Grassau in alten Ansichten

Grassau in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Michael Hausladen
Gemeente
:   Grassau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0138-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grassau in alten Ansichten'

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9. Die Strehtrumpferleute waren eifrige Mitglieder des Trachtenvereins. Als ihnen im Jahre 1930 ein Sohn geboren wurde, wollten sich Vereinsrnitglieder die Gelegenheit nicht entgehen lassen, mit Göd und Godn das übliche Patengeschenk zu überreichen. Natürlich war die Godn ein Mann. Und sie kamen in Scharen mit Musik und Standarte, die ein Reiter voraus trug. Viele hatten sich in lustiger Kleidung eingefunden. Der Fotograf war auch schon zur Stelle, um das Ereignis der Nachwelt zu überliefern. (Göd = Paté, Godn oder Godl = Patin.)

10. Das Gasthaus 'zum Neuwirt' mit Stall und Kegelbahn hatte Matthias Sperrer in Pacht, der 1913 die alte Rotmaierwirtschaft pachtete. Sein Sohn konnte diese käuflich erwerben und sein Enkel führt sie als Hotel weiter. Aus dem Neuwirt war längst ein Wohn- und Geschäftshaus geworden. Das älteste Haus auf diesem Bild gehörte einst dem Kotzikramer, wechselte öfters den Besitzer, bis er der Appr. Bader Ludwig Rosenlehner 1933 pachtete und 1940 kaufte. Rosenlehner hat sein Geschäft seit 1919 als Nachfolger des Christoph Grill in dessen Haus, dem heutigen Haus Gnadt ausgeübt. Das Stadtbauernanwesen, seit fast hundert Jahren ein angesehener Bauernhof, ist dem Untergang geweiht. Es beherbergt seit mehreren Jahren die jugoslawische Gastwirtschaft 'zur Hanni', nach dem Namen der letzten Besitzerin Johanna Moritz.

11. Das Wagnergewerbe war wichtig, solange es Fuhrwerke gab mit Deichsel, Wagscheit oder Wiesbaum, als Schubkarren, Leiterwagen und Rodelschlitten, Besenstiele und andere Werkzeuge noch von Hand gemacht wurden. Die moderne Fabrikation nahm dem Wagner viel von seiner Arbeit weg, so musste er sich umstellen und sich mehr mit dem Verkauf fertiger Waren abfinden. Deswegen hätte das Haus 1971 nicht abgerissen werden müssen, Aber es stand dem Straßenbau im Weg. Man gab sich der eitlen Hoffnung hin, dass der Verkehr sicherer würde, wenn die Kurve übersichtlicher und die Straße breiter würde. Sylvester Schwaiger und seine Ehefrau Katharina hatten das Wagnerhaus 1875 von Joharm und Therese Lehrberger gekauft.

12. Der Baumeister Fleidl hat um 1890 dieses 'Landhaus' nach dem damaligen Geschmack erbaut. Versteckt unter Bäumen und durch Zaun und Sträucher von der staubigen Landstraße abgeschirmt, lag es fast einsam zwischen Grassau und Viehhausen, Nur wenige Häuser standen in der Nähe. 1905 hat der Apotheker Rainer Schaaf die Kellerervilla, wie man das Haus nach dem Besitzer nannte, gekauft und darin die Apotheke eingerichtet. Nach ihm folgte sein Sohn Franz, dann der Enkel Rainer Schaaf. So ist das Haus in dritter Generation im Besitz der Familie Schaaf. Rainer hat 1963 die Marien Apotheke durch gründlichen Umbau auf den neuesten Stand gebracht.

13. Ruhig und friedlich war noch nach dem Zweiten Weltkrieg die 'Dorfstrasse', die heute nach dem alten Grafengeschlecht der Ortenburger benannt ist, Da sind noch Vorgärten vor dem Doktorhaus, in dem hundertfünfzig Jahre lang die Ärzte wohnten, oder vor der Bäckerei Rutzmoser-Schrnuck, wo noch eines der beliebten Sommerhäuschen stand, in dem man erholsame Stunden verbringen konnte, ohne von Motorenlärm und Abgasen belästigt zu werden. Bäume und Blumen gab's überall, (Foto Weidinger 1936.)

14. Verhältnismäßig spät kam Dr. Helmut Meyer zu einem Auto. Jahrelang hatte er sich mit dem Pferdefuhrwerk begnügt, erst in den zwanziger Jahren schaffte er sich ein Auto an. Das gab natürlich Gelegenheit zu allerhand Unfug. Und der Doktor war kein Spaßverderber. So stellte man vor dem ehemaligen Zuhaus am Salingenweg einen Unfall, den der Fotograf, der wohl der Urheber des Spaßes war, sofort aufnahm. Ein Radler liegt am Boden, er schaut nicht gerade leidend aus, aber der Fahrlehrer rauft sich seine Haare und der erschrockene Fahrer schaut, was da vor ihm los ist. Zugleich hat uns das Bild die Ansicht der alten Doppeltür des Hauses erhalten. Foto um 1926.

15. Peter Attenberger war nur wenige Jahre Pfarrer in Grassau. Allzufrüh starb der beliebte Seelsorger am 11. September 1929 im Alter von neunundvierzig Jahren, Als man ihn im Priestergrab an der Kirche zur ewigen Ruhe legte, entstand dieses Bild. Die riesige Volksmenge beeindruckt uns. Wir haben aber auch ein Bild vom Hause Anderst, das schmal und hoch neben der Kirche stand, heute aber ein gediegenes Textilhaus der Josef Kaindl ist, Der im Vordergrund sichtbare Gartenzaun des Ehbauerhauses ging so nah an die Friedhofmauer, dass zwei Fuhrwerke nicht aneinander vorbeikamen.

16. Um 1910 könnte diese Aufnahme entstanden sein. Neben dem Eingang zum Kirchhof sehen wir das 'Stiegel', von dem aus der Gemeindediener nach dem sonntäglichen Gottesdienst die wichtigsten Nachrichten und Neuigkeiten bekanntgab. Das Haus Ehbauer war das älteste Schulhaus - eine Schule ist schon 1558 nachgewiesen - mit Wohnung für den Lehrer, der zugleich Organist war, und für den Kooperator, dessen Aufgabe vor allem die Seelsorge in den Filialen war. Das Walmdach dahinter gehört zum 'Karninfegerhaus', das der Kaminkehrer Joha nn Lüttich 1865 von seinem Schwiegervater Lorenz Ostermayer übernommen hat.

17. Die Künstler des Barock haben aus ihrem lebendigen Glauben heraus den gotischen Raum zu einem herrlichen Thronsaal für den Heiland gemacht, der in Brotsgestalt zugegen ist und uns den Weg zum Vater weist, der uns von oben segnet. Auf dem steilen Weg begleiten uns die Heiligen als Vorbilder und Fürbitter beim Vater. So hat der fromme Sinn der Künstler ein Denkmal der Einheit der lebenden und verstorbenen Gläubigen mit ihrem Erlöser und seinen Heiligen aufgerichtet. Könnte es eine schönere Anregung zum christlichen Leben, mehr Trost und Mut auf unserem Lebensweg geben?

18. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts wurde eine zweite Empore, eine Borkirche, wie man hier sagt, eingebaut. Jakob Carnutsch hat die Brüstung mit Bildern aus dem Leben Jesu geschmückt. Das war recht lieb, aber eng war es da oben, viel zu wenig Platz für Sänger und Geiger und Bläser. Als dann in den fünfziger Jahren die Orgel überholt werden musste, hat man im Einvernehmen aller zuständigen Stellen die Empore entfernt und den Chor samt Orgel auf der alten unteren Borkirche eingerichtet. Nun stand der weiteren Entwicklung der Kirchenmusik nichts mehr im Wege. Im Jahr 1970 erklärte ein Fachmann die Aufflihrungen für rundfunkreif. Diese Anerkennung dürfte der beste Dank an alle sein, die sich bemüht haben, die Ehre Gottes zu verkünden.

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