Großostheim in alten Ansichten Band 1

Großostheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Ewald Lang
Gemeente
:   Großostheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1055-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großostheim in alten Ansichten Band 1'

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49. Der Innenhof des Anwesens Ewald spricht für zahlreiche alte Gehöfte im Ortskern. Nach dem Zweiten Weltkriege hat sich so manches geändert. Die Gefache des Hauses sind im Hof mit Flechtwerk und Strohlehm ausgefüllt (gestickt), auf der Straße (wohl später) mit feldgebrannten Backsteinen. Ein Fenster hat noch die altertümliche Bleiwabenverglasung. Am Hauseck hängen Kuhgeschirre und daneben steht der Reisigbesen. Vor der Haustüre ist der Hoferbe Eduard Ewald zu erkennen. Der Hof ist mit Findlingen gepflastert. Am Mist scharren Hahn und Henne und hinter der Jauchepumpe steht wie früher überall der Abtritt. Dieser Ort war besonders im Winter umständehalber nie lange blockiert. Die Zeit war armer, aber die Menschen hatten noch Zeit und Ruhe. Die Zimmer waren recht niedrig aber dadurch leichter zu heizen. Der jetzige Besitzer versicherte, dass die verheirateten Geschwister immer wieder gerne im Elternhaus zusammenkamen. Im Jahre 1951 wurde ein Neubau erstellt.

50. Ein Dreschtag vor dem Anwesen des Adam Hock ('Wassde') in der Breiten Straße ist hier festgehalten. Es muss ein imponierendes Schauspiel besonders für die Jugend gewesen sein, wenn der Maschinist (rechts außen) das dampfende Ungeheuer bediente und das riesige Antriebsrad der fahrbaren Dampfmaschine, die Dreschmaschine des August Franz aus Frohnhofen, in Bewegung setzte. Um die Jahrhundertwende kam so der Dreschflegel langsam außer Gebrauch. So ein Dreschtag machte durstig und hungrig. Am dunklen Bier in den Krügen und am Vesper wurde nicht gespart. Der kleine bärtige Mann mit der Schildmütze vor der Dreschmaschine, der über die beiden Kinder hinwegschaut, ist das 'Korn's Franzjen' (Nr. 71). In den Häusern im Hintergrund befinden sich heute die Geschäfte Rollmann und Coudantin.

51. In den kleineren Landwirtschaftlichen Betrieben und Nebenerwerbsbetrieben zogen meistens Kühe Pflug und Wagen. Es war ein langsames und mühseliges Arbeiten aber man nahm sich mehr Zeit als heute und war es nicht anders gewohnt. Es war schon eine halbe Tagesfahrt um auf den holprigen, bei Regenwetter grundlosen Feldwegen mit einem Fass 'Puhl' zum Beispiel an die Judenzippe zu fahren. Meistens war der Pfropfen noch undicht oder das Fass 'läsch', so dass ein Teil der Ladung unterwegs verloren ging. Abends sah man dann die Tiere mit wiegendem Gang und tropfenden Nasen dem Stall zustreben, wo sie dann auch noch Milch geben sollten. Unser Bild zeigt die Familie Ewald in der Grabenstraße, welche bis vor wenigen Jahren noch ein sauberes Kuhgespann fuhr.

52. Eduard Hock (Beigeordneter) war einer der angesehnsten Bauern im Ort. Wie schon sein Vater war auch er lange Jahre in der Gemeindepolitik tätig. 'Beigeordneter' war die frühere Bezeichnung des zweiten Bürgermeisters (Bild 45). Unser Bild zeigt Ihn neben seinem stattlichen Pferdegespann beim Einbringen von Futterrüben an einem offensichtlich recht 'prabsigen' Herbsttag. Die Feldwege waren damals noch weitgehend unbefestigt und wiesen tiefe Wagengeleise auf, die bei Regen mit Schlamm und Wasser angefüllt waren. Eduard Hoek hat deshalb seine Schnürstiefel zusätzlich mit den hohen Ledergamaschen versehen, die über die 'Manschesterhose' gezogen sind. Diese Art des hölzernen Wagens behauptete sich fast unverändert über Jahrhunderte und wurde erst nach dem Zweiten Weltkriege langsam von gummibereiften Wagen verdrängt.

53. Längst sind Pferdegespanne aus unserem Ortsbild verschwunden. Was vor zwanzig Jahren noch alltäglich war ist heute fast nur noch bei Festzügen zu sehen. Pferdehaltung ist ein Sport geworden. Auf unserem Foto erntet die Familie Morhart ein Haferfeld ab. Balthasar Morhart sitzt auf der Mähmaschine. Er baute 1948 den ersten Aussiedierhof. Die Pferde wurden mit großer Sorgfalt behandelt und waren der Stolz ihres Besitzers. Hier im Bild sind sie gegen Insekten durch Ohrenkappen mit Stirnnetzen und Brustnetzen geschützt. Die Netze dienten gleichzeitig als Schmuck. Die Garben wurden mit der Sichel zusammengerafft und mit Seilen aus geflochtenen Kornhalmen gebunden. Rechts bindet Franz Morhart eine Garbe. Er und heute vor allem sein Sohn Oswald mit Ehefrau setzen die Fototradition in Großostheim fort.

54. Schon im Mittelalter wird der Großostheimer 'Riselinger' als 'Wein allhier' genannt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts jedoch nahm der Weinbau immer mehr ab und im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwand die Rebe ganz aus unserer Gemarkung. In den Jahren 1911/1912 wagten einige Großostheim er Männer die Wiedereinführung des Weinbaues. Sie hatten Erfolg, denn im Herbst 1917 konnte die erste größere Menge Trauben gelesen werden, welche 23 Hektoliter Wein ergab. Unser Foto zeigt die Beteiligten an dieser Lese vor den Weinbergen des August Becker, Peter Hoek und Otto Kapraun am 'Reischklingerberg'. Der Wald im Hintergrund gehört zum 'Büschchen'. Auf dem hölzernen Wagen warten die Kufen auf den Erntesegen. Aus diesen Anfängen ist Großostheim heute wieder zu einem bedeutenden Weinbauort geworden, dessen Weine Spitzenprämierungen erzielen.

55. Vor der Kanalisierung von Bach und Graben hatten besonders die Anlieger der Bachstraße fast jährlich unter Hochwasser zu leiden. Die schwerste Wasserflut seit Menschengedenken brach nach heftigen Regenfällen im Winter 1924 über unseren Ort herein. Normalerweise leitete der Flut oder Wildgraben das überschüssige Wasser ab. In diesem Jahr durchbrachen die Wassermassen jedoch den Erdwall zwischen Graben (heute Promenadenweg) und Grabenstraße unterhalb der Getränkefirma Schnabel, schossen durch die Gärten Scheunen und Höfe, wobei Wagen und Geräte mitgerissen und Hoftore eingedrückt wurden. Die Wasser wälzten sich alles mitreißend die Grabenstraße abwärts (unser Bild) zur oberen Mühle und verschonten auch die gegenüberliegenden Höfe und Gärten nicht. Zahlreiche Keller waren überflutet und 'Grumbiern und Käil' schwammen fort. Das Feld zwischen Ringerheimer Mühle und Großostheim soll ein See gewesen sein.

56. Über die Eichbrücke rollten in früheren Jahrhunderten die Frachtwagen der Kaufleute. Die Breite Straße, die hier den Welzbach überbrückte, war Teil der Handelsstraße Augsburg-Frankfurt. Der Fotograf mit den Zaungästen, deren Schatten wir sehen, steht vor dem 'Storkskrämer'. Sein Hauptinteresse gilt wohl dem Polizeidiener Josef Höfling, der auf seinen amtlichen Rundgang am mächtigen Sandsteingeländer der Eichbrücke innehält. Der heilige Sankt Nepomuk wurde 1933 nach Beseitigung der Brücke an die Hausecke des Ewald'schen Anwesen gerückt, wo sich heute eine chemische Reinigung befindet. Das Foto entstand 1932 während der Welzbachkanalisierung. An der Stelle des höheren weißen Hauses links hinter den Kipplohren (heute Metzgerei Josef Roos) stand bis 1888 das alte Rathaus.

57. Im Jahre 1929 wurde Johann Damrich zum Bürgermeister gewählt. Während seiner Amtszeit konnte das prächtige Fachwerk des Nötigsgutes freigelegt und in den Wohngebäuden eine Gendarmeriestation und ein Altersheim eingerichtet werden. Unser Foto entstand während der Amtseinsetzungsfeier am Haus von Katharina Wedde. In Galauniform sehen wir unsere beiden letzten Polizeidiener Josef Höfling (rechts) und Anton Reinhard. Als ehemalige Unteroffiziere hatten sie das nötige Format für diese vielseitige Tätigkeit, welche neben dem Vorlesen der Bekanntmachungen auch das Feierabendgebieten in den Wirtshäusern zur Polizeistunde gehörte. Von grundverschiedener Wesensart ergänzten sie sich gegenseitig, Höfling ein Mann streng nach dem Gesetz, Reinhard allgemein großzügig. Von Letzterem stammt der unvergessene Ausspruch im Gasthans Krone: 'Feierabend meine Herrn, Luzi en Schnaps!'

58. Während des Kaisermanövers 1910 war in Großostheim Artillerie stationiert. Auf den Odenwaldvorbergen in unserer Gemarkung dormerten die Kanonen während der Übungseinsätze. Dies muss ein aufregendes Schauspiel für die Jugend gewesen sein und so mancher Veteran erinnerte sich an anno 1870/1871. Doch wie bald schon wurde aus dem Kriegsspiel blutiger Ernst. Doch davon ist hier auf unserem Foto noch nichts zu erkennen. Jung und alt drängt sich um die Militärmusiker mit ihren schmucken Pickelhauben, die vor der Kirche ein Platzkonzert geben. In einer Linie stehen die Feldhaubitzen. Acht Jahre später standen hier die von flüchtenden Soldaten verlassene Munitionswagen. Besonders die Buben versorgten sich mit Karabinern und es soll eine laute Neujahrsnacht gewesen sein.

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