Großostheim in alten Ansichten Band 2

Großostheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ewald Lang
Gemeente
:   Großostheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5488-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großostheim in alten Ansichten Band 2'

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39. Morgens früh aufstehen und abends spät ins Bett, das war früher das Los der Landwirte. Keine Maschinen erleichterten damals die Arbeit. Gepflügt wurde mit einer Kuh oder einern Pferd als Zugtier, gesät, geerntet und gedroschen wurde mit der Hand. Zu dieser Zeit galt noch der Bibelspruch: 'Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot ernten.' Auf dem um 1924 entstandenen Foto führt Gabriel Frey (1906-1968) eine Kuh zum Anspannen für die Fahrt auf das Feld aus dem Tor. Neben ihm stehen seine Schwestern Maria Frey verh.Birner (1903-1970) und Eva Frey verh.Junker (1907-1944). Das landwirtschaftliche Anwesen der Familie Frey, Gartenstraße 58 (heute am Wildgraben 58) wurde nach der Inflation 1924 gebaut und kostete 6000 Rentenmark. Charakteristisch für die damalige Zeit waren die großen Holztore. Das Haus ist heute aufgestockt und verputzt.

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40. Recht mühsam war in früheren Zeiten die Getreideernte. Jahrhundertelang schnitt man die Halme mit der Sichel, die dann später vom Reff, einer Sense mit bespanntem Holzbügel, abgelöst wurde. Danach kam dann die von Pferden gezogene Mähmaschine, mit der das Getreide wesentlich schneller geschnitten werden konnte. Auf unserem Foto aus dem Jahre 1935 ist der Landwirt Böffinger mit einigen Helfern bei der Ernte zu sehen. Auf der Mähmaschine sitzt Arnulf Böffinger (1911-1944, vermißt). Dahinter stehen, von links: Peter Hoek (1888-1952), Theo Hoek, Balthasar Böffinger (1886-1954), Anna Böffinger geb. Kreß (1885-1967), Rosa Hoek geb. Glaab (1897-1963), ülga Erhard (1912-1983) und eine Magd, deren Namen nicht mehr bekanntist.

41. Knochenarbeit war das Aufsammeln der abgemähten Getreidehalme, die zu Garben gebunden werden mußten. Dazu benutzte man Strohseile. Die Garben wurden dann zusammengestellt, beim Roggen 9 Garben, beim Hafer 5 Garben und beim Weizen 7 oder 9 Garben, damit sie vom Wind gut getrocknet werden konnten. Das Beladen der Erntewagen mußte auch gelernt sein, damit bei der Heimfahrt die Ladung nicht verrutschte oder der Wagen nicht umkippte. Heute sind die Mühen von damals längst vergessen. Ein moderner Mähdrescher erledigt das Ernten und Dreschen innerhalb kürzester Zeit in einem Arbeitsgang. Auf unserer Fotografie ist zu sehen, wie das Landwirtsehepaar Hoek, Schulstraße 2 (heute Am Kirchberg 2), mit seinem Kuhgespann sechs Lagen Frucht (Getreide) nach Hause fährt. Auf dem vollbeladenen Erntewagen sitzt Jakob Hoek (1874-1939) und seine Frau Anna geb. Petermann (1875-1958) führtdie Kühe.

42. Die Drescherei war früher eine mühsame Winterarbeit der Bauern. Das nach der Ernte in der Scheune eingelagcrte Getreide wurde, je nach Hofgröße, in wochenlanger Arbeit ausgedroschen, Schon in aller Herrgottsfrühe hörte man das taktmäßige Klopfen auf den Scheunentennen, wenn Bauern und Knechte mit dem Dreschflegel die Körner aus den Garben schlugen. Der bei dieser Arbeit entstehende Kalorienverlust mußte natürlich durch eine besenders kräftige Kost ausgeglichen werden. 'Der frißt wie ein Scheunendrescher', sagt man noch heute, wenn jernand besonders große Portionen vertilgt. Beim Festzug anläßlich des Bachgaufestes 1951 wurde auf einem Wagen das Dreschen dargestellt. Auf dern Kutsenbock sitzen, von links: Reinhold Löffler und Herbert und Klaus Zieger. Den Dreschflegel schwingen, von links: der ehemalige Kirchendiener Philipp Klein (1872-1962), Valentin Kausch (1873-1953) und der frühere Polizeidiener Josef Höfling (1883-1957). Auf dem Festwagen stand auch eine sogenannte Windmühle. Mit diesem Gerät wurde die Spreu vom Weizen getrennt.

43. Eine wesentliche Verbesserung beim Dreschen brachte der Einsatz von Dieselschleppern. Auf unserem Foto, das um 1932 aufgenommen wurde,ist deutlich zu sehen, wie vom Schwungrad des Traktors mirtels eines breiten Lederriemens die Dreschmaschine angetrieben wird. Besonders schwierig gestaltete sich das Hineinbugsieren der großen und schweren Maschinen in die oft engen Höfe. Das Dreschgespann blieb deshalb meist auf der Straße stehen. Auch beirn Landwirt Franz Reinhard in der Grabenstraße Nr. 147 hatte sich am Dreschtag eine große Helferschar eingefunden. Zu erkennen sind: Käthe Dahlheimer , Johann und Gretchen Reising, Peter Dassinger, Josef und Jakob Fäth, Franz Roth, Maria Korn, Elise Seibert, Otto Reising, Konrad Seibert, Alfred Ostheimer, Alfons Reising und Johann Kom. Am 'Bulldog' steht der Dreschmaschinenbesitzer A. Röll aus Obernau.

44. Nach vollbrachtem Tagwerk fährt der Landwirt Nikolaus Zieger (1876-1956) mit seinem Pferdefuhrwerk auf der Schaafheimerstraße zu seinem Bauernhof an der Kuhpforte (heute 'Café-Kern'). Zeit seines Lebens lag ihm das Allgemeinwohl am Herzen. So war er von 1919 bis 1936 unter den Bürgermeistern Klug, Eder und Damrich als Gemeinderat tätig. Er half mit eine Dreschgenossenschaft ins Leben zu rufen und als zweiter Bauernobmann vertrat er lange Zeit die Interessen seiner Kollegen. Noch im hohen Alter von 80 Jahren fand man ihn in den Großostheimer Milchküchen. Dort überprüfte er für die Molkereigenossenschaft den Fettgehalt der Milch. Auch in verschiedenen Ortsvereinen war er aktiv, so als Vorsitzender des früheren Kriegervereins und die Belange des Natur- und Vogelschutzvereins waren ihm stets ein besonderes Anliegen.

45. Der letzte Besitzer eines Kuhgespanns in Großostheim war Alfred Ewald. 1971 schaffte er schweren Herzens die Tiere ab. Wie es der Zufall will, wohnt die Familie Ewald in der Nähe der Kuhpforte. Dieser Name rührt daher, daß früher, als man die ausschließliche Stallfütterung noch nicht kannte, das Rindvieh durch dieses Tor auf die Weide in den Unterwald getrieben wurde. Anfangs der 1950er Jahre fuhr Alfred Ewald mit seinem blumengeschmückten Kuhgespann beim Festzug anläßlich des Bachgaufestes mit. Sein Beifahrer war Otto Mayer (1945-1976). Beide saßen auf der ersten vollgummibereiften Mähmaschine die in Großostheim im Einsatz war und Wilhelm Zieger gehörte. Dahinter fuhr ein in Asehaffenburg gebauter Güldner-Traktor mit 12 PS. Im Hintergrund des Bildes ist das Anwesen der Landwirtsfamilie Beeker, Breitestraße 73 zu sehen. Die Gebäude mit dem alten Sandsteintorbogen mußten einem Neubau weichen.

46. Nach Beendigung ihrer zweijährigen Berufsschulzeit stellten sich die Großostheimer Junglandwirte am 21. Juli 1948 zu einem Foto zusammen. Die Abschlußfeier fand irn Gasthaus 'Zum Schwanen' statt. Die Teilnehmer mußten wegen der damaligen schlechten Zeiten dem Wirt Mehl, Zucker, Eier, Wurst und Fleisch liefern, damit dieser etwas auf den Tisch bringen konnte. Auf dem Foto sind zu sehen, sitzend von links: Berufsschullehrer Josef Enzmann, Pfarrer Alexander Sauermann und der damalige 1. Bürgerrneister Nikolaus Boll. Stehend, von links: Alfred Dill, Otto Ewald, Oswald Klug, Josef Morhart, Robert Damrich, Anton Junker .Egon Misbach, Artur Kraus und Günther Krimm.

47. Bei einem Faschingsumzug anfangs der fünfziger Jahre gestalteten die Großostheimer Junglandwirte einen Wagen mit dem Motiv: 'Der Maharadscha, sein Harem und die Eunuchen'. Der Wagen wurde von Ochsen gezogen und von Berittenen begleitet. Da die finanziellen Mittel damals beschränkt waren, berichtete auch prompt das Main-Echo in einem Zeitungsartikel von einer 'Bettlakengarde'. Auf dem von Franz Morhart aufgenommenen Foto sind zu sehen, untere Reihe , von links: Maria Fries, Else Bonn, Trudel Ewald, Anton Junker als Maharadscha, Gretel Höflich, Gertrud Hoek und Tilly Jakob. Hintere Reihe: Robert Schneider, Leo Hartrnann, Rudolf Jakob, Jakob Petermann, Robert Petermann, Kar! Bonn, Friedrich Zieger, OUo Hotz, Gabriel Hoek, Hans Becker und Josef Haas.

48. In Großostheim gab es drei Getreidernühlen, deren Mühlrädervom Welzbach angetrieben wurden. Es waren die 'Untere Mühle", die 'Ringenheimer Mühle' und die 'Obere Mühle'. Als einzige der drei Mühlen befand sich die 'Obere Mühle' innerhalb der Ortsrnauer. Durch das 'Mühltörchen' konnte früher der Müller zu seinem außerhalb gelegenen Stauwehr gelangen. Vom alten Mühlengebäude erhaltengeblieben ist der Schlußstein eines Hoftorbogens mit der Jahreszahl1564. Die 'Obere Mühle' stellte 1971 den Mahlbetrieb ein. Früher betrieb die Müllersfamilie Jörg auch noch eine Landwirtschaft. Auf dem Foto stehen die Schwestern, links Dora Becker verh. Bickert (1896-1992) und Antonia Becker verh. Jörg (1891-1982), im Hof der 'Oberen Mühle'. Links im Hintergrund ist noch ein Stück der alten Wehrmauer zu sehen, die Großostheim einst umgab.

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