Gronau in alten Ansichten

Gronau in alten Ansichten

Auteur
:   G. Koch
Gemeente
:   Gronau (Leine)
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2809-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Gronau in alten Ansichten'

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49. Oben: Um die Darstellung 'rund um den Marktplatz' abzuschließen, ist hier aus einem anderen Bliekwinkel noch einmal das 1831 erbaute alte Schulhaus zu sehen, später Rathaus und Sparkasse der Stadt Gronau, und der zum Markt gelegene Teil des ehemaligen Ratskellers. Hier befand sich auch ein Raurn, in dem das 'kleine Stubengericht' abgehalten wurde, das heißt ein Raum, in dem der Magistrat seine Gerichtsbarkeit ausübte. Im Vordergrund stand das Denkmal, das an den Sieg von 1870/71 erinnern sollte, und im Hintergrund sind noch zwei Häuser der Blankestraße zu erkennen.

Rechts: Das ehemalige Katasteramt hat von der Blankestraße aus gesehen diesen Anblick. Der Eingang zum Gebäude befand sich von Anfang an in der Blankestraße. Besonders augenfällig ist der in Fachwerk gearbeitete Oberbau einschließlich des Giebels. Obwohl im Laufe der Zeit einige Umbauten am Gebäude durchgeführt wurden, haben die dadurch bewirkten kleinen Veränderungen den Bau insgesamt nicht beeinträchtigt. Neu hinzugekommen sind auch die Wappen· und Siegelzeichnungen aus der Gronauer Stadtentwicklung, die in den freien Feldern des Runderkers zu sehen sind.

Gronau i. Jt

Katasteramt

50. Vor dem mit Fahnen und Girlanden geschmückten Marktplatz hatten sich 1908 die Honoratioren der Stadt und deren Einwohner versammelt. Ganz vorn in der Mitte ist Bürgermeister Lohde zu sehen, unmittelbar hinter ihm Senator Jaster. Rechts neben der Dame und dieser zugewandt, das war Senator Gellermann. Unter den anderen festlich gekleideten Herren befanden sich der Handwerkskammersekretär Oskar Klingeberg, Bauer Gesemann und der angesehene Burger Wöckener. Sie alle erwarteten die Ankunft des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen, der zugleich Herrenmeister des St-Johanniter-Ordens war. In seiner Gegenwart wurde das damals neu erbaute Johanniter-Krankenhaus eingeweiht

51. Ein ganz anderes Bild bot der Marktplatz 1920 während des Kapp-Putsches. Lastkraftwagen mit Soldaten kamen in die Stadt und besetzten den Marktplatz. Die Soldaten verließen zum Teil die Wagen und sperrten den Platz ab. Eine Kanone wurde in der Mitte des Platzes aufgestellt, Gewehre zu einer Pyramide zusammengesetzt und weiter geschah nichts. Die Gronauer Einwohner, die dieses außergewöhnliche und sie befremdende Bild betrachteten. wurden von den Soldaten in Ruhe gelassen. Sicher kam es auch zu kleineren Disputen unter der anwesenden Bevölkerung, aber alles verlief in Ruhe und ohne besendere Ausschreitungen. So blieb insgesarrit gesehen dieses historische Ereignis ohne nennenswerte Bedeutung für die Stadt und deren friedfertige Bürger.

52. Und wieder zeigt sich der Marktplatz, vennutlich im Jahre 1926, in einem festlichen Gepräge. Mit Girlanden waren das alte Rathaus und die den Platz umstehenden Fahnenmasten gesehmückt, Welches Ereignis hier so feierlich begangen wurde, läßt sich heute nicht mehr genau sagen. Nur die Fahne gibt einen kleinen Hinweis, es ist die Innungsfahne der 'Bäckerinnung des Kreises Gronau', einer Innung der ehemaligen Kreise Gronau und Alfeld, die heute noch existiert. Die Fahne trägt die Jahreszahlen 1899 und 1926; vielleicht handelte es sich um die Fahnenweihe am 12. September 1926, von der ein von den Frauen und Jungfrauen gestiftetes Fahnenband berichtet. So stellten sich vermutlich auch die Frauen und Jungfrauen der Innung zur Feier des Tages dem Fotografen.

53. Die Blankestraße, wie sie sich um 1910 zwischen Marktplatz und Junkernstraße präsentierte. Die linke Straßenfront noch mit den vorgebauten Stufen und Treppenaufgängen, die bis auf einen langst der Vergangenheit angehören, wie auch das alte Kopfsteinpflaster, Rechts begrenzten die Bäume den ehemaligen mittelalterlichen evangelischen Friedhof um die Kirche, auf dern noch Anfang des 19. Jahrhunderts Beerdigungen von Mietsleuten durchgeführt wurden; das waren Einwohner, die nicht das Burgerrecht der Stadt besaßen. Danach wurde nur noch der Lehder Friedhof als Begräbnisstätte genutzt, auf dem früher schon die Bürger ihre Begräbnisstätten natten, Im Hintergrund ist das Primariat-Pfarrhaus an der Junkernstraße zu sehen, in dem Dr. Georg Sauerwein seine letzten Kinderjahre in Gronau verlebte, nachdem sein Vater 1840 die Pfarrstelle übernommen hatte.

Gruss aus Gron> J. H.

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54. So bot sich um 1910 die ganze Blankestraße dem Betrachter dar. Eng aneinandergedrängt standen die kleinen, fast durchweg einstöckigen Häuser. Deutlich wird bei dieser Aufnahme, wie groß die Brandgefahr bei einer solchen Bebauung war. Wenn man dann noch bedenkt, daß die mittelalterliche Bauweise vorwiegend strohbedeckte Häuser kannte, keine ausreichende Brandmauer zwischen den einzelnen Gebäuden verlangte, daß einige Handwerker an offenen Feuern arbeiteten, kaum feste Rauchfänge über den Boden oder das Dach hinausführten, in den Häusern mit brennenden Kerzen oder Kienhölzern hantiert wurde, dann verwundert es nicht, daß die Stadt von mehreren vernichtenden Feuersbrünsten heimgesucht wurde. Bis auf zwei, drei Häuser im Vordergrund wurden alle Häuser dieses Straßenzuges durch den Brand von 1758 in Schutt und Asche gelegt und erst danach so wieder aufgebaut, wie sie hier zu sehen sind,

(3 ankes rasse.

55. In der Blankestraße 18, zweites Haus von rechts, wohnte die Familie des Schäfers Ast. Hier wurde am 4. April 1848 auch Philipp Heinrich Ast geboren. Wie seine Vorfahren wurde auch er Schäfer, wanderte 1873 in das Lüneburger Land und lebte bis zu seinem Tode 1921 in Radbruch. Neben Schafehüten und -scheren war die Heilkunst an Tieren und Menschen Familientradition, die auch von Heinrich Ast ausgeübt wurde. Zunächst betrieb er eine ambulante Praxis, widmete sich jedoch schon bald infolge des ständig wachsenden Zuspruchs als 'Wunderdoktor' nur noch seiner heilpraktischen Tätigkeit. Dazu benötigte er nur Schere und Lupe. Mit der Schere schnitt er einige Nackenhaare ab, betrachtete sie unter der Lupe, stellte seine Diagnose und verordnete Pillen oder Tinkturen. Wie überliefert ist, konnte er tausenden Kranken Hilfe, Hoffnung und Heilung bringen. August Ast, jüngster Bruder des Wunderdoktors, war Schneidermeister und übernahm das elterliche Haus in Gronau. Mit dem Tode seiner unverheiratet gebliebenen Tochter erlosch 1959 der Name Ast in Gronau. Das alte Haus wurde später abgerissen und vollkommen neu wieder aufgebaut,

56. Im Jahre 1926 wurde vom Gronauer Männer-Gesangverein ein großes Sängerfest in der Stadt durchgeführt, in dessen Mittelpunkt die Bannerweihe stand. Verbunden war dieses herausragende Ereignis mit einem Umzug durch die Gronauer Straßen. Vereine und Firmen hatten dazu die bunten Pestwagen ausgeschmückt, Groß und Klein war auf den Beinen. Auf dem Festplatz gab es Volksbelustigungen aller Art. Die Mitglieder des Gronauer Männer-Gesangvereins steltten sich während des Festumzuges dem Fotografen in der Hauptstraße vor dem damallgen Kaffee Winkelmann.

57. Oben: Die inselähnliche Lage der Stadt zwischen den Leinearmen führte wiederholt zu Hochwasser und Überschwemmungen. Erste Berichte über Wassersnöte stammen aus den Jahren 1342 und 1468 und ziehen sich durch die ganze Geschichte der Stadt bis zur Gegenwart. Aber besonders die Überschwemmung vom Februar 1909 scheint alle früheren übertroffen zu haben. Fast die gesamte Feldmark stand unter Wasser. Wege und Straßen waren nur noch an den Kronen der Chausseebäume zu erkennen. Allerlei Gerümpel, Bretter, Türen, Laubenteile, Schafhürden, Baumstämme und auch ertrunkene Tiere wurden von den Fluten mitgeführt.

Unten: In sämtliche Kelier war Wasser eingedrungen, ganze Straßenzüge waren überflutet, In der Apothekenstraße und Burgstraße stand das Wasser 60 Zentimeter hoch. Die Arbeiter der Papierfabrik mußten mit Wagen und Kähnen an ihre Arbeitsstätte gebracht werden. Ein kleines Wohnhaus am Südwalllief Gefahr, fortgerissen zu werden, seine Bewohner konnten nur unter Lebensgefahr gerettet werden. Auf dem Bild ist die Hauptstraße kurz vor dem Marktplatz zu sehen, auch sie stand zum größten Teil unter Wasser. Im Hintergrund war der Gasthof 'Zur Krone' an der Ecke Burgstraße auch vom Wasser umspült.

58. Schon frühzeitig hatte Gronau einen Stadtmusikus. Zu seinen Aufgaben gehörte es, in den Tagen vor Weihnachten mit seiner Kapelle in den Reihenhäusern aufzuspielen. Nach den alljährlichen Wahlen des Rates hatte der abgehende Bürgermeister sämtliche Ratsmitglieder zu bewirten, und der Stadtmusikus war verpflichtet, dabei die Tafelmusik zu machen. Nachmittags und abends mußte er dann gegen Bezahlung von einem Taler für die Wahlmänner und Geschworenen im Ratskeller musizieren. Auch bei anderen festlichen Gelegenheiten hatte der Stadtmusikus für die musikalische Umrahmung zu sorgen. Um 1936 gab es in Gronau das 'Bßß-Orchester' mit den Musikanten Beyer, Bomme und Buttrich. Der Stadtmusikus Beyer ist auf diesem Foto mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern vor seinem Haus in der Hauptstraße neben dem damaligen Kaffee Winkelmann im Bild festgehalten.

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