Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2

Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ingrid Espert
Gemeente
:   Groß-Hansdorf
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4602-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Groß-Hansdorf in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

OOanltagen. b. Gtltrensburg

69. Eine Ruderpartie auf dem 34 000 qm großen See von Park Manhagen war immer ein Vergnügen. Der Park besaB mehrere Pavillone und auf der Insel einen kleinen SeetempeI. 1931 pachtete der Gastronom Möller den westlichen Teil des Parkes mit Landhaus und See. Die Hamburger Forstverwaltung war für den östlichen Teil zuständig. Beide pflegten das große Waldgebiet in vorbildlicher Weise und sorgten dafür, daB seine alten Buchen und Eichen erhalten blieben und die zahlreichen Waldwege ständig von Laub oder Schnee befreit waren. Bei Dunkelheit wurden die Parktore geschlossen.

Partie bei Gr. Hansdorf

70. In Groß-Hansdorf - Schmalenbeck befanden sich vier große Landsitze, welche von einflußreichen Hamburger Kaufleuten angelegt wurden. 'Manhagen' von Johann Dietrich Theodor Tietz (Band 1n2), 'Tannenhöft' von Heinrich Lütgens, 'Jäckbornshorst' von Adolf Wentzier (Band In1) und 'Wulfriede' von Dr. Max Albrecht. 'Wulfriede' sehen wir auf diesem Bild. In den ersten Jahren nutzte die Familie das Landhaus nur als Sommerwohnsitz. Auf dem 12 ha großen Parkgelände befanden sich außer den Dienstwohnungen ein geräumiges Blockhaus, eine Kegelbahn, sowie ein Spielpavillon für die Kinder; ein reetgedecktes Badehäuschen zierte den Saum des idyllischen Teiches. Heute gehört der Besitz einer Erbengemeinschaft und steht seit dem 12. Juni 1986 unter Denkmalschutz.

71. Der Kutscher von 'Wulfriede' wohnte in diesem hübschen Fachwerkhaus, noch heute an der Hansdorfer Landstraße Nr. 9 gelegen. Die Frau des Kutschers Stelling, Catharina (wir sehensieimJahre 1912), mußte neben ihren sonstigen Pflichten die hier angestellten, unverheirateten Männer beköstigen. Seinerzeit waren auf 'Wulfriede' beschäftigt: eine Hausdame und Hauspersonal, ein Förster mit Gehilfen, ein Jäger mit Gehilfen, ein Gärtner mit Gehilfen und der Stallbursche des Kutschers. Zur Weihnachtszeit schlug der Förster kleine Fichten. Am Heiligabend standen im großen Saal des Herrenhauses zehn geschmückte Weihnachtsbäumchen, unter denen Gaben für die zahlreichen Dienstboten lagen.

72. Mit dem Landhaus 'Wulfriede' entstanden 1902 gleichzeitig der Versorgungsturm für Wasser und Elektrizität sowie das Gärtnerhaus an der Sieker Landstraße 19. Turm, Gärtnerhaus und das an der Hansdorfer Landstraße gelegene Kutscherhaus zeigten, wie das Herrenhaus, reiches Fachwerk. Eine vom Obergeschoß des Gärtnerhauses überdachte Verbindung führte mit einer Außenwendeltreppe zum Turm hinauf und ließ reichlich Platz für die große Pforte am Parkeingang. Im Erdgeschoß des Turmes und in den sich anschließenden Nebengebäuden befanden sich die Maschinen- und Geräteräume. Nach Einführung einer Turmsteuer ließ Albrecht den zwischenzeitlich entbehrlich gewordenen Turm abreißen; nur das Gärtnerhaus, rechts in Bild, blieb stehen.

73. Ein Zauber geht von diesem Frühlingsbild aus. Unter blühenden Kastanienbäumen steht ein junges Mädchen am Torhaus 'Wulfriede' an der Sieker Landstraße. Das Bild wurde im Mai 1918 aufgenommen, kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges. Mit ihm ging auch die Ruhe und Beschaulichkeit der guten, alten Zeit zu Ende. Die Pflege der lieblichen Hamburger Waldungen übernahmen damals Forstarbeiter an jedem Freitag; sonnabends wurden alle Fußwege in Groß-Hansdorf - Schmalenbeck von Gemeindearbeitem mit Reisigbesen gefegt.

74. Inmitten der Hamburger Waldungen, an der heutigen Straße Depenwisch, gründete Hermann Lampe 1871 sein 'Hotel und Logirhaus' , die 'Waldburg' . Es war ein zweistöckiger Holzbau mit Tanzsaal und Doppelkegelbahn. Auch nach der Veräußerung im Jahre 1908 an den Besitzer von Jäckbornshorst, für 110 000 Goldmark, wurde die Gastwirtschaft in Pacht von Hamm weiterbetrieben. 1919 folgte Mohr als Pächter; noch im selben Jahr brannte die 'Waldburg' nieder. Die Ställe und das Wirtschaftsgebäude blieben von den Flammen verschont. Wenige Jahre später zerstörte ein weiteres Feuer auch das Logirhaus.

75. Nicht lange nach dem Brand verkaufte Adolf Wentzler 1919 das Grundstück an den Bankier Jordan, der die Waldburg in den Jahren 1921122 als schlichten Klinkerbau neu erstehenließ, entworfen vom prominenten Architekten Kar! Schneider, einem Mitarbeiter Walter Gropius. Schneider's 'Haus Jordan' wurde als frühes Hauptwerk des Architekten angesehen; einige seiner Bauten stehen heute unter Denkmalschutz. Die zweite Waldburg pachtete nun der Hotelier A.J.A. Möller, welcher den Betrieb 1931 in das später sehr geschätzte Parkhotel Manhagen verlegte. In den vierziger Jahren diente das Haus kurzfristig als Altenheim für Hamburger, von 1949 bis 1960 der LV A als Kinderhaus. Die letzte Besitzerin, Familie Matzen. ließ 1961 den Schneiderbau abreißen.

Gruss vorn Lurob.

76. Hamburg baute 1808 für seinen Forstwärter Schlobohm dieses Niedersachsenhaus an der Ahrensburger Grenze, vom Volksmund 'Lurob' genannt, da Schlobohm auf das Freiwerden der Waldreiterstelle auf dem 'Bradenhoff' wartete, die der Holzvogt Grube besetzt hielt. Nach Grube's Tod 1813 übernahm Schlobohm nun dieses Amt, Die Landstelle mit den zwei Strohdachkaten an der Sieker Landstraße ging 1831 an den Besitzer der Hansdorfer Wassermühle, Claus Heinrich Witten, dessen Familie hier bis 1912 eine kleine Gaststätte mit dem schon geläufigen Namen 'Lurup' betrieb. Im selben Jahr kaufte Albrecht die Lurup-Häuser, ließ sie aber in ihrem Zustand. Als nach dem Zweiten Weltkrieg in einem Sturm ein schwerer Eichenast den Dachfirst des Wohnhauses zerschlagen hatte, wurde es abgerissen, wie auch später das Altenteilerhaus. Noch heute erinnert der Weg Lurup an die vergangene Zeit.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek