Gronau in alten Ansichten

Gronau in alten Ansichten

Auteur
:   G. Koch
Gemeente
:   Gronau (Leine)
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2809-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gronau in alten Ansichten'

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Gronau (Hann.) - Hotel Hohenzollern

9. Mit dem Bau der Nebenstrecke der Eisenbahn Elze-Gronau-Bodenburg sollte Gronau auch ein Bahnhofshotel erhalten. Nach Stillegung der ehemaligen städtischen Ziegelei bot sich dieses Grundstück in der Bahnhofstraße dafür an. Das stattliche Hotel 'Hohenzollern' zeigt eine etwas eigenwillige Architektur, paßt sich jedoch durch seine Fachwerktei1e dem baulichen Charakter der mittelalterlichen Stadt an, Im Anbau sind heute eine Kegelbahn und ein Kinosaal untergebracht. Die an der Straßenfront in Höhe des ersten Stockwerks angebrachten Steinplatten mit dem alten Stadtwappen und der Jahreszahl1662 stammen vermutlich noch von der ehemaligen Stadtziegelei,

10. Dieser Bliek aus der Bahnhofstraße auf die Steintorstraße bietet sich heute nur in veränderter Form. Die Fahrstraße wurde verbreitert, die Bäurne sind verschwunden und spenden dem Spaziergänger keinen Schatten mehr. Auch die Einfriedungen der Vorgärten sind in ihrer Ursprünglichkeit nicht mehr oder nur noch zu einem geringen Teil vorhanden. Das Haus im Hintergrund ist oberhalb der Grundmauern durch einen modernen Aufbau ersetzt, der in nichts mehr mit diesem alten Gebäude zu vergleichen ist, Die Außengestaltung der Häuser auf der linken Straßenseite ist verandert, Das Haus vom links wurde abgebrochen und nicht wieder aufgebaut, das Grundstück ist jetzt Parkplatz der Kreissparkasse. Insgesarnt mußte die von dieser Ansicht ausstrahlende Beschaulichkeit einer moderneren architektonischen Nüchternheit und Strenge weichen.

11. Im Jahre 1900 wurde für die Sparkasse des Kreises in der Bahnhofstraße Ecke Steintorstraße ein neues Gebäude errichtet. Bis dahin befand sich die Geschäftsstelle in der Hauptstraße gegenüber der St-Matthäi-Kirche, Als 1955 der erste Anbau erfolgte, stieß man bei Ausschachtungsarbeiten zur Verstärkung der Fundamente an der Steintorstraße auf menschliche Skelette, Der damalige Kreisheimatpfleger Barner datierte die Funde in das 17. Jahrhundert. Da keinerlei Waffen oder andere Gerätschaften gefunden wurden, handelte es sich vermutlich um Menschen, die 1624 bis 1626 der in der Stadt wütenden Pest zum Opfer fielen. In diesen Jahren forderte die Seuche mehr als 700 Menschenleben, das waren mehr als zwei Drittel der damaligen Gronauer Bevölkerung,

Gronau (Hann.) - Kreissparkasse

12. Diesen Anblick bot die Gronauer Rübenzuckerfabrik um 1900. Gegründet wurde sie als Aktiengesellschaft 1869. Bei den Ausschachtungsarbeiten wurde auf diesem Gelande, das vor der Stadtgründung zur Feste Empne gehörte, ein Weihwasserkessel gefunden, der etwa aus der Zeit um 1200 stammt. Zur Fabrik gehören auch einige betriebseigene Wohnhäuser, die von den ständig beschäftigten Arbeitern bewohnt werden. 1871 verarbeitete die Fabrik 54 282 Doppelzentner Rüben aus einer Anbaufläche von 1193 Morgen. Seit Gründung der Zuckerfabrik wurde der Betrieb ständig auf den neusten Stand der Technik gebracht, so daß 1982 eine Verarbeitung von 1,9 Millionen Doppelzentner von 3 284 Hektar, das entspricht etwa 13 640 Morgen, erfolgen konnte, Die freien Flächen im Vordergrund sind inzwischen bebaut, und sowohl in den Straßenführungen als auch im Kreuzungsbereich vorn rechts sind neuerdings wiederum urnfangreiche Arbeiten vorgenommen worden, um den verkehrstechnischen Anforderungen zu entsprechen.

13. Als 1703 die ganze Stadt durch eine gewaltige Feuersbrunst vernichtet wurde, sollten nach Ansicht des Hildesheimer Bischefs die Schmiede, Bäcker und Knochenhauer nicht wieder innerhalb der Stadtmauer aufbauen. Damit sollte der Gefahr eines erneuten Brandes, vernrsacht durch gewerbsrnäßigen Umgang mit offenem Feuer, begegnet werden. Die fürstbischöfliche Regierung stellte das Gelande am Steinweg, der heutigen Steintorstraße, das ihr durchweg gehörte, den Baulustigen kostenlos zur Verfügung. Aber die meisten Burger weigerten sich, ihre ererbten Bauplätze in der Stadt aufzugeben. Lediglich ein Gehöft entstand am Steinweg, der spätere Gesemannsche Hof. 1872 wurde ein Nebengebäude mit einem Schanklokal und einem Tanzsaal im ersten Stockwerk gebaut. Eine Außentreppe führte in den Saal. Ein Kegelhäuschen und eine Kegelbahn kamen als Anbau hinzu.

14. Die Gesemannsche Gastwirtschaft war bei Jung und Alt beliebt. Während im Saal das Tanzbein geschwungen wurde oder in Versammlungen aller Art mehr oder wenlger hitzige Debatten geführt wurden, trafen sich die 'älteren' Herren in der Schankstube zu einem Spielchen Skat oder Schafskopf. Dabei durften das Symbol der Spieler und ein sinniger Spruch für ungebetene 'Kiebitze' genausowenig fehlen wie die traditionelle 'Lüttje Lage'. Der fröhlichen Runde haben sich diesmal August und Hermann Gesemann als 'Kiebitze' hinzugesellt. Ob sie ihre Runde schon gegeben haben, oder ob bei ihnen als Hausherren eine Ausnahme gemacht wurde, wer weiß das heute noch?

15. Diese Aufnahme der Dörrie'sohen Ziegelei vor dem Steintor am Steinweg (heute Steintorstraße) entstand um 1890, denn die 1892 errichtete Molkerei zwischen der Ziegelei und der alten Stadt ist noch nicht vorhanden. Handziegeleibetriebe sind für Gronau verhältnismäßig lange belegbar. Im 16. Jahrhundert legte der Rat eine Ziegelhütte an, und in der Kopfsteuerbeschreibung von 1664 sind ein Ziegelmeister und ein Ziegelknecht aufgeführt, Während die städtische Ziegelei (auch Ratsziegelei) 1895 ihren Betrieb einstellte, ging man in der Dörrie'schen Ziegélei um 1900 von der Handfertigung zur maschinellen Ziegelherstellung über, die bis 1939/40 fortgesetzt wurde, dann wurde auch dieser Betrieb stillgelegt. Links und rechts neben dem Ziegeleischornstein erheben sich der kleinere Turm der katholischen St-Joseph-Kirche und der große Turm der evangelischen St-Matthäi-Kirche. Die Landstraße im Vordergrund ist die Bethelner Landstraße.

16. Die Steintorstraße war mit dem alten Platanenbestand die 'Prachtstraße' der Stadt. Noch um 1910 strahlte sie mit dem Bliek in Richtung Stadt in ihrer Gesamtheit eine anheimelnde Behaglichkeit aus, Kutsenwagen - Pferd und Wagen überhaupt - und Fahrräder waren damals die Hauptverkehrsrnittel, Vor den Häusern trafen sich oft die Nachbarinnen zum Klönen. Inzwischen wurde die Fahrstraße verbreitert, das alte Kopfsteinpflaster durch eine Asphaltdecke ersetzt und auch die Bäume mußten weichen. Nur die Häuser lassen noch erkennen, welchen Teil der Steintorstraße die Aufnahrne zeigt. Rechtsseitig entstand in jüngster Zeit der neue Busbahnhof.

17. Oben: Erst 1849 wurde in Gronau eine eigene Postverwaltung eingerichtet, die zunächst in der Südstraße, dann in der Blankestraße untergebracht war. Als der Zimmermeister L. Haase 1889 vor dem Steintor Ecke Breite Straße und Steintorstraße baute, mietete die Post das Haus an, Damit übernahm die Post ein vollständig von ihr zu nutzendes Haus und brachte auch die Beschriftung 'Kaiserliches Postamt' an, 1907 wurde das Gebäude durch einen Anbau erweitert und 1924 von der Post käuflich erworben. In jüngster Zeit erhielt es einen neuen Außenputz, der alte Backsteinbau ist dadurch kaum wiederzuerkennen, und auch die Innenräume wurden gründlich renoviert. Im Hintergrund der Aufnahme sind die Einrnündung der Bahnhofstraße und dahinter die Steintorbrücke zu erkennen.

Unten: Vor dem Gebäude der Postverwaltung steht die Kaiserliche Postkutsche, Sie verkehrte zwischen Elze und Gronau, zuletzt zwischen Bante1n und Gronau. Vor dem Leintor - auf der anderen Seite der Stadt meldete der 'Schwager' oder 'Postheinrich' mit Hörnerklang seine Ankunft. Mit dem Bau der Eisenbahn im Jahre 1900 verschwand auch dieses Uberbleibsel aus der 'guten alten Zeit', Verabschiedet wird hier die Postkutsche zu ihrer letzten Fahrt auclt vom damaligen Bürgermeister Lohde. Links hinter ihm der Briefträger Hasse.

18. So sah das Steintor um 1850 aus. Der Steinweg (heute Steintorstraße) führte über eine alte Ho!Zbrücke am Brückenwärterhäuschen vorbei in die Stadt. Ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer grenzt hinter der Brücke bis an das Leineufer, dahinter erhebt sich der Ostflügel des ehemaligen Dominikanerklosters. Von der Brücke verläuft nach rechts der Wall rund um die Stadt, 1850 wie heute noch ein angenehmer Fußweg. Eine neue Brücke wurde an Stelle der Holzbrücke gebaut, um dem wachsenden Verkehr der Neuzeit Rechnung zu tragen. Das Wächterhäuschen steht schon lange nicht mehr, es wurde 1870 abgebrochen.

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