Grassau in alten Ansichten

Grassau in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Michael Hausladen
Gemeente
:   Grassau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0138-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grassau in alten Ansichten'

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19. Zwei Wandleuchter, sogenannte Sanctusleuchter, hat 1688 der Schmied Rupert Neuhauser der Kirche gestiftet als Weihegabe und Dank für die wiedererlangte Genesung seiner Frau nach schwerem Kindbett. 1979 wurden sie aus der Kirche gestohlen. Der gewissenlose Käufer denkt sicher nicht so, wie der gläubige Meister es mit seinem Werk ausdrückte: Mit Engeln und Heiligen, bei Tag und Nacht (Sonne und Sterne) will ich Gott loben, wenn ich früh beim Hahnenschrei an die Arbeit (Hufeisen) gehe, bis der Abend (Mond) zur Ruhe mahnt. So hoffe ich, dass dereinst mir leuchtet Christus Jesus, das wahre Licht in Ewigkeit.

20. 'Gestiftet von der Pfarrei Grassau zur Feier ihres tausendjährigen Bestandes 1928.' So stand auf der Jubiläumsglocke zu lesen, die am 11. Mai 1926 unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich empfangen und zur Kirche gebracht wurde. Die Glockengießer Hahn und Sohn in Landshut haben sie gegossen, SO 1/2 Zentner wog sie und 8959 Mark hat sie gekostet. Das war damals viel Geld. Mit dieser kam noch eine zweite Glocke, die Gebetsglocke, die 5 1/2 Zentner wog.

21. Die Jubiläumsglocke hatte kein langes Leben, 1942 musste sie mit drei anderen abgeliefert werden. Sie und die Gebetsglocke wurden eingeschmolzen. Die Zwölfuhrglocke, von Bernhard Ernst in München 1645, und die Marienglocke von Caspar Schitz in München 1615 gegossen kamen nach dem Zweiten Weltkrieg wohlbehalten und feierlich empfangen auf ihren heimatlichen Turm zurück. Dank den Bemühungen des Kriegervereins konnten die verlorenen Glocken 1961 durch zwei neue, ebenfalls aus der Gießerei Hahn und Sohn, ersetzt werden. Die große Glocke ist jetzt dem Gedächtnis der Gefallenen der Pfarrei gewidmet.

22. Im Friedhof um die Kirene wurde schon lange niemand mehr begraben. Allein das Priestergrab blieb und die Gedenktafeln an der Kirchenmauer. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Kriegerdenkmal im Schatten der Kirche errichtet, das auf diesem Bild in winterlichen Schutzmantel zu sehen ist. Im Zweiten Weltkrieg wurde jedem Gefallenen ein Kreuz gewidmet, es wurde eine lange Reihe. Der "Totenkerker', das alte, 1701 von Jakob Carnutsch einzigartig ausgemalte Beinhaus, wurde 1948 renoviert und dem stillen Gedächtnis der Toten beider Kriege geweiht. Später mussten das alte Kriegerdenkmal und die Friedhofsmauer dem Straßenbau weichen. Dafür wurde ein würdiges Mahnmal gesetzt, das jedermann sagt; Nur im Kreuz ist Frieden und Heil.

23. Die alte Turmuhr war müde geworden auf ihrem langen Lauf. 1959 wurde es Zeit, sie durch ein neues Werk zu ersetzen, das mit Hilfe der Elektrizität die schweren Gewichte selber aufzog und das regelmäßige Läuten besorgte. Der Mesner musste nun nicht mehr Tag für Tag zur Uhrstube im Turm hinaufsteigen und die Gewichte hinaufwinden, Ein neues Werk verlangte auch neue Zifferblätter. Unser Bild zeigt eines der alten schmiedeisernen Ringe mit den Ziffern. Zweihundert Jahre hingen sie am Turm und zeigten keinen Rost. Ob die neuen auch so lange ihren Dienst tun? Zwei Männer mussten ziehen, um die neuen Scheiben an ihren Platz zu bringen.

24. Georg Obermeier bedient hier 1924 die Salutkanone, die bei feierlichen Anlässen wie an Fronleichnam, aber auch bei Beerdigungen von Kriegsteilnehmern abgefeuert wird. Sein vierjähriger Bub steht dabei und denkt nicht daran, daß ihm selber einmal nach schwerer Kriegsverletzung und langem Leiden die Ehrensalve über das Grab schallen würde. Bemerkenswert ist die von Weidinger gemachte Aufnahme, weil sie zeigt, wie weit das freie Feld zwischen der Moosbacher- und der Niederfeldstraße damals noch war. Links ist das Haus des Schusters Kaspar Ölkuch, rechts das Langlgut, das längst kein Bauernhof mehr ist.

25. Niedernfels ist als Adelssitz schon um das Jahr 1000 bekannt. Augustin von Aham zu Valley erbaute das Schloß 1568. Sein Schwiegersohn Sigmund Fuchs von Fuchsberg zu Jaufen und Lebenburg ist uns durch einen schönen Grabstein an der Pfarrkirche bekannt, Das gleiche Wappenbild wie auf diesem Stein ist auch über dem Eingang der Lebenburg in Tscherms zu sehen. In bester Erinnerung leben die Freiherren Vogt von Hunoltstein, die rund neunzig Jahre mit Grassau verbunden waren. Im Jahr 1932 haben sie den Besitz aufgegeben, der im Zweiten Weltkrieg Zwangslager für Leute, die aus ihrer Heimat in Slowenien und anderen Gegenden verschleppt wurden, und Ausweichstelle für einen Kriegsbetrieb war, aus dem nachher die Firma Körting wieder erstand. 1955 eröffneten die aus ? __ ._ Chotieschau vertriebenen Salesianerinnen ein Volksschulheim für Mädchen. (Bild eines unbekannten Malers.)

26. Die Pfarrbeschreibung von 1875 führt unter den zur Pfarrei gehörenden Berghäusern zwei auf: Fahrnpoint, das heute noch besteht und von Niedernfels aus leicht zugänglich ist. Das zweite ist die Schwaige, die über Fahrnpoint liegt. Das Leben da oben war schon recht mühsam und der Weg für den sonntäglichen Kirchgang für alte Leute zu beschwerlich, der tägliche Schulweg für die Kinder gar ermüdend. Als sich die Gelegenheit ergab, durch einen Tausch das Jägerhaus in Niedernfels zu erwerben, zog der Schwaiger Peter Bachmann rnit seiner Familie in den Jägerwinkel zu Niedernfels herab. Ein Unbekannter hat 1878 das Berghaus gezeichnet.

27. Kaum eine Karte zeigt so deutlich die Veränderungen, die in einem Menschenalter in einer Gemeinde vor sich gehen. Das Schulhaus ist zweckentfremdet, seit die Kinder die Hauptschule in Grassau besuchen, der Gasthof Hilger birgt in seinen Mauern kein Gasthaus mehr, sondern moderne Wohnungen, das Forsthaus ist in Privatbesitz, der Gasthof Hütter kennt den Namen Hütter nicht mehr, man sagt jetzt 'beim Messerschmied' oder 'Prassberger', Über die Kirche, die hier nur schwach hinter den Bäumen zu sehen ist, berichten die nächsten Bilder. Die Gemeinde Rottau ist seit 1971 wieder mit Grassau vereinigt.

28. Aus Urkunden geht hervor, dass schon vor 1195 in Rottau eine Kirche gebaut wurde. Sie war dem heiligen Erzengel Michael geweiht. Im Laufe der Jahrhunderte wurde viel verandert und was dadurch entstanden ist, war weder schön noch groß genug. Der Platzmangel zeigte sich immer mehr, seit Rottau einen eigenen Seelsorger bekam, einen Expositur, was so viel bedeutet wie Kaplan von Grassau, der in Rottau wohnt und die Gemeinde betreut. Die Leute nannten ihn meist Vikar, heute ist er Kurat, Die Rottauer mussten nun nicht mehr zum Sonntagsgottesdienst nach Grassau gehen. Bald war die Kirche zu klein. Der Platznot musste abgeholfen werden. 1954 wurde endlich nach Entwurf von Georg Berlinger eine neue Kirche gebaut. Der hübsche Turm mit der doppelten Kuppel blieb bestehen.

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