Großwallstadt in alten Ansichten Band 2

Großwallstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Annemarie Markert
Gemeente
:   Großwallstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6645-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großwallstadt in alten Ansichten Band 2'

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Die alte Orgel

6 Dieses Foto zeigt die alte Orgel und den Organisten Alex Köhler. Diese Orgel, die nach über 30-jähriger Lebensdauer, zweimaligem Umbau und starkem Holzwurmbefall in den letzten Zügen lag, wurde 1991 durch eine neue Orgel ersetzt.

Orgelbaumeister Wehr aus Marktheidenfeld baute in der Großwallstädter Kirche im Iahre 1757 die erste Orgel auf Diese tat ihren Dienst bis 1909. Daran anschließend wurde die hier abgebildete Orgel gebaut. Mit diesem Auftrag wurde eine Firma Siemann aus München betraut. Der Mittelteil des alten barocken Gehäuses, das 1757 von Wehr gebaut worden war, wurde bereits von der Firma Siemann in die zweite Orgel integriert.

Die Orgelbaufrrma Vleugels aus Hardheim baute, nachdem die Orgel der Firma Siemann marode war, eine dritte Orgel und baute auch dort das barocke Mittelteil der ersten von Wehr gebauten Orgel ein, und zwar etwas erhöht.

Über den Bau aller drei Orgeln berichtet eine 1992 herausgegebene Broschüre.

Alex Köhler fungiert als Organist seit 1941 bis zum heutigen Tage. Von 1939 bis 1941 lernte er in Münnerstadt Kirchenmusik. Seine Tochter Anni Hartlaub geborene Köhler trat in die Fußstapfen ihres Vaters und ließ sich in Münnerstadt und Regensburg als Organistin ausbilden.

Fred Wildner, der sich neben seinem Lehrerberuf auch noch als Organist ausbilden ließ, lernte bei Musiklehrer Bührer in Amorbach und auch im Kilianeum in Miltenberg. Seit 1957 spielte auch er in der Frühmesse sonntags schon ab und zu die Orgel in der Großwallstädter Kirche.

Seit den achtziger Iahren teilen die Organisten Alex Köhler, seine Tochter Anni Hartlaub und Fred Wildner das schöne Spiel an der Orgel.

Die Pestkapelle

7 Leider ist nicht überliefert, wann die Pestkapelle erbaut wurde. Es wird angenommen, dass sie aus Dankbarkeit nach dem Dreißigjährigen Krieg erbaut wurde von Menschen, die von der Pest verschont blieben.

Die schwersten Kriegs- und Pestjahre beutelten die Großwallstädter besonders in den [ahren 1 632 bis 1 648. Im Iahre 1632 starben 83 Großwallstädter an dieser schweren Krankheit. Die an Pest verstorbenen wurden in ein Tuch gewickelt und vor das Haus gelegt. Dann wurden sie von zwei Männern, die die Leiche auf eine Pestbahre oder auf einen Karren legten, zum Kirchhof gefahren.

Im Heimatmuseum Großostheim ist solch eine Pestbahre noch zu besichtigen.

Aus Pietätsgründen legte man jedem an Pest verstorbenen ein Tuch über das Gesicht. In der Annahme, man könne die Pest besser eindämmen, wenn man die Verstorbenen direkt an der 1596 erbauten Kirche (wie man heute noch am Turmbogen lesen kann) beisetzte, wurden die Toten im Kirchhof an der Nord- West-Ecke, dort, wo heute die Sakristei steht, begraben. Nicht an Pest verstorbene bekamen auf dem Kirchhof entlang der Kirche ein Einzelgrab. Die Kirche war nur wenig breiter als der Turm und der Altar dürfte dort, wo sich heute der Hauptgang und der Gang zum Glockenhaus kreuzen, gestanden haben.

Bei Ausgrabungen anlässlich der Renovierung zur Zeit pfarrer Otts mit Neuanlage der Heizung wurde eine Ruhestätte mit Bart gefunden. Man nimmt an, dass dies die erste aus Stein gebaute Kirche in Großwallstadt gewesen ist. Kein Plan wurde mehr gefunden. Die heutige Sakristeiwurde 1936 erbaut, derÖlberg 1680.

Während des Dreißigjährigen Krieges war Großwallstadt ziemlich menschenleer, verwüstet und verarmt. Drei Dorfgemeinschaften in unserer unmittelbaren Nähe gingen während dieser Zeit ganz unter: Mainhausen - die paar noch verbliebenen Menschen siedelten sich in Erlenbach an: Maingeschwende - die Überlebenden zogen in das benachbarte Kleinwallstadt und Ruchelnheim, aus denen die Überlebenden in das benachbarte Sulzbach zogen.

Irn Iahre 1963 wurde die Pestkapelle, die hinter dem Kriegerdenkmal an der Großostheimer Straße stand, ahgerissen. Die darin befindliche schwarze Madonna, die jeden Samstag von Josefine Sam - heute noch wohnhaft in derWeichgasse 30 - Besuch bekam und beobachten konnte, wie diese ein Licht anzündete und wunderschöne Blumen hinstellte, wurde 1963 beimAbriß in den Sitzungssaal des Rathauses verfrachtet, wo sie heute noch steht.

Kriegerdenkmal

8 Im jahre 1902 wurde das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Feldzüge 1866 und 1870/71 errichtet und am 2. September 1902 durch Herrn pfarrer Funk eingeweiht. 1934 wurden am Heldengedenktag zwei weitere Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914-1918 angebracht und durch Herrn Kaplan Hans Karl eingeweiht.

Dieses Foto hier zeigt das mit Kränzen geschmückte Kriegerdenkmal am Tag der Anbringung der Gedenktafeln.

1964 wurden sechs Sandsteinkreuze, auf denen die Namen derVermissten und Gefallenen des Zweiten Weltkrieges eingemeißelt wurden, seitlich des Obelisken links und rechts entlang des Holzzaunes, mit dem das Kriegerdenkmal eingezäunt war, aufgestellt. Am Volkstrauertag, dem 15. November 1964, wurde die neueAnlage von Herrn pfarrer Ott eingeweiht.

Auf diesem Foto hier kann man in der Mitte gut den aus Sandstein erbauten Obelisken erkennen, in dessen oberem Teil eine Fahne zu sehen ist. Auf der Spitze, die man hier leider nicht sehen kann, befindet sich eine Krone mit einem Kreuz. Hinter dem Obelisken an der Mauer sind rechts und links zwei Gedenktafeln mit den Namen der Gefallenen gut zu erkennen und daneben je ein Soldat mit 'Gewehr bei Fuß'.

Die auf einer Sandsteinplatte damals aufgebrachten Ernbleme des Dritten Reichs (Reichsadler und Hakenkreuz) direkt hinter dem Obelisken wurden 1945 aufGeheiß der amerikanischen Besatzungsmacht entfernt. Steinmetzmeister Paul Kramer meißelte an dieser Stelle später das Gemeindewappen ein.

Heute ziert das Kriegerdenkmal rundherum ein narûrlicher Zaun aus grüner lebender Thuja.

HausWeichgasse 19

9 Erbaut wurde dieses Haus um 1840 von Peter und Margarethe Scholl geb. Faust. 1885 heiratete Philipp Iosef Wengerter (1859-1936) aus Röllfeld Katharina Scholl (1852-1915). Philipp Wengerter, von Beruf Wagner, übernahm die bestehende Wagnerwerkstatt und fertigte landwirtschaftliche Geräte. Er war eines von acht Kindern - sechs Buben und zwei Mädchen. Katharina Scholl hatte in Kleinwallstadt einen Bruder - den Scholle Michel.

Aus der Ehe von Philipp und Katharina Wengerter gingen die Söhne Georg (geb. 1886) und Iosef (1888-1972) hervor. Georg erbaute mit seinem Vater um 1 911 das Haus in der Alten Straße. Iosef Wengerter übernahm das Elternhaus in derWeichgasse 156 (jetzt Nr. 19). Aus der Ehe von Iosef und Rosa geb. Adrian (1892-1980) gingen die vier Kinder Erich, Otto, Paulina und Walter hervor. Im Kriegsjahr 1918 verlor Iosef Wengerter den linken Arm und konnte den Wagnerberuf nicht mehr ausüben. Daraufhin betrieb er mit seiner Frau Rosa eine kleine Landwirtschaft, die sein Sohn Walter nach Beendigung der Schule übernahm. Nach Walters Heirat mit Erika Hein im Iahre 1965 arbeitete Walter ab 1966 in der damaligen 'Glanzstoff' ; die Landwirtschaft blieb Nebenerwerb. Aus dieser Ehe gingen dieTöchter Helga und Irmgard hervor. 1988 zog die Familie Walter Wengerter in die Turmstraße

35. Die engeToreinfahrt (siehe Foto) war früher ein Zimmer und die Einfahrt zu Wengerters Hof erfolgte durch das Nachbargrundstück Schadt. Nach Streitereien mit dem Nachbarn wurde dann das Zimmer zurToreinfahrt umfunktioniert. Das Haus Weichgasse 19 wurde 1988 im Innenbereich renoviert. Teile der Stallungen wurden zum jetzigen Wohnbereich hinzugenommen. Walters Tochter Helga heiratete Klaus Giegerich, dessen Eltern Oskar und Maria Giegerich waren.

Nach einer kaufmännischenAusbildung erlernte Klaus den Beruf des Winzers und absolvierte 1991 als bester Winzer in Unterfranken seine Meisterprüfung. Damit legte er in derWeichgasse den Grundstein für ein Weingut, in dessen Erdgeschoss 1993 ein Verkaufsraum für Wein und Präsente eingerichtet wurde.

Da die bisherigen Betriebsgebäude in der Alten Straße 4 (Eigentümerin Berta Hartlaub ) bald zu eng wurden, entschloß man sich 1994 zu einem Neubau in derWeichgasse 19. Die bisher landwirtschaftlich genutzten Rückgebäude wurden eingerissen und eine große Kelter- und Lagerhalle errichtet. Der zur Hälfte abgerissene alte Kuhstall wurde zu einer 'Häckerstube' umgebaut, in der bis heute sowohl Häckerwirtschaften, als auch kulturelle Höhepunkte in Großwallstadt stattfinden.

Geschäftshaus Iosef Scherer

10 Auf diesem Bild, das 1927 aufgenommen wurde, sehen wir das alte Haus von Iosef Scherer in der Hauptstraße. Oben am Fenster sieht man Anna Scherer mit ihren Kindern Gertrud Scherer, verheiratete Berndt, und Edi Scherer.

Vor der Ladentüre steht Else Stolzenberger, eine Schwester von Frau Anna Scherer.

Sattlermeister Iosef Scherer (1884 bis 1961) gründete 1906 einen Handwerksbetrieb - zunächst nur als Sattlerund Polstereibetrieb.

Während des Ersten Weltkrieges, etwa 1915, eröffnete seine Frau Anna Scherer geborene Stolzenberger (18911975) einen Gemischtwarenhandel, wahrscheinlich in einem privaten Raum des Hauses.

Nach dem Ersten Weltkrieg kauften sie das Anwesen von

Wagnermeister Herdt, Hauptstraße 63. Daneben befand sich die Sattlerwerkstatt auf dem Anwesen der Eltern Iosef Scherers, Peter und Franziska Scherer, die ihm das Grundstück vererbten.

Erst wurde im Erdgeschoss ein Verkaufsraum geschaffen und 1920 zwei Schaufenster.

Im Laufe der Zeit vergrößerte sich das Geschäft so sehr, dass die Geschäftsräume in der Hauptstraße zu klein wurden.

1951 entschloß sich Iosef Scherer, sein Anwesen in der Schmalzgasse 47 abzureißen und auf demselben Grund einen Neubau zu erstellen.Ab September 1952 wurden dort Polstermöbel aus eigener Werkstatt sowie Möbel und Dekorationsartikel ausgestellt und verkauft. In der Hauptstraße blieb weiterhin das Textilgeschäft.

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