Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2

Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ingrid Espert
Gemeente
:   Groß-Hansdorf
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4602-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Nachdem mein Buch 'Groß-Hansdorf in alten Ansichten' erschienen war, kamen viele Leser mit weiteren Bildern zu mir. Das Interesse am alten Groß-Hansdorf ist sehr groß; besonders freut es mich, das so viele junge Leute daran teilhaben. Daraufhin entschloß ich mich, einen Fortsetzungsband herauszubringen.

Gern bin ich den Einladungen in Hansdorf, Hoisdorf, Ahrensburg und Hamburg gefolgt, wenn man mir während einer gemütlichen Kaffeestunde Anekdoten aus dem Dorf erzählte oder ein paar seltene Fotos und Ansichtskarten für mich bereitgelegt hatte. Ich möchte allen danken, die mich durch diese Hilfe unterstützt haben. Groß-Hansdorf-Schmalenbeck war eine Hamburger Insel in Schleswig-Holstein und wurde als das schönste Walddorf Hamburgs gepriesen. 1909 erließ die Stadt Hamburg ein Gesetz, das ihren Beamten auferlegte, auf Hamburger Grund und Boden zu wohnen und auch dort ihre Pension zu verzehren. Was lag da näher, als daß mancher Hamburger Beamte Wohnsitz in diesem Hamburger Walddorf erwarb. Am 1. Dezember 1935 feierte Groß-Hansdorf mit einem Festprogramm seine 500jährige Zugehörigkeit zu Hamburg. Zwei Jahre später, am 26. Januar 1937, verabschiedete die Reichsregierung das 'Gesetz über GroßHamburg und andere Gebietsbereinigungen' .

Vor fünfzig Jahren, am 1. April 1937 , trat das 'Groß-Hamburg Gesetz' in Kraft. Damit gehörten Groß-Hansdorf und Schmalenbeck zu Schleswig-Holstein, Eine große Umstelle begann für die Einwohner des Walddorfes. Waren früher die Behörden in Hamburg zuständig, mußten nun weite Wege nach Lübeck, Kieloder Bad Oldesloe angetreten werden. Die im Ort ansässigen Heilstätten der

LV A durften nach dem Gesetz von 1937 keine Hansdorfer mehr bei sich aufnehmen, da Voraussetzung für eine Aufnahme in diesen Heimen ein Wohnsitz in Hamburg war. Wie deutlich sich damals die Abtretung Groß-Hansdorfs an Schleswig-Holstein ausdrückte, zeigte die Hamburger überlegung, die Bahnstrecke Volksdorf - Groß-Hansdorf stillzulegen.

Nur der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte dieses Vorhaben. Lange Zeit bemühten sich die Gemeindevertreter um eine Wiedereingliederung nach Hamburg, der letzte Versuch 1955 wurde abermals abgelehnt.

Ein weiterer Einschnitt in das dörfliche Leben erfolgte 1933 mit dem Baubeginn der Autobahn Hamburg-Lübeek. Durch die gerade Streckenführung geriet nun das Sieker Gebiet Grenzeck in den Schmalenbecker, der frühere Sitz des Waldreiters, der Bradenhoff, in den Hoisdorfer Bereich; die Autobahn ist heute die östliche Grenze von Groß-Hansdorf-Schmalenbeck.

Es sollte mich freuen, wenn die vielen und oft seltenen Bilder dieses zweiten Bandes ebenfalls eine lebhafte Aufnahmefinden.

Quellen:

Der Schmalenbecker Hof, eine kulturgeschichtliche Skizze von Dr. J.F. Voigt, Hamburg 1891.

Die Hamburgische Landgemeinde Groß-Hansdorf Schmalenbek von Dr. J.F. Voigt, Hamburg 1906. Südstormarn, Dr. Heinrich Sahrhage.

Bild Nr. 53, Bernhard Heller.

Bild Nr. 59, Anselm Heer.

1. Vor der Pforte der neu errichteten Gemeindeschule haben sich im Jahre 1913 Schulkinder aus Groß-Hansdorf und Schmalenbeck zu einem Gruppenbild aufgestellt: die Geschwister Möller und ihre Schulkameraden Biehl, Richter und Hack.

Die Jungs tragen eine Mütze, dicke, schwarze Wollstrümpfe und dreiviertellange Hosen. Als Schuhzeug haben sie Stiefeloder Holzpantinen an. Letztere sollen sich hervorragend als Wurfgeschosse geeignet haben, um zum Beispiel Äpfeloder Kastanien von den Bäumen zu holen.

2. Der Bauunternehmer Detlev Holst besaß vor dem Ersten Weltkrieg ein großes, unbebautes Grundstückin Hoisdorf. Dorthin fuhr die Familie mit der Eisenbahn von Hamburg nach Ahrensburg; weiter wanderte man durch die Eilshorst über Groß-Hansdorf nach Hoisdorf. Manches Mal wurde im Fasanenhof oder Paape's Gasthof Rast gemacht. Infolge der durch den Krieg veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse kam Holst der Gedanke, nahe der Hochbahn ein kleineres Grundstück zu erwerben. So veräußerte er 1919 sein Land in Hoisdorf, um bald darauf das Gelände in Hansdorf an der Hoisdorfer Landstraße Nr. IlO zu kaufen. In den Jahren 1921122 wurde das Landhans errichtet und der Park von A. Reimann angelegt. Außer den damals wichtigen Wirtschaftsräumen und dem Stall entstanden auf dem Besitz, der mit weiteren Landkäufen eine Größe von 6 ha erreicht harte, ein Gewächshaus und ein Tennisplatz.

3. Die alte Schäferkate stand an der Hoisdorfer Landstraße und gehörte ab den zwanziger Jahren zum Holstschen Gelände. Hier wohnte mit den Dabelstein's der Nachtwächter und Dorfschäfer Martin Maas. Frühmorgens zog Schäfer Martin, in sein Horn blasend, von Hof zu Hof, für die Bauern das Zeichen, ihre Schafe aus dem Stall zu lassen. Am Abend jedoch fand jedes Tier selbst in seinen Stall zurück, Abermals blies Martin in sein Horn, daß die Bauern die Stalltüren schließen sollten. 1931 gewährte die Reichsregierung den Hausbesitzern Zusehüsse bei Renovierungsarbeiten, da großer Wohnungsmangel herrschte, Daraufhin ließ Detlev Holst die alte Schäferkate umbauen, um für zwei Familien Raum zu schaffen. Vierzig Jahre später war dieses Haus den Wohnbedürfnissen der Mieter nicht mehr gerecht und wurde dann abgerissen.

4. Im Herbst fanden in den Hansdorfer Waldungen Treibjagden statt; es gab ja noch viel Reh-, Nieder- und Hühnerwild. Nach dem Jagen fand sich die Jagdgesellschaftzum 'Schüsseltreiben' ein. Auf diesem Bild aus den dreißiger Jahren sehen wir die Jäger und Treiber an langen Tischen sitzen, gegenüber dem heutigen Wasserwerk in der 'Kulenwisch' an der Hansdorfer Aue, bei Schnaps und Bier, zünftiger Erbsensuppe, im Haus des Jagdherren gekocht, und in großen Kübeln zu den Tischen gefahren. Im Vordergrund des Bildes sitzen die Treiber: von links Gerken, Möllerund Nuppnau, im Hintergrund der Jagdherr Detlev Holst und neben ihm seine Hilfen (mit weißer Schürze Erna Hack).

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5. Anno 1901 entstand diese Aufnahme. An der Hoisdorfer Landstraße Nr. 97a hatte sich der Hamburger Hausmakler Dr. Wilhelm Johannes Wentze11897/98 das zweigeschossige Fachwerkhaus errichten lassen. Auf dem über 5 ha großen Parkgelände, durch den Eilbergwald begrenzt, befanden sich ausgedehnte Teichanlagen und ein Gartenpavillon . Mitte September 1929 brannte das Haus völlig nieder. 1937 erwarb die VersicherungsGesellschaft 'Deutscher Ring' den Besitz und baute dort ein ebenerdiges, langgezogenes Reetdachhaus, als Erholungsheim für ihre Angestellten, welche jeden Sommer Haus und Gelände belebten. Ab 1962 beherbergte das Haus Studenten der Deutschen Angestellten-Akademie. Ein Wohnheim und Lehrgebäude kamen hinzu, um zeitweilig bis zu 500 Studenten unterrichten zu können. Seit 1986 stehen die Gebäude leer, die Zukunft des Anwesen ist ungewiß.

6. Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts war der altdeutsche Herd mit dem Swibbogen in den meisten Bauernhäusern und Katen anzutreffen. In der alten Reetdachkate des Tischlers Sanmann, Hoisdorfer Landstraße Nr. 262, heute Nr. 68, befand sich diese Diele mit dem schornsteinlosen Doppelherd. Durch die Öffnungen im Swibbogen über dem Herd konnte der Rauch entweichen und nach oben steigen, wo die Schinken und Speckseiten zum Räuchern hingen. In der offenen Feuerstelle hing an einem Kesselhaken der sogenannte Grapen, welcher auch dem Koehen des Viehfutters diente. Später ließ man die altdeutschen Herde abreißen und benutzte die englische Herdform.

7. Gemächlich zuckelt das erste Gesparm des Genesungsheimes durch das Dorf. Zwei Esel ziehen den kleinen Versorgungswagen, der die mit der Lübeck-Büchener Eisenbahn eintreffenden Güter oder Futtermittel vom Lehmannschen Speicher aus Ahrensburg nach Hansdorf bringen muß. Später löste ein Ochsengespann den Eselkarren ab.

8. Seit 1893 wird dieses Reetdachhaus aus dem Jahre 1856 an der Hoisdorfer Landstraße Nr. 59 von der Familie Steffen bewohnt. Es lag ebenso wie die Nachbarhäuser auf ehemaligem Erbpachtgelände der Familie Steenbock. Für die Kleintierhaltung war der Stall, rechts im Bild, wichtig. Man hielt Federvieh, Schweine oder Ziegen. An der Giebelwand von Haus und Stall befand sich eine Holzluke, um durch sie den Wintervorrat an Stroh oder Heu auf die Dachböden zu bringen. 1941 übernahm Arnold Steffen von seinem Großvater das Gebäude, welches später käuflich erworben, grunderneuert und vergrößert wurde. Das seit 1954 von Maurermeister Arnold Steffen betriebene Baugeschäft wird heute von seinem Sohn weitergeführt.

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