Grassau in alten Ansichten

Grassau in alten Ansichten

Auteur
:   Johannes Michael Hausladen
Gemeente
:   Grassau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0138-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grassau in alten Ansichten'

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59. 'Fünf Pfund Blech und zwei Pfund Lack - Iertig ist der Hanomag,' so spottete man in den dreißiger Jahren über dieses kleine Auto, mit dem man gut und billig fahren konnte. Mit wenig Mühe konnte man das Verdeck abheben und im offenen Wagen das schöne Wetter genießen. Wer anders konnte an der Spitze dieser Karawane stehen als Josef Weidinger, der seinen großen Wagen gerne mit dem sparsamen Kleinen vertauschte. Auf den Nummernschildern stand vor der Zahl das alte 'II B', das den Regierungsbezirk Oberbayern anzeigte. Der Zweite in der Reihe ist Rudi Herdegen, der letzte Vinzenz Gnadl. Die anderen konnten nicht mehr benannt werden. (Foto Weidinger 1930.)

60. Das Haus am Salinenweg ist wohl zu Anfang des vorigen Jahrhunderts erbaut worden. Der Arzt Dr. Johann Evangelist Kaindl hat es 1848 von seiner Schwester Therese Kaindl gekauft, die Haushälterin des Landarztes Johann Paul Weidinger war und 1862 als Krämerin in Marquartstein gestorben ist. Später hat das Haus mehrmals den Besitzer gewechselt. 1948 kaufte es der Goldschmied Simon Münch für seinen Sohn Anton, der es zweckmäßig ausbaute und seine Goldschmiedekunst dort bis zu seinem frühen Tod ausübte.

61. Wo der von Oberregierungsrat Soukup 1968 in unübertrefflicher Art angelegte Kurpark Erholung bietet, waren vorher Wiesen, Äcker und Gärten. Am Zaun des Pfarrgartens entlang verläuft der Salinenweg, der das großartige Werk der Soleleitung wach hält. Von Reichenhall bis Rosenheim floss die Sole in hölzernen Rohren, den 'Teichen", tief in der Erde von Brunnhaus zu Brunnhaus, unter Wiesen und Äckern, Wegen und Gärten ans Ziel. Daß die hölzernen Röhren hart und widerstandsfähig wurden, hat man durch besondere Behandlung in den "Teichlbeizen' erreicht.

62. Die Soleleitung musste auf ihrem langen Weg manche Steigungen überwinden. Nur wenige Pumpstationen waren nötig. Eine solche war das Brunnhaus beirn Klaushäusl. Neben dem Wohnhaus des Brunnwartes ist das turmartige Maschinenhaus, in dem die von Georg von Reichenbach erfundene 'Wassersäulenmaschine' stand. Das reichlich vom Berg kommende Wasser wurde im 'Sandkasten' aufgefangen und gereinigt und fiel von diesem kleinen Häuschen in die Pumpe und hielt sie ständig in Gang. Die Sole kam in der sogenannte Talreserve (am rechten Rand des Bildes) an, wurde zur Pumpe geleitet und von ihr auf die 'Hochreserve' gebracht, von der sie weiter floss. Hundertfünfzig Jahre lang lief die Maschine ohne jede Reparatur, bis die Saline in Rosenheim und damit auch die Leitung 1958 stillgelegt wurde. (Foto-Stich, Peiting, ohne Jahr.)

63. Im Juli 1979 ist das Haus zum Sattler dem Erdboden gleichgemacht worden. Der hölzerne Anbau, der an die kleine Landwirtschaft, die einst dabei war, erinnert, war schon lange Zeit verschwunden, das Haus diente nur noch Wohnzwecken. Zwei neue Häuser in nächster Nähe sind an seine Stelle getreten. Der Bach, der vor Jahren das Tischlergassi begleitete, fließt in weiten Rohren unter der Erde durch das Dorf. Von einem der alten Sattlermeister wird erzählt, daß er, wenn ihm der blaue Montag allzu verlockend winkte, mittags durch das Dorf ritt und mit Trompetensignal zu fröhlichern Zusammensein in seine Werkstatt rief. Glückliche Zeiten!

64. Am Tischlergassl finden wir zwei charakteristische Häuser, das Tischleranwesen, das dem Weg den Namen gegeben hat, und das Ledererhaus. Der Schreiner Matthias Schmaus hat sich 1817 ein Wohnhaus gebaut und darin die Werkstatt eingerichtet. Ein hoher Giebel schuf Platz für die Arbeit und für Geräte und im Erdgeschoß blieb noch Raum für eine kleine Landwirtschaft. Der Lederner - so nannte man den Gerber - brauchte Platz zum Trocknen der Felle. Im gebrochenen Dach ließen zu beiden Seiten die Luken, die jetzt durch Fenster geschlossen sind, frische Luft durchziehen,

65. Wer die Zwetschgenallee noch kannte, weiß von der Pracht dieses Obstgartens zu erzählen in der Zeit der Blüte oder auch der Ernte. Vor allem waren dort Zwetschgenbäume, die den Grundstoff für das Zwetschgenwasser lieferten, das ein begehrtes Hausmittel gegen allerhand Krankheiten und gegen die Kälte der winterlichen Arbeit war, aber auch gewinnbringend verkauft werden konnte. Heute heißt der schmale Weg Tischlergass. Es führt heute an Gärten und Hecken vorbei, hinter denen im Schatten hoher Bäume schmucke Wohnhäuser stehen. (Aufnahme Weidingor um 1930.)

66. Das Tischlergebäude und der 'Zwetschgengarten' waren die nächsten Nachbarn des Fellnerhauses am Kirchenweg. Nach Süden und Osten war weit um freies Feld. Die Aufnahme hat Josef Weidinger 1925 gemacht, als er noch in seinem Haus am Kirchenweg wohnte. Man sieht den Zaun, der langst nicht mehr vorhanden ist. Niemand konnte damals ahnen, dass ein zweiter Krieg die Welt erschüttern würde, dass die Technik den Bauernhof verändern und Fremdenverkehr und Industrie eine wesentliche Bedeutung für die Gemeinde gewinnen könnten, ganz zu schweigen von dem mächtigen Zustrom der Heimatvertriebenen, für die Verdienst und Wohnung geschaffen werden mussten.

67. So ein altes Schulbild hat seinen eigenen Reiz. Wenige leben wohl noch, die um 1900 die Schulbank drückten und im Sonntagsstaat zum großen Ereignis antraten. Wer wurde denn damals schon fotografiert? Was denken sich wohl ihre Kinder, Enkel und Urenkel, wenn ihnen das Bild wieder vor Augen kommt? Manchen wird zuerst die Kleidung, die sich kaum von der Kleidung der Erwachsenen unterschied, auffallen, doch die Mehrzahl wird aus den Gesichtern lesen, wird sich erinnern an das, was aus den Kindern geworden ist, was sie erlebt haben, erreichten oder erstrebt haben. Was war es für ein armseliges und doch wieder fröhliches Leben bei einer noch recht bescheidenen Lebenshaltung im wenig bekannten Achentall.

68. Immer seltener werden die schönen Chiemgauer Sterntüren mit dem elegant geschwungenen Bogen und den geschnitzten Füllungen im Türstock. Daneben ist das schmale Fenster, das Licht in die Diele lässt und frische Luft, aber auch die Möglichkeit gibt, einen Besucher vor dem Öffnen zu sehen. Darüber steht die Altane mit den gedrechselten Säulen auf festen Stützen. Bewundernswert ist das sichere Gefühl der alten Baumeister und die Schönheit des Hauses, wie es sich an einem Bauernhaus in Guxhausen zeigt.

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