatzes wieder zutage und liegen nun links vor der Schule. Den Kaiserplatz beschreibt E. Meyer 1879 als 'von schönen Anlagen und breiten Fußwegen umgeben' . Der Name des Platzes wurde

im Laufe der Iahre häufig geändert; bis etwa 1933/34 war es der Kaiserplatz, dann hieß er bis 1945 Adolf-HitlerPlatz, anschließend Roter Platz und seit 1990 Am Park.

64 Prödel

Schon kurz nach der Grûndung der 'Ernst Döring & Rückert Handelsgesellschaft' im [ahre 1889, Stammsitz Gommern, setzten infolge einer guten Geschäftslage erste Erweiterungsbestrebungen ein. 1891 ist eine Zweigstelle in Prödel eingerichtet worden. Der vcrhandene Staatsbahnanschluß war dafür günstig. 1905 wurde in Güterglück eine weitere Zweigstelle eröffnet. Die Erweiterungen der Geschäftsbeziehungen zur Landwirtschaft dieses Gebietes machte die Investitionen erforderlich. In Prödel wurden im Laufe der Zeit zwei Speicher in Betrieb genommen. Die

Warenbewegung besorgte neben der Anlieferung per Schiene ein frrmeneigenes Gespann.

65 Randau

Randau, 1236 erstmals urkundlich genannt, ist seinem Ursprung nach eine zwischen 650 und 900 n.

Chr. angelegte slawische Siedlung. Im Besitz einer Familie van Randowe waren Burg und Ort vermutlich bis 1297, bis die Burg durch Magdeburger Bürger unter Führung des Ratsmannes Tile Weske gestürmt und zerstört wurde. Die Kirche, während der Herrschaft des Andreas van Alvensleben (1554-1565) unter Einbeziehung eines älteren Vorgängerbaues (dessen Existenz in einem Gutachten von 1849 vermerkt ist) errichtet, übersteht die durch kaiserliche Truppen 1631 verursachte völlige Zerstörung Randaus. Der auf dieser Karte abgebildete Kirchturm wurde unter dem Patronat Rudolf Anton zwischen

1 735 und 1737 gebaut. 191 1 brannte er durch Blitzschlag aus und mußte erneuert werden. Sowohl zu dieser als auch zu vorangegangenen Renovierungen und Instandsetzungen stellte die Gutsher-

renfamilie van Hennige (van 1863 bis 1945 Besitzer des Rittergutes Randau) erhebliche Mittel zur Verfügung.

Das Forsthaus, um 1890 anstelle des alten abgerissenen Fährhauses erbaut, dient

seit vielen [ahren als Wohnhaus und wurde in den letzten [ahren umfassend renoviert. Der Gasthof'Zum Anker' existiert schon lange nichtmehr.

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Forsthaus

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66 Ranies

Ranies ist ursprünglich eine um 600 n. Chr. von Slawen gegründete Siedlung und damit ein Vorposten auf westaltelbischer Seite, Die erste urkundliche Erwähnung geht auf 1176 zurück. Zwei Schriftstücke aus diesem jahr sind von einem Otto de Ranis bzw. de Ranies unterzeichnet. Die Kirche St. lucas ist ein kleiner rechteckiger Fachwerkbau. Auf einen älteren massiven Vorgängerbau (oder Burgreste?) deuten Mauerteile im unteren Wandbereich des Turmes hin. Sie erhielt 1629 eine wertvolle Ausmalung der Kasettendecke, der Emporebrüstung und am Kanzelaltar. Teile der insgesamt sehenswerten Innenausstattung (unter anderem Äbtissinstuhl, geschnitzte sitzende Madonna, aus einem Eichenstamm gefertigtes

Sakramentshaus) stammen aus dem Kloster Plötzky Die Kirche steht auf einem flachen Erdhügel unmittelbar neben dem Gelände der ehemaligen Burg. Vor ihr lag ein kleiner Friedhof, auf dem bei

Hochwasser noch bis Anfang der siebziger Iahre unseres Jahrhunderts Bestattungen vorgenommen wurden, da der eigentliche Friedhof dann nicht nutzbar war. Der Gasthof''Burgschänke' van 1892

und die 'Materialwarenhandlung' wurden 1965 zum Dorfkonsum umgebaut, der bis zu seiner Schließung im Iahre 1993 die Bürger des Dorfes versorgte.

67 Ranies

Auf dieser am 10. Juni 1901 abgestempelten Karte sind drei markante Gebäude des Dorfes Ranies abgebildet, die heute noch existieren, zum Teil mit veränderter Nutzung. Der Gasthof von Puder heißt Gasthof''Zur Tanne' und besteht seit 1869. Er wird nach wie vor als Gaststätte bewirtschaftet; sein heutiger Besitzer ist E. Krakau, Ab 1897 war er Treffpunkt der Mitglieder des Männerturnvereins 'Einigkeit Ranies'. Das Schulhaus diente bis 1974 als Schulgebäude. Danach waren hier bis 1990 die Gemeindebibliothek und der Kinderhort untergebracht. Vorgese-

hen ist der Umbau zu Wohnungen. In der alten 'Königlichen Fórsterei' wurde 1956 der örtliche Kindergarten, später durch weitere Anbauten (etwa Anfang der siebziger [ahre) eine Kinderkrippe

eingerichtet. Heute wird das Objekt noch als Kindertagesstätte genutzt.

68 Ranies

Der Gasthof'Zur Tanne' hat seit der Eröffnung im jahre 1869 eine wichtige Funktion im dórflichen Leben von Ranies. Neben der Gastronomie bot er dem 1897 gegründeten Männerturnverein 'Einigkeit Ranies' Übungsmöglichkeiten im dazu entsprechend ausgestatteten Saal an den klassischen Geräten Reck, Barren, Seit- und Sprungpferd, wie aus dieser während des Ersten Weltkrieges geschriebenen Ansichtskarte zu ersehen ist.

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