Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 3

Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Walter Küchlin
Gemeente
:   Grenzach-Wyhlen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6671-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 3'

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9 Um 1935 wurde der 'Kraftwagenverkehr Grenzach' eingerichtet. Eine Haltestelle befand sich am selben Platz wie heute noch: vor der Markgrafenapotheke und dem 'Neukauf' . Sie wurde nach der hier beginnenden und zum Grenzacher Rathaus führenden Hauptstraße benannt. Der ehemalige 'Schwarze Bären' hatte zu jener Zeit längs der Straße nach Wyhlen noch eine Scheune und Stallungen. Sie werden vom KruppDiesel-Bus teilweise verdeckt. Die Buslinie war wohl am Bedarf vorbei geplant, denn im Volksmund kursierte bald der Spitzname 'Leerlauf" . Die geringe Auslastung führte dazu, dass dieses Unternehmen bald wieder eingestellt wurde. Selbst dem heutigen Linienverkehr Gren-

zach-Wyhlen ging es nicht viel besser, wäre nicht der Schülertransport vom Grenzacher Horn, dem Neufeld und dem Rühr-

berg zur Pflichtaufgabe für die Gemeinde geworden.

10 Wir blieken um 1930 vom De-Bary-Weg nach Südwesten. Der alte Ortskern Grenzachs liegt links außerhalb des Blickfelds. Rechts, wo sich der Rhein in einem eleganten Bogen nach Süden schwingt, ragen die zwei Schornsteine der Fa. Geigy (heute:

Ciba S.c.) gen Himmel.

N och klafft eine große Lücke zwischen der Arbeitersiedlung entlang der Koechlinstraße und dem Betriebsgelände dieser Firma. Eine Gruppe alter Fischerhäuser schließt sich links an. Zur Bildmitte folgen die Wohnblocks in der Irgastraße, dahinter die beiden Fabrikgebäude der Salubra und links davon die 'Roche'. Das große Gebäude davor mit den zahlreichen Dachgauben ist das Postamt. Es wurde 1928 fertiggestellt. Im

Mittelgrund erkennen wir die Fa. Stäubli. In ihrer Nachbarschaft steht die alte katholische Kirche. Im Vordergrund entlang dem Schlossweg - Bäumleweg, der alten Landstraße und

der Bärenfelsstraße hat die Fa. Hofmann-La Roche auf vorbildliche Weise für ihre Mitarbeiter gesorgt. Vom gepflegten Arbeiterhaus mit Garten bis zu den zwei Direktorenvillen, im Vor-

dergrund links, ist alles vertreten. Leider sind in unseren Tagen in diesem Bereich gravierende Einschnitte erfolgt.

11 Die beginnende Industrialisierung Grenzachs kurz vor der Wende ins

20. Jahrhundert ließ die Bevölkerungszahl rasch anwachsen. Der Bau eines neuen Schulhauses war eine natürliche Folge davon. Die bisherige Kombination Schul- und Rathaus, oben in der Hauptstraße, reichte nicht mehr aus. Das neue stattliche Gebäude wurde südlich der 'Kaiserlichen Post' auf grüner Wiese errichtet.

Es beherbergte drei große Schulsäle, ein Lehrerzimmer, eine Hauptlehrerwohnung und ein Unterlehrerzimmer. Die Toiletten (rechts im Bild) waren zunächst noch außerhalb angebracht. Als es 1902 eingeweiht wurde, besuchten bereits 214 Kinder die 'Volksschule', wie sie damals noch hieß. Sie wur-

den von drei Lehrkräften unterrichtet. Kein Wunder, dass das Gebäude fünf Iahre später schon wieder zu klein war. Unser Bild wurde kurz vor der Einweihung aufgenommen.

12 Diese Aufnahme ist um 1 895 von einem Prof gemacht worden. Er war angemeldet, denn nicht nur die Schüler, sondern auch ihr Lehrer CRu dolf Boas) haben ihren Sonntagsstaat angezogen.

Er zeigt sich in würdiger Haltung mit Stehkragen, Krawatte, dunklem Anzug mit Weste und Taschenuhr. Die 34 Schüler wirken wie kleine Erwachsene: die Mädchen mit knöchellangen Röcken und hohen Schnürschuhen, die Buben mit Jacke und Hose, die, nach der Mode jener Iahre, unterhalb des Knies endete. Einer von ihnen trägt den Matrosenanzug, der die hohe Wertschätzung der damals populären Kriegsmarine zum Ausdruck bringt. Er wird als Kinder -Sonntagsklei dung bis in die dreißiger Iahre

des nächsten Iahrhunderts eine dominierende Rolle spielen.

13 Jahresausflüge waren auch schon um 1900 unser Bild - bei den Schülern sehr beliebt. Unsere Schulklasse ist mit ihrem Lehrer aufs Neufeld gewandert. Dabei wurde

selbstverständlich auch gesungen. Die Gitarre, die eine Schülerin mitgenommen hatte, mag dabei eine wichtige Rolle gespielt haben. Der Lehrer trägt Hut, Stehkragen und Kra-

watte. Lustig anzusehen ist auch die Kopfbedeckung der Schüler, die vielleicht schon zumAbschlussjahrgang gehörten. Die ovalen Vesperbüchsen der beiden vorn im Gras posierenden

Schüler wurden noch Jahrzehnte lang produziert und fanden auch an Ostern beim 'Hasjagen' Verwendung.

14 Dieses Klassenfoto wurde Ende der zwanziger Iahre auf der Westseite des Altbaus der heutigen Bärenfelsschule aufgenommen. Der Lehrer rechts ist Eduard Huber. Er war

1945 einer der wenigen Lehrer der Grenzacher Schule, die den Schulbetrieb wieder ankurbeln konnten und durften und hat seine letzten Dienstjahre in Bad Krozingen verbracht. Der ältere Lehrer (links im Bild) dürfte Theophil Brutschin sein. Er war von 1 9 12 bis 1 932 Schulleiter und trägt noch den sogenannten Vatermörder, einen Stehkragen mit Krawatte. Die Kleidung der Schülerinnen und

Schüler mutet uns sehr altbacken an. Sie dürften etwa 13 Iahre alt sein. Wer kennt die Namen der abgebildeten Schüler?

15 So sah das Herzstück Grenzachs noch um 1930 aus. Die Luftaufnahme erfasst das Gebiet von der Bundesstraße 34 bis hinauf zum alten Siedlungskern rund um die Kirche. Nicht nur das Tal ist noch völlig unberührt, sondern auch die baumbestandenen Matten links zwischen der Baslerstraße und der Schlossgasse. In der Steingasse - Mitte rechts - sind in den noch vorhandenen Rebstücken Baumaßnahmen im Gange. Unten rechts erkennen wir das

im rechten Winkel angelegte stattliche Anwesen des ehemaligen 'Schwarzen Bären'. In ihm sind heute unter anderem die

Markgrafenapotheke und der 'Neukauf" untergebracht.

16 Diese Amateuraufnahme aus dem Iahre 1924 verdanken wir der Familie Althun. Sie wohnte in der Hauptstraße unterhalb der Bäckerei Surdmann.

Der Landwirt Karl Friedrich Althun (1879-1949) und seine Frau Luise geb. Hofmann (1885-1965) stehen in der Einfahrt ihres bescheidenen Gehöfts. Frau Althun hat ihren knapp einjährigen Sohn Ernst auf demArm, die 1920 geboreneTochter Johanna steht zwischen den Eltern. Wir haben es mit einer echten Werktagsaufnahme zu tun, die nichts beschönigt. Weder die Kleidung der abgebildeten Personen noch die Gebäude sind aufgeputzt. So sah der bäuerliche Alltag in jener Zeit aus; die Althuns bildeten dabei keine Ausnahme. Als FrauAlthun 1965 starb,

ging das Gebäude in die Hand des Nachbarn über und wurde samt Scheune wegen der schlechten Bausubstanz abgerissen. Dies ermöglichte eine von Dr. E. Richter angeregte Plan-

Überbauung der wertvollen Fundamente, sodass die 'Römervilla' auch künftigen Generationen zur Besichtigung erhalten bleiben wird.

grabung des Landesdenkmalamtes nach der unter der Scheune vermuteten römischen Villa. Sie war von Erfolg gekrönt. Der hiesige Verein für Heimatgeschichte realisierte eine

17 Nur wenige Schritte von der Abbildung 16 entfernt, wurde dieses Bild aufgenommen. Der Fotograf steht jetzt am Beginn der Steingasse und blickt über die Hauptstraße hinweg in die Schlossgasse. Die Steingasse, von der aus fotografiert wird, verdankt ihren Namen den römischen Steinen, die bei der Feldbearbeitung und bei Baurnaßnahmen immer wieder gefunden wurden. Die gegenüberliegende Schlossgasse wurde nach dem ehemaligen Weiherschloss benannt, das im Westen an sie angrenzt. Beide Straßen könnten durchaus schon den Römern gedient haben, ehe sich später die heutige Linienführung CB 34) durchsetzte. Eine eigene Geschichte könnte der alte Dorfbrunnen - später

Ochsenbrunnen genannt erzählen. In der ältesten uns zugänglichen Aufnahme Cs. Band 1, Abb. 11) steht der Brunnenstock noch an der östlichen Schmalseite des Trogs. Um

1920 - unser Bild - befindet er sich an der nördlichen Längsseite, vermutlich weil er bisher die Hauptstraße an dieser Stelle zu sehr eingeengt hatte. Dabei blieb es nicht. Er

wurde Schritt für Schritt nach Osten gerückt, bis ihm schließlich der heutige Platz vor der Römervilla zugewiesen wurde.

18 Mit Erstaunen betrachten wir unser Bild aus den dreißiger Iahren. Gab es das wirklich einmal? Schnee auf der Hauptstraße vom Rathaus bis zum Ziel! Ein Paradies für alle Kinder, die mit ihren Rodelschlitten die Straße ganz für sich hatten. Nur die Älteren unter uns können sich daran noch erinnern. Aber nicht nur der Schnee ist verschwunden. Auch die Telegrafenstangen fehlen heute im Ortsbild (was durchaus nicht schadet) und die großen Vorgärten links im Bild, sorgfältig mit dem traditionellen Lattenzaun umfriedet, mussten der Verbreiterung der Straße und den Geh-

wegen auf beiden Seiten ihren Tribut zollen und tüchtig nachgeben. Mit ihnen kam der Ochsenbrunnen - in Bildmitte erneut in Bedrängnis

(s. Text zur vorigen Abbil-

dung). Wollen Sie einmal an Ort und Stelle nachprüfen?

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