Groß-Gerau in alten Ansichten

Groß-Gerau in alten Ansichten

Auteur
:   Ernst Schneider
Gemeente
:   Groß-Gerau
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2915-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Groß-Gerau in alten Ansichten'

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29. Hier sehen wir die Trümmer der am 24.-25. August 1902 eingeweihten und am 14. April 1906 niedergebrannten alten Turnhalle. Im Hintergrund dem Turnhallenhof sehen wir noch acht der stehengebliebenen Pfuhlwagen mit denen das Löschwasser zur Brandstelle herbeigefahren wurde. Dieser Brand war für den bis 1920 viermal aufgelösten Turnverein 1946 ein schwerer Verlust den der älteste Verein Groß-Geraus bis zur Jetztzeit als Problemfall mit seinen Turnhallen zu bewältigen hat. Nicht allein dieses sondern auch den Verlust an Mitgliedern hatte dieser Turnverein zu verkraften, 1848 in dem Revolutionsjahr flohen drei seiner aktiven Mitglieder nach der USA. 1870/71 fiel das aktive Mitglied Philipp Fey. 1906 war es das sehr aktive Mitglied Peter Brunner, der in Deutsch-Süd-West-Afrika im Kampf mit den Hereros als Kolonialsoldat sein Leben gab. Ihm folgten 1914-1918 weitere 64 Mitglieder die ihr Leben im Krieg lassen mufsten.

30. Im Bild sehen wir im Jahre 1907, an der Stelle der 1906 abgebrannten Turnhalle, die neue Turnhalle des Deutschen Turnvereins 1846. Mit unglaublicher Schnelligkeit errieh teten sich die Turner ihr neues Haus nach den Plänen einiger ihrer Mitglieder, wie:

Techniker Georg Herbert, Geometer Hans Fey und Kreisstraßenbaumeister Franz Fritz, Bereits am 1. September 1906 erfolgte die Grundsteinlegung und am 2. Juni 1907 die Einweihung im Beisein des Kreisrates Dr. Wallau, des Kreisamtmannes Pfeiffer und der gesamten Bevölkerung. Bürgermeister Arnold hielt die Begrüßungsaussprache die Weiherede hielt Jakob Urban und die Festrede hielt Thomas Voigt. GroßGerau hatte nun seine Turnhalle und hat sie heute noch. Am Abend ging es rund. Kein Platz war mehr frei; denn auf dem Programm stand unter anderem ein Festspiel das von dem Vorstandsmitglied Thomas Voigt entworfen war, das in 14 Bildern unter anderem über die Bühne der Turnhalle ging, wie: 'Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung, - die Erschießung der Schill'chen Offiziere zu Wesei, die Gründung des ersten deutschen Turnvereins im Jahre 1810 durch Ludwig Jahn unter dem Motto 'Zum Heil und Segen unseres deutschen Vaterlandes'. Diesem folgten noch weitere 'Marmer-Gruppen', sogenannte stehende Bilder. bis man mit einem lauten 'Gut Heil' zum eigentlichen Ball überging. Im Bild die neue Turnhalle; unten: der Saal mit Bliek zur Bühne.

31. Dieses Bild wurde am 19. Juli 1908 'geschossen'. Man feierte das große deutsche Turnfest in Frankfurt am Main, das alle 'Deutschen Turner' unter dem 4 x F'Kreuz vereinigte, das übrigens am 27. August 1844 zum ersten Mal auf einer Fahne die im Namen des Stadtvorstandes Darmstadt dem dort bereits 1843 gegründeten Schüler-Turnverein übergeben wurde. Zwei Jahre später schmückte dieses Turnersymbol: 'Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei' (das andere Gott befohlen sei) so im Vorschlag von Heinrich Felsing, Kupferstecher und Turner zu Darmstadt, die rot gestiekten Gürtel der Turner des Ende 1846 zu Groß-Gerau gegründeten Turnverein. 1848 hatte dieser Verein schon 40 Mitglieder. Auf unserem Bild sehen wir die deutschen Turner Groß-Geraus am 19. Juli 1908 im Großen Festzug. Der Zug des deutschen Turnfestes zu Frankfurt auf der Kaiserstraße mit ihrer 'umgerüsteten' Traditionsfahne von anno 1847, einer der ältesten Turnerfahnen Deutschlands, die am 25./26. August 1944 den Bomben zum Opferfiel.

32. Die Vorkämpfer für den Fußballsport und Mitbegründer des Sportvereins Groß-Gerau 1916 finden sich auf diesem Bild. Die fußballbegeisterte Jugend Groß-Geraus stellt sich in ihren locker gebildeten Klub 'Viktoria' vor 1914 wie folgt dar. Obere Reihe, von links nach rechts: Jakob Freidel, Karl Wehner, Wilhelm Horst und Philipp Lämmermann. Zweite Reihe: Georg Walz, Wilhelm Gerschlauer, Peter Fückel, Ludwig Daum und Georg Friedmann (Kapitän). Sitzend von links: Georg Lohr, Martin Zotz (mit Fußball als Torhüter) und Wilhelm Schaffner (Lebensmittelschaffner). Dieser FußbaIlklub 'Viktoria' Groß-Gerau bildete die letzte Vereinigung in der großen Zahl der Gesellschaften dieser Stadt vor dem Ersten Weltkrieg. Der Groß-Gerauer Bürger, seine Vereine und Gesellschaften soll in weiteren Bänden dieser Art eine breitere Würdigung und Darstellung finden.

33. Hier stellt sich 1905 die Belegschaft der Unionbrauerei nebst ihrer Inhaber dem Betrachter vor. Die Brauerei wurde 1869 von der Familie Marxsohn, von Königstädten kornmend, im alten 'Darmstädter Hof der landgräflichen Poststelle (heute Depot Markt) in Groß-Gerau gegründet. Während die Mälzerei hier blieb wurde die Brauerei unter dem Namen Parkbrauerei an die 'Kastanienspitz' Beginn der Kastanienallee verlegt. Die Belegschaft, erste untere Reihe, von links nach rechts: 2. Steller, 4. Christian Holbein, 7. Raiß (Prokurist), 8. Herdt (Küfer), 9. Ferdinand Marxsohn (Inhaber), 10. Ludwig Marxsohn (Inhaber), 11. Schneider (Braumeister), 12. Raiß (Büro), 13. Winter (Maschinenmeister). Zweite Reihe: 2. Roth (Fuhrrnann), 3. Christian Geduldig, 4. Franz Zöllner (Bierbrauer), 6. Georg Wiedmann, 8. Schaffner, 9. Johann Hauf. Oberste Reihe: 2. Geiger (Bierbrauer), 5. Wilhelm Steller, und zwischen den Fässern Bierbrauer Philipp Meiler. (Mitgeteilt von Josef Zotz.) Wußten Sie daß von diese Unionbrauerei in verschiedenen Herbergen, auch so in der großen Herberge 'Zur Heimat' in Mainz, große Werbeschilder hatte aushängen auf denen durchwandernde Bierbrauergesellen zum Arbeiten nach Groß-Gerau in die Unionbrauerei eingeladen wurden?

34. Dieses Bild zeigt uns 1890 die im Jahre 1883 gegründete Zuckerfabrik zu Groß-Gerau. Ihre Gründer Anton Schudt, Rheinfelderhof, und August Bergsträßer, Nieder-Olm, überwanden alle Schwierigkeiten und Wiederstände die unüberwindlich schienen. Durch ihre einmalige Beharrlichkeit räumten sie mit dem Dritten in ihrem Bund, dem Direktor der Bank für Handel und Industrie, die letzten Bedenken aus und gründeten diese, noch heute bestenende Zuckerfabrik, Übrigens heute das modernste Werk in seiner Art in Hessen. Der erste Aufsichtsrat vor einhundert Jahren waren die Herren Hedderich, Schudt, Kuhlmann, Bergsträßer, Stede, Schönberger, Nold und Heil. Noch niemals hatte eine derartige Anlage mit so geringen Mitteln bestritten werden müssen als diese Zuckerfabrik im Gerauerland. Das fehlende Kapital mußte durch höchste geistige Kraftanspannung durch Gründlichkeit und sorgsame Erwägung jeder technischen Einzelheit ersetzt werden.

35. Hier sehen wir die Belegschaft der Ölfabrik 1882 Groß-Gerau - Bremen, vormals Julius Schoenen berger im 'Mühlgässel', kurz die 'Oelemühl' genannt. Hier wurden ausschließlich nur die Ölfrüchte aus den deutschen Kolonien verarbeitet und neben den einzelnen Ölen auch Hartfette nach Art des 'Palmins' hergestellt. Die Arbeiter, 'Ölemüller' genannt, mußten hart arbeiten, denn die Ölfrüchte wurden in großen Säcken und Körben aus den Güterwagen, hinauf auf die Speicher zur Verarbeitung in dieser Fabrik, getragen, Die braven 'Ölemüller' hatten allesamt einen großen Durst und noch heute existieren Biermarken die damals in einem Kranz von Wirtschaften um die 'Ölemühl' 'gewechselt' werden konnten, Es waren dies: 'Der Pfälzerhof", 'Die Stadt Mainz', 'Die Drei Hasen' und 'Der Hafen'. Einmal wurden die Biermarken gestoppt für die Zeit der 'Palminernte' auf dem Stadtgraben, bis hinein in die Neuwiese, denn ein 'Ölernüller' hatte nach etlichen getauschten Biermarken das verkehrte Ventil aufgedreht und ließ statt Wasser das kochende Speisefett in die Bach. Vorn in diesem Bild das Ehepaar mit Strohhut war der Direktor Müller mit Gattin

36. Die Entwicklung der Groß-Gerauer Ölfabrik hatte keiner vorausgeahnt so wenig wie ihr Ende durch den Ersten Weltkrieg. Deutschland mußte seine Kolonien abgeben, worauf diese Fabrik nicht mehr mit den Ölfruchten, auf die sie ausgerichtet war, versorgt wurde. Den Ausschlag dazu war die Errichtung eines Zweigwerkes in Bremen, das speziell nur Kokosfrüchte verarbeitete. Dorthin verlagerte man auch die zuerst hier in Groß-Gerau entwickelte Herstellung eines dem 'Palmin' ähnlichen Speisefettes 'Kunerol', Auch stellte man dort noch eine Toilettenseife her. Zweitausend Doppelwaggons, allein mit Kobranüssen, liefen nun Bremen an. Aus den Ölsaaten geringerer Art verarbeitete die Ölfabrik diese noch zu Stearin und Glyzerin und versorgte nebenher das Gerauer1and noch mit 'Palmkuchen', einem geschätzten Kraftfuttermittel. Im Bild sehen wir die am 7. November 1909 in Betrieb gesetzte Maschinenanlage der Ölfabrik Groß-Gerau-Bremen, die damals mit ihren 600-800 PS die stärkste Anlage ihrer Art in Südhessen war. Heute befindet sich an dieser Stelle der Bauhof der Stadt Groß-Gerau,

37. Hier sehen wir Groß-Gerauer Rekruten aller Waffengattungen zu einem Bild zusammengestellt im Jahre 1883.

38. Musterung in Groß-Gerau. Zu Kaiserszeiten war dies ein aufregender Tag in der Stadt. Hier sehen wir den 'gezogenen' Jahrgang 1888 nach seiner Musterung im Frühjahr 1908 im 'Adiersaal' zu Groß-Gerau. Mit auf der 'Partie' in diesem Bild sind die Stammväter Georg Meinhardt, Adam Huß, Martin Zotz, Philipp Winter, Ferdinand Kehr, Adam Astheimer, H. Raiß (im Burggraben), Peter Schmidt, all ihrer Nachkommen in Groß-Gerau.

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