Grünberg in alten Ansichten

Grünberg in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Stika und Erhard Zimmer
Gemeente
:   Grünberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3169-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Grünberg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Den Auswirkungen des europäischen Denkmalschutzjahres 1975 möge man es zuschreiben, daß das Interesse am Alten wieder wachgerufen wurde und vielerorts Bürgerinitiativen für die Erhaltung gefährderter Baudenkmäler und überhaupt historischer Substanz eintreten. Das Wort Denkmal muß hierbei großzügig ausgelegt werden, es sollen darunter verstanden sein sowohl einzelne Objekte, wie Gebäude typischer Stilepochen, aber auch ganze Straßenzüge, die letztlich Lebensräume darstellen, die im Laufe der Geschichte einer Stadt, bei uns also vom Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit entstanden sind und ihr ein bestimmtes Gepräge gegeben haben. Leider sind im Zuge einer steten Weiterentwicklung des Lebensstiles zu jeder Zeit, besonders aber in den letzten fünfzig Jahren viele solcher Baudenkmäler durch Unwissen und Unverstand verändert oder gar abgetragen worden oder mußten einer unsinnigen Planung weichen. Der Mensch gewöhnt sich schnell an etwas Neues, es wird zur Selbstverständlichkeit, während das Alte ebensoschnell Vergangenheit wird und in Vergessenheit gerät. Die Menschheit hat größtenteils den Kontakt zur Geschichte verloren

oder steht ihr zumindest gleichgültig gegenüber, hat aber dabei vergessen, daß sie selbst aus der Tiefe der Geschichte kommt und mit ihr organisch verbunden ist und bleibt.

Die geschichtlichen Tatsachen, der Bau einer Burg 1186 im Zuge der großen Fehde zwischen den Landgrafen von Thüringen und dem Erzbistum Mainz, die Gründung der Stadt, die als solche 1222 erstmals urkundlich belegt ist, das große Privileg eines landesherrlichen Freiheitsbriefes, 1272, der den Bürgern der Stadt große Freiheiten gegenüber kirchlichen und staatlichen Mächten schenkt, die oftmalige Anwesenheit der Landgrafen mit ihren Familien in Grünberg, die Münze, die unter Landgraf Heinrich Raspe IV. erstmals genannt wird, in der Brakteaten und doppelseitige Pfennige und auch Hohlpfennige geschlagen wurde, die Tätigkeit der Antoniter und Barfüßer im Dienste Gottes, der Kultur und der Medizin weit über die Grenzen damaliger Vorstellung hinaus, die Ausweitung des Handels nach Frankfurt, Erfurt und Leipzig, die Blütezeit des Handwerks und der Zünfte, die Verleihung des Marktrechtes durch Kaiser Friedrich III. 1481 für den Gallusmarkt, der heute noch

abgehalten und gefeiert wird, dies alles sind Beweise dafür, daß Grünberg einstmals eine bedeutende Stadt war. Nun, die Zeiten haben sich geändert, gesellschaftliche Entwicklungen haben andere Staatsformen geprägt, technischer Fortschritt hat die Industrie in den Sattel gehoben, Handel und Handwerk müssen mit kleineren Räumen vorlieb nehmen. Diese Neuentwicklung ist zum Großteil an Grünberg vorbeigerauscht ohne nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen und gleichziehende Maßnahmen herauszufordern. Trotzdem muß uns die Geschichte unseres Heimatstädtchens mit Stolz erfüllen, mit einem Stolz, der die Verpflichtung auslöst, das was einst unsere Ahnen schufen zu hüten und zu pflegen, nach noch Unbekanntem zu forsehen um so der großen Vergangenheit gerecht zu werden.

Das vorliegende Buch 'Grünberg in alten Ansichten' soll den Betrachter in eine Zeit hineinführen, die mit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts beginnt und mit den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts aufhört. Mit Absicht sind Bilder die in der 1972 neu erschienenen Chronik der Stadt Grünberg und in dem 1975 herausgegebenen Bildband 'Grünberg' enthalten

sind, nicht mehr reproduziert worden; wir waren bemüht noch nicht veröffentlichtes Bildmaterial zu bringen.

Den alten Grünbergern soll dieser Bildband ihr altes Grünberg aufzeigen, so wie sie es aus ihrer Jugendzeit her kennen, der Jugend und den Neuzugezogenen mögen diese Bilder das Grünberg darstellen, so wie es einst war, mit all der Romantik eines mittelalterlichen Städtchens. Beim Vergleich mit den heutigen Gegebenheiten können sowohl die einen, wie auch die anderen feststellen, daß Grünberg zwar um Vieles ärmer geworden ist, andererseits durch eine, auf Bürgerinitiative gestützte, planmäßige Erhaltung und Restaurierung viele solche Altertümer in alter Pracht wiedererstehen oder noch Unbekanntes ans Tageslicht gefördert werden kann.

So möge denn dieses Buch hinausgehen in recht viele Familien, es möge Freude bringen und besonders der heranwachsenden Jugend helfen, das Heimatgefühl wieder zu finden, das einen starken Kraftquell bietet.

1. Grünberg, die Stadt auf dem grünen Berg, einer von Löß überlagerten Basaltkuppe, liegt am Fuße des Vogelsberges, dessen waldbedeckte Vorhöhen östlich der Stadt beginnen. Das Plateau der Kuppe, das sich nach Norden und Westen langsam senkt und im Osten bis zu einem Steilabfall zum Brunnental reicht, ist von der Altstadt, der steilere Südhang von der Neustadt bebaut. Höhepunkt seiner städtischen und wirtschaftlichen Entwicklung - die Altstadt wird 1222, die Neustadt 1304 erstrnals urkundlich erwähnt - lag im 13. und 14. Jahrhundert. Aus einem vorwiegend landwirtschaftlich orientierten Landstädtchen entwickelte sich, bedingt durch eine günstige Verkehrslage, eine recht bedeutende Handelsstadt, Die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1914 und zeigt uns Grünberg in einer Ansicht von Süden.

2. Diese Luftaufnahme zeigt uns den Kern der Altstadt mit Burg, Kirche, Rathaus, Diebsturm und Barfüßerkloster (Stift). Ein Teil der alten Handelsstraße 'durch die kurzen Hessen' von der Alsfelder Brücke an, mit der unteren und oberen Ziegelhütte sind ebenfalls gut zu sehen. Im Hintergrund die bewaldeten Höhenzüge, die zum Vogelsberg hinziehen. Auf diesem Bild kann man sehr gut erkennen, daß Städte, die vor dem 16. Jahrhundert entstanden sind, jede geometrische Konstruktion vermissen lassen und den Landschaftsforrnen des Gelandes Rechnung tragen. Straßen und Plätze werden als Lebensräume empfunden, wodurch eine wohltuende Vielfalt in der Gesamtstruktur entstand.

3. Ein Bliek von der der Stadt im Westen vorgelagerten Queckbörner Höhe auf Grünberg, Deutlich heben sich aus der Stadtsilhouette der Diebsturm und der Turm der Stadtkirche heraus, wie auch das kleine Türmchen des Rathauses gut zu erkennen ist. Dem Diebsturm vorgelagert ist der große Komplex des ehemals städtischen Gymnasiums. Die Queckbörner Höhe ist ein luftiges Naherholungsgebiet und für kurze Spaziergänge sehr geeignet. Sie bietet bei günstiger Witterung einen weiten Fernblick über die Wetterau bis zum Taunus mit Feldberg und Altkönig, sowie nach dem Vogelsberg mit Taufstein und Hoherodskopf. Die Pappel im Vordergrund fiel 1955 einern Sturm zum Opfer.

JrunDerg

4. Eine Ansicht vom Stangenroder Weg auf Grünberg, Auch hier ragen der Turm der Stadtkirche, das Rathaustürmchen und der Diebsturrn in den Himmel. Dem Rathaus und dem Diehsturm vorgelagert ist ein langgestreckter Fachwerkbau aus den ehemaligen Höfen zu sehen. Im Mittelgrund erkerint man einen Teil des Wagenparkes der 'Butzbach-Licher Eisenbahngesellschaft', die mit einer Nebenbahn Grünberg mit Lich verband. Die Strecke wurde 1909 eröffnet, aber schon 1955 infolge Strukturwandels im Verkehrswesen stillgelegt. Darnit ist auch ein Stück Eisenbahnromantik verschwunden. Das Getreidefeld irn Vordergrand unterstreicht den landwirtschaftlichen Charakter Grünbergs. Die kleine Vignette in der linken Ecke zeigt die Bahnhofstraße in Richtung Stadt.

5. Das Wahrzeichen der Stadt Grünberg ist der Diebsturm, der an der höchsten und gleichzeitig strategisch wichtigsten Stelle im Westen der Stadt in die Stadtmauer einbezogen ist. Er hat innen einen kreisrunden Querschnitt, während er außen nur soweit rund ist,als er in der Mauer steht. Der über diese herausragende Teil hat gerade Wände, die in einer scharfen Kante zusammentreffen. Seine Höhe beträgt ungefähr fünfundzwanzig Meter. Der Turm trug bis 1895 eine steingemauerte Spitze, die bis 1875 eine in einen Rundstein mit der Jahreszahl 1612 verankerte Wetterfahne aufwies. Durch Blitzschlag ist der Stein geborsten und er fand 1895 beim Bau des Maschinenhauses für die Wasserversorung im Brunnental als Grundstein Verwendung. Die Aufnahme starnmt aus der Zeit um 1890.

6. Anläßlich der Durchfl.ihrung einer Hanswasserversorgung in Grünberg wurde 1895 in den Diebsturm ein Wasserbehälter eingebaut. Seit dieser Zeit trug der Turm eine Betonspitze mit einem von Kupferschmied Henricy aus zwei Kupferkesseln gefertigtem Knopf, der auf einem Gestänge, welches Schmied Weber hergestellt hat, angebracht war. In diesem Knopf befand sich eine Urkunde, die 1975 im Gallusmarktanzeiger der Heimatzeitung veröffentlicht wurde. Im Jahre 1930 hat ein Sturm Gestänge und Knopf heruntergefegt. In der Nähe des Diebsturmes sind noch einige idyllische Gäßchen erhalten geblieben, wie dieses, das die Verbindung von der Rabegasse zum Renthof, dem Standort des Diebsturrns, herstellt.

7. Diese Ansichtskarte stammt aus dem Jahr 1930, als der Diebsturm wieder mit einer Wetterfahne geschmückt war. Der aus Beton gegossene Turmhelm wurde 1945 bei Sprengung von Munition, die im Turm eingelagert war, stark beschadigt. Die Reste wurden 1966 abgetragen und durch eine Kupferspitze ersetzt. Um den Diebsturm herum wurde von Anliegern Brennholz gestapelt und auch landwirtschaftliche Geräte wurden dort abgestellt. Heute steht an Stelle der Mauer und der Umzäunung eine gefällige Grünanlage mit einem Springbnmnen.

8. Das ist Grünbergs ehemalige 'Burg', so wie sie am Rande des Steilabfalls zum Brunnental in der Mitte des 16. Jahrhunderts als Wohnhaus für landgräfliche Beamte gebaut wurde. Ein Balken über dern Haupteingang trug die Jahreszahl 1553. Ursprünglich stand an dieser Stelle eine wehrhafte Burg, die Landgraf Ludwig III. im Jahre 1186 während der Machtkämpfe mit dem Erzbistum Mainz zum Schutze der wichtigen Heeres- und Handelsstraße 'durch die kurzen Hessen' erbauen ließ. In den Auseinandersetzungen zwischen Landgraf Herrnann I. und dem Mainzer Erzbischof Conrad, 1195, wurde die Burg zerstört. Bald danach wieder aufgebaut, erfüllte sie bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts ihren strategischen Zweck.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek