Grassau in alten Ansichten

Grassau in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Michael Hausladen
Gemeente
:   Grassau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0138-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grassau in alten Ansichten'

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49. Als Beispiel alter einheimischer Bauweise stand die Schweizerei am Kirchplatz. Was dem Haus einen eigenen Reiz verleiht, sind die ausgewogenen Maße des Baues, die gutgegliederten Fenster mit den Läden und die maßvolle Zier, die der Zimmermann am Dach angebracht hat. Tisch und Bank vor dem Haus und die Wandbäume lassen das Haus gemütlich erscheinen. Hans Hilger hat es 1917 gekauft und als Geschäfts- und Wohnhaus zweckmäßig ausgebaut.

50. Eine große Feier haben die Veteranen im Jahre 1905 veranstaltet. Nur wenige Teilnehmer können rnit einiger Sicherheit noch festgestellt werden. Verrnutlich hat man der Gefallenen des Krieges von 1870/1871 gedacht. Die Vorstände des Veteranenvereins. Otto Freiherr von Hunoltstein auf Niedernfels und Josef Klauser von Piesenhausen, zeigen ein Bild, das nicht zu erkennen ist. Es dürfte eine Gedenktafel an die Toten sein, deren Namen dann später am Ludwigsbrunnen eingemeißelt wurden, der 1912 als Kriegerdenkmal errichtet wurde.

51. Behäbig und gediegen, mit einem mächtigen Walmdach, lud der Gasthof 'zur Post' den Einheimischen wie den Fremdling, der aus der Kutsche stieg, zu behaglicher Rast ein. 'Gast- und Tapernwirtschaft' stand über dem Eingang, das bedeutete, daß der Wirt das Recht hatte, Gäste zu beherbergen. Der Hausname 'beim Hefter' geht auf mehr als drei Jahrhunderte zurück, er ist geradezu der Adelsname bäuerlicher Geschlechter und überdauert Generationen. Diese vergehen, der Hof bleibt. Unter den Besitzern wirkten am längsten die Schwarzenbeck als Wirte und Posthalter, die den Postdienst zu versehen und die nötigen Pferde bereit zu stellen hatten.

52. Am Samstag, den 14. September 1895 abends sieben Uhr stand plötzlich das Hefteranwesen in hellen Flammen. Die Brandursache weiß man nicht. Die Wirtstochter, die auch die 'Postexpedition' führte, hatte noch die Geistesgegenwart, die umliegenden Orte telegraphisch um Hilfe zu bitten, so dass bald die Feuerwehren aus allen Richtungen eintrafen. Retten konnten sie freilich nichts mehr, das Feuer hatte bereits die Nachbarhäuser ergriffen. Die Häuser waren damals noch mit Holzschindeln gedeckt. Brennende Schindeln fliegen weit. Bei diesem Brand erreichten sei sogar noch die Turmzwiebel, so dass man einen Schlauch hinaufziehen musste, um den Kirchturm zu retten. Der fast blinde Wirt und seine kranke Frau haben all ihr Gut verloren.

53. Der Brand des Postgebäudes hat auch die beiden Nachbarhäuser erfasst und vernichtet. Der Metzger nebenan, Vater von neun Kindern, konnte nichts mehr retten, der Schmied, der das Haus erst gekauft und unter großen Mühen sein Geschäft aufbauen musste, war wohl noch schwerer betroffen, aber die Schmiede selbst blieb erhalten, Dieses Bild der drei Brandstätten ist die letzte Erinnerung an den alten Friedhof. Diese Ruhestätte der Toten war zu klein geworden, man errichtete deshalb einen Neuen Friedhof außerhalb des Dorfes an der Straße zur Lindenkapelle. Die hohe Mauer wurde früher schon einmal niedriger gemacht und musste vor einigen Jahren beim Straßenbau ganz neugebaut werden.

54. Nach dem großen Brandunglück wurde der Postgasthof um ein Stockwerk höher wieder aufgebaut. Daneben steht das ebenfalls wieder erstandene Metzgeranwesen. Das 'Wilderi-Schneider-Häusl' wurde, obwohl es der Post am nächsten stand, vom Brand verschont. Der heftige Wind hatte beim Brand die brennenden Schindeln in die entgegengesetzte Richtung getragen. So blieb das schmucke Haus im wesentlichen erhalten. Die Karte trägt den Vermerk 1918, dürfte aber schon vor dem Ersten Weltkrieg von Weidinger gemacht sein. Die Poststelle im Gasthof wurde 1930 in das neue Gebäude der Bundespost am Birkenweg verlegt. Nachdem auch dieser Bau zu klein geworden war, hat sich die Post an der Bahnhofstraße angesiedelt.

55. Der König-Ludwig-Brunnen wurde im Jahre 1912 eingeweiht. Er war den Toten, die aus den Kriegen 1866 und 1870/1871 nicht mehr nach Hause kamen, zum ehrenden Andenken gesetzt. Die Steinmetzarbeiten übernahm Paul Seibold, die Büste ließ man von einem Bildhauer in München fertigen. Die beiden Seitenteile trugen die Namen der Gefallenen, doch wurden die Schriften im Laufe der Zeit unleserlich und die Tafeln schuldhaft. Man hatte längst vergessen, dass man ein Kriegerdenkmal vor sich hatte, Die Schaden wurden behoben. Als dann 1970 die Friedhofmauer dem Straßenbau geopfert werden musste, wurde das Denkmal der neuen Lage entsprechend wieder aufgestellt. Auf der Rückseite des Denkmals wurde das Holzkreuz angebracht, das von 1919 bis 1961 zur Erinnerung an den Tod König Ludwigs Il. im Starnberger See stand.

56. Gleichzeitig mit dem Hörtererhaus wurde auch die Weißbierbrauerei nebenan gebaut, Das erste hat inzwischen große Veränderungen erfahren, die Weißbierbrauerei hat längst den Betrieb eingestellt und ist nur Gasthof. Auch die Nachbarschaft ist völlig verändert. Das alte Sattlerhaus, bisher Wohnhaus, wurde abgerissen, dafür zwei neue Wohnhäuser erbaut, auch der Stall des Schweizerhauses besternt längst nicht mehr und auf dem freien Platz ist der Zugang zu neueren Bauten, Auch Zaun und Garten im Vordergrund mussten dem Straßenbau weichen. Denkwürdig ist auch die Anschrift der 1915 geschriebenen Postkarte: 'An den Fahrer Matth. Hörterer, 1. Bay. Armeekorps. 2. Staffel, 5. Feldlazarett.'

57. Wo das Tischlergassl vom Kirchplatz abzweigt, hat der Mechaniker Hans Hilger Wohnung und Geschäft in dem Haus eingerichtet, das der Baumeister Matthias Hörterer 1906 fertig stellte. Da konnte man alles haben, was nötig war, Fahrräder und Nährnaschinen, die er auch reparierte, Benzin und Öl für das Auto, Jauchepumpen und 'Prima Retorte-Kohlen für das Bugeleisen per Kilo 20 Pfennig'. Da gab's elektrische Lampen und Geschirr für den Haushalt. Leni Hilger, Julie Furtner und Dora Grill! stellten sich als treue Helferinnen dem unbekannten Fotografen etwa 1913.

58. Dass es einmal ein Auto gegeben hat, das eine 'Chaise' ohne Deichsel war, möchte heute kaum jemand mehr für wahr halten. Tatsächlich wurde im Jahr 1900 ein solcher 'Motorwagen' angeboten. Hans Hilger hat ihn mir seinen Gehilfen nachgebaut, schien aber schon bei der ersten Fahrt nicht recht weit gekommen zu sein. Doch machte es Spaß, wie das Bild erkennen lässt: Vornehm und modebewusst sitzt die 'Dame', einer der Gehilfen, neben dem Fahrer, der, weniger vornehm, dem vor ihm sitzenden Mechaniker Vinzenz Gnadl gerade eine Watschen geben will, Die Aufmerksamkeit der Kinder scheint auf Fahrer und Fotografen geteilt zu sein. Eines der Kinder konnte noch genannt werden: Hiasl Hörterer. (Foto Weidingor um 1910.)

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