Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 3

Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Walter Küchlin
Gemeente
:   Grenzach-Wyhlen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6671-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Grenzach-Wyhlen in alten Ansichten Band 3'

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49 Auch dieses Gebäude steht traufseits zur Straße. Es stand Ecke RheinstraßeHutmattenstraße und wurde vor kurzem zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut. Am Lattenzaun vor dem großen Hausgarten steht der seinerzeitige Besitzer Xaver Huber mit seiner Frau und ihren vier Buben. Der jüngste dürfte Josef Huber sein. Die Aufnahme wurde um 1 927 gemacht. Das Huber-Haus war ein stattlicher Bauernhof mit allem was dazu gehörte. Wir blieken auf die Giebelseite des zweieinhalb geschossigen Gebäudes mit seinem elegant geschwungenen Dach, das aber zu jener Zeit - wie üblich - noch ohne Traufe war. Was wir nicht sehen, ist der tonnengewölbte Weinkeller. Er wurde bei den Baurnaßnahmen sorg-

fältig freigelegt und istTeil des Neubaus geworden. Sein nordwestliches Eingangsportal- jetzt nicht mehr zu sehen - trägt die Jahreszahl 1624.

50 Es ist kaum zu glauben, dass der Bahnhof Wyhlen seit 1979 nicht mehr existiert und einige Züge ohne Halt vorbeirauschen. Das war um 1 930 noch anders. Lange Zeit war er neben Waldshut die bedeutendste Umschlagstelle auf der gesamten Hochrheinstrecke. Dafür sorgten vor allen Dingen die Solvay-Werke.

Aber auch Holz, Steine und später auch Eisen waren wichtige Güter, die mit der Eisenbahn befördert wurden. Wie stark der Bahnhof aber auch vom Personenverkehr frequentiert war, zeigt unser Bild, das um 1920 aufgenommen worden sein dürfte.

Die auf den nächsten Zug wartende Menschenmenge ist beachtlich. Dennoch:

Um den Halt des Eilzugs gab es mit Grenzach Rivalitäten. Als dem Direktor der Solvay-Werke, Dr. Pö-

ckelmann, zu Ohren kam, dass statistische Erhebungen durchgeführt werden, ließ er alle im Betrieb abkömmlichen Mitarbeiter auf der Strecke BaselWyhlen-Rheinfelden eine

ganze Woche lang auf eigene Kosten fahren.

Er hatte Erfolg: Wyhlen wurde künftig auch Haltestelle für den Eilzug. Und heute?

5 1 Dr. med. H.R. Engert war der erste praktische Arzt in Wyhlen. Er wurde am lü.April1875 in Kürnbach (Amt Bretten) geboren und verheiratete sich am 15. November

1 91 1 mit Elisabeth Deschier aus Wyhlen. Das Ehepaar baute sich Ecke Rheinfelderstraße - Im Baumgarten eine stattliche Villa, die heute noch unverändert existiert. In ihr hatte Dr. Engert seine Praxis. Er war immer zu erreichen, wenn er nicht in seinen geliebten Reben nach dem Rechten sah. Neben seiner Praxis führte der tüchtige Landarzt in seinem Haus auch eine sogenannte Hand-Apotheke,

weil damals zwischen Basel und Rheinfelden noch keine Apotheke existierte. Den Schwerpunkt legte er dabei auf die Naturheilkunde. Als seine Tochter schwer erkrankte, lehnte er andere ärztliche Hilfe ab, konnte ihr aber mit seiner Kunst auch nicht helfen. Ihren frühen Tod hat er zeitlebens nicht verwinden können.

52 Grenzach wurde von seinem Nachbarn im Osten nicht nur durch den Wohnsitz des ersten Landarztes ausgestochen: Wyhlen hatte auch die erste Apotheke. Sie wurde von der Gemeinde in der Eisenbahnstraße 24 gebaut und konnte im Mai 1927 eröffnet werden. Erster Apotheker war Carl Thorn. Er wurde 1 877 in Ensisheim im Elsass geboren. Von 1 9 1 0 bis 1 92 0 war er in Japan, wo er die 'internationale Apotheke' in Kobe leitete. Durch den verlorenen Krieg hat er Apotheke und Vermögen eingebüßt, kehrte nach Deutschland zurück und arbeitete an verschiedenen Orten auf seinem Beruf. Die Chance, in Wyhlen eine komplett eingerichtete neue Apotheke übernehmen zu können, griff

er freudig auf. Carl Thorn erhielt schon 192 6 die ministerielle Berechtigung zum Betrieb einer Apotheke in Wyhlen. Weil das Apothekengebäude noch nicht fertig war, wurde ihm vorübergehend der 'Bürgersaal im Rathaus' zur Verfügung gestellt. Thorn war ein Mann vom Fach. Er beschäftigte bis zu drei Helferinnen und eine Haushälterin namens Frieda. Sie schmiss den gesamten Haushalt. Engelbert Thiele, der Carl Thorn gut kannte, lobte seinen Witz, sein gesundes Lachen und seine 'rechten Arzeneien'.

53 Nur die älteren Bewohner in Wyhlen können sich noch an den ApothekerThorn erinnern. Über ihn, seine Haushälterin Frieda und den Dackel Wastel könnte man ein ganzes Buch schreiben, erzählte mir einmal sein bester Freund, Dr. Wolfgang Kusch. Carl Thorn war ein Original. Autokrat vom Scheitel bis zur Sohle, duldete er keinen Widerspruch. Diese Haltung brachte er aus Japan mit, wo er in Kobe zehn Iahre lang die internationale Apotheke leitete. In seinem Fach war er souverän, mixte zahlreiche Medikamente selbst, wenn nötig auch speziell für die Bedürfnisse der Landwirte. Unterhielt sich seine Kundschaft in der Apotheke während er Tropfen abzählte, forderte er sie

barsch zum Schweigen auf mit der Begründung: 'Wenn ich mich um einen Tropfen verzähle, dann ist der Kerl hin! Ich lass mich wegen Euch nicht einsperren. Wer nicht still ist,

fliegt raus.' Thorn war auch ein passionierter Jäger, brachte aber selten eine erlegte Beute mit nach Hause. Einmal wöchentlich war er auch auf der Kegelbahn beim

'Wuchner' mit seinen Kegelbrüdern anzutreffen, wo es oft hoch her ging.

54 Im Iahre 1909 präsentieren sich 45 Schüler und vier Lehrkräfte vor einem der beiden Wyhlener Schulhäuser (heute Gemeindeverwaltung) in der Rheinfelder Straße. Damals hatte Wyhlen rund 335 Schüler einschließlich der von den Lehrern der Volksschule unterrichteten Berufsschüler. Margrit und Franz Mutter, konnten die meisten Schülernamen dieser Aufnahme herausfinden. Wir beginnen ihre Aufzählung Ci eweils von links) mit dem Schulleiter Wilhelm Vögele (18801910), dann folgen: Hermine Böller geb. Amrein, A. Riesterer geb. Müller, Gräfinger, Müller geb. Guhl, Oberle, geb. Meier, Hermine Bach geb. Meier, 5 bis 11 unbekannt, Anni Wunderlin, Anna Ball geb. Hess, Lehrer Jakob Kratt

(inWyhlenseit 1895, Schulleiter von 1920 bis 1933). Zweite Reihe: Anna Lauber, Luise Herzog, Mutter, 4 unbekannt, Lehrer Meinrad Meier (in Wyhlen seit 1896, Schul-

leiter von 1910 bis 1920) und Lehrerin Heilig, 7 ?, Wunderlin, ?,?,? Dritte Reihe: August Amrein ?, 2 ?, Fritz Philipp, Georg Amrein, Amrein, Iulius Amrein, Alfons Meier, Bürgin

?, 10 ?, 11 ?,JosefKirchhafer, 13 ?, Elise Schmidt geb. Specht. Vierte Reihe: 1 ?, Iosef Philipp ?, Alfons Philipp,4 ?, 5 ?, Otto Lauber und 7 bis 14 unbekannt.

55 Die schnelle Entwicklung der Solvay-Werke und die Gründung des Eisenbau Wyhlen in den letzten Iahren des 19. Iahrhunderts, hatte eine rasche Zunahme der evangelischen Bevölkerung in Wyhlen zur Folge. Das führte zwangsläufig zum Bau einer evangelischen Kirche am Ortsausgang in Richtung Rheinfelden. Dem Geschmack der Zeit entsprechend, wurde sie in neugotischem Stil errichtet. Sie konnte 1902 eingeweiht werden (s. Band 2, Abb. 22). Auch hier war, wie im Neubau der katholischen Kirche, der Innenraum ausgemalt. Unser Blick zum Chorraum zeigt eine Scheinarchitektur, die einen massiven Chorbogen und ein Rippengewölbe vorgaukelt. Störend wirkt das fehlende dritte

Fenster rechts hinter der Kanzel. Es musste entfallen, weil in diesem Bereich die Sakristei angebaut ist. Um diesen ästhetischen Mangel zu beseitigen, wurde später auf die Fens-

ter im Chor ganz verzichtet. Die jüngste Innenrenovierung hat deutlich gemacht, wie sehr ein behutsamer Umgang mit Farbe dem Kirchenraum zum Vorteil gereicht.

56 Diese Schüleraufnahme ist deutlich jüngeren Datums. Wir sehen die fünfte Klasse mit Lehrer Valentin Kraft im Sommer 1938. Wer sich hier wiederfindet, dürfte jetzt rund 75 Iahre alt sein. Wir beginnen mit den Buben im Schneidersitz von links:

Helmut Bieselin, Hugo Beck,3 ?, 4 ?, Willi DeschIer, Hans Lengeier, Karl Flaig, Adolf Braun und RudolfSchieler. Zweite Reihe: 1. ?, Eisa Boos, Trudel Asal geb. Hartwig, Gretel Vogt, Walli Brender geb. Steinebrunner, Mechthilde Schmidt, Anneliese Böller geb. Löffler, Rita Müller geb. Bregger, Ruth Krämer geb. Bacherer, Betli

Schwarz geb. Hein, Margret Greis geb. Philipp und Paula Felix geb. Amrein. Dritte Reihe: Fritz Ebner, Fritz Müller, Ernst Gruny, Gertrud Koesis geb. Riesterer, Luise Ronecker geb.

Käuflin, Franz Warthmann, Willi Kuttler, JosefMüller, Walter Mutter, Walter Brender, Willi Ronegger, Karl Strohm, Fritz Hess,

11 ?, Erich Ochsner, Franz Beck und Hans Hucke.

Bechtlin, Lore Rübin, Rosmarie Uttenweiler geb. Retz, Gudrun Oettlin, Anneliese Pfeiffer geb. Kiefer, Kurt Rütschlin, Alois Mutter und Max Beha. Vierte Reihe: Lehrer Kraft, Erich

57 Blickt man auf die Vergangenheit des ehemaligen Prämonstratenserklosters Himmelspforte zurück, so lassen sich drei markante Abschnitte feststellen: die Gründung im Iahre 1303, die Säkularisierung im Iahre 1806

mit der Umwandlung in einen landwirtschaftlich genutzten Komplex und die Rückführung zur Pension mit derWallfahrtskirche 'Maria im Buchs' im Iahre 1914. In diesem Iahre wurde auf dem Grundriss des alten klösterlichen Ökonomiegebäudes (s. Band 1, Abb. 74 und 75) ein Neubau errichtet, der als Exerzitienhaus diente. In dem da-

mals noch stillen Tal, umgeben von sanften Wiesenhängen und grünen Wäldern, wurde es Ziel und Aufenthaltsort für zahllose Menschen, die Besinnung und Einsamkeit suchten.

Unsere Aufnahme zeigt die Eingangsseite des Exerzitienhauses. Heute ist die 'Himmelspforte' ein Altenheim mit ambulanter Versorgung.

S 8 Im Iahre 1948 konnte anlässlich des SOO-jährigen Wallfahrtsjubiläums die Klosterkirche Himmelspforte renoviert werden. Eine Prozession mit der legendären 'Madonna in Buchs' bildete den krönenden Abschluss. Auf unserem Bild erkennen wir (von links) : Heinrich Schmitt, Karl Liesenfeld und Helmut Weis. Zweite Reihe: Richard Grether und Gustav Liesenfeld. Dritte Reihe: Norbert Mutter und Ernst Schöpflin. Vierte Reihe: (nicht in Zivil) Otto Oberle, Wilhelm Schlageter, Hermann Schmitt, Franz Mutter und Gustav Schwander. Fünfte Reihe: AlbertWeiss, Eugen

Weis, AdolfBach und (dahinter links) Pater Volk, ein hochgeachteter Bürger Wyhlens.

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