Großostheim in alten Ansichten Band 2

Großostheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Ewald Lang
Gemeente
:   Großostheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5488-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großostheim in alten Ansichten Band 2'

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59. Auch der längste Arbeitstag geht einmal zu Ende, und so traf sich die Großostheimer Männerwelt an bestimmten Plätzen im Ort um einen Schwatz abzuhalten. Ein beliebter Treffpunkt war einstens die 'Lügenbrücke' , die deshalb zu ihrern Namen kam, weil man sich dort gegenseitig kräftig die Hucke volllog. Auch vor dem Kaufladen des 'Markt-Peter' war ein geradezu idealer Standort, konnte man doch von dort den gesamten Marktplatz und die einmündenden Gassen überblicken. Auf unserem Foto, das um das Jahr 1936 aufgenommen wurde, sind zu sehen, von links: Emil Brand (1896-1966), Anton Dressler (1917-1968), Hugo Seitz (1913-1945, gefallen), Artur Herbig. Otto Bohn (1919-1942, getallen), Heinrich Kümpel (1918-1943, getallen), Kar! Zieger (1917-1944, getallen}, unbekannt, unbekannt, Adolf Reus (1913-1941, gefallen), Theo Kapraun (1911-1982), Adam Fey (19091984) und JosefSeitz (1910-1946).

60. Kriege sind Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Ob aus Habgier oder Eroberungslust, aus vorgetäuschten oder echten religiösen Beweggründen, ob zur Vergrößerung oder Festigung politischer Macht - seit es Kriege gibt, haben sie Tod und Zerstörung und unendliches Leid über die Menschen gebracht. In der Großostheimer Ortschronik kann man nachlesen unter welchen Kriegen unsere Vorfahren zu leiden hatten. Im Jahre 1930 ließen sich die drei letzten noch lebenden Feldzugsteilnehmer aus Großostheim, die im Deutsch/Französischen Krieg 1870/71 mit dabei waren, Iotografieren. Es waren, sitzend von links: Josef Waldeck (1844-1934) und Franz Kehrer (1847-1939) und stehend Gabriel Reinhart (1847-1933). Josef Waldeck diente im 8. Jägerbataillon und wurde 1870 bei Sedan verwundet. Da er wegen der Verwundung seinen Beruf als Schuhmacher nicht mehr ausüben konnte, versah er von 1890 bis 1922 den Nachtwächterdienst in Großostheim.

61. Als am 28. Juni 1914 serbische Nationalisten in Sarajevo den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand errnordeten, waren die Weichen für den Ersten Weltkrieg gestellt. Am 23. Juli 1914 stellte Österreich den Serben ein unannehmbares Ultimatum, fünf Tage später erfolgte dann die Kriegserklärung. Damit begann der Automatismus der enggeknüpften Bündnisverpflichtungen zu wirken die Europa überspannten. Am 1. August 1914 erklärte das Deutsche Kaiserreich erst Rußland den Krieg, am 3. August dann Frankreich. England machte sein Expeditionsheer mobil und setzte seine Flotte in Marsch. Aus der schwelenden Balkankrise wurde so zwangsläufig der große Weltbrand. Für uns heute unfaßbar ist die Begeisterung, die damals unter der Bevölkerung herrschte, als der Krieg ausbrach. Am Tage der Mobilmachung trafen sich im Garten des Gasthauses 'Zum Schützenkeller' zahlreiche junge Männer und sie ließen sich zur Feier des Tages fotografieren. Viele von ihnen kehrten aus dem Ersten Weltkrieg nicht mehr zurück,

62. Voll vaterländischer Begeisterung zogen die jungen Soldaten in den Ersten Weltkrieg und Kaiser Wilhelm Il. verkündete: 'Noch ehe im Herbst das Laub von den Bäumen fällt, werdet ihr wieder zu Hause sein.' Doch daraus wurde nichts. Von 1914 bis 1918 tobten die mörderischsten Kämpfe auf den Schlachtfeldern. Die auf dem Foto abgebildeten vier jungen Männer ließen sich während eines Fronturlaubes im Jahre 1917 fotografieren. Wie ein Zeichen, daß sie zur WeIt der Erwachsenen gehören, hält jeder eine Zigarette in der Hand. Die vier Großostheimer hatten Glück, sie kehrten aus dem Krieg zurück. Zu sehen sind, sitzend von links: Gabriel Haas (1898-1983) und Kar! Bickert (18981987). Stehend, von links: losef (Seppl) Hotz (1898-1989) und Valentin Hoek (1900-1969), der später 1. Bürgermeister van Großostheim wurde.

63. Der Erste Weltkrieg forderte einen hohen Tribut unter den jungen Männern Großostheims. Es waren 113 Gefallene und Vermißte zu beklagen. Ihre Namen wurden auf den Ehrentafeln an der alten Kirche, 'Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung', eingemeißelt. An einer Gedenksäule am Marktplatz kann man die Namen der Schlachtfelder lesen, an denen die mörderischsten Kämpfe stattfanden: Argonnen, Somrne, Vogesen, Verdun, Reirns, Kernrnel, Przemysl, Gorlice, Dolomiten, Rumänien, Tannenberg, Skagerrak. Diese Namen erinnern an die 8,6 Millionen Toten, die der Erste Weltkrieg forderte. Während eines Fronturlaubes ließen sich drei Soldaten und drei junge Frauen aus Großostheim fotografieren. Zu sehen sind, sitzend von links: Therese Hoek verh.RoJlmann (1890-1965), Maria Petermann verh.Hock (1890-1939) und Anna Petermann verh.SchuIer (1893-1973). Die jungen Soldaten sind, von links: Balthasar Reinhart (1897-1918, getallen), Josef Petermann (1897-1917, gefallen) und Peter Kapraun (1897-1973).

64. Die Schrecken des Ersten Weltkrieges waren noch nicht vergessen. als erneut Kriegsvorbereitungen, auch auf Großostheimer Boden, getroffen wurden. Auf dem Gelände des Ringheimer Waldes wurden 100 Hektar abgeholzt und dort ein Militärflugplatz angelegt. der am 26. August 1939 in Betrieb genommen wurde. Beim Bau des Flugplatzes mußte in den Jahren 1936 und 1937 das geschlagene Holz aufgenommen werden. Dies übernahm eine Anzahl Großostheimer Männer. Auf dem Foto sind zu sehen. untere Reihe , von links: Philipp Löffler, Jakob Gutjahr, Franz Löffler, Franz Goldmann, Hans Hessler, Leonhard Becker, Albert Kapraun. Hintere Reihe, von links: Kar! Bickert, Josef Gutjahr, Fridolin Kapraun, Johann Klug, Bruno Herold, alto Stock, Josef Eichelsbacher, Anton Reinhart. Franz Klug, unbekannt, Berlenbach, Ferdinand Spahn, Konrad Berlenbach, Valentin Hoek, Peter Schneider, Adam Fäth und Johann Schaad.

65. Mit Vorliebe veranstalteten die nationalsozialistischen Machthaber bei jeder Gelegenheit wirkungsvolle Aufrnärsche. Beim Heldengedenktag 1941 priesen die Parteioberen mit großen Worten die gefallenen Soldaten als Helden und verkündeten mit markigen Sprüchen den in Kürze zu erwartenden Endsieg. Doch sollte sich das Blatt bald wenden, als am 22. Juni 1941 der Marsch nach Rußland begann. Einen ersten Vorgeschmack bekam die einheimische Bevölkerung bereits in der Nacht vom 2. zum 3. September 1940, als auf Großostheim erstmals Spreng- und Brandbomben fielen. Sie richteten jedoch glücklicherweise nur Sachschaden an. Weit schlimmer kam es darm, als am 17. Februar 1945 mitten im Ort eine 5-Zentner-Sprengbombe niederging und Erna Schmitt (1928-1945) tötete. Der unbekannte Fotograf unseres Bildes war wohl mehr daran interessiert die zackig angetretenen Parteigrößen, die trommelnde Hitlerjugend und die vom Nöthigsgut wehende Hakenkreuzfahne im Bild festzuhalten. Die um ihre gefallenen Söhne oder Ehemänner trauernden Frauen spielten bei ihm nur eine Nebenrolle.

66. Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg, der in Europa am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete. Die Bilanz dieses bisher schrecklichsten Krieges den die Menschheit erlebte war furchtbar - 55 Millionen Menschen verloren ihr Leben. Der Bombenhagel vernichtete allein in Deutschland rund 1,63 Millionen Gebäude. Auch viele Großostheimer Männer mußten die Uniform anziehen. Die Aufnahme von 1940 zeigt die als Bodenpersonal eingesetzte 'Großostheimer Mannschaft' des Militärflugplatzes Frankfurt-Niederflorstadt. Zu sehen sind, kniend von links: Georg Schneider, Josef Löffler, Adam Eichelsbacher. Hintere Reihe von links: Jakob Bickert, Karl Vonderheydt, Luitpold Höfling, unbekannt, Joharm Schnabel, Heinrich Sommer und Nikolaus Edelmann.

67. Weitgehend verschont blieb Großostheim von den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges. Groß war jedoch die Zahl der Gefallenen und Verrnißten, die dieser unglückselige Krieg von unserer Heimatgemeinde forderte. Stellvertretend für die 254 Gefallenen und Vermißten sowie sieben getöteten Zivilpersonen Großostheirns, soll an dieser Stelle vier junger Männer gedacht werden. Vor ihrem Einsatz an die Front lieBen sie sich während eines kurzen Heimaturlaubes fotografieren. Linkes Bild, von links: Otto Schaabel (1925-1945) und Edwin Becker (1924-1945). Rechtes Bild von links: Franz Ewald (1921-1943) und FriedeI Höfling (1921-1943). Sie kehrten aus dern Krieg nicht mehr zurück. Was den Angehörigen blieb war nur eine Fotografie und die schmerzliche Erinnerung an vier junge Menschen, die ihr Leben in einern sinnlosen Krieg verloren.

68. Unvorstellbare Ausmaße erreichte im Zweiten Weltkrieg der Bombenterror. War es zu Beginn die deutsche Luftwaffe, die die feindlichen Städte bombardierte, so waren im weiteren Verlauf des Krieges zunehmend deutsche Städte dem gnadenlosen Bombardement der alliierten Flugzeuge ausgesetzt. Die kleineren Gemeinden, die nicht so sehr unter dem Bombenhagel zu leiden hatten, mußten die Evakuierten aus den zerstörten Städten aufnehmen. So kam auch im Dezember 1944 Karl Jesinghausen (1857-1951) aus dem zerbombten Frankenthai in der Pfalz nach Großostheim. In einem Artikel des 'Main-Echo' von 1949 ist unter anderem zu lesen: 'Wenn Kar! Jesinghausen, der heute 92 Jahre alt wird, auch der älteste Einwohner Großostheims ist , auch als Ausgebornbter über nichts mehr verfügt, als seine zwei geretteten Geigen und ein künstlerisch geschnitztes Pfeifchen, so hat er doch bis in sein hohes Alter seinen frohen Mut behalten.'

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