Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 1

Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walter Küchlin
Gemeente
:   Grenzach-Wyhlen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0182-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Am 1. Januar 1975 vereinigten sich die Gemeinden Grenzach und Wyhlen, von denen in diesem Büchlein in Wort und Bild berichtet wird, zur Doppelgemeinde GrenzachWyhlen. Es war keine Wunschehe; die Verwaltungsreformer wollten es so. Über Jahrhunderte gehörten die beiden Nachbarn unterschiedlichen Landesherren und deshalb auch unterschiedlichen Konfessionen an. Während Wyhlen der Herrschaft Rheinfelden und im Gefolge dem katholischen Vorderösterreich unterstellt war, gehörte Grenzach zur evangelischen Markgrafschaft. Doch über diesen trennenden Sachverhalt hinaus gab es eine Reihe von Gemeinsamkeiten.

In beiden Dörfern standen einst Landwirtschaft und Weinbau im Vordergrund. Der Hochrhein lieferte in Grenzach und in Wyhlen den begehrten Lachs, wenngleich die Fischerei in Grenzach größere Bedeutung hatte. Im Nebenerwerb verdienten sich Grenzacher und Wyhlener Bauern in den Steinbrüchen des Oberen Muschelkalk vom frühen Mittelalter an ein Zubrot, Hier wie dort gab es eine Ziegelhütte, hier wie dort wurden Gipsstollen in den Berg getrieben. Als dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung einsetzte, siedelten sich in beiden Orten

namhafte Industriebetriebe an. Kurz: Es gab mehr Gemeinsames als Trennendes.

Betrachten wir den Flecken Erde am Rheinknie bei Basel noch vom historisch-geographischen Standpunkt aus, verschwinden die Unterschiede vollends. Grenzach-Wyhlen liegt eingebettet zwischen Hochrhein und Dinkelberg, die sonnendurchglühte Steilhalde im Norden, im Süden die knapp bemessene Ebene zum Rhein hin, dem Grenzfluß zur Schweiz. Vom Grenzacher Horn bis zum Engeltal zieht sich, mit gelegentlichen Unterbrechungen, der von Menschenhand geschaffene Zahnkranz ehemaliger Steinbrüche, überragt vom alles bedeekenden Mischwald mit seinen Exoten: Buchs, Frühlingsahorn, Flaumeiche, Eibe, um nur diese zu nennen.

Es ist ein gesegneter Landstrich, für den Annette Kolbs Worte wahrhaft zutreffen: 'Früh kommt der Frühling und lange schleicht sich der Herbst.' Verwundert es da, wenn bedeutende Spuren menschlicher Existenz von der Altsteinzeit über die Zeit der Kelten, Römer und Alamannen in beeindruckender Zahl gefunden wurden und immer noch neue entdeckt werden? Die Schönheit der Landschaft muß in der Zeit, aus der unsere Bilder be-

richten, zwischen 1880 und 1930, beeindruckend, die Gastlichkeit ihrer Bewohner faszinierend gewesen sein. Johann Peter Hebel, Jacob Burckhardt, Viktor von Scheffel und viele andere könnten als Kronzeugen dafür angeführt werden.

In dem hier vorgegebenen Zeitrahmen vollzog sich der Wandel von den beiden Bauern-, Winzer- und Fischerdörfern zur Industriegemeinde im ländlichen Raum, zum Gemeinwesen, das einerseits Fremdes absorbierte und integrierte, andererseits aber auch von den Strömungen der Zeit erfaßt und tiefgreifend beeinflußt wurde. Die dadurch hervorgerufenen Veränderungen mit den vorhandenen Bilddokumenten möglichst sinnfällig zum Ausdruck zu bringen, war mir ein Anliegen. Die Suche nach einer ausreichenden Zahl guter alter Ansichten erwies sich als nicht leicht. Um so dankbar bin ich all jenen Privatpersonen, die mir ihr Familienalbum beziehungsweise ihre Sammlung alter Bilddokumente geöffnet und für diesen Zweck zur Verfügung gestellt haben. Ohne ihre selbstlose Bereitschaft wäre dieses Bändchen nicht zustande gekommen. Bei der Gemeindeverwaltung darf ich mich für drei Aufnahmen aus dem Archiv bedanken.

Literatur:

Ebner, Jacob: Urkundliche Darstellung aus der Geschichte von Grenzach, Gemeindeverwaltung Grenzach 1957. Gerber, Rainer (Verfasser): 125 Jahre Basel-Waldshut, Eisenbahn-Kurier Verlag Freiburg 1981.

Helm, Johannes: Kirchen und Kapellen im Markgrëflerland, Stadt Müllheim 1986.

Richter, Erhard: Die Flurnamen von Wyhlen und Grenzach, E. Albert Verlag Freiburg 1962.

Köbele, Albert (Herausgeber): Ortssippenbuch Grenzach, Grafenhausen bei Lahr 1974.

Küchlin, Rudolf: Industriegeographische Analyse der Grenzgemeinde Grenzach-Wyhlen.Esslingen 1982.

Lang, Hugo: Pfarrführer durch die Pfarrgemeinde Wyhlen 1932-1935.

Schneider, Karl: Grenzach, eine wirtschafts-historische Abhandlung, Diss, Universität Base11930.

Außerdem wurden zahlreiche Berichte aus den historischen Zeitschriften 'Das Markgräflerland' und 'Die Markgrafschaft' sowie aus Festschriften und Zeitungen ausgewertet.

1.Der Illustrator Theodor Barth sitzt auf der Gartenterrasse im 'Waldhus' in der Hardt und Iäßt seinen Bliek über den Rhein nach Grenzach schweifen. Von Obstgärten umgeben, liegt das Dorf in ländlicher Beschaulichkeit. Wie Kücken um die Henne scharen sich die alten Gehöfte um die alles überragende evangelische Kirche. Vor und nach dem Ersten Weltkrieg waren unter den Sonntagsgästen im Vordergrund immer auch Grenzacher zu finden. Dank der Fähre war es ein leichtes hinüber zu gelangen. Doch zwischen 1914 und 1918 änderte sich das leider. Kar! Stückelberger reimte damals folgenden Vers:

Grenzach grüeßt mi grad Wie dä Kamerad,

Wo aim nit ka geh si Hand, S'lit halt nit im Schwizerland.

Grenzach grüeßt mi grad.

Grenzach i. B.

2.So zeigte sich Grenzach, blickte man um 1915 vom Berghang ins Tal. Von rechts unten nach links verläuft die Hauptstraße, Dort wo sie in die von rechts kommende Basler Straße einmündet, konzentrieren sich historische Gebäude: der 'Schwarze Bären', das 'Ziel', das stattliche Gehöft der Familie Ernst Kieter (heute Penny Markt) und gegenüber, an den markanten Giebeln gut erkennbar, das 'Kaiserliche Postamt'. Daran schließt sich das Feuerwehrgerätehaus (Türmchen) an, gefolgt von der 1912 erweiterten Bärenfelsschule. Auch die Bahnhofswirtschaft ist gut auszumachen, während sich der Bahnhof selbst hinter dem kleinen Park verbirgt. In der heutigen Jacob-Burckhardt-Straße stehen auf der östlichen Straßenseite schon fünf Geschäftshäuser. Jenseits der Bahnlinie sind die 1898 gegründete Salubra-Tapetenfabrik und rechts davon die Fabrikgebäude von Geigy (Schornstein) zu erkennen.

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~. 3. Der für ein Gasthaus seltene Name 'Ziel' bedeutet Grenze und weist auf die bis 1741 bestehende Zweiteilung der Gemarkung Grenzach in ein vorderösterreichisches Territorium südlich der Landstraße Basel-Rheinfelden und ein markgräfliches nördlich der Straße hin. Das 'Ziel' markierte diese ehemalige Grenze. Es ist das am frühesten - schon 1365 - erwähnte Grenzacher Gasthaus. 1478 wird ein Wirt 'zum zil In der niederen Herberg zu krentzach' erwähnt. Es war zeitweilig Sitz der vorderösterreichischen Vogtei und Posthalterei. Unsere Aufnahme stammt von 1902 und zeigt, daß sich dieses traditionsreiche Gasthaus zum Glück in der Zwischenzeit kaum verändert hat.

4. Im Jahre 1814 karn zu den traditionsreichen Gasthäusern in Grenzach - dem 'Waldhorn', dem 'Ochsen', der 'Krone', dem 'Bären' und dem 'Ziel' - noch der 'Löwen' hinzu. Vogt Muggenfuß stellte den Antrag, das an der Landstraße gelegene und zur Straußwirtschaft berechtigte Haus in eine Schildwirtschaft umzuwandeln, was auch genehmigt wurde. Die hinter dem Wohnhaus stehende große Scheune, die durch die stattliche Toreinfahrt erreicht wird, soll einmal Zehntscheune gewesen sein. Um 1910 - unser Bild - wurde durch Ernst Friedrich Grether eine Metzgerei eingebaut. Das Anwesen befindet sich heute im Besitz der Familie Klaus Grether, die es 1957 modernisierte.

5. Nachdem 1898 die bisherige Postagentur in ein Postamt umgewandelt wurde, baute die Gemeinde Grenzach ein Gebäude, das am 1. April1900 als 'Kaiserliches Postamt' bezogen werden konnte. Unsere Privataufnahme mit den drei Beamten und dem altertümlichen Postwagen stammt aus dem Jahre 1912. Das Schild an der Hausecke weist auf die Rheinfähre hin. Schon 1914 wurde ein größerer Neubau genehmigt. Als Folge des Ersten Weltkriegs wurde er jedoch erst 1928 fertiggestellt und dient heute noch als Postgebäude. In das ehemalige 'Kaiserliche Postamt' zog die Sparkasse ein und blieb bis sie 1966 dem Bahnhof gegenüber einen Neubau beziehen konnte. Die alte Post mußte 1986 dem zweiten Sparkassenneubau weichen.

GRENZFICH I. B.

6. Die industrielle Entwicklung bewirkte um 1900 einen sprunghaften Anstieg der Bevölkerungszahl. Betrug sie 1847 noch 814 'Seelen', so waren es 1900 schon 1 331. Die Zahl der schulpflichtigen Kinder stieg auf214. Ein neues Schulhaus (das dritte) war notwendig geworden. Es wurde südlich der 'Kaiserlichen Post' an der damaligen Rheinstraße gebaut und erhielt neben drei Schulsälen ein Lehrerzimmer , eine Hauptlehrerwohnung und ein Unterlehrerzimmer. 1902 war es fertiggestellt und kostete 67 502,67 Goldmark. Zehn Jahre später mußte es um zwei Schulsäle in westlicher Richtung erweitert werden. Unsere Postkarte zeigt das Schulhaus nach der ersten Erweiterung im Jahre 1912.

7. Dieser Kiosk stand dem Bahnhof gegenüber an der Ecke Jacob-Burckhardt-Straße - Scheffelstraße. 1964 mußte er dem damaligen Neubau der Sparkassenfiliale Markgräflerland weichen, ebenso der kieine Park, der sich an ihn anschloß. Mit dem Kiosk fiel ein Stück 'alt Grenzach' aus den späten zwanziger Jahren. Er könnte ein Beispiel für den unaufhaltsamen Wandel sein, dem alles Irdische ausgesetzt ist. Er selbst verdrängte ein paar Bäume, dann fiel er dem Sparkassenneubau zum Opfer und in unseren Tagen wurde das ehemalige 'Kaiserliche Postamt' abgebrochen, das bis 1966 selbst als Sparkassenfiliale genutzt warde. Das Jugendstilgebäude fieI1986, um dem Sparkassenneubau Platz zu machen. Wie sagte schon Euripides: 'Das ist der Weltlauf! Keins der Dinge hat Bestand.'

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8. Am 4. Februar 1856 wurde die Eisenbahnstrecke Basel-Säckingen in Betrieb genommen. Grenzach wurde Haltestation und erhielt ein Bahnhofsgebäude und bald danach auch eine Bahnhofswirtschaft. Unsere im Stil der Zeit nach 1900 gestaltete litographierte Ansichtskarte zeigt beide Gebäude. Grenzach war 1856 noch eine reine Bauerngemeinde. Mühlenwaren, Wein, Ölsaat, Holz und Kohle werden anfangs als Umschlagsgüter genannt. Erst um die Jahrhundertwende kamen Düngemittel, Chemikalien, Steine, Schwefelsäure, Eisen, Erze und Kalk hinzu, wie die Bundesbahn zu berichten weiß. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte Grenzach einen bedeutenden Güterumschlag, hauptsächlich an Rohstoffen und Fertigprodukten für die wachsende chemische Industrie.

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