Gronau in alten Ansichten

Gronau in alten Ansichten

Auteur
:   G. Koch
Gemeente
:   Gronau (Leine)
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2809-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gronau in alten Ansichten'

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39. Ein Bliek in die Nordstraße um 1910 zeigt die Gastwirtschaft Paul Brunn, der mit seinem Bruder Carl dieses Haus auch bewohnte. Beide fühlten sich zu der linksgerichteten Arbeiterschaft hingezogen, und schon bald wurde die Brunnsche Gastwirtschaft zu einem beliebten Treffpunkt der in der Gewerkschaft organisierten Gronauer Arbeiter. Somit wurde dieses Gebäude auch als 'Gewerkschaftshaus' bezeichnet. Die aus den Fenstern sehenden Mädchen und Männer und die vor dem Haus stehenden Erwachsenen und Kinder, unter Ihnen in der Mitte der Toreinfahrt der Gastwirt Paul Brunn, zeigen, welchen Zuspruch dieses Haus von Arbeitern, Tagelöhnern, Lehrlingen erhielt, Auffallig hebt sich das Gebäude durch die Verkieidung mit Schieferplatten auch äußerlich von den angrenzenden 'traditionellen' Fachwerkbauten ab.

Gruss aus Gronau (H.-

40. Oben: Diese Ansicht von der Hauptstraße stammt vermutlich aus den Jahren 1896/97 und wurde vom Gasthof 'Zur Krone' in Richtung Westen aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die 'Sparkasse der Stadt Gronau' noch in dem Schütteschen Haus in der Hauptstraße, Die Gründung der Stadtsparkasse war ein Verdienst des damallgen Kaufmanns und späteren Senators Louis Möhle, in dessen Haus in der Hauptstraße gegenüber der St-Matthäi-Kirche die erste Geschäftsstelle bis 1876 untergebracht war. Das Gründungsjahr konnte noch nicht eindeutig geklärt werden, es muß um 1850 liegen. Von 1876 bis 1884 befand sich die Sparkasse in der Blankestraße Ecke Mönchstraße am Markt und wurde danach in das Schüttesche Haus in der Hauptstraße verlegt, wo die Geschäfte bis 1896 geführt wurden.

Unten: Vor der St.-Matthäi-Kirche standen um 1910 noch zwei Lindenreihen. Auf der Hauptstraße, dem der Kirche gegenüberliegenden Straßenzug, befanden sich unter anderem die Geschäfte von Bruns und Kruse, vormals Winter. Das vorletzte Haus der Straßenfront, gerade noch erkennbar, gehörte der Familie Krumhoff. Ein paar Steinstufen, die mit der Hausflucht abschlossen, führten ins Wohnhaus, während man durch die damals noch verhandene Toreinfahrt auf den Hof gelangen konnte. Über der Einfahrt war eine zweiteilige Steintafel angebracht, auf der heute noch zu lesen ist: 'Paul Winkeler, Amtsschreiber zu Gronau und der Niederen Börde. Anna Catharina Sievers. Anno 1707. D. 12. Augusti.'

41. Der Marktplatz bildete den Mittelpunkt der Stadt. So sind auch die nächsten Bilder unter der Sicht 'rund um den Marktplatz' zusammengestellt. 'Von altersher' besaß die Stadt das Marktrecht. Gronau hatte vier Märkte, von denen der Frühjahrs- und Herbstmarkt die größten waren. Kaufleute und Händler, Fleischer und Bäcker, Schuhmacher und Töpfer kamen an den Markttagen oft von weither und boten den Einwohnern Gelegenheit, ihren Bedarf an Vieh und Erzeugnissen aller Art zu decken und besonders das zu kaufen, was in der engeren Heimat nicht hergestellt wurde, Hinter den am Markt gelegenen Gebäuden der alten Schule (links) und des ehemaligen Ratskellers (rechts) erhebt sich der Turm der St-Matthäi-Kirche, Etwa 1886 war der Turm noch mit Schiefer bedeckt. Notwendig gewordene Arbeiten führte damals der Gronauer Dachdeckermeister Heinrich Hoffmeister mit seinen Gesellen aus.

42. Das Gebäude links, das die Schilder 'Rathaus' und 'Sparkasse der Stadt Gronau' trägt, wurde 1831 ursprünglich als Schulhaus gebaut. Als die Räumlichkeiten dafür nicht mehr ausreichten, wurde 1896 an der Junkernstraße ein neues großes Schulgebäude errichtet. In die alte Schule zog in einen Flügel die Sparkasse aus dem Schuttesehen Haus in der Hauptstraße, der andere Flügel diente zur Unterbringung der städtischen Verwaltungsräume. Diese befanden sich bisher im Gebäude des ehemaligen Ratskellers, dem Platz vermutlich, an dem schon das 1435 erstmals erwähnte Rathaus gestanden hatte. Gegenüber dem Ratskeller das Krumhoffsche Haus in der Hauptstraße, hier noch mit der früheren Toreinfahrt und der beschrifteten Steintafel darüber.

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43. So sah die Einrnündung der Apothekenstraße auf die Hauptstraße an der Südwestseite des Marktplatzes um 1910 aus. Die Buchhandlung und Buchbinderei Brunotte hatte ihr Stammhaus ursprünglich schräg gegenüber in der Hauptstraße, Wilhelm Brunotte überließ dieses seinem Sohn Wilhelm jun., während sein Sohn Carl in dem Eckhaus Apotheken- und Hauptstraße zunächst eine Buchhandlung eröffnete, Nachträglich erlernte er aber noch das Buchbindereigewerbe und erweiterte dann sein Geschäft durch eine Buchbinderei, An der anderen Ecke befand sich damals noch die Apotheke, wonach die kurze Straße, die die Süd- und Hauptstraße miteinander verbinder, benannt wurde.

44. Das ist die gleiche Kreuzung während eines Festumzuges um 1910. Das Schützenfest war und ist auch heute noch einer der geselligen Höhepunkte der Stadt. Der Festzug befand sich noch in der Hauptstraße kurz vor Erreichen des Marktplatzes. Links ist ein Teil der ehemaligen Apotheke zu sehen, Im Eckhaus Hauptstraße und Am Markt war damals die Bäckerei Heinemeyer. In jüngster Zeit wurde das ganze Erdgeschoß umgestaltet, und gegenwärtig befindet sich hier eine Coop-Filiale.

45. Interessant sind diese und die drei folgenden Ansichten der Straße Am Markt bis zur Ecke Blankestraße, weil sie Verariderungen in einem verhältnismäßig kleinen Zeitraum von 1900 bis 1907 zeigen. Das linke Gebäude dieser Aufnahme ist als Heringsches Haus bekannt. Hier wohnte in der erstenEtage auch Georg Sauerwein, dessen Vater 1849 Pastor primarius in Gronau wurde, Georg Sauerwein verbrachte seine Semesterferien und später seine Urlaubstage gern in Gronau und wohnte dann hier in diesem Hause. 1873 wurde er Doktor der Philosophie und Magister der freien Künste, Während seiner Studienzeit, vor allem aber während seiner Reisen, hatte er sich 62 Sprachen und Dialekte angeeignet und galt als der größte Sprachgelehrte seiner Zeit. In Gronau hieß es scherzhaft im Volksmund, er habe noch nach seinem Tode (1904) einige Sprachen dazu gelernt. Das rechte Gebäude war das frühere Brauhaus der Brauergilde.

46. Die Braugerechtsame gehörten 'von alters her' zu den vom Bischof Siegfried Il. erteilten Privilegien der Stadt, In mittelalterlichen Häuserlisten findet sich daher auch die Einteilung nach Brauhaus und kleines Haus (ohne Braugerechtigkeit). Die Brauergilde besaß keine besonderen Gildeprivilegien, dafür aber als einzige Gronauer Gilde ein eigenes Brauhaus, das später von der Stadt als städtisches Brauhaus übernommen wurde, Etwa seit 1831 diente es der Stadt, ab 1880 der damals gegründeten Freiwilligen Feuerwehr als Spritzenhans. Als 1906 dieses Gebäude abgebrochen wurde, entstand am Nordwall ein neues Spritzenhaus (heute Jugendbegegnungsstätte). Über den Trümmerberg hinweg fällt der Bliek auf einige Häuser in der Blankestraße.

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47. Nach Beseitigung der Trümmer begann 1907 an der Ecke Am Markt und Blankestraße der Aufbau eines neuen größeren Gebäudes, das nach Fertigstellung das damalige Katasteramt aufnahm. Als 1932 der Kreis Gronau aufgelöst und der Kreis Alfeld gebildet wurde mit dem Sitz in Alfeld, wurden aueh die Katasterunterlagen nach Alfeld abgegeben. Das somit freiwerdende Gebäude wurde als neues Gronauer Rathans eingerichtet, dem heutigen Verwaltungsgebäude 1. Diese Aufnahme gestattet einen Bliek in die Blankestraße, wie sie noch um 1910 zu sehen war. Veränderungen gab es in den späteren Jahren vor allem im Bereich Am Markt bis zur Mönchstraße, der Straßeneinrnündung nach der Steintreppe und der alten Tanksäule,

48. Diese Ansicht zeigt noch einmal die Straße Am Markt mit dem Heringschen Haus und dem ehemaligen Katasteramt, einen Teil der Blankestraße und des Marktplatzes mit seinem Lindenbestand. Im Vordergrund ist noch das als Siegeszeiehen für den Krieg 1870/71 im Jahre 1872 errichtete Denkmal zu sehen, Als im Jahre 1871 die Einigung Deutschlands durch Bismarck erfolgte, sollte es aus diesem Anlaß auch eine Feier in Gronau geben, Aber die Gronauer konnten und konnten sieh über die Gestaltung und den Ablauf der Feier nicht einigen. Sauerwein, der sieh gerade in der Stadt aufhielt, wurde das zu bunt. Er verfaßte einen Vierzeiler, den er dann an einem Fenster seiner Wohnung im Heringschen Haus anbrachte:

Ein einig Deutschland Bismarck macht, An Gronau hat er nicht gedacht, Gronau in einen Kopf zu bringen, Das wûrd' selbst Bismarck nicht gelingen.

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