Grassau in alten Ansichten

Grassau in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Michael Hausladen
Gemeente
:   Grassau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0138-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grassau in alten Ansichten'

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29. Das Innere der alten, dem heiligen Erzengel Michael geweihten Kirche war durch wiederholte Veränderungen nicht gerade schöner geworden. Altäre und Figuren in allen Stilarten standen eng beisammen, wertvoll, lieb und fromm war es wohl, dieses uralte Gotteshaus, aber es konnte den Anforderungen einer aufstrebenden Gemeinde doch nicht mehr genügen, Im geräumigen Neubau konnte alles, was gut und wertvoll ist, pietätvoll erhalten werden. Auf dem Seitenaltar hat auch wieder der Schrein mit den Reliquien des heiligen Martyrers Candidus, die ein Bauer 1844 aus Rom mitgebracht hat, eine würdige Stätte gefunden.

30. Heute ist noch gelegentlich vom Bergbauern Lorenz Mayer die Rede, dem Adersberger, der mit einem Hirsch ins Tal heranfuhr, den er aufgezogen und zum Ziehen abgerichtet hatte. Es wird berichtet, dass er seine Kinder damit zur Schule gebracht habe und sonntags nach Grassau zur Kirche fuhr. Kein Pferdegespann konnte ihn überholen, da gewann er manche Wette. Aber der Hirsch tat doch nicht immer so, wie sein Herr wollte. Wegen Tierquälerei wurde ihm schließlich das Fahren mit dem Hirsch verboten. Der Lenz verkaufte 1912 das Tier an einen Grafen in Wien, der aber in der Stadt damit nicht zurechtkam. Zuletzt soll der Hirsch in einen Tierpark in Venedig gekommen sein. J. Thomas berichtete die Hirschgeschichte in den Chiemgau-Blättern vom 11. Februar 1961 und brachte dazu dieses Bild.

31. Zur Fastnacht 1933 beschloss man, eine Jubelhochzeit in alter Tracht aufzuführen. Vor dem ältesten Bauernhaus, das dem Verfall preisgegeben ist und seines jämmerlichen Zustandes wegen scherzhaft 'Guggenburg' genannt wird, hat sich die ganze Gesellschaft dem Fotografen gestellt. Da sehen wir die niedrigen Chierngauer Hüte - heute sind sie nochmals so hoch -, mit denen sich die Frauen schmücken, und die kunstvoll gebundenen Kopftücher, den 'türkischen' Schal und die bunten Fürtücher. Die Männer tragen hohe, meist breitrandige, mit kecken Federn geschmückte Hüte, Kniehosen und lange Strümpfe dazu. Rock und Weste sind mit silbernen Knöpfen, meist Münzen, geziert.

32. Der eifrige Vorstand des Gebirgstrachten-Erhaltungs-Vereines 'Hochplattner', der 1938 verstorbene Fellner Schorsch, ist gerade dabei, den Jungplattlern die Grundbegriffe heimischer Tänze und Reigen beizubringen, 'Brauch und Sitte der Alten wollen wir erhalten,' diese Worte schrieb Fellner auf die Rückseite der Karte und drückte damit das Ziel der Trachtenvereine aus. Nach außen tritt vor allem das treue Festhalten an der herkömmlichen Tracht in Erscheinung, die Beteiligung an religiösen und kulturellen Anlässen ist Ehrensache.

33. In einer Salzburger Urkunde aus dem Jahr 929 wird eine Kirche und ein Priester in der Grassau genannt. Deswegen hat man in Grassau beschlossen, das bevorstehende tausendjährige Bestehen der Pfarrei würdig zu feiern. Die Vorbereitungen nahmen mehr Zeit in Anspruch als man dachte, so kam das Jahr 1933 zu diesern großen Ereignis, Der Diözesanbischof, Michael Kardinal von Faulhaber, wurde gebeten, das Protektorat über die Feier zu übernehmen und in dem Münchener Schriftsteller Fritz Hacker fand man den Verfasser eines kulturhistorischen Volksschauspieles, das den Zuschauern die Gründungszeit nahebringen sollte. Das Werk des Dichters 'Vor tausend Jahren in der Grassau' wurde freudig angenommen und von den Zuschauern begeistert aufgenommen. Die beiden Bilder zeigen das Werbeplakat und eine der Eingangspforten zum festlich geschmückten Ort.

34. Für ein gutes Gelingen der Jubiläumsfeier hat man keine Mühe gescheut. Das Dorf musste geschmückt werden, für den Festgottesdienst war ein Altar im Freien aufzustellen und für dasgroße Spiel eine Freilichtbühne am Waldesrand zu errichten. Das Gelände musste geebnet, für das Orchester ein Graben ausgehoben und für die Zuschauer die nötigen Sitzplätze besorgt werden. Dazu hatte man noch ein germanisches Haus auf der Bühne zu errichten. (Bild: Wissmann-Verlag, München, 1933.)

35. Im September 1965 wurde die Gemeinde Grassau zum Markt erhoben und gewann damit Rechte zurück, die Herzog Heinrich der Reiche schon 1446 dem Dorfe verliehen hatte. Das gab Gelegenheit zu großen Festlichkeiten und zu einem Festzug mit Musik, Fahnen und reichgeschmückten Wagen. Wie bei der Jahrtausendfeier der Pfarrei ließ man auch diesmal die alte Zeit wieder aufleben. Unser Bild zeigt den Anfang des Zuges: Ein Mann in mittelalterlicher Tracht zieht mit seiner Familie auf dem Plachenwagen ins Dorf, ihm folgen auf eigenen Fuhrwerken Bauern und Handwerker, die fleißig bei ihrer Arbeit sind, Schreiner und Schmiede, Bäcker und Metzger, Frauen am Spinnrad und am Herd, Es war eine eindrucksvolle Erinnerung an die Landnahme vor 1 500 Jahren.

36. Das war so eine Überraschung, besonders für die Jugend, als im Krieg 1918 ein Flugzeug ins Tal flog und im Lindenfeld landete. Der Flugzeugftihrer bei der kgl Bayer, Jagdstaffel 77 b, Georg Weiß, besuchte seinen Bruder Ulrich Schuhböck, Weiß hat alle Luftschlachten seiner Staffel mitgemacht und Auszeichnungen erhalten. Nach dem Ersten Weltkrieg trat er in den Staatsdienst, der Fliegerei aber blieb er treu. Er war eifriges Mitglied der Fliegervereinigung in Holzkirchen, wo er wohnte und eine Familie gründete, aus der zwei Kinder hervorgingen. Am 29. Juni 1928, als man die 'Ozeanflieger' erwartete, weilte er in Schleißheim. Er stürzte auf dem dortigen Flugplatz beim Start zu einem Rundflug aus ungeklärten Gründen ab und war sofort tot. Am 2. Juli wurde er in Holzkirchen begraben.

37. Josef Weidinger hat 1926 die 'Chiemgau-Achtentaler Nachrichten' herausgegeben, ein Blatt das dreimal wöchentlich erschien, Fast ein Jahrzehnt hat es bestanden. Weniger Glück hatte der Buchdrucker Theo Breit, der 1953 dieses Blatt fortsetzen wollte. Er konnte es nur ein Jahr durchhalten. Die Bürgermeister im Achental begrüßten es im Geleitwort als willkommenen Vermittler in Verwaltung, Geschäftsleben und Fremdenverkehr, aber auf die Dauer konnte es doch die Tageszeitungen nicht ersetzen,

38. Diese Postkarte aus dem Verlag J. Distlberger um 1908 bietet einen guten Überblick über das 'Oberdorf", Das Haus ganz links, ehemals 'beirn Sattler' genannt, ist im Juli 1979 abgebrochen worden, wie einige Jahre früher das Gemeindehaus, früher Armenhaus, das hier im Hintergrund als erstes Haus in Kucheln zu sehen ist, Am Wald, wo ein Schneestreifen beginnt, finden wir noch das Haus 'beim Sigl', heute Petrinenhof genannt, wo der Erbauer des ersten Dampfschiffes auf dem Chiernsee, der Zimmermann Wolfgang Schmid, gewohnt hat. Er ist 1873 im Alter von achtundsechzig Jahren in diesem Haus gestorben.

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