Gronau in alten Ansichten

Gronau in alten Ansichten

Auteur
:   G. Koch
Gemeente
:   Gronau (Leine)
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2809-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Gronau in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Die Gründung der Stadt Gronau (Leine) geht auf den Hildesheimer Bischef Siegfried II. (1279-1310) zurück. Während der mittelalterlichen Fehden wurden die an der Westgrenze des hildesheimischen Bistums gelegenen Dörfer Empna, Lehdi und Bekurn oftmals geplündert und zerstört. Als 1279 die mehrfach umkämpfte Feste (castrum) Empna durch Herzog Albrecht den Großen von Braunschweig wiederurn vernichtet wurde, trachtete Bischef Siegfried H. zu Hildesheim nach einem besseren Schutz der Leinefurt und gleichzeitig nach einer sicheren Heimatstart für die Bewohner der urnliegenden Dörfer.

Duren Pfandlösungen, Kauf und Tausch gelang es dem Hildesheimer Bischof, die von zwei Flußarmen der Leine umgebene grüne Aue des Leinewerders in seinen Besitz zu bringen und für eine befestigte Ansiedlung zu nutzen. In Urkunden des Jahres 1298 finden wir ihre erste Erwähnung: ... Empne, que nunc Gronowe dicitur ... (Empne, das jetzt Gronowe genannt wird.) Nur zwei Eingänge führten in die Stadt, im Osten durch das Steintor und im Westen durch das Leintor, beide durch Übergänge der Leine gesichert und jederzeit überwachbar. Die im Bereich der Leinearme zur Verfügung stehende Fläche war recht klein, etwa 550 x 400 Meter, und mußte für die Verteidigung und für die Bebauung wohl genutzt werden. So gab es denn auch nur zwei größere Freiplätze, den Marktplatz und den um die Kirche angelegten Friedhof.

Im Nordosten der Stadt erbauten die vom Bischef zur Ansiedlung gewonnenen und in Kriegs- und Verteidigungsdingen erfahrenen Ritter Bock von Wülfingen, Bock von Northolt und derer von Dötzum ihre stattlichen, festen Häuser, Ackerbürger , Handwerker und Kaufleute bebauten den übrigen Bangrund. Dieser mittelalterlichen Stadtkern ist im wesentlichen bis heute erhalten, wenn auch Fehden, Kriege und furchtbare Feuers-

brünste die Stadt mehrmals völlig oder zum größten Teil zerstörten,

Berelts 1300 wird Gronowe als oppidum (Stadt) bezeichnet, ist mit Markt- und Braugerechtigkeiten ausgestattet. Das zur Zeit älteste bekannte Stadtsiegel stammt aus dem Jahre 1329 und trägt die Umschrift: SIGILLVM CIVITATIS DICTE GRONOWE (Siegel der Stadt genannt Gronowe). 1347 wird urkundlich der Rat von Gronowe bezeugt. 1427 erklärte der Rat zu Gronau in einer Urkunde seinen Beitritt zum Städtebündnis der sächsischen Tohopesate, das wesentlicher Bestandteil der Hanse war. Das Siegel dieser Urkunde zeigt die Umschrift:

SIGILLVM CIVITATIS GRONOWE (Siegel der Stadt Gronowe). Mindestens seit 1475 regelte ein vom Magistrat und von den Bürgerpräsidenten verfaßtes Stadtrecht das Leben in der Stadt. Neben der eigenständigen Stadtverwaltung übte der vom Hildesheimer Bischef eingesetzte Amtsvogt die fürstbischöflichen Regierungsgeschäfte in der Stadt aus, Sein Amtssitz war die bischöfliche Burg, auf deren Existenz heute nur noch die Burgstraße hinweist, Die Folge dieser zweiseitigen Verwaltung waren ständige, oft lange andauernde Kompetenzstreitigkeiten, die sich bis in das 19. Jahrhundert fortsetzten. Oftmals mußten höchstrichterliche entscheidungen eingeholt werden, um solche Streitfragen zumindest teilweise beizulegen. Von Anbeginn war Gronau (Leine) eine Ackerbürgerstadt, in der die Gilden, Ämter oder Bruderschaften des Handwerks mit Einfluß auf die Geschicke der Stadt ausübten. Auf Grund der ihnen vom Landesherrn, später vom Magistrat verliehenen Privilegien stellten sie die Bürgerrepräsentanten, mit denen der Rat die Stadt verwaltere.

Noch heute werden von der Schuhmacher-, Knochenhauer-, Wollenweber- und von der zu einer Gilde vereinigten Kramer-,

Schmiede-, Kürschner- und Schneidergilde regelmäßig Gildeversammlungen abgehalten und die überlieferten 'Observanzen' (Bräuche) streng gepflegt.

Die landesherrliche Zugehörigkeit der Stadt Gronau (Leine) zum Hochstift Hildesheim änderte sich mit dem Ausgang der Hildesheimer Stiftsfehde 1523. Gronau wurde zum Fürstentum Calenberg geschlagen, kehrte aber 1643 mit dem sogenannten 'Großen Stift' zum Hochstift Hildesheim zurück, 1802 wurde das Fürstbistum Hildesheim ein Teil des Königreichs Preußen, Mit der napoleonischen Fremdherrschaft fiel Gronau 1807 bis 1813/14 an das für Napoleons Bruder Jerome geschaffene Königreich Westfalen, Departement Oker. Nach dem Wienet Kongreß 1815 gehörte Gronau zum Königreich Hannover und seit 1866 dann zur preußischen Provinz Hannover.

Zu dem damaligen Amt Gronau kam 1824 das Amt Poppenburg. Amtssitz des neuen Amtes Gronau-Poppenburg war Gronau, Infolge der hannoverschen Ärnterreforrn wurde Poppenburg vorn Amt Gronau-Poppenburg 1859 wieder abgetrennt. Die preußische Kreisreform 1855 erhob unter anderem auch das Amt Gronau zum Kreis, der um fünf Ortschaften des bisherigen Amtes Lauenstein erweitert wurde, und Gronau wurde Kreisstadt. 1932 wurden die Kreise Alfeld und Gronau zum Großkreis Alfeld zusammengelegt. Seit 1946 gehört Gronau zum Land Niedersachsen, seit 1977 zum Landkreis Hildesheim. Mit der Gemeindereforrn 1974entstand durch den Zusammenschluß 17 früherer Gemeinden des ehemaligen Kreises Gronau und des späteren Kreises Alfeld die große Samtgemeinde Gronau (Leine).

Die industrielle Entwieklang begarm in Gronau mit den Anfängen der Papierfabrikation. 1859 wurde die damalige 01- und Graupenmühle zu einer Pappfabrik umgebaut, Seit 1876 ging

man dann zur Papierherstellung über, 1869 entstand die Gronauer Rübenzuckerfabrik. Im gleichen Zeitraurn begannen auch andere Gewerbe- und Industriezweige ihre Tätigkeit wie Wagen- und Karosseriebau, metallverarbeitende, chemische und lederverarbeitende Industrie. Verbunden mit dieser industriellen Entwiekhing war auch eine starke Wohnbebauung, die sich besonders östlich und westlich außerhalb der alten Stadtmauer vollzog.

Aus der historischen Entwicklung sind nur noch ganz wenige Bauwerke erhalten, denn die letzte große Feuersbrunst 1703 vernichtete bis auf einen ehemaligen adligen Herrensitz alle Gebäude, und der furchtbare Brand von 1758legte noch einmal die halbe Stadt in Schutt und Asche.

Die nachfolgenden Bilder sollen einen Ausschnitt der Entwicklung der Stadt von etwa 1850 bis 1935 zeigen. Bei den meisten Bildern handelt es sich um alte Postkarten, deren Motive vorwiegend von W. Breiner und W. Brunotte aufgenommen wurden. Ein Teil dieser Ansichtskarten wurde von Ulrike Waag aus ihrer Sammlung zur Verfügung gestellt, Aus dem zur Foto ausstellung 'Gronau einst und jetzt' im Jahre 1977 von H.G. Quadflieg und W. Sührig zusammengetragenen, umfangreichen Bildmaterial, das jetzt Grundstock des Bildarchivs der Stadt ist, wurden weitere Aufnahmen für diesen Band entnommen. Einzelne Fotos wurden leihweise überlassen von W. Creutz-Fronzek, W. Hering, L. Hoffmeister , Fr. Kleuker aus Elze, Frau Dr. Reutersberg geborene Piep, J. Rotermundt und W. Heinhold. Ihnen allen und den vielen Auskunftgebenden sei herzlich gedankt, haben sie doch mit dazu beigetragen. Vergangenes und oft Vergessenes wieder lebendig werden zu lassen.

L Vom Hohen Escher, der 80 Meter hohen Erhebung im Osten Gronaus, führt der Bliek an der damallgen Windmühle vorbei auf die Stadt. Während der Gründerjahre wurde diese Mühle 1874 am Rande des heutigen Stadtparks erbaut. Bis dahin hatte die Stadt einige Wassermühlen, die aber im Laufe der Zeit ihren Betrieb einstellten oder anderen Zwecken dienten. Als die Windmühle 1881 abbrannte, wurde sie deshalb sofort wieder aufgebaut. Seit 1883 war sie im Besitz des Müllers W. Koopmann, der den Mühlenbetrieb 1924 in die Stadt verlegte und auf Elektro-Energie urnstellte. Das Mühlengebäude selbst wurde danach abgebrochen. Heute weist nur noch die Windmühlenstraße darauf hin, daß hier einmal eine Windmühle das Landschaftsbild um die Leineniederung bereichert hat.

GfONfU (HfNN.) ~Inee BeR(jMOML~

2. Nach Verlegung des Mühlenbetriebes in die Stadt und Abbruch der alten Windmühle auf dem Hohen Escher (1924) wurde auf ihren Grundmauern die neuzeitliche Wirtschaft 'Kaffee Bergmühle' erbaut. Es war ein gern aufgesuchtes Ausflugsziel für die Bewohner der Stadt und deren Umgebung. Nahe am Stadtwald gelegen bot es einen angenehmen Aufenthalt im Grünen und einen beschaulichen Bliek auf die Stadt mit dem von allen Seiten weithin sichtbaren Turm der St-Matthäi-Kirche. 1961 endete die Bewirtschaftung des Kaffees, das Grundstück wurde verkauft, und heute steht an dieser Stelle der Neubau des Kirchengebäudes der neuapostolischen Kirchengemeinde. Außer alten Ansichtskarten und Erinnerungen Gronauer Bürger gibt es keinen Hinweis mehr auf dieses früher gern besuchte idyllische Fleckchen in der näheren Umgebung der Stadt,

3. Dieser Bliek auf die schon über die Stadtmauern hinausgewachsene Stadt bot sich den Besuchern des 'Kaffees Bergrnühle" zu einer Zeit, als man noch gemächlich mit Pferd und Kutschwagen ausfuhr, als der Sinn aber auch schon nach 'Höherem' stand, nach einer Bezinkutsche. Zu dieser Zeit war der Weg zum Hohen Escher noch keine asphaltierte Straße, rechts und links noch nicht bebaut. Die vorderen Häuser liegen schon weit vor der alten Stadtmauer. Auch der Schornstein der ehemaligen Ziegelei gehört nicht mehr zum mittelalterlichen Stadtkern, Nur der Turm der St-Matthäi-Kirche gibt das Zentrum der 'alten' Stadt an. Doch wem ist dieser Anblick noch vertraut?

:/(/

Gronau (Hann.) - Sanatogenfabrik

4. Im Jahre 1871 entstand hier eine zweite Papierfabrik, gegründet von dem Kaufmann Heidt, Gleichzeitig stellte er auch die erste Dreschmaschine in Gronau auf, die gegen entsprechendes Entgelt benutzt werden konnte, Die Fabrik ging aber, nachdem sie zweimal abgebrannt war, wieder ein. 1899 erwarben die vereinigten Berliner Firmen Bauer und Cie., Sanatogenwerke, und Joharm A. Wü1fing, Chemische Fabrik, das Grundstück und gründeten eine Zweigniederlassung: die Sanatogenfabrik. Im Vordergrund die 1901 fertiggestellte Nebenstrecke der Eisenbahn Elze-Gronau-Bodenburg, deren Teilstrecke Gronau-Bodenburg mit dem Winterfahrplan 1966 stillgelegt wurde. Die Wü1f"mg'sche Arzneimittelfabrik ist heute moderuisiert und ein Unternehmen der BeechamGruppe.

5. Um das Jahr 1850 sollte von Hannover eine Eisenbahnstrecke nach Göttingen gebaut werden, die iiber Burgstemmen-GronauAlfeld führen sollte. Damals herrschte aber noch in weiten Kreisen eine abergläubische Furcht vor dem 'Dampfroß'. Daraus entsprangen auch die erheblichen Schwierigkeiten, die die Gronauer der hannoverschen Regierung bei der zum Bahnbau notwendigen Landhergabe machten. So konnte es Graf Alexander Levin von Bennigsen aus Banteln als damaliger Minister in Hannover verhältnismäßig leicht durchsetzen, daß die Strecke über Elze-Banteln gebaut wurde. Eine Nebenbahn verband Gronau mit Elze, die erst 1900 nach Überwindung mancher Schwierigkeiten in Betrieb genommen werden konnte. Auf dem Foto wurden die Bauarbeiten am Fuße des Kalenberges festgehalten.

6. Am 1. Juli 1900 war die Teilstrecke Elze-Gronau fertiggestellt und das neuerrichtete Bahnhofsgebäude festlich geschrnückt. Die Strecke konnte dem Verkehr übergeben werden. Die Lokomotive des ersten Zuges, ebenfalls geschmückt, stand unter Dampf, und Groß und Klein hatte sich im Sonntagsstaat zur Eröffnung der Bahnlinie eingefunden. Doch so ganz schienen Furcht und Mißtrauen gegenüber dem 'dampfenden Roß auf Rädern' noch nicht gewichen zu sein, oder war es damals schon Skepsis hinsichtlich der Lebensdauer dieser Eisenbahnverbindung? Denn nur 80 Jahre bestand sie; am 31. Mai 1980 verließ der letzte fahrplanmäßige Personenzug den Gronauer Bahnhof, und 1983 wurde das Bahnhofsgebäude selbst von der Bundesbahn zum Kauf angeboten,

Groaau i. H. Bliek vom Güterbahnhof.

7. Der Bliek vom Güterbahnhof in Richtung Stadtmitte war um 1910 noch offen und frei, doch auch hier sind die Iandwirtschaftlichen Nutzflächen einer fortschreitenden Bebauung gewichen. Aus dem Weg im Vordergrand wurde die breite Ladestraße. Die damalige Bodensteinsche Bahnspedition, Transport von Gütern aller Art - hier noch mit Pferd und Wagen zu sehen -, wurde 1924 von dem Fuhrunternehmer Fr. Emmermann käuflich erworben und weitergeführt. Bis heute entwickelte sich dieser Betrieb zu einer großen, mit modemen Lastzügen ausgestatteten internationalen Spedition. Zu erkennen sind auf der linken Seite der Schornstein der ehemaligen Ziegelei und daneben die Turmspitze der katholischen Kirche St. Joseph, die gerade noch hinter dem Dachfirst herverragt.

8. Kaum wiederzuerkennen ist die Einmündung der Bahnhofstraße auf die Ladestraße. Das linksseitige Eckgrundstück hatte eine sehr wechselvolle Vergangenheit. Hier stand ursprünglich ein Gerbereihaus, das 1868 zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Um 1880 wurde das Haus zur Unterbringung von Saisonarbeitern der nahegelegenen früheren Ziegelei genutzt, In der Zeit von 1905 bis 1908 erwarb der Bauunternehmer Lichtenberg von einem Bankier in Hannover ein Gebäude Am Schiffgraben, das dort abgetragen, von Hannover nach Gronau transportiert und nach Abbruch des auf diesem Bild noch zu sehenden Wohnhauses und Schuppens an der hohen Mauer wieder aufgebaut wurde, Vorgesehen war es zur Einrichtung einer Privatklinik. 1937 zog hier eine Sattlerwarenfabrik ein, seit 1939 diente das Gebäude als Landwirtschaftssehule,

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek