Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2

Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ingrid Espert
Gemeente
:   Groß-Hansdorf
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4602-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2'

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29. 'Punschbowle' nannten die Dorfbewohner scherzhaft das kleine Ponygesparm der Familie Schulz, welche seit 1919 das Haus Rosenwinkel, auf der Anhöhe über dem Mühlenteich, bewohnte (Band 1146). Mit dem ausdauernden Tier wurden viele größere Ausfahrten unternommen und die Kinder fast täglich zur Schule gebracht. War das Pony nicht auf der Weide, so hatte es seinen Platz im Pferdestall des Schulzschen Anwesens, auf dem sich auch der Groß-Hansdorfer Stellmacher Ebert verdingte.

30. Der für die Dammschüttung der Bahnstrecke Groß-Hansdorf - Beimoor benötigte Kies wurde mit einem Löffelbagger in Hoisdorf gefördert. Dieses Gebiet mit dem später entstandenen Teich ist uns heute als 'Baggerkuhle' bekannt. Auf dem kürzesten Weg fuhr man den Kies mit einer kleinen Bahn nach Hansdorf. Ein Bild aus dem Jahre 1916 zeigt Arbeiterinnen während einer Pause. Insgesamt waren 130 Männer und Frauen beschäftigt. Für die Verschönerung der kahlen Bahnkörper sorgten später auch erste Fahrgäste. Den in Kiekut ansässigen Hamburger Kaufmann Richard Schüler mißfielen die nackten Hänge so sehr, daß er Lupinensaat aus dem fahrenden Zug verstreute. Zwischen Schmalenbeck und Hansdorf zeugen heute noch jeden Sommer die blühenden Lupinen von Schüler's Aktion.

31. An der Ecke Mühlendamm und Pinnberg wohnte um 1910 Arndt von Holzendorff, einer der Direktoren der Hapag. Holzendorff's ganze Leidenschaft war das Um- und Ausbauen des Landhauses. Durch seinen Grundbesitz ließ er die Straße Pinnberg legen, in der Hoffnung, daß sich nach dem Bau der Walddörferbahn viele Hamburger in Groß-Hansdorf ansiedeln möchten und er Bauland verkaufen könne. Der Erste Weltkrieg machte vorläufig seine Pläne zunichte. Viele Jahre stand nur ein Haus an der neuangelegten Straße. Die letzte Besitzerin des schönen Geländes, Frau Prieger züchtete Trakehnerpferde, die sicher manchen Großhansdorfern noch in Erinnerung sind. 1978, nach Abriß des Landhauses am Hansdorfer Mühlendamm Nr. 31, entstanden hier mehrere Villengrundstücke.

32. Anfang des Jahrhunderts blühte das Vereins- und Gesellschaftsleben in Groß-Hansdorf. Der Ort war ein bevorzugtes Ausflugsziel der Großstädter. Die Einweihung des Hotels 'Vier Linden', Wöhrendamm Nr. 7, am 19 . März 1905 war mit seinem weitgefächerten Programm der Anfang für viele festliche Ereignisse in diesem noblen Haus. Reklametafeln an den Hamburger Straßenbahnwagen luden zum Besuch in das Hotel 'Vier Linden' ein. Der Kriegsausbruch 1914 machte dem fröhlichen Treiben vorübergehend ein Ende. Die Kegelbahn wurde zum Quartier für kriegsgefangene Russen, der große Saal Kornlager .

33. Groß-Hansdorfs Spritzenhaus stand am Wöhrendamm, gegenüber dem Hotel 'Vier Linden'. Wurde Feuer gemeldet, lief eines der Familienmitglieder von Steebock über die Straße und schloß schon die Tore auf. Es verging noch viel Zeit, bis die Pferde aus dem Stall oder von der Feldarbeit geholt waren, um vor die Spritze gespannt zu werden. Zwei Pferde zogen die Handspritze, vier den Mannschaftswagen. Nach dem Einsatz hingen die nassen Schläuche über einer breiten Eisenleiter zum Trocknen, bei schlechtem Wetter diente der Holzturm zur Schlauchtrocknung. Mancher Spitzbube verbrachte bis zum Urteil einige Nächte auf der Drahtpritsehe des Spritzenhauses, sein Essen bekam er durch eine kleine Luke. Die Motorspritze von 1927 träumte noch bis in die sechziger Jahre, bevor sie ins Museum Molfsee gespendet wurde. Abriß des alten Spritzenhauses erfolgte in 1970.

34. Am 'Blauen Hahn', Ecke Bilbergweg- Wöhrendamm, lebte um 1910 in diesem alten Strohdachhaus der Hausschlachter Stoffer Eggers. Nebenbei betrieb er eine kleine Landwirtschaft. 1924 erwarb Arthur Korte das Haus für seinen Wochenendaufenthalt; später zog die Familie Korte ganz von Hamburg nach GroßHansdorf. Dem Bruder Rudolf ist es zu verdanken, daß die mächtige, die Kreuzung Eilbergweg-Wöhrendamm beherrschende, über 500 Jahre alte Eiche heute noch steht. Der Gartenarchitekt und Mitgründer der 'Gruga' erkannte eine gravierende Krankheit; von 1925 bis 1930 kam er in jeder Woche zur Pflege der Eiche aus Essen herbei und half ihr damit zum Überleben. 1959 veräußerte die Familie Korte das Haus. Nach mehreren Urn- und Anbauten sehen wir es heute in enger Nachbarschaft zu Miethäusern.

35. Es sind noch keine zwanzig Jahre her, da zeigte sich die Ecke Bilbergweg- Wöhrendamm dem Beschauer als ländliche Idylle. Das Häuschen beherbergte zeitweilig die erste Gemeindeverwaltung Groß-Hansdorf (Band 1/30). 1940 zog Familie Willy Biehl hier ein. Nach dem Abriß, 1969, entstand an diesem Platz ein Wohn- und Geschäftshaus.

36. Um seiner aus Norwegen stammenden Frau eine Freude zu bereiten, ließ der Hamburger Kaufmann August Stoltenberg 1910 auf seinem Grund in Groß-Hansdorf ein Sommerhans bauen. Der Besitz von Stoltenberg erstreckte sich vom Wöhrendamm bis zum Mühlenteich , der damals noch nicht durch die Hansdorfer Landstraße getrennt war. Von einem kleinen Steg aus konnte man reizvolle Bootfahrten unternehmen. Hohe Wälle mit Bäumen grenzten das Gelände zum Wasser hin ab. Das noch stehende Norwegerhaus ist ein Holzhaus mit Grasdach und buntbemalten Fensterläden. Neben dem Haupthaus stehtein Kavalierhäuschen, auch im Norweger Stil erbaut. Zeitweilig dienten die Gebäude der LV A als Kindergatten. Das nach Teilungen noch 3,8 ha große Wald- und Wiesengelände ist heute von DI. Walter Stoltenberg verpachtet.

37. Auch dieses Haus gehörte zum Stoltenbergschen Besitz. Es war eines der vier Eckhäuser am 'Blauen Hahn', in dem sich eine Schlosserwerkstatt und später auch eine Wäscherei befand. Der Schlosser wohnte im Kavalierhäuschen von Stoltenberg und hatte die Pflicht, bei dessen Abwesenheit auf Häuser und Garten zu achten. Die letzte Bewohnerin des Eckhauses, Frau Nagel, stand jeden Morgen als Zeitungsfrau am Hansdorfer Bahnhof. Nachdem ARAL das Grundstück erworben hatte, verschwand 1%3 auch diese Kate.

38. Früher hielten Hansdorfer Bauern und Kätner eine Anzahl Schafe. Nachdem im Frühsommer die Schur beendet, die Wolle gewaschen und getrocknet war, bewahrte man sie bis zum Winter auf. Wenn die dunkle Jahreszeit begann, wurde das Spinnrad hervergeholt. Nach dem Tagewerk verbrachte Catharina Offen, die Frau des Hausschlachters, ihren Feierabend beim Wollespinnen. Wir sehen sie in ihrer alten Kate, am Wöhrendamm Ecke Hansdorfer Landstraße, welche um 1920 von ihrem Sohn Rudolf zum Restaurant und Café 'Zum Landhaus' umgebaut wurde.

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