Großostheim in alten Ansichten Band 1

Großostheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Ewald Lang
Gemeente
:   Großostheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1055-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großostheim in alten Ansichten Band 1'

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19. An warmen Sonntagen im Sommer traf man sich gerne im Grünen zu einem Schoppen Bier an bevorzugten Stellen wie hier am 'Büschchen', wo später die Friedensbank errichtet wurde, Man wagte auch gerne ein Tänzchen unter freiern Himmel im Gras, wenn 'Musik' dabei war. Das Bier wurde in Fässern mit dem Pferdefuhrwerk herangefahren. Am linken Bildrand ist noch die 'Langwied' des Wagens und ein verwischter Pferdekopf zu erkennen. Das Eis zur Bierkühlung, welches auf dem Fass liegt, wurde im Winter im Betterich geschlagen und hielt in den tiefen Eiskellern der Brauereien übers Jahr das Bier frisch. Links hinter dem Fahrrad mit dunklem Anzug steht der Orgelbauer Zalm. Von ihm stammt der 'Notruf": 'Verreißt mich, erst esse ich, dann schlaf ich, dann lese ich meine Hasenzeitung'. Neben ihm steht der Forstwart Mantel und rechts außen der Buchbinder Ritter.

20. Ein festliches Ereignis bei den Turmwirtsleuten selleint der Anlass zu diesem Foto im Biergarten des Gasthauses 'zum Turm' gewesen zu sein. In der Bildmitte sind zwei Ehepaare zu erkennen. Das linke sind die Wirtsleute Alois und Christine Hoek, das rechte der Schreinermeister Peter Bickert mit seiner Frau Juliana. Der Turmwirt war 1895 auch Feuerwehrkommandant. Rechts außen, mit abgewandtem Blick, steht die Tochter Katharina, welche blind war, links außen die Tochter Lehne, die spätere Turmwirtin, und oben neben der Frau mit blumengeschmücktem Kleid die Tochter Anna. Der Jüngling rechts außen auf dem Stuhl ist der Sohn, welcher später nach Amerika ging. Das Bild entstand um 1920. Das Gasthaus ist längst geschlossen, fällt aber durch seine bemalte Fassade neben dem spitzen Turm auf.

21. Diese Aufnahme von 1909 hat uns die Ansicht eines stilistisch interessanten Fachwerkbaues erhalten. Es handelt sich um das Anwesen des Gabriel Adam Keimig (heute Willi Fuchs) an der Ecke Schulstraße-Grabenstaße. Die Formen des Fachwerkes sagen uns, dass es sich um einen endmittelalterlichen Bau vor 1550 handelt. Charakteristisch für diese Zeit ist die Fachwerkfigur des 'Mannes' im ersten Stock, zwischen Fenster und rechtem Bildrand, bestehend aus dem senkrechten Stander und den schrägen, sich kreuzenden Streben. An der Haustüre stehen Gabriel und Joh. Keimig und das Töchterchen Anna (Fuchs). Am Fachwerkgiebel hangt das Schild: Karl Hüttner Bürstenmacher. Das Nachbarsmädchen Katharina Koch holt mit der Butte Wasser vom Brunnen an der Krone. Der Fachwerkschuppen links gehörte zum Armenhaus.

22. Der Stumpfe Turm bildete das südwestliche Bollwerk der Großostheimer Verteidigungsanlage. Er wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet, Davon zeugen unter anderem die drei Wappen der Schad von Ostheim , des Mainzer Kurfürsten Albrecht von Brandenburg und der Echter von Mespelbrunn. Das Echterwappen fehlt heute und ist auf unserem Bild links neben den Gerüststangen zu erkennen. Im Jahre 1938 wurde die Freitreppe am Turmeingang wieder hergestellt, welche hier noch fehlt. Vor dem Turm befand sich früher der ummauerte Übungsplatz der Centkompanie, sowie der Seuchenfriedhof und das Pulvermagazin, Dieses Gelande nimmt heute der alte Friedhof ein. Auch lagerte am Turm das gemeindliche Holz für die Bürger und bis in die fünfziger Jahre für die Fürsorgeempfänger. Auf dem Erdwall vor der Mauer wurden früher Seile gedreht.

23. In Großostheim die erste Poststelle eingerichtet und seit 1864 fuhr eine Postkutsche nach Aschaffenburg. Bei den damaligen Straßenverhältnissen dauerte die Fahrt bis zum Hauptbahnhof 1 1/4 Stunden. Die meisten Großostheimer begaben sich daher lieber zu Fuß fast in der gleichen Zeit als in dem 'Knochenschüttler' in die Stadt. Das Bild, aufgenommen um die Jahrhundertwende, zeigt eine zweispännige Postkutsche und den Postillion Fäth aus Pflaumheim vor der Posthalterei. Am Torbogen steht mit dem Rad der Arzt Dr. Keindorf. Auf dem Kamin befand sich damals noch ein Storchennest. Die nächsten Häuser, die Breite Straße aufwärts, das ehemalige Schuhhaus Kohlenberger, danach das Haus des Korns Franzjen, sind heute umgebaut.

24. Bevor unsere Eisenbahnstrecke gebaut wurde, beförderten von Pferden gezogene hölzerne Planwage Menschen und Güter. Unser Bild zeigt den Spediteur Ott aus Wenigumstadt (den Vater des Altbürgermeisters A. Ott) mit seiner Frau auf ihrem Frachtwagen. Die jüngere Generation kenrit diese Wagen nur noch aus Westernfilmen. Es muss schon eine Strapaze gewesen sein mit solch einem ungefederten Gefährt auf der mit Schlaglöchern übersäten Straße nur nach Aschaffenburg zu fahren, besonders im Winter, bei Regen oder wenn der Wind durch die Plane pfiff. Der 'Luftwagen' in Großostheim, den der Spediteur Balthasar Stegmann fuhr, dürfte daher seinen Namen haben. Dieser Wagen hatte ein Dach und seitlich Vorhänge die je nach Wetterlage geschlossen werden konnten. Er diente vorwiegend dem täglichen Personenverkehr zwischen Großostheim und Aschaffenburg. Besonders die Schneider waren häufige Benutzer des Wagens.

25. Bäuerlichen Stolz und Wohlstand veranschaulicht uns diese Aufnahme von 1922, welche Maria Zahn mit ihren Kindern bei einer Stadtfahrt in ihrer Chaise zeigt, Der Hof des Adam Zalm war einer der bedeutendsten im Ort. Er befindet sich Ecke Katzenmarkt-Haargasse und ist noch immer in Familienbesitz. Otto Petermann hält in seiner Funktiori als Kutscher die stadtfein aufgezäumten Pferde. Er arbeitete zu dieser Zeit als Knecht auf dem Zahn'schen Hof. Als eines von zehn Kindern war er an harte Arbeit gewöhnt und gründete zusammen mit seiner Frau einen Hof in der Bahnhofstraße, wo er traditionsgemäß, wie auch sein Sohn Herbert, den Nebenberuf des 'Hauderers' ausführte, wie es schon sein Vater getan hatte. Viele kennen ihn noch, wie er mit seinem kräftigen Pferdegespann Stammholz aus unserem Wald abtransportierte.

26. Das 'Chausseehaus' an der Kreuzung des 'Langen Handtuchs' mit dem Stadtweg diente als Wohnung für Straßenbaubedienstete. Die 'Chaussee', welche zwischen Obernburg und Stockstadt in gerader Linie unsere Gemarkung durchzieht (heute ist sie die Grenze zu Aschaffenburg), entstand um 1778 noch unter Mainzer Herrschaft. Ihr Bau brachte damals für Großostheim viele Nachteile. Unsere Vorfahren mussten dabei Frohndienste leisten, ein Teil des Verkehrs und somit wichtige Einnahmen aus dem Pflaster- und Wegegeld entfielen. Heute entlastet die 'Chaussee' schon wieder ein vierspuriger Autobahnzubringer. Das Chausseehaus wurde vor einigen Jahren abgerissen,

27. Kurz nach der Jahrhundertwende sah man im Ort die ersten Autoveteranen. Schreiend stoben die Enten und Gänse auseinander, wenn vom Ortsrand her solch ein fauchendes, von einer Staubwolke begleitetes Ungetüm heranrollte. Bei der Jugend pflanzte sich dann der Ruf fort: 'Die Lalaafscheese (allein laufende Chaise) kimmt' und eine Schar Kinder lief hinterher. Sie mussten aber bald bei dem 'atemberaubenden Tempo' von dreißig Stundenkilometern aufgeben. Das erste Auto fuhr der Großostheim er Bäckerssohn und Arzt DI. Steiner, Wir sehen ihn auf unserem Bild mit seiner Frau Kathinka, geborene Nöthig, in ihrem offenen Kraftwagen. DL Johann Steiner, geboren 1869, war praktischer Arzt in Olbernhau. Er starb 1933 in Großostheim.

28. Es war wahrlich kein reines Vergnügen auf diesen ersten Lastwagen zu fahren, mochte die Ladung auch noch so köstlich sein wie hier auf dem ersten Bierlastzug der Ederbrauerei, Schlechte Straßen, die Vollgummireifen und mangelnde Federung machten solch eine Fahrt zu einer echten Strapaze, so dass man abends 'gerädert' ausstieg, Vorne ist die Handkurbel zu erkennen, mit welcher der Motor 'angeworfen' wurde. Gab man nicht acht, bekam man einen ordentlichen Rückschlag ab. Am schwersten war es im Winter, dann musste der Motor erst vorgewärmt werden, damit er überhaupt ansprang und an Heizung in der Führerkabine war damals nicht zu denken. Die Aufnahme entstand 1929. Auf dem Kühler sitzen links Jakob Koch mit dem Bierkrug in der Hand und daneben Sepp Dahlern.

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