Gründau in alten Ansichten

Gründau in alten Ansichten

Auteur
:   Erwin Rückriegel
Gemeente
:   Gründau
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1683-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gründau in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Gründau, etwa 40 Kilometer östlich von Frankfurt am Main gelegen, hatte am 31. Dezember 1980 10 769 Einwohner. Die Fläche der Gemeinde betrug im Jahr 1972 ungefähr 6 770 Hektar; davon waren 3312 Hektar Wald (vor allem im 'Büdinger Wald'), 1 974 Hektar Ackerland und 734 Hektar Grünland (beide zum größten Teil im 'Ronneburger Hügelland'). Durch das Gebiet der Gemeinde verlaufen die Bundesstraßen 40 und 457, die A 66 (Autobahn) ist im Bau. Die Bahnhöfe Lieblos und Mitte1gründau liegen an der 1870 fertiggestellten Eisenbahnlinie von Ge1nhausen nach Gießen. Seit dem 26. Februar 1953 (offizielle Eröffnung) besteht die Busverbindung von Breitenborn nach Gelnhausen.

Die Gemeinde Gründau entstand durch den Zusammenschluß von Breitenborn, Gettenbach, Haingründau, Lieblos, Mittelgründau, Niedergründau und Rothenbergen. Lieblos, Mittelgründau (Tanne), Niedergründau, Roth und Rothenbergen bildeten das Gericht Gründau. Auch Gettenbach, Haitz und der Hof Kaltenborn gehörten, zeitweise, zum Gericht Grün-

dau. Die Gerichtsstätte befand sich auf dem Kirchberg südlich der Bergkirche.

Das Kirchspiel 'Gründauer Gericht' (heute 'Auf dem Berg') umfaßte beziehungsweise umfaßt Gettenbach, Kaltenborn (bis etwa 1928), Lieblos, Mittelgründau, Niedergründau, Roth, Rothenbergen und seit dem 1. Juli 1977 (wieder) Haingründau. Breitenbom gehört kirchlich seit 1830 zu Waldensberg. 1911 bildete sich in Rothenbergen eine Methodistengemeinde, heute 'Evangelisch-methodistische Kirche'. Katholiken in größerer Zahl gibt es seit 1946. Die katholische Christkönigskirche wurde 1964/65 erbaut. Die Weihe erfolgte am 11. Juli 1965.

Erstmals urkundlich erwähnt wurden Gettenbach 1252 (Gettenbach), Haingründau am 5. November 1258 (Grinda superior = Obergründau, im März 1262:

Grindaha in Hayn), Lieblos am 14. September 1173 (Libelas), Mittelgründau 1219 (Grinda media = Mitte1gründau), Niedergründau am 15. August 1217 (Grinda, 1219: Grinda inferior = Niedergründau) und Rothenbergen in einer undatierten Urkunde aus der

Zeit nach 1250 (Rodinberch). Breitenbom entwickelte sich aus einer 1605 angelegten Glashütte (auf dem Brettenborn).

Das Bildmaterial ist nach Ortsteilen (außer Nr. I b), diese in alphabetischer Reihenfolge, gegliedert. Die den Kirchberg und die Bergkirche betreffenden Bilder sind zwischen Mittelgründau und Niedergründau eingeordnet. Die Erklärung der Bilder erfolgte, wenn nicht anders angegeben, von links nach rechts und von vorn nach hinten. N.N. steht für unbekannte Person.

Manche Bezeichnungen, zum Beispiel für Geräte und Kulturpflanzen, sind im Dialekt des betreffenden Dorfes wiedergegeben. 'Die Bach' ist in allen Gründauer Ortsteilen der Name für das fließende, verhältnismäßig kleine Gewässer. Der Verfasser hat in den Bilderklärungen das wohlvertraute 'die' beibehalten und nicht den aufgezwungenen, fremden Artikel 'der' des 'Duden' verwendet. An dieser Stelle seien die in den jeweiligen Orten üblichen Dialektbezeichnungen für das Dorf und dessen Einwohner angeführt:

Brahdebonn - Brahdebänner, Gäddebach - Gädde-

bächer, Háhgrenn - Háhgrinner (e in grenn und i in grinner als Doppelvokal mit e, heute auch einfach als e oder i, gesprochen), Läiwels - Läiwelser, Meddelgrenn - Meddelgrinner (e in grenn und i in grinner als Doppelvokal, heute auch einfach als e beziehungsweise i, gesprochen), Grenn - Grinner (ohne Doppellaute), Ruhrebärche (heute Ruhrebäjje, Ruhdebäjje, Rohdebäjje) - Ruhrebärcher (heute Ruhrebäjjer, Ruhdebäjjer, Rohdebäjjer; kurzes ä). Das h nach Vokalen in Dialektwörtern wird nicht gesprochen, es ist Dehnungs-h. Der Kreis über dem a zeigt an, daß das a nicht als reines a, sondern als ein Laut zwischen a und o - kein Doppellaut - zu sprechen ist.

All denen, die Bildmaterial zur Verfügung gestellt, bei der Erklärung der Bilder oder auf andere Weise geholfen haben, sei noch einmal herzlich gedankt. Der größere Teil der Gruppenbilder konnte aus Platzgründen nicht in 'Gründau in alten Ansichten' aufgenommen werden. Diese Gruppenbilder erscheinen voraussichtlich 1982 unter dem Titel 'Kennen Sie sie noch ... ? '

1. Das Foto oben links zeigt die Brüder Blomeyer: Friedrich, geboren am 21. Februar 1911, und Wilhelm, geboren am 8. Januar 1908, aus Breitenborn. Auf dem rechten Bild sehen wir die Geschwister Häfner: Jakob, geboren am 3. Apri11912, und Auguste verheiratete Rückriegel, geboren am 3. Dezember 1910, aus Niedergründau. Bis etwa zum dritten Lebensjahr trugen Buben wie Mädchen Kleider, auf den obigen Bildern der Aufnahme wegen Sonntagskleider mit weißen Kragen. Noch in den dreißiger Jahren zogen einige Eltern ihren Buben Kleider an. Unabhängig von der Kleidung (Kleid oder Hose) wurde zu deren Schutz vor Schmutz den Kindern in der Regel eine Schürze umgebunden. (Linkes Foto: Ferdinand Schmidt, Bensheim. Rechtes Foto: Carl Knaus, Lieblos.)

Oruss aus Breitenborn.

2. Vom Büdinger Berg blieken wir nach Osten und sehen links im Vordergrund das Forsthaus, dahinter den noch unbebauten Sandberg, im Hintergrund links die Ausläufer des Vogelkopfes, rechts den Nordhang des Eichelkopfes, davor schmale Äcker. Im Dorf erkennen wir vorn die Forsthausstraße mit der 1756 erbauten alten Schule (links) und rechts den Standort der abgerissenen Glashütte. Beim Gasthans Landmann und beim ehemaligen Schultheißenhof mündet die Forsthausstraße in die Hauptstraße. Kurz vor deren Abbiegung nach links steht rechts die 1856 errichtete Kirche, Das Bild entstand 1912 oder früher. (Foto: Verlag Ferdinand Schmidt, 'Hofphotograph', Bensheim an der Bergstraße.)

3. Von der 'Alten Weide' (Ahld Wahd) blieken wir auf das Dorf. Die Gesamtansicht beginnt am linken Bildrand etwa mit der Gastwirtschaft Blam, damals 'Zur Frischen Quelle', heute 'Hubertus'. Der noch unbebaute, terrassierte Sandberg ist als Acker- und Grabland genutzt. Vor allem entlang der Wege stehen viele Obstbäume. Das Foto unten links zeigt die neue, 1926/27 errichtete Schule, das Bild rechts die Hauptstraße mit dem Wohnhaus der Bäckerei Ewig, heute Kliem, und ganz rechts das 1929/30 erbaute Wohnhaus Stübing mit der Verkaufsstelle der Großeinkaufsgesellschaft (Konsumvereine),

4. Nachdem die fürstliche Glashütte in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts eingegangen und die Glashütte der Firma Stübing und Ruwedel 1892 nach Bildingen verlegt worden war, reichten die verbliebenen Erwerbsmöglichkeiten, vor allem Waldarbeit im Winter und ertragsarme Landwirtschaft, für den Lebensunterhalt vieler Familien kaum aus, Der Steinbruch half seit 1897 die Armut in Breitenborn überwinden und bot auch Arbeitskräften aus anderen Orten Beschäftigung und Verdienst. Außer Friedrich Groß, dem Vater des früheren Bürgermeisters, und Karl Ewig 1. stehen auf dem Bild (um 1900) 'Bruchleute' (= Steinbrecher) aus Haingründau, Leisenwald, Rinderbügen und Waldensberg in der Wand.

5. Das Foto zeigt den Steinbruch um 1930. In der Mitte steht die langgestreckte Steinrichterhalle; sie löste einen Teil der Schutzdächer (rechts) ab, in denen die Steinrichter bei Wind und Wetter arbeiteten. In der rechten Bildhälfte verläuft der Schrägaufzug, auf dessen zwei Schienen das Rohmaterial aus der Bruchwand hochbefördert wird. Über eine Rutsche gelangt das Material in den Brecher und von dort, nach der Größe sortiert, in Silos (Brecher und Silos in hellem Gebäude) oder direkt in die 1/2 Tonne fassenden eisernen Wagen der 6,5 Kilometer langen Seilbahn Breitenborn-Wächtersbach. Die Seilbahn war bis zum 30. Juni 1979 in Betrieb, irn Winter 1980/81 wurde sie abgebaut.

6. Eigenartig für Breitenborn war die Reuse, ein schmaler, hoher Rückentragkorb. In den anderen heutigen Ortsteilen von Gründau wurden die betreffenden Lasten in der Mahne (Korb) auf dem Kopf getragen, Ausnahme: Kietzen der Bäcker und Metzger. Die Art, Lasten in der Mahne auf dem Kopf beziehungsweise in der Reuse auf dem Rücken zu tragen, war gegenseitig verpönt. Die Reuse diente vor allem dem Transport von Mist auf kleine Äcker und auf die Krautgartenländer. Zum Ausruhen führte die Trägerin den T-förmigen Reul mit, auf den die Reuse, ohne sie abzunehmen, abgesetzt wurde. Die typische Haltung beim Ausruhen demonstriert auf dem Bild Fritz Nol! im Jahr 1965 (gestellte Aufnahme). (Foto: Erwin Rückriegel, Niedergründau.)

7. Über die Bach mit der gewölbten, steinernen 'Kirchebrücke' und der hölzernen 'Nixebrücke' (Brücke zum Anwesen Nix) blieken wir auf die Hauptstraße, die damals (1940) chaussiert war. Von links nach rechts erkennen wir die Wohnhäuser von Jean Göbel, Christian Stübing, Heinrich Sommer, Karl Trebing und Peter Preißler sowie die Stallungen mit Heu- und Strohböden von Peter Preißler und Peter Stübing (Stall mit Halle). Rechts schließt sich der Judenhof, Einfahrt am Bildrand, an, in dem bis in die dreißiger Jahre mehrere Judenfamilien lebten. Die Treppen am Bachufer erleichterten es den Anwohnern, Wasser für das Vieh in der Bach zu holen.

8. Auf der Treppe vor der Kirche stehen die Konfirmanden des Jahres 1918 mit Pfarrer Walther und Lehrer Mangelsdorf. Von links nach rechts sehen wir: Ernst Landmann, Pfarrer Walther, Wilhelm Emil Ewig, Emma Wiegand, verheiratete Ewig, Peter Preißler, Jean Preißler, Jean Stübing, Ernst Valentin, Heinrich Praasch, Peter Stübing, Dorothea Stübing, verheiratete Eckert, Jean Laubach und Lehrer Mangelsdorf. Hüte wurden von den jungen Burschen erstmals bei der Vorstellung getragen. 'Besser gestellte' Konfirmanden hatten einen hellen Anzug für die Vorstellung und einen dunklen für die Konfirmation, die meisten Konfirmanden in Breitenborn jedoch nur einen dunkelblauen Anzug für beide Tage.

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