Großkrotzenburg in alten Ansichten

Großkrotzenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hannelore Kreß
Gemeente
:   Großkrotzenburg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6611-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großkrotzenburg in alten Ansichten'

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29 In den Sommermonaten erschien fast täglich ein Floß auf dem Main. Es war oft über 200 Meter lang und bestand aus 400 bis 600 Festmeter Stammholz. Die Mainkanalisierung und der Bau der Schleuse paßten den Flößern, die den Main am liebsten für sich allein gehabt hätten, nicht ins Konzept. Das Passieren der Floßrinnen und die verminderte Fließgeschwindigkeit durch die Stauwerke führte zu erheblich längeren Fahrten und damit zu höheren Transportkosten. Den Schiffern und Fährleuten waren die schwer lenkbaren und daher unberechenbaren Fahrzeuge schon immer ein Dorn im Auge.

Doch erst als die Binnenschiffahrt mehr und mehr expandierte, mußten die Flöße aus Sicherheitsgründen und nicht zuletzt auch aus wirtschaftlichen Aspekten ihre Fahrten einstellen.

30 Seit 1920 erhob sich auf einem mächtigen Sockel aus rotem Sandstein der stattliche, festungsartige Bau der Schleuse mit Wasserkraftwerk. Der Baustil des eindrucksvollen Gebäudes entsprach in etwa dem der auslaufenden Jugendstil-Epoche und fügte sich keineswegs störend in die Mainlandschaft ein. Sechzig Iahre lang prägten Kraftwerk und Schleuse das Panorama unseres Dorfes. Im Zuge weiterer Modernisierung und Ausdehnung der Binnenschiffahrt wurde 1981 mit dem Abbruch eines Denkmals - der alten Schleuse begonnen und am 15. Dezember 1983 konnte grünes Licht für den Schiffsverkehr durch die neue Mainschleuse Krotzenburg gegeben werden.

3 1 Wo einst laut rasselnde Kettenbagger die schattigen Wälder und die blühenden Wiesen zerrissen und eine chaotische Landschaft hinterließen, vergnügen sich heute an sonnigen Sommertagen Tausende von Badelustigen. Im Zuge der Arbeitsbeschaffung im Dritten Reich richtete die Gemeinde an der ehemaligen Braunkohlegrube 'Freigericht West' ein Strandbad ein, das im Olympiajahr 1936 eröffnet wurde und in den sechziger Iahren mit großem Kostenaufwand zu einem modernen, großzügig angelegten und vielbesuchten Strandbad 'Spessartbliek' umgebaut wurde.

32 Diese Aufnahme des Großkrotzenburger Bahnhofs stammt aus den dreißiger Iahren. Die Bahnhofstraße war seinerzeit noch mit der Niederwaldstraße verbunden. Die Schranken - damals noch von Hand betrieben - regelten den Übergangsverkehr. Die 1854 in Betrieb genommene Eisenbahnlinie Hanau-Aschaffenburg führte lange Iahre an unserem Dorf vorbei und erst um 1 895 wurde in Großkrotzenburg eine Haltestelle eingerichtet. Heute gibt es keinen Fahrkartenverkäufer und keinen Schrankenwärter mehr. Eine Fahrkarte zieht man am Automaten und den Bahnübergang kann man nicht mehr

überqueren. Für Fußgänger und Schüler des Kreuzburg-Gymnasiums wurde eine Unterführung gebaut. Das Bahnhofsgebäude wird heute als Vereinsheim genutzt.

33 Diese Dampflokomotive aus den fünfziger Iahren konnte man täglich am Großkrotzenburger Bahnhof sehen. Die lauten pfiffe und die quietschenden Räder der Lokomotive hörte man schon von weitem. Besonders beeindruckend - für manche Kinder auch beängstigend - war der schwarze Qualm, den die Dampflokomotive aus ihrem großen Schornstein pustete. Gemächlich ging es zu, alle Türen der anhängenden Waggons wurden vom Schaffner per Hand geschlossen und eine Trillerpfeife gab das Signal zur Weiterfahrt in Richtung Aschaffenburg oder

Hanau.

34 Die ersten Motorschlepper und Motorschiffe erschienen Anfang der zwanziger Iahre auf dem Main. Der Motor löste die Dampfmaschine ab, die 'Eisernen' ersetzten die seit Jahrhunderten bewährten Holzschiffe. Auf dem Main begann eine neue Ära: Das Zeitalter der Motorschlepper und Motorschiffe. Zwar rüstete man die Schleppkähne zunächst nur mit Hilfsmotoren aus. Doch schon drei Jahrzehnte später kreuzte - begünstigt durch die Verwendung des Dieselmotors als Antrieb - der erste 'Selbstfahrer' auf Die eigentliche Motorisierungswelle begann 1950. Diese Selbstfahrer, mit bis zu 350 PS starken Dieselmotoren ausgerüstet, beherrschen nach wie vor den Güterverkehr auf dem Main.

35 An der Fronleichnamsprozession nahm seinerzeit das ganze Dorf teil. Von jedem Haus des Prozessionswegs blieb lediglich eine Person zurück, die das Anzünden der Kerzen besorgte. Männer als auch Frauen trugen besten Feiertagsstaat. Die Häuser des Prozessionswegs waren in den Fenstern mit Zierdecken, religiösen Bildern, Heiligenfiguren, Blumen, Leuchtern mit Kerzen, Wachsstöcken und Öllichtern überreich geschmückt. Von den Häusergiebeln wehten Fahnen in den Kirchenfarben (gelbweiß). Die vier Altäre, von denen aus der Segen mit dem Allerheiligsten erteilt wurde, waren mit Maien (Birkenbäumchen ) , Blumen, Statuen und Fähnchen ausgestattet. Auf ihre würdige Ausschmückung

wurde größte Sorgfalt verwendet, war doch durch den Altar das Anwesen samt seinen Bewohnern besonders ausgezeichnet. Die Aufnahme entstand 1936 in der Breiten Straße.

36 Ein wichtiges Ereignis im Leben des heranwachsenden Menschen bedeutet die Feier der ersten heiligen Kommunion am Sonntag nach Ostern (Weißer Sonntag). Zu den Sorgen der Mutter gehörte es, das Kind von Kopfbis Fuß auszustatten. Kleiderstoff, Gebetbuch, Rosenkranz, Schuhwerk und Wäsche mußten vorhanden sein.

In den meisten Familien haben die Paten und Großeltern etwas dazu beigesteuert. Die hier abgebildeten Mädchen tragen auf dem Kopf weiße Kränzchen und auf der linken Brustseite das 'Sträußchen' auf einem weißen langen Kleid. Als eine Zier das goldene Kreuzchen an einem ebensolchen Kettchen um den Hals. Es ist meist ein Geschenk der Großmutter

und stellt in der Regel ein erinnerungsreiches Erbstück dar.

37 Bekannt und berühmt wurde der Großkrotzenburger Maler und Bildhauer Theodor Pörtner - geboren am 9.Januar 1887insbesondere durch die Anfertigung sakraler Kunstwerke, wie beispielsweise für die Klöster Beuron und Maria Laach. Zu seinen Werken gehören die Monstranz in der katholischen Kirche seiner Heimatgemeinde, eine in Hammerarbeit getriebene Pieta und die Madonnen im Kloster und im Schwesternhaus. Theodor Pörtner war Mitbegründer des Großkrotzenburger Heimatvereins, der ihm später die Ehrenmitgliedschaft verlieh. Für das Großkrotzenburger Museum schuf Pörtner unter anderem die Nachbildung des Mithrasreliefs.

38 Froh war man im Ort, als in den neunziger Iahren des 19. Jahrhunderts der erste größere Arbeitsplatz geschaffen wurde. Im Unterhaag, im heutigen Anwesen Helmut Noll, hatte die Hanauer Firma].G. Kalb eine Bürstenfabrik eingerichtet, in der zwischen dreißig und vierzig Mädchen und FrauenArbeit fanden. Unter der Leitung von Frau Margarethe Kremer, allen alten Krotzenburgern als 'Magritsche' bestens bekannt, lief der Betrieb in einer fast familiären Atmosphäre. Vom Stammsitz der Hanauer Firma mußte immer neue Arbeit geholt und die fertigen Produkte dorthin abgeliefert werden. Da es zu dieser Zeit sehr wenig Autos gab, wurde diese Aufgabe von einem der zahlreichen Krotzenburger

Milchgeschäfte, die täglich nach Hanau fahren mußten, mit übernommen. Viele Iahre lang hatte Frau Anna Winter, Tochter van 'Milchführer Lui' (Ludwig Bergmann, Oberhaag 7) mit ihrem Milchfuhrwerk diese Arbeit ausgeführt. Die maschinelle Fabrikation brachte diesen Handwerksbetrieb Anfang der dreißiger Iahre zum Erliegen.

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