Großostheim in alten Ansichten Band 2

Großostheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ewald Lang
Gemeente
:   Großostheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5488-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großostheim in alten Ansichten Band 2'

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49. In einer Annonce aus dem Jahre 1924 war zu lesen: 'Zum Abpressen aller Art von Oelfrüchten wie Raps, Mohn, Lein usw. ferner zum Schroten sämtlicher Getreidearten halte ich mich bei reeller Bedienung bestens empfohlen - Johann Bickert, Oelmühle.' Bis zu seinem frühen Tod betrieb Johann Bickert in der Münzgasse 11 eine Ölmühle. Danach wurde die Anlage zuerst nach Niedernberg und danach nach Sulzbach a. Main verkauft. Zusammen mit dem Markt Großostheim erwarb der Geschichtsverein vor einiger Zeit die Ölmühle, die nach Erweiterung des Bachgau-Museums komplett wiederaufgebaut wird. Auf der Fotografie, die vor dem Gasthaus 'Zur Krone aufgenommen wurde, ist der Ölmüller Johann Bickert (1902-1930) beim Ausfahren seiner Produkte zu sehen. Das Öl war in Blechkannen abgefüllt und in den Säcken befand sich Rapskuchen zur Viehfütterung. Neben dem Wagen steht der Bahnhofsvorstand Kaspar Hager (1867-1955).

50. Hier wird kein Käse zum Bahnhof gerollt, sondern die Sau zum Metzger. In der heutigen Zeit betreiben in Großostheim einige wenige Landwirte die Schweinemästerei in großem Stil. Dies war jedoch nicht immer so. Früher hielten sich auch viele Handwerker und Heimschneider Schweine, die mit Küchenabfällen gefüttert wurden. Meist mästete man zwei Schweine. Die eine Sau war für den Eigenbedarf bestimmt und das andere Borstentier wurde an den Metzger verkauft. Für den Transport zum Metzger trieb man das Schwein in einen 'Saikaste ', der aus Latten zusammengenagelt war. Auf unserem Foto, das Ende der dreißiger Jahre autgenommen wurde, ist gerade ein solcher Viehtransport an seinem Ziel, der Metzgerei Roos an der Schaafheimerstraße, angekommen. Als 'Saikastenschieber' betätigt sich Josef Dassinger (1897-1949). Die bis über beide Ohren grinsenden Lausbuben sind, von links: Alfred Birner, Rudi Haas, Heiner Köhler und Artur Bergmann.

51. Viel Arbeit gab es früher beim Schlachttag. Die ganze Familie war schon in aller Herrgottsfrühc auf den Beinen um alles herzurichten. Die Frauen schürten das Feuer, damit der Kessel mit heißem Wasser rechtzeitig fertig war und stellten Schüsseln und Gewürze bereit. Die Männer bauten den Schlachttisch auf (früher meist eine ausgehängte Türe) und holten die Sau aus dem Stall. Dann trat der Hausmetzger in Aktion. Der Fleisch- und Wurstbedarf der Familie war so für eine längere Zeit sichergestellt. Auf dem Foto, das Ende der vierziger Jahre aufgenommen wurde, liegt beim Polizeidiener Höfling in der Beinegasse gerade die geschlachtete Sau auf dem Tisch. Es sind zu sehen, von links: der Metzger Joharm Bayer (1895-1957), Josef Höfling (1883-1957), Walter Höfling (mit dem Hund 'Flockchen' auf dem Arm) und Otto Höfling.

52. Großostheim war bereits im Mittelalter ein bedeutender Weinort. Schon im 13. und 14. Jahrhundert werden Weingärten in Ostheim genannt. Seine größte Ausdehnung hatte der Weinanbau im 17. und 18. Jahrhundert. Die Weingärten bedeekten große Teile der Odenwaldvorhöhen und erstreekten sich bis zur alten Ortsmauer. Der Wein war damals Volksgetränk, ein wichtiges Tausch- und Zahlungsmittel und ein großer Steuerposten bei den Mainzer Landesherren. Ende des 18. Jahrhunderts kam jedoch der Weinbau in Großostheim zum Erliegen. Erst 1911/12 führten einige untemehmungsfreudige Männer den Weinbau wieder ein. Aus dem Fenster seines Weinberghäuschens in der 'Reischklinge' schaut der Weinbaupionier Otto Kapraun (1881-1967). Die Männer auf der Treppe begutachten das Gedeihen der Reben. Es sind zu sehen, von links: Peter Sommer (1879-1956), Georg Köhler (1884-1948), Jakob Seitz (1876-1951), Georg Bonn (1902-1977) und Adam Kapraun (1876-1963). Der sechste Mann ist unbekannt.

53. Die erste Apotheke in Großostheim wurde 1847 gegründet, nachdem sich der Landtagsabgeordnete, Gutsbesitzer Christian Nöthig aus Großostheim, für ihre Errichtung eingesetzt hatte. Vorher war die nächste Apotheke in Aschaffenburg. Die Großostheimer Apotheke wurde zunächst in gemieteten Räumen betrieben und 1853 in das noch heute bestehende Apothekenanwesen Breitestraße 47 (Bachgau-Apotheke) verlegt. Auf einer Fotografie aus dem Jahre 1885 ist der Apotheker Johann Baptist Trabert mit seiner Ehefrau Maria Theresia geb. Schwab und dem Sohn Max (1885-1924) zu sehen. J.B. Trabert war vom 1. Juli 1882 bis zum 1. Januar 1911 Apotheker in Großostheim. Sein Sohn Max übernahm dann die Apotheke und leitete sie bis zum 18. Juni 1924. Das Bild stellte uns freundlicherweise Frau Roswitha Krauss geb. Trabert, die Tochter des Apothekers Max Trabert, zur Verfügung. Sie schickte es aus Australien, wo sie heute lebt.

54. Einer der ältesten Berufe der Menschheit ist das Schmiedehandwerk. Dem Wagner Eisenteile für ein Fuhrwerk oder dem Küfer eiserne Reifen für die Fässer zu liefern, war früher Aufgabe des Schmiedes. Für die Landwirte fertigte er Pflüge, Eggen, Hacken, Beile und Spaten. Er fügte gerissene Ketten wieder zusammen und paßte den Zugpferden neue Hufeisen an. Zum gewohnten Klang im früheren dörflichen Leben gehörten die Hammerschläge der Schmiede. Anläßlich des Heimatfestes im Jahre 1934ließen sich die Großostheimer Schmiede fotografieren. Auf dem Foto sind zu sehen, von links: Schmiedemeister Georg Krimm (1893-1971), unbekannt, Artur Kehrer (1910-1945, verrnißt), unbekannt; das mit Blumen geschmückte Schild durfte Franz Eichelsbacher (1920-1984) tragen, Ernst Kehrer (1905-1944, vermißt), Schmiederneister Peter Kehrer (1876-1963) und Schmiedemeister Eduard Kapraun (1903-1987).

55. Ein Bliek in die Backstube der Bäckerei Müller, Bahnhofstraße 11. Links 'thront' der Chef Konrad Müller (1884-1959) auf einern Mehlkübel, Das 'Kunnräddsche' war so breit wie lang, konnte schuhplattein und war meist zu Späßen autgelcgt. Neben ihm kniet sein Enkel Klaus Schnabel. Der junge Mann in der Bildmitte ist der Bäckcrgoselle Alfred Trol!. Neben ihm Lilli Schnabel geb. Müller (1918-1988), deren erster Mann im Krieg gefallen ist und die in zweiter Ehe mit dem Bäckermeister Ernst Herderich (1919-1969), rechts neben ihr, verheiratet war. Die junge Frau auf der rechten Bildseite ist Paula Hans verh. Ott. Sarristags wurden die großen 'Riwwel-, Madde- und Gwäddscheblääz' gebacken. Das Foto wurde anfangs der fünfziger Jahre von Franz Morhart aufgenommen.

56. Wenn der 'Faß-Wirt' schnell Bier brauchte, wurde er früher mit dem Faßwagen beliefert. Die Bierführer mußten sich da schon mächtig ins Zeug legen, um den schwerbeladenen Wagen von der Schwanenbrauerei bergauf über den Marktplatz zu schieben. Zur wohlverdienten Rast ließen sie sich dann in der Wirtsstube nieder, und die stets zu Streichen aufgelegte Großostheimer Jugend fuhr mit dem leeren Faßwagen auf dem Marktplatz spazieren. Anläßlich des Bachgaufestes 1951 gingen auch zwei Bierführer der Schwanenbrauerei irn Festzug mit. Links ist Franz Eichelsbacher (1920-1984) und rechts losef Hartlaub (19091966) zu sehen. Aus dem linken Fenster schauen Katharina Petermann geb.Schmitt (1898-1987) und ihre Tochter Herta (19201968). Der junge Mann im hellen Anzug ist Helmut Reus.

57. Bis noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das heimische Bier teilweise noch mit dem Pferdefuhrwerk zu den Gasthäusern der Umgebung transportiert. Die Bierwagen unterschieden sich nur wenig von denen der Bauern. Auf dem Foto ist nichts zu sehen von der Bierkutschenromantik, wie sie heute bei großen Festzügen werbewirksam zu Schau gestellt wird. Der Beruf des Bierführers war hart und erforderte Kraft und Trinkfestigkeit. Unser Foto zeigt Jakob Schmitt (1899-1942), der als Bierführer für die Brauerei Eder tätig war. Er trägt die beim Fässerabladen hilfreiche Lederschürze, sowie Ledergamaschen zu den genagelten Schuhen. Die Plane schützte Bier und Stangeneis vor der Sonne.

58. Im Jahre 1952 feierte Kar! Birner bei der Brauerei Eder sein 40jähriges Arbeitsjubiläum. Der Jubilar steht in der Mitte , vor ihm eine Ehrenurkunde und ein gefüllter Präsentkorb, ein Segen in der bescheidenen Nachkriegszeit. Seine beiden Chefs neben ihm repräsentieren die Firma und vier Arbeitskollegen vertreten die Belegschaft. Auf dem Foto sind zu sehen, von links: Jakob Koch (1895-1969), Peter Kehrer (1876-1963, genannt 'Schmidd-Päire"), Oskar Eder, Kar! Birner (1887-1968), Fritz Eder, Kar! Aulbach (1905-1963) und Jakob Koch (1898-1973).

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