Großostheim in alten Ansichten Band 1

Großostheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Ewald Lang
Gemeente
:   Großostheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1055-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großostheim in alten Ansichten Band 1'

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29. Das erste Großostheimer Omnibusunternehmen Fuchs und Happel, später Omnibusgesellschaft. Das 1927 aufgenommene Bild zeigt drei der vier Daimler-Benzbusse des Unternehmens vor der Kulisse des Marktplatzes. Für diese Zeit war dies eine enorme Anschaffung und gemessen an den cirka 3 500 Einwohnern ein Unternehmen von städtischer Bedeutung. Der linke Bus ist der große Daimler Dreiachser mit sechzig Sitzplätzen, der allerorten großes Aufsehen erregte. Schwierigkeiten bereiteten die engen Ortsdurchfahrten. Die Personen sind von links der Chaufeur Fury, daneben Franz Keirnig, Gründer des gleichnamigen Omnibusunternehmens in Mosbach, Margarete Fuchs (Kehrer), Phillip Becker, der vorher den von Pferden gezogenen Luftwagen gefahren hatte, der Firmenleiter Willi Fuchs und mit Chaufeursmütze Otto Becker.

30. Nach über 40-jährigen Ringen der Gemeindevertreter mit den zuständigen Behörden, konnte 1909 mit dem Bau unserer Bahnstrecke begonnen werden. Am 10. Juli 1911 wurde der Verkehr nach Aschaffenburg aufgenommen. Der zweite Bauabschnitt Großostheim-Höchst im Odenwald, während dem unser Foto entstand, war am 1. Dezember 1912 fertig gestellt. Das Foto zeigt den Bautrupp, in welchem einheimische, sowie italienische Arbeitskräfte beschäftigt waren in der Wenigumstädter Gemarkung am 'Grubenstück'. Mühsam waren die meist in Handarbeit ausgeführten Erdbewegungsarbeiten. Nach über siebzig Jahren stellte man den Verkehr wegen Unrentabilität ein. Lediglich ein Güterverkehr Großostheim-Aschaffenburg besteht noch. Gegenwärtig wird der Bahneinschnitt am 'Entenpfuhl' zugeschüttet.

31. Zusammen mit dem Schienenstrang, der Großostheim den Weg zu wirtschaftlichem Wachstum öffnete, entstand auch der Bahnhof, damals noch auf freiem Feld wie unser Bild zeigt, denn die Häuser an der Kuhpforte und die kurz vorher erbaute Ederbrauerei bildeten den Abschluss des Ortes. Die Erweiterung des Ortes und die Industrieansiedlungen richteten sich von nun an auf das Bahngelände hin aus. Das Bahnhofsgebäude hat im Laufe der Jahrzehnte kleinere Veränderungen erfahren. Auf unserem Foto ist rechts die früher offene Wartehalle zu erkennen und unter dem vorspringenden Dach warten Bahnbedienstete in Uniform und Zivilpersonen auf den einfahrenden Zug mit seinen altertümlichen Wagen. Bis Anfang der sechziger Jahre fuhr noch die Dampflok, Danach stellte die Bahn den Verkehr auf Dieselloks um.

32. Schon im Mittelalter bestand in Großostheim eine Schneiderzunft. Ihr Zunftwappen, eine Schere, befindet sich im gotischen Netzgewölbe des südlichen Seitenschiffes unserer Pfarrkirche. Ab dem späten 19. Jahrhundert nahmen die Heimschneiderwerkstätten, in denen oft die ganze Familie mitarbeitete, rasch zu. Im Jahre 1904 waren es 90 und 1932220 Werkstätten. Meist einmal in der Woche lieferte man in blauen Sacken die fertigen Kleidungsstücke in den Kleiderfabriken Aschaffenburgs, die oft nur Büropersonal und Zuschneider beschäftigt hatten, ab und nahm zugeschnittenen Stoff mit zurück. Unser Bild zeigt eine Werkstätte in den zwanziger Jahren in Großostheim. Friedrich Schang {links} und Peter Reising nähen auf dem Tisch im Schneidersitz. Rechts ist das große Holzkohlebügeleisen in Tätigkeit.

33. In der Kanzleistraße steht das heute umgebaute Stammhaus der Schreinerfamilie Flügel. Hinter dem schön dekorierten Werkzeug steht mit verschränkten Armen der Schreinermeister Johann Flügel, links mit Schnurrbart der Sohn Wilhelm und daneben der jüngere Sohn Georg Flügel, der spätere Feuerwehrkommandant, dann die Mutter Katharina Flügel und anschließend der Bruder des Meisters, Franz Flügel. Vorne sitzt ein Lehrling mit einer interessanten Holzstütze. Ein Gefäß das gearbeitet war wie eine Bütte mit Dauben, Boden, Deckel und Eisenreifen. Es wurde je nach Lage oder Anlass mit Bier, Apfelwein oder dem guten Wasser aus dem damals gegenüberstehenden Brunnen gefüllt, Die Familientradition der Schreinerei wird noch heute von drei Enkeln und Urenkeln betrieben.

34. Zu einem Zunftfoto stellten sich hier Großostheimer Zimmerleute vor der Jahrhundertwende einem wandernden Fotografen. Es sind schon recht finster blickende Gestalten darunter. Der sitzende Mann hinter dem Bierfässchen mit Zirkel und Lineal in der Hand dürfte der Meister sein, sein linker Nachbar hält den eisernen Winkel. Außer den langen Äxten sind noch weitere interessante Werkzeuge zu erkennen. Der stehende Mann hinter dem Tisch hält eine Trummsäge, der Lehrling rechts daneben ein Werkzeug zum aushauen vo n Zapfenlöchern und rechts außen halt der junge Mann neben dem Bierkrug ein Breitbeil, welches zum behauen der Balken verwendet wurde. Leider ist nur die Hälfte der Klinge zu sehen. Interessant ist auch die Bekleidung mit den großen Halstüchern und den Schildmützen.

35. Der Schmied nahm im Leben eines Gemeinwesens eine wichtige Stellung ein. Er beschlug die Pferde, fertigte die Eisenteile für die Wagen und Kutschen, schmiedete Arbeitsgeräte, kunstvolle Tore und Gitter und wenn ein ganzer Mann zum zupacken gebraucht wurde, musste der Schmied her. Die Schmiede in Großostheim haben sich dem Zeitwandel angepasst und reparieren heute Landmaschinen oder spezialisierten sich auf das beschlagen von Reitpferden. Auf unserem Bild sehen wir das beselilagen eines Pferdes vor der Schmiede Grimm (heute Kraus) in der Haarstraße, Am Haus, dessen Torbogen heute zugemauert ist, wartet allerlei Ackergerät auf Reparatut. Links steht der Meister Schorsch Grimm, im Fenster seine Frau Eva, geborene Kehrer.

36. Die 'Kunsthandelsgärtnerei', wie auf dem Schild am Haus zu lesen ist, wurde von Adam Müller gegründet. Die Gärtnerei, vor der Jahrhundertwende an der Wem erbaut, ist unter dem Namen Strötz und Berchtenbreiter noch heute im Familienbesitz und bekannt für ihre Blumenzucht. Auf unserem Foto von vor dem Ersten Weltkrieg sehen wir den Nachfolger des Gründers, Jakob Müller und seine Frau Berta, geborene Morhard. Beide tragen ihre Jüngsten auf dern Arm. Rechts daneben steht mit gutem Anzug und 'Schlupp und Kragen' ihr älterer Sohn. Das Kiefernstammholz gehört zu dem benachbarten Sagewerk des Otto Muller, wo spater die Familie Wisster ihren ersten Betrieb gründete. Vor dem Hoftor steht ein hölzerner Stoßkarren, mit welchem die Erzeugnisse der Gärtnerei ausgefahren wurden.

37. Das Kolonialwarengeschäft des Otto Müller (im Bild links) an der Wem, Ecke Grabenstraße-Bachstraße, wurde 1907 gegründet. Es befindet sich noch immer in Familienbesitz. Nebenan betrieb der Vater ein Sagewerk (Bild Nr. 36). Das Geschafft war zur Zeit der Aufnahme an Magdalena Wiek, die Frau des Häfners Wiek, verpachtet. Sie steht im Ladeneingang, vor ihr ihre Tochter Anna mit weißer Schürze. Daneben, im dunklen langen Kleid, erkennen wir die Frau des Hauses, Gertrud Müller. Rechts sehen wir Frau Greta Schwinger und ihren Mann, die hier zu Miete wohnten und vorne die Kinder der beiden Ehepaare. Die Buben haben ihre guten Anzüge mit den üblichen Hochwasserhosen an. Buben wie Madehen hatten damals meist derbe, oft genagelte Schnürstiefel an. Die Hosen mussten damals lange halten und wiesen oft ein reichlich geflicktes Hinterteil auf.

38. In seinem Hochzeitsjahr 1898 erwarb der Kaufmann Gottfried Fahs aus Mömlingen das Gemischtwarengeschaft von M.C. Hoek, Breitestraße 8. Nach 1918 übernahm Fahs hier die Leitung der Darlehenskasse (heute Raiffeisenbank). In solch einem Geschaft konnte man, wie uns Schilde und Schaufenster verraten alles für den täglichen Bedarf erwerben, wie: Stoffe und Kleider, Getränke und Lebensmittel, sowie Öfen, Herde, Eisen, Bretter, Latten und Kohlen. Das Haus ist ein verputzter Fachwerkbau wohl aus dem späte 16. Jahrhundert. Unter der Haustüre steht das Ehepaar Fahs, Frau Fahs hält ihren jüngsten Sohn Anton auf dem Arm. Kinder mit Einkaufkörben streben dem Geschäft zu. Das Foto entstand um 1910. In dem zuletzt von Karl Fahs geflirrten Geschafft sind heute Arztpraxen eingerichtet.

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