Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2

Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ingrid Espert
Gemeente
:   Groß-Hansdorf
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4602-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39. Wilde Kirschbäume mit kleinen süßen Früchten standen beim Häuschen des Klempners Bernhard Brause und seiner Frau Albertha am Eilbergweg Nr. 7. Nach Wegzug der Brauses im Jahre 1918 betrieb die Familie Fick hier einen Kohlenhandel. Rückseitig des Hauses waren Verschläge für die Brennstoffe errichtet. Als die Bahn fuhr, brachte ein überdachter Fahrradstand für 20 Pf. Wochenmiete pro Rad zusätzlich etwas Geld. Letzter Besitzer des Häuschens war die Familie Nehl mit dem ersten Fischgeschäft des Ortes, das sich nach 1963 im Neubau des Mehrfamilien- und Geschäftshauses in modernem, zeitgemäßem Stil präsentierte.

40. Johannes Pierau, der Erbauer dieser Villa, lebte mit seiner Familie bis 1930 am Eilbergweg Nr. 9, deren schöner Garten zum Pfingstfest im Schmucke weißer und lila Fliederbäume prangte. In dieser Zeit war GroßHansdorf am Himmelfahrtstag voll von Scharen lustiger Vatertagsausflügler , von denen mancher gern einen Strauß für Muttern mit nach Hause genommen hätte. Doch tagsüber bewachten die alten Pierau's ihre Blütenpracht, und, als man um 20.00 Uhr früh ins Bett mußte, löste der Nachbar Hubert Laumann, Polizist in Hamburger Staatsdiensten, die Wache ab; Zigarrenrauchend saß er bis spät in die Nacht in der Veranda und paßte auf, daß kein ungebetener Gast die Büsche rupfte.

41. Unmittelbar an der Grenze zu HoisdorfIag der 'Bradenhoff', Sitz des Waldreiters (Band 1/47,50). Damals führte der heute an der Autobahn endende Waldreiterweg direkt auf den Hof. Gern lagerten unter den großen Bäumen an der Staatgrenze umherziehende Zigeuner, von denen folgende Geschichte stammt: Eines morgens bei vier Uhr hört Pächter Eggers seine Wasserpumpe quietschen. Eggers begibt sich auf den Hofplatz und sieht die seit dem Vortag lagernden Zigeuner an der Pumpe versammelt, um mit dem eiskalten Wasser ein Neugeborenes abzuwaschen. Der entsetzte Bauer erfährt, es sei ein alter Brauch: übersteht das Kind, ist es kräftig genug für's spätere Nomadenleben.

42. Liegehalle der Lungenheilstätte, Abt 11. Zur Wiederherstellung der tuberkulösen Kinder war die tägliche Liegekur unerläßlich. In der alten Liegehalle mit der hübschen Dachkonstruktion, zur Sonnenseite offen, lagen die Kinder während des ganzen Tages. Nur zum Schulbesuch und Mittagstisch durfte aufgestanden werden. Eine aufsichthabende Schwester achtete auf die nötige Ruhe und sorgte durch Vorlesen und Vorsingen für Abwechslung. Im Winterhalbjahr kam an kalten Tagen eine Wärmflasche mit unter die Decke.

43. An heißen Sommertagen gab es für die Kinder des Erholungsheimes der Heilstätte II kein größeres Vergnügen, als unter Aufsicht der Schwestern im Teich zu baden. Vom reetgedeckten Häuschen führte ein Steg zu einer Plattform aufs Wasser hinaus, das für Nichtschwimmer und Schwimmer unterteilt war. Einmal im Sommer fanden Dorfjugend und Heimpersonal bei Musik zum abendlichen Tanz in diesem Häuschen am Teich zusammen, der auf dem waldreichen Gelände zwischen dem Eilbergweg, der Hoisdorfer Landstraße und dem Waldreiterweg gelegen ist.

44. Es war ein großes Ereignis, als die erste Walddörferbahn von den Hansdorfem scherzhaft 'Waldesel' genannt, am 5. November 1921 vom Rathausmarkt nach Groß-Hansdorf kam. Beim Vorbeifahren in Höhe der Schule, kurz vor dem Hansdorfer Bahnhof, mußten sich die Schulkinder von ihren Plätzen erheben. In erster Zeit fuhr stündlich auf der eingleisigen Strecke nur ein Wagen mit Fahrerstand an beiden Seiten. Jeder Zug hatte neben dem Fahrer einen Begleiter, kassiert wurde im Wagen. Die Beschaulichkeit dieser Zeit erzählt folgende Geschichte: Um 1925 lief eine junge Hansdorferin zum Zugnach Hamburg, doch dieser fuhr schon langsam über die Brücke. Ein Hupen des Zugfahrers signalisierte ihr: 'Wir haben dich gesehen.' Er fuhr den Wagen zurück und wartete, bis der verspätete Fahrgast eingestiegen war.

45. Oberweichensteller Johann Reimers, eingerahmt von Zugführer und -Begleiter, auf dem Hansdorfer Bahnsteig am Zug nach Hamburg. Zu damaliger Zeit, das Bild stammt aus den zwanziger Jahren, kannten die Hochbahner jeden ihrer Fahrgäste und wußten genau, mit welchem Zug diese in die Stadt mußten. Alle nahmen 'ihre' angestammten Sitzplätze ein; erschien ein bekannter Fahrgast zu gewohnter Zeit nicht, erkundigte sich die Zugbegleitung bei den Mitfahrern nach ihm.

46. Die Walddörferbahn verband nun Groß-Hansdorf mit Hamburgs Innenstadt in einer Stunde Fahrzeit. Bereits im Frühjahr erschienen die Ausflügler, sehnlichst empfangen von Kindern, die ihre selbstgepflückten Schlüsselblumen- und Maiglöckchensträußchen zu Geld machen wollten. Rückfahrende Fahrgäste ließen die Blumenkörbe scheil leer werden. Auch Carl Baréz, mit Mütze hinter dem Stand, erkannte seine Chance; jeden Sonn- und Feiertag stellte er sich mit seinem Obstkarren an den Hansdorfer Bahnhof, um frisches Obst anzubieten. Im Vordergrund, links, Heinrich Möller, aufFahrgäste für sein Taxi wartend.

47. So sah es noch 1960 am Bahnhof Großhansdorf aus. Auf der Wiese östlich des Bahndammes, aufHolstsehern Gelände, ist Walter Eckmann bei der Heuemte. 1977 erwarb die Gemeinde Großhansdorf das Gebiet für eine P und R-Anlage.

48. Mit dem Töchterchen Minna bezaubert Liese Witten dieses Bild an der Grotdör ihrer alten Kiekut-Kate am Wöhrendamm, siehe Band 1/52. Gleißende Sommersonne bewirkt ein stimmungsvolles Gegenspiel zur schatrigen Diele.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek