Groß-Gerau in alten Ansichten

Groß-Gerau in alten Ansichten

Auteur
:   Ernst Schneider
Gemeente
:   Groß-Gerau
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2915-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Groß-Gerau in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59. Immer mehr zeigte der Erste Weltkrieg im Städtchen sich von seiner anderen Seite. Am 22. August 1914 karn die Nachricht des ersten Gefallenen im Ort, dem noch viele folgen werden. Es war Philipp Wild. Zum 23. Oktober 1914 wurde Groß-Gerau zur Garnisonsstadt erhoben. Das Landwehr Infantrie Regiment Nr. 83 aus Thüringen wurde nach hier zur weiteren Ausbildung verlegt und hielt mit obengenanntem Datum mit 1000 Manschaften unter dem Kommando seines Hauptmannes Blum (er war in Zivil Direktor der Baugewerbeschule in Erfurt). Vier Ersatzbatal1ionen wurden nach ihrer Ausbildung hier in Groß-Geraujeweils an die Front geschickt und neue karnen. Errinnerungen an diese Zeit sind bestimmt in Groß-Gerau noch wach. Die Groß-Gerauer schnauften auf, als dieses hier im Privatquartieren liegende Ersatzbatallion des Landwehr Infantrie Regimentes 83 packte, und sich auf den Weg machte um nach Langen zu übersiedeln, nicht zu vergessen sind die kleinen lebendigen Andenken, die später zur Welt karnen, kurz in Groß-Gerau die 'Thüringer' genannt. Unser Bild zeigt die erste Verabschiedung der hier ausgebildeten Thüringer Mannschaften zur Front auf dem Groß-Gerauer Bahnhof. Vorn im Bild Frau Marie Vogel geborene Weinheimer und neben ihr in Uniform Adam Herbert, Apotheker.

60. Schon längst hatten sich die deutschen Truppen an der Westfront eingegraben, Der grauenhafte Stellungskrieg mit tagelangen Trommelfeuem begann. Aus diesem Geschehen heraus senden drei Groß-Gerauer ihrem Pfarrer Skriba diese Karte mit folgendem Wortlaut: 'Freundliche Grüße senden Ihnen drei Gerauer vom Lauscherpfosten (der äußerste Grenze Deutschlands) im Westen:

Unteroffizier Georg Kehr,'Ritter des Eisernen Kreuzes', Ihr ergebener Wilhelm Schadt, Freundlichen Gruß aus dem Felde sendet Ihnen Ihr ergebener Gardist Salomon 6/115'. Neben diesen tapferen Streitern gab es noch eine Groß-Gerauer Kanone an der Westfront. Es war dies ein Geschütz des Reserve Feldartillerie Regiments Nr. 25 Darmstadt, an dem der Unteroffizier und die fünf Mann Bedienung allesamt Groß-Gerauer waren die miteinander das Eiserne Kreuz erhielten.

61. Irländer auf dem Bahngelände von Groß-Gerau. Diese Irländer wurden 1916 aus den verschiedenen englischen Gefangenenlager in Deutschland 'aussortiert' und kamen in ein separates Kriegsgefangenenlager in die Zuckerfabrik in Groß-Gerau, Hier waren sie im 'Training' als Statisten, der grofsen deutschen Politik zur Schwächung Großbritaniens, in Vorbereitung auf ein freies Irland.

62. Dies ist eine Gruppe Groß-Gerauer die als Rekruten des hessischen Infantrie Regiments 117 auf dem Griesheimer Übungsplatz ihre Ausbildung ableisten mußten um gleich danach 1916/17 zur Front in Frankreich auch Rußland zum Einsatz zu kommen. Der 'Schleiferei' sprich Ausbildung begegneten sie jedenfalls (siehe Bild) mit Humor, denn sie bieten so der Spruch unter ihrem Bild: '20 Mark demjenigen der uns reizen kann.' Untere Reihe, von links: Adam Schaffner, K. Baille, Wilhelm Ackermann. Mittlere Reihe: W. Gonzorek, Fritz Voigt, Jacob Becker, Philipp Herdt, Wilhelm Baumann. Reihe oben: J. Schmenger, Philipp Herdt, Fritz Metten, Georg Mager, und Chr. Auer. Die Gruppe Groß-Gerauer Rekruten fand sich auch in der 'Gondel des Luftschiffes Viktoria Luise' wieder zusamrnen.

63. Vor uns sehen wir dieselbe Gruppe Groß-Gerauer auf ihrem 'Flug nach Groß-Gerau' schön beisammen in der 'Gondel ihres Luftschiffes Viktoria Luise' über ihrem 'Camp' dem Griesheimer Sand im Jahre 1916. Grimmigen Humor besaßen die Gerauer schon immer, er stand auch ihnen gut an. Einer davon, der an dem hier gezeigten 'strapaziösen Fluge nach Gere' mit dem Kopf nach unten teilnahm, berichtete dem Schreiber dieser Zeilen folgendes: 'Her du kann's mer's glawe wenn's e uns domoals frei gelasse hette mir wem aach minaanner uff'em Pullwoage harn gefoahrn.' Der Voigte Fritz, zweite von rechts oben in der Gondel, ist heute 86 Jahre alt; er überstand diesen Flug nebst anschließender russischer Kriegsgefangenschaft 1918 und läßt alle Betrachter entsprechend seinem freundlichen Wesens recht herzlich grüßen.

64. Der Erste Weltkrieg zeigte bald seine Folgen. Noch ehe 1917 der Hunger kam, trat hier bereits die Beschlagnahme des Kupfer, Zinn und Nickel am 31. August 1915 in Kraft. Der Krieg fraß den Menschen, - um diesen zu vernichten brauchte man Buntmetall für Geschosse aller Art. Im ganzen Land wurden Sammelstellen errichtet. Wir sehen auf diesem Bild das schon angelieferte Kupfergeschirr der Gerauer, Die Sammelstelle ist im Hof des alten Stadthauses zu Groß-Gerau. Der dritte von links ist der Gemeinderat Jean Fey, neben ihm steht der Oberschutzmann Wambold, hinten rechts am Tisch steht der Rechner Endner, vor ihm der Feldschütz Schaffner (Däumchen). Am Tisch sitzend, von links: Wendel Bender, Jean Petermann und Heinrich Hirsch. Der Knabe daneben ist Hermann Schaffner und auf dem Boden sitzend ist die Kätha Schaffner.

65. Hier auf diesem Bild sehen wir ein verliebtes Ehepaar. Er ein Lehrer, sie die Tochter eines Rektors turteln in Uniform verliebt verspielt wie die Tauben 'im Nahkampf' -. Auch hier griff der Krieg in die letzten Sphäre menschlichen Wesen ein, wenn auch auf besondere Art und Welse. Kinder hatten sie beide nicht, sonst hätten diese bestimmt vor Freude gebrüllt. Diese beiden waren halt große Kinder und hatten ebenso an diesem 'Spiel' ihre eigene Freude, Zum anderen 'Er' ging an diesem 11. Juni 1915 nach seinem 14tägigen Urlaub hier in Groß-Gerau wiederum an die Westfront nach Frankreich.

66. Hier im Bild sehen wir den damaligen Obergefreiten Jakob Nold und Schlosserrneister zu Groß-Gerau. Dieses Foto entstand am 10. Dezember 1915 an der Westfront in Frankreich und ging als Kartengruß an den Pfarrer Ludwig Skriba dahier. Jakob Nold wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Bürgermeister dieser Stadt, nachdem er in der Zeit zwischen 1918 und 1933 als Gemeinderat tätig war.

67. Hier zwei Feldpostkarten die 1916 nach der Ablehnung des Waffenstilstandangebotes des deutschen Reiches durch die Alliierten, im festen Glauben an den nunmehr doch noch zu erhoffenden Endsieg Groß-Gerau verließen, um ein gesundes Wiedersehen wie es im Text heißt zu wünschen. Beide Karten sind vom Vater, Bruder und Schwester des Philipp Vollhardt, Plästermeister zu Groß-Gerau, an diesen gerichtet und überstanden die Odyssee von Groß-Gerau nach Konstanza arn Schwarzen Meer (dort lag der Truppenteil des Plästermeisters Philipp Vollhardt) und wieder zurück nach Groß-Gerau, Auf der anderen Seite - betrachtet man diese enorme Leistung - stand doch der Nachbar des Philipp Vollhardt, um die Eek der Wilhelm Gonzorek, als Pionier 1916 im Dienst der strategisch für dieses Krieggeschehen von Deutschland gebauten Bagdadbahn in der Türkei - auch er brachte trotz aller Strapazen seine gesamte Briefpost 1918 zurück.

68. Groß-Gerauer Bürger zum Teil noch blutjung in einer Ruhestellung der hessischen Division vor Verdun 1917. 1. unbekannt, 2. Joseph Zotz, 3. Karl Gengnage1, 4. Walter Schuckmann, 5. Heinrich Lämmerman. Die letzte vier Groß-Gerauer schrieben folgendes Gedicht unter Beifügung dieses ihres Bildes von der Front vor Verdun in Frankreich an die Konservenfabrik 'Helvetia' 1917: Wir sitzen hier im Unterstand mit Karo einfacn in der Hand, dazu fehlt Butter, Schmalz und Fett, dann währe es ganz schön und nett. Ein [eder so seine Witze macht, da haben uns drei auf den Gedanken gebracht. Sie tragen den Rock wie wir so grau, ihre Heimatstadt ist Groß-Gerau. Seid unverzagt, schreckt nicht zurück, schreibt nur an unsere Konservenfabrik. Sie wird die Bitt erfiillen euch und eine Probepackung schicken gleich. Bleibt uns das Kriegsglück treu und hold, ein jeder wieder heimkehren sollt, Reklame stets fûr Sie, die erste Gruppe der 4. Kompagnie ... Im Argonnerwald 1917. Heinnoh Lämmermann sah seine Heimat nicht wieder; er fiel bei den letzten Kämpfen vor Verdun am 13. September 1918. Diese fünf 'Landser' bekamen prompt von der 'Helvetia' aus Groß-Gerau ein Paket mit zwölf großen Gläsern zwölf Sorten besten Gelee zu ihrer Freude. Mitgeteilt von Joseph Zotz Groß-Gerau.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2021 Uitgeverij Europese Bibliotheek