Grassau in alten Ansichten

Grassau in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Michael Hausladen
Gemeente
:   Grassau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0138-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grassau in alten Ansichten'

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39. Beim Festzug zur Markterhebung im September 1965 zieht gerade die Musik mit dem Trachtenverein durch das Oberdorf. Wir sehen das Anwesen beim Kleinmacht, das heute nun mehr Wohnhaus ist, und das Zuhause, das einem schmucken Einfamilienhaus Platz gemacht hat. Der Kleinrachlbauer Josef Koller hatte zu wenig Hofraum um das Haus und dazu die meisten Felder in weiter Entfernung. Er siedelte deshalb aus und baute sich ein neues Haus bei seinen Feldern.

40. Die Familie Ludwig Hilger stellte sich etwa 1895 im Garten vor ihrem Haus dem Fotografen Nicolaus Gumberger in Reichenhall. Es war einmal der größte Bauernhof in Grassau, er hieß auch 'der Bauer', Da aber die Besitzer keine Kinder hatten, kam das Anwesen herunter und wurde zertrümmert. Das Wohnhaus erwarb der Schlosser Hilger 1875 und richtete dort seine Werkstatt ein. Im gleichen Jahr kaufte die Witwe Therese Scheck das Zuhause. Dieses beherbergte nach ihrem Tod alte Leute. Im Jahr 1901 ging es durch Kauf an Georg Lechner über und ist heute noch im Besitz der Familie. Das Hilgerhaus ist in letzter Zeit Arzthaus geworden.

41. Im Jahre 1884 wurde in Grassau ein Musik- und Gesangverein gegründet, der sich durch den hohen Stand seiner jährlichen Konzerte einen guten Namen gemacht hat. Lange vorher schon gab es eine Musikkapelle. Das Bild zeigt uns eine spätere Aufnahme, sie mag um 1905 entstanden sein. Einige Namen aus dieser Gruppe sind heute noch im Gedächtnis. Da ist in der Mitte der Großrachlbauer Johann Georg Sichler, auch Sing-Rach! genannt, der so gerne Sänger geworden wäre und bei seiner musikalischen Begabung auch die besten Aussichten auf Erfolg gehabt hätte. Er hat sich doch noch entschlossen, den Hof zu übernehmen. Ein lustiger Sänger und Musikant ist er zeitlebens geblieben. Von den anderen Bläsern ist der Stadlbauer Franz Moritz in guter Erinnerung, der in seinen letzten Lebensjahren die Bassgeige spielte.

42. Unser Bild zeigt eine Pechlerhütte. Der Pechler sammelte im Wald das Harz, Pech genannt, nach einer gewissen Regel, die den Bäumen nicht schadete. Dieses Pech wurde, wohl wegen der Feuersgefahr, in einer eigenen Hütte gesotten und verarbeitet. Dabei hatte jeder Pechler sein Geheimrezept. Es gab da nicht nur die nötige Wagenschmiere, es gab auch andere Erzeugnisse, Heute noch loben die alten Leute die Heilkraft der 'Schwarzen Salbe', die bei Verletzungen aller Art den Schmerz nahm und jede Wunde rasch heilen ließ. Franziska Hager berichtet in ihrem Buch 'Das alte Dorf, dass die Frauen der Waschlauge gern etwas Pech beigaben, dass sie blendend weiß würde, und dass man gesunder Zähne wegen Harz von Fichten oder Kirschbäumen kaute.

43. Die Hefteralm war als Rossalm gelobt, solange die Pferdezucht noch in Blüte stand. Früher brauchten die Bauern tüchtige Zugpferde am Berg und auf den Feldern. Durch die Motorisierung und die Umstellung der Landwirtschaft auf die Milchwirtschaft, die in unserer Gegend wohl am einträglichsten ist, besteht kein Bedarf mehr an Zugpferden. Auch die Almen für das Rindvieh werden immer weniger bezogen, weil niemand mehr für die Arbeit bereit ist. Außerdem ist es unmöglich, die Milch ins Tal zur Molkerei zu bringen. Ein Aufstieg durch Wiesen und Wald zu den Almen bietet immer noch Erholung und herrliche Sicht ins Tal und auf ferne Berge.

44. Der Wandel der Zeit kommt auf diesem Bild mehrfach zum Ausdruck. Die Stute mit dem Fohlen erinnert an einen ehemals bedeutenden Erwerbszweig der Landwirtschaft, die Pferdezucht. Bei der Feldarbeit wie beim Holztransport waren Pferde im Sommer wie im Winter unentbehrlich. Die Motorisierung hat al1es verändert. Dafür hat in den letzten Jahren der Reitsport große Beliebtheit errungen, aber für die Zucht von Reitpferden kommt ein Bauernhofkaum in Frage. Im Hintergrund steht noch das Wagneranwesen, das auch ein Opfer der Zeit geworden ist. Das Haus im Stil der Jahrhundertwende, älteren Leuten als 'Tierarztvilla' bekannt, ist auch schon zum Abbruch bestimmt.

45. Eine große Feier war und ist immer noch der jährliche 'Almkirta', der alljährlich am 25. Juli, dem Fest des heiligen Jakobus von den Sermerinnen der Staudacher Almen abgehalten wird. Nach dem Gottesdienst in der Kirche auf dem nahen Schnappenberg kehrte man in den einzelnen Kasern, den Almhütten, ein. Fröhliches Treiben entwickelte sich da manchmal bis in den Abend hinein, Aber auch hier hat sich manches geändert. (Aufnahme 1944.)

46. Dieses Bild aus neuerer Zeit gehört fast der Vergangenheit an. Viel Mühe und Schweiß kostete die Heuernte in glühender Sonne, das Zusammenrechen, das Auflegen der großen Ballen auf das hohe Fuder, aber auch das Fuderfassen, das Abnehmen von der Gabel und Zurechtrichten, dass nichts herunterfallen oder das Fuder auseinanderfallen konnte. Da half auch der schönste Blick auf den Schnappenberg, auf Hochgern und Hochlerch nichts, nur die Freude und Dankbarkeit für Gottes Segen ließen die Mühen vergessen. Man wird wohl sagen dürfen, es war lustiger als es jetzt ist, da ein einziger Mann auf ratterndem Bulldogge alles in kurzer Zeit erledigt.

47. Johannes von Nepomuk, den man in der Moldau ertränkt hatte, wurde 1729 heiliggesprochen, In Prag wurde ihm ein eindrucksvolles Denkmal auf der Brücke errichtet. Die Verehrung des Brückenheiligen, des Schutzpatronen gegen alle Gefahren des Wassers, verbreitete sich bald über ganz Bayern, an Flüssen und Bächen hat man sein Bildnis in Holz oder Stein, oft auch in Kapellen, aufgestellt. Der Kapellenweg in Grassau führt zu einem der vielen Denkmäler im Achental, einem gemauerten Häuschen, Ein einfaches Holzgitter zu seinem Schutz. Die Betreuer ersetzten es durch eine ansprechende Arbeit in Schmiedeeisen, aber sie brachten die Figur doch in sichere Verwahrung und stellten dafür eine Muttergottesfigur hinein, bis wieder sichere Zeiten kommen.

48. Am Kirchplatz von 1906 sehen wir links den Pfarrhof, den der Grassauer Maurerpolier Benedikt Petzl 1792 nach dem Brand des vorigen Hauses erbaut hat. Die Größe des Hauses wird verständlich, wenn man bedenkt, dass bis 1920 vom Pfarrer auch noch Landwirtschaft betrieben wurde und in der Regel auch zwei Hilfspriester versorgt werden mussten. Nach Aufgabe der Ökonomie und Errichtung eigener Seelsorgestellen in Rottau und Egerndach waren auch Stall und Stadt überflüssig geworden. Deshalb beschloss die Oberhirtlichte Stelle auf deren Platz ein neues Pfarrhaus zu errichten. Dieses konnte 1962 bezogen werden. Bald darauf erwarb die Marktgemeinde den 'Alten Pfarrhof' und richtete ihn für ihre Zwecke ein.

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